+ Antworten
Seite 3 von 11 ErsteErste 12345 ... LetzteLetzte
Ergebnis 21 bis 30 von 110

  1. Registriert seit
    29.01.2017
    Beiträge
    2.171

    AW: Berliner Testament

    Selbst wenn die Erbfolge klar ist, wird oft genug gestritten. Es reicht ein Erbe, der sich zu kurz gekommen sieht.

    Es gibt Geschwister, die sich um jede Musik-CD oder den Modeschmuck der Mutter streiten.

    Es gibt Erben, die sofort sämtliche Konten aufgelöst sehen wollen, aber sich nicht an den Rechnungen beteiligen (die nach jedem Todesfall auflaufen). Die sich streiten, ob die Beerdigung nicht doch billiger zu organisieren wäre, weil dann mehr übrig bleibt.

    Muss der Überlebende alle Angelegenheiten mit den Kindern als Erbengemeinschaft regeln, muss eben auch die Erbengemeinschaft eine gemeinsame Sprache sprechen.

    Ich sehe als Vorteil im Berliner Testament, dass der überlebende Ehepartner allein handlungsfähig ist.

    Für mein persönliches Empfinden ist es nicht richtig, das Kinder bereits beim Tod eines Elternteils (sofern die Eltern noch verheiratet sind) ihren Erbteil einfordern können. Das kann übel ausgehen. Das bis dahin vorhandene haben die Eheleute gemeinsam aufgebaut. Davon schon zu profitieren, wenn einer der beiden noch lebt, unter Umständen das Haus verscherbeln muss, das doch eigentlich als Altersvorsorge gedacht war? Fühlt sich für mich nicht richtig an.

    Was auch zu bedenken ist- Wenn noch eine Immobilie gemeinsam zu finanzieren ist und ein Ehepartner verstirbt, erben in dem Fall nach gesetzlicher Erbfolge die (Minderjährigen) Kinder uU die Schulden des Erblassers.

  2. Moderation Avatar von Promethea71
    Registriert seit
    11.09.2004
    Beiträge
    16.679

    AW: Berliner Testament

    Zitat Zitat von Marta-Agata Beitrag anzeigen
    Das ist aber kein deutsches Recht - oder doch?
    Doch, wenn die Kinder beim Erbfall noch minderjährig sind, müssen sie in der Erbengemeinschaft vertreten werden und das kann nicht der überlebende Elternteil tun, wenn es sich gegen die tatsächlichen Interessen der Kinder richten könnte.

    Dann ist gegebenenfalls eine Entscheidung des Familiengerichts oder die Bestellung eines Ergänzungspflegers erforderlich.
    Man muss nicht über jedes Stöckchen springen ... jedenfalls nicht jeder.
    Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.

    Profilbild © edwardbgordon
    Moderation:
    "Rund um den Job", "Mietforum" und "Selbstständige, Freiberufler & Co"


  3. Registriert seit
    29.01.2017
    Beiträge
    2.171

    AW: Berliner Testament

    Zitat Zitat von Sneek Beitrag anzeigen
    Das hab ich nicht verstanden. Warum möchte man, dass im Todesfall ein Amtsvertreter (von welchem Amt denn?) in innerfamiliäre Angelegenheiten eingreift?
    Soweit ich weiß, bekommen Minderjährige Erben für diese Angelegenheit einen von Amts wegen bestellten Vormund. Das kann durchaus ein Verwandter sein. Beim Sohn meines Cousins (kein Testament, einziges Kind, Eltern nicht verheiratet) sind dies die Großeltern.

  4. Avatar von Marta-Agata
    Registriert seit
    12.04.2013
    Beiträge
    12.795

    AW: Berliner Testament

    Zitat Zitat von Sneek Beitrag anzeigen
    Das hab ich nicht verstanden. Warum möchte man, dass im Todesfall ein Amtsvertreter (von welchem Amt denn?) in innerfamiliäre Angelegenheiten eingreift?
    Wenn ich Minstrel richtig verstanden habe, will sie das eben gerade nicht - und deshalb steht im Testament, dass die Kinder nichts vom Haus bekommen. Wenn es nur um Geld geht, ist das einfacher - das lässt man für die Kinder liegen, und fertig.

