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Thema: Vater-Trauma

  1. Avatar von Paraplumeau
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    AW: Vater-Trauma

    Zitat Zitat von kunterbuntesLeben202 Beitrag anzeigen
    Liebe Bri-Com,

    mein Vater hat vor 25 Jahren (ich war 13) den Kontakt zu mir abgebrochen.

    .
    .
    .
    .

    Was könnte helfen?
    Wie viele Jahrzehnte möchtest du denn dieses "Trauma" noch pflegen?
    Wenn ich anderer Leute Innerstes sehen wollte, wäre ich Gerichtsmedizinerin geworden.

  2. Avatar von Sneek
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    AW: Vater-Trauma

    Geht es auch noch feinfühliger?


  3. Registriert seit
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    AW: Vater-Trauma

    Zitat Zitat von Paraplumeau Beitrag anzeigen
    Wie viele Jahrzehnte möchtest du denn dieses "Trauma" noch pflegen?
    Es dauert so lange, wie es eben dauert.
    Willst du für andere festlegen, wie lange sie Geschehnisse belasten dürfen?
    Cave: Beiträge können ggf. marginale Rückstände von Ironie und Sarkasmus aufweisen.
    Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie das Posting oder fressen Sie die Verfasserin.

  4. Avatar von Klecksfisch
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    AW: Vater-Trauma

    Mein Vater hat nicht gesprochen. Er war 50 Jahre alt als ich auf die Welt kam. Er hat immer gemacht was er wollte. Hat sich allerdings um Hof und Haus gekümmert. Aber ich hatte auch so meine Probleme, den Menschen zu verstehen bzw. nicht zu verstehen, weil er nichts gesagt hat. Ich hatte immer Freunde, die auch nicht gesprochen haben.

    Was mir geholfen hat: Er wurde 1906 geboren, in der Kaiserzeit. Er hat zwei Kriege erlebt, er ist nach dem 2. Weltkrieg über die Ostsee geflüchtet. Wie damals die Erziehungsmethoden waren, kann man sich vorstellen. 3 seiner 6 Geschwister haben nicht geheiratet. Es kann sein, daß das was sie zu Hause erlebt haben, sie nicht gerade mutig für eine Ehe gemacht hat. Über meine Großeltern weiß ich überhaupt nichts.

    Ich habe viel über die Zeit gelesen und mich über die Geschichte informiert. Vor allem Dingen darüber wie die Menschen damals gelebt haben. Ich bin 1993 in das Dorf gefahren, in dem meine Eltern gelebt haben. Der Hof von meinem Vater stand noch. Ein Haus mit 2 Zimmern und eine Wirtschaftsküche mit 9 Personen. Ich bin ein Nachkriegskind von Eltern, die vertrieben wurden. Das ist eine eigene Geschichte.

    Mir hat das Wissen über diese Zeit sehr geholfen. Und mir hat Yoga geholfen, weil ich durch die Situation zu Hause, meine Mutter hatte Depressionen, immer sehr angespannt war. Die Anspannung ist nicht weg, aber es geht besser.

    Dein Vater ist 1949 geboren. Seine Eltern haben den Krieg erlebt. Wer so etwas erlebt, der kommt nicht ohne seelische Schäden dort raus. Die Schäden werden an die nächste Generation weitergegeben, also an deinen Vater und er gibt sie seine Kinder weiter. Man sagt, es dauert 3 Generationen bis diese Schäden verarbeitet sind.

    „Die Sache mit dem streiten ist die, wenn man etwas zurückhält, arbeitet es auf lange Sicht gegen euch“ (Dalai Lama)
    Wenn du jemand anderem vergibst, dann tust du dies deinetwegen, nicht weil der andere das verdient. (Doris Wolf, Psychotherapeutin)
    Ich hab keine Zeit das Gute in den Garstigen zu suchen!



    Geändert von Klecksfisch (27.09.2019 um 14:12 Uhr)

  5. Avatar von Sneek
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    AW: Vater-Trauma

    Zitat Zitat von Klecksfisch Beitrag anzeigen
    Dein Vater ist 1949 geboren. Seine Eltern haben den Krieg erlebt. Wer so etwas erlebt, der kommt nicht ohne seelische Schäden dort raus. Die Schäden werden an die nächste Generation weitergegeben.
    Och nee, bitte nicht wieder die Nummer.

  6. Avatar von Klecksfisch
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    AW: Vater-Trauma

    Sneek, wenn dir der Satz aus den Augen rauskommt, dann lies ihn nicht. Deinen Kommentar kannst du dir sparen, er ist weder hilfreich noch interessant. Was so ist, ist so auch wenn es dir nicht gefällt. Wie schreiben die VIPs so schön, wenn dich etwas triggert, lies es nicht. Also ……..

    „Die Sache mit dem streiten ist die, wenn man etwas zurückhält, arbeitet es auf lange Sicht gegen euch“ (Dalai Lama)
    Wenn du jemand anderem vergibst, dann tust du dies deinetwegen, nicht weil der andere das verdient. (Doris Wolf, Psychotherapeutin)
    Ich hab keine Zeit das Gute in den Garstigen zu suchen!



    Geändert von Klecksfisch (27.09.2019 um 14:22 Uhr)

  7. Avatar von Sneek
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    AW: Vater-Trauma

    Du weißt doch überhaupt nichts über den Vater. Mir ist das zu einfach, immer zu sagen, dass jeder, der zwischen den Jahren x und y geboren ist, selbstverständlich kriegs- oder nachkriegstraumatisiert ist.

    Es gibt auch andere Dinge, die einem im Leben zustoßen können, und manche Menschen sind einfach nur so doof.

  8. AW: Vater-Trauma

    Zitat Zitat von Paraplumeau Beitrag anzeigen
    Wie viele Jahrzehnte möchtest du denn dieses "Trauma" noch pflegen?
    Möchte kunterbunt gar nicht und wollte sie vermutlich auch nie.

    Sonst gäb es diesen Strang nicht.

    Ich rate auch zu einer weiteren Therapie - neue Schritte weiter im Leben, neues Spiel, neues Glück!

    Hast Du Methoden zur Hand bekommen, die Dir in solchen Momenten weiterhelfen können?
    Erkennst Du zeitnah ein Muster, wenn Du in so eine Situation kommst?
    Now, bring me that horizon.

    Mein Avatar zeigt Euch Smashie. - Sie wurde nur 3 Jahre alt.

    Sie kam als Streuner mit einem Trichter um die Beine, den sie sich dann selbständig ausgezogen hat.
    NYC's ACC platzierte sie auf der berüchtigten **Kill List**
    Kein Foster - keine Rettung.
    Smashie starb am 17.09.2016.
    Ihre grünen Funkelaugen gibt's nicht mehr.
    Sie war eine sehr liebe, menschenliebende zarte Fee.

    Es ist ein Privileg die tägliche **Kill List** zu bekommen.


  9. Registriert seit
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    AW: Vater-Trauma

    Für mich werden hier zwei Themenkomplexe vermischt:

    1. Der Vater, der nicht da war und jetzt obdachlos ist

    2. Die Auswirkungen eines Lebens als abgelehntes Kind.

    Die Verquickungen, die Du, liebe TE vornimmst, können immense Stolpersteine sein und Fortschritte hemmen. Es liest sich ein wenig so, als erhofftest Du vom Kontakt zum Vater heute eine Lösung für Deine Probleme hinsichtlich Abgrenzung / Ablehnung.

    Dazu möchte ich Dir folgendes zu bedenken geben:

    a) Die Vergangenheit ist nicht veränderlich - sie ist vorbei, Geschichte.. Ziel sollte daher sein, Deinen Frieden damit zu machen und das Thema los zu lassen. Du benutzt Deine Erfahrungen jedoch als Begründung dafür, dass Du Dich HEUTE auf eine bestimmte Weise positionierst.

    Das ist natürlich eine Wahl, die Du treffen kannst. Sie hat aber einiges im Gepräck - u.a. den Umstand, dass, da die Vergangenheit nicht veränderbar ist, auch Deine "Kausalinterpretation" nicht mehr veränderlich ist. Wenn Du also weiterhin darauf bestehst, dass Deine Probleme jetzt kausal in der Ablehnung Deines Vaters liegen, kannst Du sie nicht lösen.

    b) Andere Menschen können niemals Deine Probleme lösen oder Dich glücklich machen. Es mag profan klingen, aber Glück ist ein Tu-Wort. Du musst es Dir selbst erarbeiten, erschaffen, aus Dir heraus generieren.

    Selbst wenn Dein Vater HEUTE Kontakt mit Dir bejahen würde, wäre es sehr wahrscheinlich, dass Du von ihm weder die Liebe und Wertschätzung bekommen würdest, die Du Dir erhoffst, noch dass sich dadurch die Vergangenheits-Löcher in Dir schliessen.

    Die Fähigkeit dazu hast nur Du.

    Es klingt ein wenig so, als versuchtest Du ein altes Stück neu und anders zu inszenieren. Wie realistisch ist es, dass Du das ohne zusätzliche Blessuren überstehst? Wie realistisch ist es, dass Du erneut Enttäuschungen erlebst, wenn Dein Vater ein Mensch ist, der derart abgestürzt ist, dass er als Alkoholiker auf der Straße lebt? Wen von Euch schätzt Du als bedürftiger ein?

    Nur Du hast die Macht, einen Strich unter Deine schmerzhaften Kindheits-Erfahrungen zu ziehen. Es gibt viele Möglichkeiten, das zu tun. Möglicherweise hast Du den für Dich richtigen Weg bislang nicht eingeschlagen.

    Nur Du hast die Macht, Dein Verhalten zu verändern, indem Du selbst gut für Dich sorgst, Dich aus Dir heraus stabilisierst und so weniger vulnerabel und abhängig agieren kannst. Auch das ist ein Lernprozess.

    Aus meiner eigenen, ganz persönlichen Erfahrung als Betroffene kann ich Dir berichten, wie wohltuend es ist, die Hoffnung auf "gute" Eltern aufzugeben. Erst als ich diese Hoffnung los lassen konnte, nichts mehr von meinen Eltern erwartete und gelernt hatte, gut für mich selbst zu sorgen, konnte ich wirklich erfüllende Beziehungen führen, Alleinsein nicht als Einsamkeit, sondern etwas Schönes erfahren, entspannt mit anderen Menschen und deren Bedürfnissen umgehen, Ablehnung und Absagen als das betrachten, was sie sind: Normaler Teil des Miteinanders und obendrein etwas, das auch Teil meines Verhaltensrepertoires ist.

    Ich möchte Dir darüber hinaus nahe legen, nicht nur die kognitive / verbale Therapie als Möglichkeit zu betrachten, sondern insbesondere dann, wenn Du über die Therapieformen, die Du bislang versucht hast, immer wieder bei Blockaden landest, körpertherapeutische Verfahren einzubeziehen.

    Das kann auch ganz banal eine Lernmethode wie Feldenkrais sein.

    Ich habe vielfach erlebt, wie sich im Lauf der Zeit dadurch alte Blockaden lösten und im Organismus gespeicherte Erinnerungen und Emotionen frei wurden.

    Ich wünsche Dir vor allem, dass Du Dich selbst ernst und wichtig genug nehmen kannst, um aus Dir heraus den Weg der Heilung zu beschreiten. Erst wenn Du diesbezüglich Sicherheit gewonnen hast, wäre es vielleicht möglich, eine FÜR DICH halbwegs gesunde Beziehung zu Deinem Vater zu initiieren, bei der Du Deine eigenen Grenzen jederzeit gut im Auge behalten kannst.

    Ich habe sehr lange gebraucht, um eine solche Beziehung zu meiner Mutter führen zu können. Heute weiss ich um all die Hürden, die in den Jahrzehnten davor dazu führten, dass wir immer wieder aneinander scheiterten und kann anderen Betroffenen Hinweise geben, wie sie damit umgehen könnten. Die wichtigste Erkenntnis für mich war eigentlich diese: Nichts im Hier und Jetzt kann die Vergangenheit ändern. Ich kann nur im Hier und Jetzt beschliessen, dass ich andere Wege gehen möchte und mich darin üben, neue Strategien zu entwickeln.


  10. Registriert seit
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    AW: Vater-Trauma

    Zitat Zitat von Sneek Beitrag anzeigen
    Och nee, bitte nicht wieder die Nummer.
    Ob die "Nummer" hier relevant sein könnte, oder nicht.
    Diese "Nummer" hat das Leben unzähliger Kinder massiv überschattet und geprägt.

    Luise Reddemann: "Kriegskinder und Kriegsenkel in der Psychotherapie. Folgen der NS-Zeit und des Zweiten Weltkriegs erkennen und bearbeiten - Eine Annäherung"

    Sabine Bode: "Die vergessene Generation. Kriegskinder brechen ihr Schweigen" und "Kriegsenkel. Die Erben der vergessenen Generation"

    Luise Reddemann war zudem mitbeteiligt an der Verfassung zur Leitlinie PTBS.
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