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  1. Registriert seit
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    AW: Berliner Testament

    Zitat Zitat von Paraplumeau Beitrag anzeigen
    Es soll noch Familien geben, auf die das Berliner Testament wie die Faust aufs Auge passt.
    Meine Herkunftsfamilie und meine eigene Familie sind solche Fälle.
    Klar, es gibt Familien, wo es auch heute passt.
    Die ursprüngliche Verbreitung des BTs war eben da. Das macht das Modell weder besser, noch schlechter.

    Ob jemand sich für diese Lösung entscheidet, ist einzig Angelegenheit der Betreffenden.
    Cave: Beiträge können ggf. marginale Rückstände von Ironie und Sarkasmus aufweisen.
    Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie das Posting oder fressen Sie die Verfasserin.

  2. Avatar von Malaita
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    AW: Berliner Testament

    Zitat Zitat von yviek Beitrag anzeigen
    Der Verstorbene kann gar nicht darüber entscheiden ob für den überlebenden,aber dementen Ehepartner ein Betreuer bestellt wird oder nicht.
    Das entscheidet der Richter und sonst niemand.
    Wenn man das vermeiden will,sollte man eine beglaubigte Vorsorgevollmacht erteilen, die müssen auch Banken anerkennen.
    Weiter kann man auch eine Bankvollmacht über den Tod hinaus erteilen,auch daran muss die Bank sich halten.
    Nein, der Verstorbene entscheidet das zu Lebzeiten natürlich nicht. Der demente Ehepartner hat zu gesunden Zeiten aber für sich selbst eine Vollmacht erstellt und darauf wird sich dann berufen, von allen möglichen Stellen wird es so akzeptiert, aber die Bank zickt rum.

    Ich muss aber an der Stelle, glaube ich, einräumen, dass es eigentlich nichts mehr mit dem Berliner Testament an sich was zu tun hat. Oder vielleicht doch. Der demente Partner erbt dann alles, kann aber nichts mit dem Geld anfangen, da er nicht mehr geschäftstüchtig ist, also müssen das andere für ihn tun.
    Ganz wichtig ist dann eben die vollständigen Vollmachten, insbesondere Bankvollmachten, zu Lebzeiten zu erstellen. Und das ist eben der wunde Punkt: nicht jeder denkt daran. Und wie ich schon sagte, wenn einer der Ehepartner dann tot ist, kann man nichts mehr ändern. Dann kann man Ratschläge erteilen noch und nöcher. Es ändert nichts mehr.

    PS. Dies ist auch nicht die Antwort auf Marta- Argatas Frage. Ich wollte schlichtweg nur nochmal dir antworten.
    Geändert von Malaita (27.09.2019 um 22:46 Uhr)

  3. Avatar von Wolkenschaf3
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    AW: Berliner Testament

    Zitat Zitat von Marta-Agata Beitrag anzeigen
    Ich habe oben schon geschrieben, dass ich nicht vorhabe, ein Berliner Testament aufzusetzen - sondern dass ich das Konstrukt besser verstehen möchte.

    Außer in ganz speziellen Einzelfällen halte ich davon nicht viel und bin auch nicht "damit aufgewachsen".
    Meine Eltern haben eine "typische 50er-Jahre Familie" gegründet, haben aber nie ein Berliner Testament erwogen.

    Insofern bitte ich aber darum, dass meine Fragen nicht so abgebügelt werden.
    Ich hoffe, es kommt noch jemand, der sie beantworten kann.
    In vielen Familien existiert das Berliner Testament weil man das schon immer so gemacht hat. War in der Familie meines Mannes der Fall. Seine Eltern hatten ein Berliner Testament weil ihre Eltern auch schon eines hatte. War nur wegen der Erbschaftsteuer, da Vermögen doch etwas höher und nur ein Kind eigentlich eher idiotisch, aber sein Vater bestand darauf
    Durch einen seltenen Sonderfall kam es dann nicht zum tragen.

  4. Avatar von Malaita
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    AW: Berliner Testament

    Berliner Testament: von meiner Logik aus taugt es tatsächlich nur für Ehepartner, die davon ausgehen, dass der hinterbliebene Ehepartner nicht mehr heiratet nach dem Tod des anderen bzw. dass da keine anderen Kinder mehr auf die Welt kommen.
    Alle Kinder, die gezeugt worden sind (auch außerehelich) sind pflichtteilberechtigt.
    Aber die nachfolgend gezeugten Kinder? Von meiner Logik her müssten die auch einen Pflichtteil bekommen von dem, was zum Beispiel dem Vater an Vermögen geblieben ist. Weil ich immer davon ausgehe, dass der Verwandtschaftsgrad auch mit zählt. Und das wäre ja dann ersten Grades bei einem leiblichen Kind. Dass das leibliche Kind total leer ausgeht, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen.
    So weit meine Logik. Was das Erbrecht in diesem Falle sagt, weiß ich nicht.

  5. Avatar von Malaita
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    AW: Berliner Testament

    Das Verlinken hat gerade nicht geklappt bei mir. Aber gib mal deine Frage bei google ein.

  6. Avatar von Sneek
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    AW: Berliner Testament

    Zitat Zitat von Wolkenschaf3 Beitrag anzeigen
    In vielen Familien existiert das Berliner Testament weil man das schon immer so gemacht hat.
    Es ist wahrscheinlich auch die niederschwelligste Lösung für Leute, die sich nicht so tiefgehend damit beschäftigen möchten.