  5. Moderation Avatar von Promethea71
    Registriert seit
    11.09.2004
    Beiträge
    16.679

    AW: Berliner Testament

    Zitat Zitat von na_ich Beitrag anzeigen
    Selbst wenn die Erbfolge klar ist, wird oft genug gestritten. Es reicht ein Erbe, der sich zu kurz gekommen sieht.

    Es gibt Geschwister, die sich um jede Musik-CD oder den Modeschmuck der Mutter streiten.

    Es gibt Erben, die sofort sämtliche Konten aufgelöst sehen wollen, aber sich nicht an den Rechnungen beteiligen (die nach jedem Todesfall auflaufen). Die sich streiten, ob die Beerdigung nicht doch billiger zu organisieren wäre, weil dann mehr übrig bleibt.
    Ja es ist immer wieder unglaublich, worum so alles gestritten werden kann.
    Eine Bekannte von uns hat auf alle wertvollen Gegenstände zu Lebzeiten kleine Zettel gemacht, welches der vier Kinder das mal erben soll - Streit gab es trotzdem später.

    Da bin ich doch immer froh ein Einzelkind zu sein.

    Zitat Zitat von na_ich Beitrag anzeigen
    Ich sehe als Vorteil im Berliner Testament, dass der überlebende Ehepartner allein handlungsfähig ist.
    Auch das kann man anders regeln.

    Zitat Zitat von na_ich Beitrag anzeigen
    Für mein persönliches Empfinden ist es nicht richtig, das Kinder bereits beim Tod eines Elternteils (sofern die Eltern noch verheiratet sind) ihren Erbteil einfordern können. Das kann übel ausgehen. Das bis dahin vorhandene haben die Eheleute gemeinsam aufgebaut. Davon schon zu profitieren, wenn einer der beiden noch lebt, unter Umständen das Haus verscherbeln muss, das doch eigentlich als Altersvorsorge gedacht war? Fühlt sich für mich nicht richtig an.

    Was auch zu bedenken ist- Wenn noch eine Immobilie gemeinsam zu finanzieren ist und ein Ehepartner verstirbt, erben in dem Fall nach gesetzlicher Erbfolge die (Minderjährigen) Kinder uU die Schulden des Erblassers.
    Ja, für Ehen, die lange andauern und wenn das Haus das wesentliche Vermögen ist, dann sehe ich das ähnlich.

    Wenn es allerdings mehr zu erben gibt, veschenkt man pro Kind einen Erbschaftsteuerfreibetrag von 400.000,- Euro und dann zahlt sowohl der Ehegatte höhere Erbschaftsteuer, als auch das/die Kinder. Insoweit kann es Sinn machen, jedes Testament, das man macht alle paar Jahre nochmal zu überdenken.

    Was mit 30 das richtige Testament war, muss es mit 60 nicht mehr sein.


    Und sobald es zu Patchworkverhältnissen gegebenenfalls mit sehr unterschiedlichem Lebensalter kommt, kann ein Berliner Testament für die Kinder durchaus bitter sein.
    Man muss nicht über jedes Stöckchen springen ... jedenfalls nicht jeder.
    Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.

    Profilbild © edwardbgordon
    Moderation:
    "Rund um den Job", "Mietforum" und "Selbstständige, Freiberufler & Co"

  6. Avatar von Marta-Agata
    Registriert seit
    12.04.2013
    Beiträge
    12.795

    AW: Berliner Testament

    Zitat Zitat von na_ich Beitrag anzeigen
    Für mein persönliches Empfinden ist es nicht richtig, das Kinder bereits beim Tod eines Elternteils (sofern die Eltern noch verheiratet sind) ihren Erbteil einfordern können. Das kann übel ausgehen. Das bis dahin vorhandene haben die Eheleute gemeinsam aufgebaut. Davon schon zu profitieren, wenn einer der beiden noch lebt, unter Umständen das Haus verscherbeln muss, das doch eigentlich als Altersvorsorge gedacht war? Fühlt sich für mich nicht richtig an.
    Da bin ich ganz anders aufgewachsen - und empfinde das entsprechend anders.
    In meiner Familie ist es üblich, dass von der gesetzlichen Erbfolge nicht in die Richtung abgewichen wird, dass die alte Generation alles bekommt, sondern in die Richtung, dass ein Teil direkt an die Enkel geht.
    Heute erbt man ja oft erst mit über 60 - als junger Mensch kann man oft das Geld besser gebrauchen als in fortgeschrittenem Alter, wo man selbst schon etwas zusammensparen konnte.

