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  1. Inaktiver User

    AW: Verhältnis zu Eltern wieder verbessern

    Zitat Zitat von guerteltier Beitrag anzeigen
    keine wirkliche Liebe, jedenfalls keine gesunde Liebe.

    Ein plakativer Vergleich...

    Kontakt zu meinen Eltern... ist aber nicht immer einfach, und in der Zeit wo ich emotional ... war das auch eher ungesund. Mittlerweile habe ich (mit Ü40 ) weitestgehend die emotionale Distanz.

    zwei Buchempfehlungen...

    Danke für den Literaturtipp.
    Das Beispiel ist für mich hilfreich, um mir dazu weitere Gedanken zu machen.

    keine gesunde Liebe, ich ergänze, keine gesunde Beziehung... ich stimme dem zu.
    Für jmd wie mich, dessen Grenzen als Kind und Jugendliche immer wieder übertreten wurden, dessen Bedürfnisse nicht wahrgenommen wurden, ist das tatsächlich eine Aufgabe, diese wieder zu finden...

    Und der Zusammenhang emotionale Distanz - Kontakt ja/nein, beschäftigt mich gerade sehr.
    Freundschaften mit dem Verhalten meiner Eltern hätte ich längst beendet. Was sie lustig finden, empfinde ich mittlerweile als respektlos und passiv-aggresiv. Bin auch 40+, besser spät als nie so ein Prozess.
    Geändert von Inaktiver User (25.09.2019 um 09:36 Uhr)


  2. Registriert seit
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    5.276

    AW: Verhältnis zu Eltern wieder verbessern

    @KlaraKante


    für alle Beiträge hier.
    So ehrlich und so nah und in jedem Wort zutreffend.

    @Luminance

    Zum Thema Außenwirkung: Niemand kann in Familien hineinsehen - dein Leiden erfolgte still. Deine Eltern haben dich nicht gesehen, weil sie mit ihren Störungen beschäftigt sind und der Rest sieht nur die Fassade.

    Die meisten Menschen können sich gar nicht vorstellen, welches Grauen sich intern abspielt.

    Wer das Glück hat, das nicht kennen zu müssen, kann es nicht verstehen.
    Nicht, weil du persönlich unglaubwürdig wirken würdest, weil du übertreiben würdest und dich gar anstellen würdest - NEIN.

    Menschen, die nicht in zerstörerischen Familien aufwuchsen, können und wollen sich nicht hineinversetzen, wie krank und kaputt das System sein kann, was für sie ein sicherer Hort ist/war.

    Auf Verständnis und Mitgefühl im Bekanntenkreis oder weiteren Familienkreis zu hoffen, wird dich enttäuschen.
    Das liegt nicht an dir, sondern daran, dass deine Erlebnisse so schrecklich waren, dass es die Dimension sprengt, welche die meisten Menschen wahrhaben wollen.

    Im Internet - lies hier mal die Familien- v.a. die Mutterstränge quer, finden sich mehr Menschen, welche erfahren mussten, wie destruktiv die eigene Familie prägte.

    Besonders in einer Therapie oder auch einer Selbsthilfegruppe, könntest du erfahren, wie du selbst mit diesem Schrecken umgehen und leben kannst, Kontakt in einer Form hast, die dir nicht weiterhin schadet oder dir den Mut gibt, Distanz zu erweitern, ohne schlechtes Gewissen.
    Cave: Beiträge können ggf. marginale Rückstände von Ironie und Sarkasmus aufweisen.
    Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie das Posting oder fressen Sie die Verfasserin.
    Geändert von Carcasonne (25.09.2019 um 13:09 Uhr)

  3. Avatar von Arabeske_H
    Registriert seit
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    Beiträge
    2.909

    AW: Verhältnis zu Eltern wieder verbessern

    Zitat Zitat von Luminance Beitrag anzeigen

    Deine Antwort hat echt etwas in mir ausgelöst. Die falsche Rollenverteilung hat bei mir glaube ich noch mehr Spuren hinterlassen als all die Machtkämpfe und Beleidigungen.


    .
    Parentifizierung ist das stichwort dazu - vielleicht hilft es dir weiter, darunter mal bei google nachzulesen.
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    Sheldon Cooper

  4. Avatar von schafwolle
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    22.325

    AW: Verhältnis zu Eltern wieder verbessern

    Zitat Zitat von Arabeske_H Beitrag anzeigen
    Parentifizierung ist das stichwort dazu -
    Ja.

    Aber ich schätze es so ein, dass dies lediglich das Verhältnis zur
    Mutter betraf aufgrund deren Behinderung. Da fühlte sich die TE wohl
    schon als Kind besonders in der Verantwortung. Kinder haben ein feines
    Gespür dafür, wer der Schwächere in der Elternbeziehung ist.

    Trotzdem ist es schwer vorstellbar, dass weder Vater noch Mutter den belastenden
    Mechanismus erkannt haben.


  5. Registriert seit
    26.10.2016
    Beiträge
    5.276

    AW: Verhältnis zu Eltern wieder verbessern

    @schafwolle

    Die Rollenumkehr liegt m.E.n., nicht ausschließlich in der Behinderung der Mutter begründet.
    Ihr Verhalten spricht da Bände.

    Zitat Zitat von Luminance Beitrag anzeigen

    Meine Mutter hat mich immer in Schutz genommen und getröstet, war aber auch den emotionalen Angriffen meines Vaters ausgesetzt. Aufgrund einer körperlichen Behinderung war sie leider auch immer sehr abhängig von ihm. In den letzten Jahren unseres Zusammenlebens hat sie aber auch sehr resigniert und ist in mein Kinderzimmer geflüchtet und hat dort die meiste Zeit verbracht und auch übernachtet. Ich habe dann meistens im Wohnzimmer oder im Ehebett geschlafen, je nachdem wo mein Vater gerade nicht war.
    Cave: Beiträge können ggf. marginale Rückstände von Ironie und Sarkasmus aufweisen.
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  6. Registriert seit
    17.08.2016
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    7.054

    AW: Verhältnis zu Eltern wieder verbessern

    Deine Mutter ist auch Opfer und hat ja sogar in ihrem Rahmen versucht, dir eine Stütze zu sein. Ich fände es für deine Mutter ganz schlimm. wenn du auch zu ihrem persönlichen Unglück - Behinderung und dann noch abhängig von diesem Mann-auch noch einmal abstrafst.

    Sie hat das Unglück erkannt, war aber aus ihrer persönlichen Situation heraus nicht weiter fähig mehr zu tun.

    Wenn du dann auch noch zu ihr den Kontakt abbrichst, der dir doch wohlgesonnen war... da würdest du auch grausam handeln und als Erwachsene nun auch jemanden abstrafen, der dir das nicht angetan hat. Deine Mutter hängt sicher an dir.

    Hat sich denn dein Vater entwickelt?


  7. Registriert seit
    26.10.2016
    Beiträge
    5.276

    AW: Verhältnis zu Eltern wieder verbessern

    @Cara

    Die Mutter ist Opfer UND Täter in Personalunion.
    Das ist die Krux in solchen Familiensystemen - alles ist verworren. Emotionen, Rollen, Verantwortlichkeiten - in diesem Chaos wird ein Kind geprägt.

    Geprägt von Erwachsenen!

    Sich daraus herauszuentwickeln, gesunde Selbstfürsorge und Lebensgestaltung zu erlernen - das ist eine riesige Herausforderung.

    Da ein schlechtes Gewissen durch vermeintliche Zuwendungspflicht zu vermitteln - wem hilft das?
    Willst du Kontakt zu einem Menschen, der dich nur aufgrund eines schlechten Gewissens, anruft oder besucht?
    Cave: Beiträge können ggf. marginale Rückstände von Ironie und Sarkasmus aufweisen.
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  8. Registriert seit
    29.09.2016
    Beiträge
    304

    AW: Verhältnis zu Eltern wieder verbessern

    Hm - Behinderte sind hierzulande nicht rechtlos und damit völlig ihren Ehepartnern ausgeliefert. Subjektiv konnte sich die Mutter aus ihrer Situation offensichtlich nicht befreien (gut, ist ihre Entscheidung), aber sie hat letztlich auch nicht gut für ihr Kind gesorgt. Ob nicht können oder wollen, kann man von außen nicht sagen. In solchen destruktiven Familiensituationen trifft es letztendlich immer die schwächsten Glieder, das sind in der Regel die Kinder. Das "nach unten Treten" ist etwas, was man als so ein Kind durchaus wahr- und übelnehmen kann und sollte, auch wenn man letztlich Verständnis und Mitleid für die Handelnden aufbringt. Diese Gefühle sollten aber nicht das eigene Selbstwertgefühl überlagern - es hat niemand verdient, von seinen Eltern schlecht behandelt zu werden , das ist nicht in Ordnung und da gibt es nichts schönzureden.