  7. Avatar von ereS
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    AW: Berliner Testament

    meine schwiegereltern hatten 1968 beim notar einen erb- und ehevertrag gemacht, was seinerzeit schon sehr fortschrittlich war, obwohl sie nur ein kind hatten, und zu diesem zeitpunkt auch klar war, das kein weiteres mehr zur welt kommen wird

    das hat im erbfall fuer das kind einiges erleichtert

    sie haben sich nicht auf die gesetzliche erbfolge verlassen, was ich sehr gut finde, das sie sich damals schon mit diesem thema beschaeftigt haben, und eine fuer sich, und alle beteiligten sinnvolle loesung fuer das thema erbe gefunden haben
    das auge der moderatoren ist ueberall...

  8. Avatar von fritzi72
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    AW: Berliner Testament

    Zitat Zitat von Marta-Agata Beitrag anzeigen
    Ich würde gerne noch einmal auf meine Ausgangsfrage zurückkommen:

    Was gilt bei einem Berliner Testament für Wiederverheiratung und spätere Kinder?

    Soweit ich es verstanden habe, gilt das Berliner Testament auch für Vermögen, das nach dem Tod eines Ehepartners oder sogar innerhalb einer neuen Ehe akkumuliert wurde.
    Der Überlebende kann das Testament innerhalb eines Jahres anfechten, wenn er wieder heiratet oder wenn er ein Kind bekommt, weil es dann einen neuen Pflichtteilsberechtigten gibt. Wenn er das tut, wird allerdings der Erbfall neu aufgerollt und es gilt rückwirkend gesetzliche Erbfolge.

    Soweit klar.
    Wenn der Überlebende aber z.B. ein weiteres Kind bekommt und das Testament wird nicht angefochten - dann ist das Kind von Anfang an enterbt. Was ist dann mit seinem Pflichtteil - den kann es dann gegenüber den Schlusserben geltend machen?

    Marta-Agata, Berliner Testament ist nicht gleich Berliner Testament, man kann ja Wiedervereiratungsklauseln aufnehmen oder nicht und die Regelung mit weiteren Kindern nach dem Tod des ersten Partners kann man ja, wenn man möchte, auch regeln oder eben nicht.

    Wird keine Regelung getroffen und nicht angefochten (und es gibt keine Wiederverheiratungsklausel) bekommen neuer Ehepartner und weitere Kinder ihren Pflichtteil, je nach Formulierung (z. B. „Unsere leiblichen Kinder“ oder „leibliche Kinder von jedem von uns“ ) könnten die nachgeborenen Kinder aber mit den gemeinsamen Kindern Schlusserben werden. Gibt es Streit, was gemeint war, muss im Falle eines Erbrechtsstreit das Gericht das Testament auslegen.

    Übrigens wird das Berliner Testament mit einer Scheidung ungültig, die Sorge, dass es nur in 50er-Jahre-Konstellationen funktionieren kann, verstehe ich daher nicht.
    Wie bei jeder erbrechtlichen Entscheidung muss und kann man neue Regelungen treffen, wenn sich die Lage ändert.
    Was nicht funktioniert, ist eine Regelung zu treffen, die in Situation A gut ist und sie dann beizubehalten, obwohl inzwischen Situation B oder C eingetreten ist.

    @Minstrel, danke für die Info zur Meistbegünstigung.
    Damit ist, so wie ich es verstanden habe, die Erbeinsetzung der Ehegatten untereinander und das Vererben der Immobilie an den jeweils anderen gemeint.
    Ich verstehe trotzdem immer noch nicht, wie man die halten kann, wenn ein Kind seinen Pflichtteilsanspruch geltend macht und der Wert des Erbes ohne Immobilie nicht genügt, um diesen zu befriedigen.
    Wenn mich die weltpolitische Lage deprimiert, denke ich an die Ankunftshalle in Heathrow. Es wird immer behauptet, wir leben in einer Welt von Hass und Habgier, aber das stimmt nicht. Mir scheint wir sind überall von Liebe umgeben. Oft ist sie weder besonders glanzvoll noch spektakulär, aber sie ist da. Väter&Söhne, Mütter&Töchter, Ehepaare, Verliebte, alte Freunde.
    Ich glaube, wer darauf achtet, wird feststellen können, dass Liebe tatsächlich überall zu finden ist

    Intro "Tatsächlich Liebe"

  9. Avatar von Marta-Agata
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    AW: Berliner Testament

    Danke, fritzi.

    Vielleicht können wir hier auch Alternativen zum Berliner Testament diskutieren - je nachdem, was man beabsichtigt.
    Z.B. dass der Ehepartner nicht aus dem Haus/der Wohnung raus muss, dass es keine komplizierte Erbengemeinschaft gibt, dass "das Haus aus meiner Familie nicht in die Familie einer neuen Frau gehen kann", o.ä.


  10. Registriert seit
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    AW: Berliner Testament

    Wenn ich das richtig verstehe, liegt das daran, dass Güterrecht vor Erbe gilt. Der Vertrag ist darum auch ein Ehe- und Erbvertrag.


    War der Erblasser verheiratet, ist für die Bestimmung des Nachlasses immer zuerst das Ehegüterrecht zu berücksichtigen. Nur was nach Abzug der güterrechtlichen Ansprüche des überlebenden Ehegatten vom ehelichen Vermögen verbleibt, bildet den Nachlass.
    A man is likely to mind his own business when it is worth minding. When it is not, he takes his mind off his own meaningless affairs by minding other people´s business. - Eric Hoffer

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