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Thema: Vater-Trauma


  1. Registriert seit
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    AW: Vater-Trauma

    Zitat Zitat von kaffeewasser1 Beitrag anzeigen

    Akzeptieren, dass diese Trigger Dich so "haben" können.
    Dazu stehen wie zu einer chronischen Krankheit, die Du Dir nicht ausgesucht hast, mit der Du aber Leben musst.
    Gut zu Dir sein, Dich für das Aushalten der wellenartig schweren Perioden mit guten Dingen belohnen.
    Wellness, Urlaub.
    Liebes Kaffeewasser!

    Vielen Dank für Deine sehr berührende Nachricht. Ja.. mir wurde von Therapeutenseite diese Sicht auch schon ans Herz gelegt.
    Mir fällt es schwer es dabei zu belassen. Ich hoffte, auch diesen letzten Rest austherapieren zu können.


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    AW: Vater-Trauma

    Zitat Zitat von Klecksfisch Beitrag anzeigen
    Dein Vater ist 1949 geboren. Seine Eltern haben den Krieg erlebt. Wer so etwas erlebt, der kommt nicht ohne seelische Schäden dort raus. Die Schäden werden an die nächste Generation weitergegeben, also an deinen Vater und er gibt sie seine Kinder weiter. Man sagt, es dauert 3 Generationen bis diese Schäden verarbeitet sind.
    Lieber Klecksfisch,

    mein Vater hat viele Traumen. Meine Mutter erzählte von täglichen (!) Alpträumen. Er war wie ein getriebener.
    Mit Sicherheit spielt das was seine Eltern in zwei Kriegen erlebt haben dabei eine entscheidende Rolle so wie auch sein Leben, bevor er meine Mutter kennenlernte.
    Er war sehr vielen traumatischen Situationen ohne jegliche Hilfestellung ausgesetzt.
    Geändert von kunterbuntesLeben202 (30.09.2019 um 17:05 Uhr)


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    AW: Vater-Trauma

    Zitat Zitat von KlaraKante Beitrag anzeigen
    Für mich werden hier zwei Themenkomplexe vermischt:
    1. Der Vater, der nicht da war und jetzt obdachlos ist
    2. Die Auswirkungen eines Lebens als abgelehntes Kind.
    Es geht mir darum, die Auswirkungen im Alltag einzudämmen.
    Ich bin mir nicht schlüssig, inwiefern mir die Beschäftigung mit dem obdachlosen Vater dabei helfen kann oder wird.

    Ich will mit dieser Angelegenheit ein für allemal abschließen.

    Zitat Zitat von KlaraKante Beitrag anzeigen
    Aus meiner eigenen, ganz persönlichen Erfahrung als Betroffene kann ich Dir berichten, wie wohltuend es ist, die Hoffnung auf "gute" Eltern aufzugeben. Erst als ich diese Hoffnung los lassen konnte, nichts mehr von meinen Eltern erwartete und gelernt hatte, gut für mich selbst zu sorgen, konnte ich wirklich erfüllende Beziehungen führen, Alleinsein nicht als Einsamkeit, sondern etwas Schönes erfahren, entspannt mit anderen Menschen und deren Bedürfnissen umgehen, Ablehnung und Absagen als das betrachten, was sie sind: Normaler Teil des Miteinanders und obendrein etwas, das auch Teil meines Verhaltensrepertoires ist.
    Ich erwarte keinesfalls ein "Happy End". Deswegen hatte ich 25Jahre lang auch nie versucht meinen Vater aufzusuchen. Ich hatte für mich die Hoffung auf gute Eltern aufgegeben.
    Ich kann sehr gut alleine sein.
    Wenn auch die Absage/Ablehnung durch den eigenen Vaters eine andere Kategorie ist, als die Ablehnung/Absage eines X-beliebigen anderen Menschen.


    Zitat Zitat von KlaraKante Beitrag anzeigen
    Ich möchte Dir darüber hinaus nahe legen, nicht nur die kognitive / verbale Therapie als Möglichkeit zu betrachten, sondern insbesondere dann, wenn Du über die Therapieformen, die Du bislang versucht hast, immer wieder bei Blockaden landest, körpertherapeutische Verfahren einzubeziehen.
    Bereits versucht. Diese haben etwas bewegt, aber dieser "Rest" der blieb.


  4. Registriert seit
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    AW: Vater-Trauma

    Zitat Zitat von Matratze Beitrag anzeigen
    Hast Du Methoden zur Hand bekommen, die Dir in solchen Momenten weiterhelfen können?
    Erkennst Du zeitnah ein Muster, wenn Du in so eine Situation kommst?
    Gute Frage! Danke für diesen Tipp
    Ich nehme diesen Aspekt in ein Stimmungsprotokoll auf, vielleicht bringt das zusätzliches Licht ins Dunkle.


  5. Registriert seit
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    AW: Vater-Trauma

    Zitat Zitat von schafwolle Beitrag anzeigen
    Liebe TE,

    Wenn Du damals noch so jung warst, hast Du wohl bei Deiner Mutter gelebt.
    Wie ist sie mit Deinem Kummer umgegangen? Bzw. hatte sie eine Erklärung
    für Dich, warum der Vater sich von speziell Dir abwandte?

    Es macht für ein Kind viel aus, wie gut es sich, trotz eines solch einschneidenden
    Erlebnisses, aufgefangen und behütet fühlt.

    Wie alt warst Du zu Therapie-Zeiten?
    Kannst Du selbst benennen, woran die erhoffte Wirksamkeit gescheitert ist?
    Liebe Schafwolle:

    meine Mutter ist eine egozentrische Persönlichkeit und war zu diesem Zeitpunkt (und auch später nicht) für uns Kinder nicht greifbar. Ich kann nicht genau sagen, ob sie den Kummer nicht sehen wollte oder gar nicht wahrgenommen hat.

    Sie weicht Fragen zu diesem Thema aus. Meint, ich muss "verzeihen können" und warum er den Kontakt abgebrochen hat, "weis sie nicht".


    Zur Frage zu den Therapiezeiten:

    Drei wesentliche Blöcke zu jeweils 7 bis max 14 tägigen Einheiten:
    erster - 22-24 Jahre
    zweiter- 28-30 Jahre
    dritter - 32-35 Jahre

    ergänzend:
    - Maltherapien, Körpertherapien, Familienaufstellungen, Selbstwerttrainings, Pferdetrainings, NLP-Seminare
    - regelmäßiger Sport
    - natürlich auch Medikamente, es hat ein wenig gedauert, bis das optimale Mittel und Dosis gefunden wurden
    - zwischen 20-22: das gesamte Sortiment homöopathischer Mittel, Johanniskraut, Bachblüten (alles wirkungslos)

    Mit dem Ergebnis -
    Im Vergleich mit dem Anfangszustand: 95% der Probleme behoben.

    Fremdwahrnehmung:
    ich werde als lebenslustige, starke, selbstbewusste, "Macherin" beschrieben.

    Mit dem Mutterthema konnte ich vollständig abschließen.
    Sie hält stundenlange Monologe. Aber es fällt ihr nicht auf, wenn ich krank/traurig/braun/weiß/gut oder schlecht angezogen bin. Sie "sieht" mich nicht.
    In jungen Jahren war das für mich sehr schwer hinzunehmen.
    Mittlerweile kann ich das akzeptieren und besuche sie hin und wieder, um mein Gewissen zu beruhigen. Ich sitze dann zwei Stunden da, lasse ihren Monolog über mich ergehen - es nimmt mir keine Kraft mehr.


    Dieser "kleine" Vater Trauma-Rest hält sich hartnäckig.
    und es fällt mir sehr schwer, das nach so vielen Jahren harter Therapiearbeit hinzunehmen.
    Geändert von kunterbuntesLeben202 (30.09.2019 um 16:48 Uhr)

  6. Moderation Avatar von Promethea71
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    AW: Vater-Trauma

    Ob es dir helfen kann, weiß ich nicht, aber ich hab letztlich eine ähnliche Geschichte im Spiegel gelesen, über einen jungen Mann, der seinen obdachlosen Vater über Facebook gesucht und auch gefunden hat und über den Verlauf später ein Buch geschrieben hat.
    Er hat ihn gefunden, aber es war kein wirkliches happy end.

    www.spiegel.de/lebenundlernen/job/klaus-ist-weg-hamburg-sucht-obdachlosen-vater-twitter-hilft-a-1238530.html
    Man muss nicht über jedes Stöckchen springen ... jedenfalls nicht jeder.
    Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.

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    AW: Vater-Trauma

    Zitat Zitat von Killeshandra Beitrag anzeigen
    Liebe TE, was willst du tun? Willst du deinen Vater fragen, warum er den Kontakt damals abgebrochen hat? Aus deinem EP geht nämlich nicht hervor, dass er dir dazu etwas erklärt hat.
    ich will mit diesem "Rest-Trauma" abschließen.
    Ich bin mir noch nicht im Klaren, ob der Kontakt mit meinem Vater dazu hilfreich ist oder nicht.
    Er hat den Kontaktabbruch nie begründet. Weder mir, noch wissentlich meiner Mutter.


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    AW: Vater-Trauma

    Zitat Zitat von Promethea71 Beitrag anzeigen
    Ob es dir helfen kann, weiß ich nicht, aber ich hab letztlich eine ähnliche Geschichte im Spiegel gelesen, über einen jungen Mann, der seinen obdachlosen Vater über Facebook gesucht und auch gefunden hat und über den Verlauf später ein Buch geschrieben hat.
    Er hat ihn gefunden, aber es war kein wirkliches happy end.

    www.spiegel.de/lebenundlernen/job/klaus-ist-weg-hamburg-sucht-obdachlosen-vater-twitter-hilft-a-1238530.html
    diese Geschichte habe ich gestern auch gelesen!
    Ich war sehr traurig und berührt und - ich vermute, mein Vater würde sehr ähnlich reagieren.

    Das Buch möchte ich mir noch besorgen.


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    AW: Vater-Trauma

    Zitat Zitat von schafwolle Beitrag anzeigen
    Im EP vermisse ich auch eine weitere wichtige Information:

    wie war das Verhältnis zum Vater vor diesem finalen Anruf?
    sehr schlecht:
    Mein Vater hatte ein Lieblingsgeschwisterchen, dem er die komplette Aufmerksamkeit widmete. Mich hat er ignoriert.
    Er war oft betrunken und gewalttätig. Ich hatte Angst vor ihm.

    Dennoch war ich die zornige Tochter, die gegen ihn revolutioniert hat.
    Ich war damals erleichtert als er ging.
    Das war auch ein Grund, warum ich ihn in den 25 Jahren auch nicht gesucht hatte.

  10. Moderation Avatar von Promethea71
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    AW: Vater-Trauma

    Ich habe vor vielen Jahren das Buch von Schulz von Thun "Miteinandere reden" gelesen. Darin geht es - verkürzt darum, dass jeder Satz vier Seiten haben kann, vier Botschaften beinhalten kann. Das komplizierte ist, der Sender kann es auf vier Ebenen meinen und der Empfänger kann es auf vier Eben hören - Missverständnisse sind so vorprogrammiert.

    Ich habe darauf gelernt nicht immer direkt und ungefiltert auf die "gehörte" Ebene zu reagieren, sondern manchmal kurz zurückzutreten und zu überlegen, ob der Sender es nicht auch anders gemeint haben könnte.


    Das Buch zu lesen ist auf jeden Fall ein Gewinn - ich gehe soweit, dass es damals mein Leben verändert hat.



    Vor einigen Jahren habe ich denn beschlossen, dass ich versuche mich darauf zu konzentrieren den Menschen erst mal etwas gutes zu unterstellen, bis zum Beweis des Gegenteils. Oft gelingt mir das auch. Und - am Rande bemerkt - nichts ärgern jemanden, der es nicht gut meint so, wie wenn man ihm etwas Gutes unterstellt. Und mir geht es besser, wenn ich im Zweifel etwas positiv auffasse. Das habe ich trainiert und es funktioniert - oft.


    Du weißt nicht warum dein Vater gegangen ist.
    Du wirst es auch unter Umständen nie erfahren, weil dein Vater es dir entweder nicht sagen kann oder sagen will.


    Kannst du dir vorstellen, dass er dich sehr geliebt hat, einfach weil du seine Tochter warst.
    Er selbst hat sehr unter seinem eigenen Elternhaus gelitten und hat sich selbst als krank wargenommen und wollte dir ersparen in einem ähnlich kranken Umfeld aufzuwachsen, wie das, welches ihn krank gemacht hat.
    Und da er keine Möglichkeit sah wieder gesund zu werden, ist er gegangen, ehe er dir noch mehr schadet.
    Ich kann mir gut vorstellen, dass er dich eben nicht abgelehnt hat, sondern dich so sehr geliebt hat, dass er dir sein eigenes Schicksal ersparen wollte.
    Man muss nicht über jedes Stöckchen springen ... jedenfalls nicht jeder.
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