    Kinder sind nicht dafür verantwortlich, diese unguten Familiensituationen aufzulösen oder, was ja meistens von ihnen verlangt wird, den Betroffenen das Verharren darin angenehmer zu machen (beispielsweise, in dem sie das Spiel mitspielen, es sei doch immer alles in Ordnung gewesen, wenn es das einfach nicht war). Abstand hilft, um die Muster festzustellen, nach denen man selbst früher funktioniert hat - und hoffentlich auch, neue zu finden, wie man handelt und wie man sich behandeln lässt (und wie nicht, vor allem).

    Je besser es wird, desto absurder findet man dann die alten Handlungsmuster - idealerweise kann man irgendwann darüber lachen, wenn einem wieder solcher Unfug erzählt wird. (Wie zum Beispiel, dass man ganz sicher und garantiert vom Mann verlassen wird, wenn man Zeit mit einer Freundin verbingt...) Wenn meine Mutter so einen Spruch gebracht hätte (grundsätzlich würde ich ihr das zutrauen, sie hat sicher einfach noch nicht dran gedacht), dann wäre der ein stehender Witz zwischen meinem Mann und mir. Sowas käme dann, wenn ich die Nachbarin besuche "mach lang genug, ich muss schließlich die Koffer packen" oder so. Für ihn, aus einer liebevollen Familie stammend, ist das absurdes Theater. Das ist es auch - ich muss es nicht erst nehmen...


  9. Registriert seit
    17.08.2016
    Beiträge
    7.054

    AW: Verhältnis zu Eltern wieder verbessern

    Zitat Zitat von Carcasonne Beitrag anzeigen
    @Cara

    Die Mutter ist Opfer UND Täter in Personalunion.
    Das ist die Krux in solchen Familiensystemen - alles ist verworren. Emotionen, Rollen, Verantwortlichkeiten - in diesem Chaos wird ein Kind geprägt.

    Geprägt von Erwachsenen!

    Sich daraus herauszuentwickeln, gesunde Selbstfürsorge und Lebensgestaltung zu erlernen - das ist eine riesige Herausforderung.

    Da ein schlechtes Gewissen durch vermeintliche Zuwendungspflicht zu vermitteln - wem hilft das?
    Willst du Kontakt zu einem Menschen, der dich nur aufgrund eines schlechten Gewissens, anruft oder besucht?
    Das ist sicher wahr, wie du die Verstrickungen und uneindeutigen Rollen erklärt und es ist ein enormer Kraftakt, da einen Weg der Heilung zu finden.

    Nur meine ich, dass man auch als Erwachsener die Schwäche eines behinderten Menschen mit anderen Augen bewerten sollte in der Rückschau und so etwas wie Mitgefühl haben kann:

    Ich bin immer diejenige, die radikal für den Schutz für Kinder steht. Auf der Ebene verurteile ich die Eltern. Und aus der Sicht des Kindes allemal.

    Aber die TE ist nun erwachsen und reifer, hat sich selbst oft als Erwachsene vielleicht nicht richtig verhalten (wobei ich den Unterschied schon sehe!) und aus dieser Sicht von heute zurück, könnte man ja auch die Situation damals anders bewerten.

    Die Mutter hat sich versucht dem Vater zu entziehen, war aber zugleich abhängig von ihm. Er war im Grunde die Hand, die sie gefüttert hat. Und wenn er ausgefallen wäre, wäre es sogar möglich gewesen, dass sie ihr Kind gar nicht mehr hat oder noch mehr überfordert hätte, weil die TE noch mehr eingespannt gewesen wäre.

    Die Situation war für keinen der drei Menschen einfach. Ein Mann, auf dem alles lastet, eine Frau, die abhängig war, ein Kind das Bedürfnisse hat und auch Aufmerksamkeit braucht.

  10. Inaktiver User

    AW: Verhältnis zu Eltern wieder verbessern

    Einen Menschen, der dabei ist, sein eigenes Selbst und eigene verletzende bis traumatische Erfahrungen erstmal(s) überhaupt zu sortieren... gleich mal an das mögliche Befinden anderer zu erinnern, ist für einen Entscheidungs-, Identitätsfindungs- und Heilungsprozess mindestens ungeeignet.

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