    Klar, dass es auf die Lebensverhältnisse ankommt. Wenn das Vermögen genau eine Eigentumswohnung ist, macht die gegenseitige Absicherung als Alleinerbe Sinn.
    Ob es sinnvoll ist, dass die Witwe oder der Witwer alleine in dem Haus bleibt, in dem früher die große Familie gewohnt hat, ist schon eher die Frage.

  7. Avatar von Sneek
    Registriert seit
    24.02.2019
    Beiträge
    2.711

    AW: Berliner Testament

    Zitat Zitat von Marta-Agata Beitrag anzeigen
    Wenn ich Minstrel richtig verstanden habe, will sie das eben gerade nicht - und deshalb steht im Testament, dass die Kinder nichts vom Haus bekommen. Wenn es nur um Geld geht, ist das einfacher - das lässt man für die Kinder liegen, und fertig.
    Ah, ok, so macht es für mich Sinn.


  8. Registriert seit
    29.01.2017
    Beiträge
    2.171

    AW: Berliner Testament

    Da bin ich tatsächlich anders aufgewachsen.

    Da wird die junge Generation finanziell durch Eltern/ Großeltern zu deren Lebzeiten unterstützt. Nicht erst durch einen Erbfall.

    Das letzte Hemd hat keine Taschen, sagen unsere altvorderen oft.

    In umgekehrter Richtung greift die Unterstützung auch, was ich auch gut und richtig finde.

    Das Familienhaus kann man ja auch verkaufen und in eine kleinere Eigentumswohnung ziehen oder in die Seniorenresidenz.

  9. Avatar von Marta-Agata
    Registriert seit
    12.04.2013
    Beiträge
    12.795

    AW: Berliner Testament

    Zitat Zitat von na_ich Beitrag anzeigen
    Da wird die junge Generation finanziell durch Eltern/ Großeltern zu deren Lebzeiten unterstützt. Nicht erst durch einen Erbfall.

    Das letzte Hemd hat keine Taschen, sagen unsere altvorderen oft.
    Zu Lebzeiten - sicher.

    Aber ansonsten heißt es auch: Man zieht sich nicht aus, bevor man sich schlafen legt.

    Es kommt aber sicher auf die Vermögensverhältnisse an - ob reichlich da ist, oder ob darauf geachtet werden muss, dass der/die Verwitwete noch zurechtkommen mit der Rente und dass nach Möglichkeit ein alter Mensch "Reserven" haben sollte, um sich ggf. Hilfe(stellungen) kaufen zu können.


    Prometheas Hinweis, dass sich das im Laufe des Lebens ändern kann und dass ein Testament immer wieder überprüft werden sollte, finde ich auch wichtig.
    Ich kenne eine Familie, in der die Eltern recht jung ein Berliner Testament gemacht haben, als sie ein Haus gebaut haben und alles Vermögen darinsteckte.

    Das ist nun ein paar Jahrzehnte her - und nun werden die Kinder unnötigerweise Erbschaftssteuer zahlen.


  10. Registriert seit
    22.08.2005
    Beiträge
    103

    AW: Berliner Testament

    Zitat Zitat von Sneek Beitrag anzeigen
    Ich hoffe, das ist ein Scherz.
    Die Formulierung war wohl etwas missverständlich. (Und der Zwinkersmiley nicht offensichtlich genug...)
    Ich bin finanziell unabhängig von meinem Mann, wir wirtschaften aber aus einem Topf. Hätte er kein Testament, müsste ich mich im Falle seines Todes mit seinen Eltern bzw. Geschwistern auseinandersetzen (umgekehrt natürlich genau so).

    Mir sind sowohl die Rechts- als auch die praktischen Folgen solcher Konstellation aus meinem Berufsalltag sehr klar. Darum ist mir persönlich ein Testament sehr wichtig. Mein Mann ist wie die meisten Menschen eher geneigt dieses Thema auf die lange Bank zu schieben, obwohl ihm die Wichtigkeit schon klar ist.
    Darum also ein gemeinschaftliches Testament.

+ Antworten
Seite 3 von 11 ErsteErste 12345 ... LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •