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  1. Registriert seit
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    Vererben will gelernt sein .... Falle "Berliner Testament"

    Hallo Ihr da Draußen,

    ich muss jetzt mal was los werden, was unser Familienleben die letzten Wochen sehr belastet.
    Mein Ehemann war vor mir schon einmal verheiratet. Die Ehe selbst war kinderlos, jedoch hat jeder damals Kinder mit in die Ehe gebracht. Die Frau eine Tochter und einen Sohn, mein Mann seinen leiblichen Sohn. Später hat mein Partner dann die Kinder seiner Frau adoptiert, sie jedoch nicht seinen Sohn.

    Ein Wald- und Wiesen Notar hatte die Beiden, nachdem sie ein Haus gebaut hatten, dahingehend beraten, ein Berliner Testament ( und auch noch mit Schlusserben !) zu erstellen, was ja an und für sich bei einer Patchworkfamilie eher problematisch bis hin zu völlig unlogisch ist.

    So, 2011 - nur 4 Monate nach Erstellung des Testaments- ist diese Frau dann für alle sehr plötzlich an Krebs verstorben, wodurch mein Partner (zunächst) zum Alleinerbe wurde. Nun sass er mit einem völlig überschuldeten und unfertigen Haus und drei Kindern da. 2014 haben wir uns dann kennengelernt, zunächst in einer Fernbeziehung. 2017 haben wir dann beschlossen zusammen zu ziehen und haben uns eine gemeinsame Immobilie gekauft. Dem ging der Verkauf dieses Hauses sowie meiner Eigentumswohnung voraus.

    Einhergehend damit haben wir einen Erbvertrag abgeschlossen, weil wir uns mit einem Wohnrecht gegenseitig absichern wollten. Im Zuge der Beratung bei einem (sehr guten) Notar kam das ursprüngliche Testament wieder auf den Tisch und dabei stießen wir auf folgenden Fehler: in dem Testament heißt es "Schlusserben sollen die gemeinsamen Kinder sein". Das bedeutet jedoch, dass mein Mann somit - ungewollt - seinen eigenen Sohn enterbt hat, da als gemeinsame Kinder lediglich die Kinder seiner Frau gelten, welche er adoptiert hat. Da die erste Ehefrau verstorben ist, kann das Berliner Testament auch nicht mehr geändert werden. Und auch der Sohn meines Mannes kann das Testament nicht anfechten, da aus rechtlicher Sicht nicht zu beweisen ist, dass diese Konstellation so gewollt oder nicht so gewollt war. War sie jedoch ganz sicher nicht, das weiß jeder.

    Mein Mann hat die Drei dann über das fehlerhafte Testament informiert und um ein Gespräch gebeten. Bis zu diesem Zeitpunkt waren wir immer noch der Meinung, kein Problem, das können wir alles regel.

    Aber siehe da, die beiden adoptierte Kinder sind zu keinem Gespräch geschweige denn zu einer Lösung bereit. Dass Ihr (Halb-)Bruder, mit dem sie jahrelang unter einem Dach, in einer Familie zusammen gewohnt haben, durch diese Konstellation "leer" ausgehen würde, ist ihnen egal. Dass er seinen Pflichtteil einklagen müsste, ist ihnen egal.

    Meine Schwiegereltern sind ausgerastet, mein Mann ist total verzweifelt und ich bin sprachlos, ob dieser Kaltschnäuzigkeit.

    Hat jemand ähnliche Erfahrungen mit einem Berliner Testament gemacht?

    Herzliche Grüße
    Christine


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    AW: Vererben will gelernt sein .... Falle "Berliner Testament"

    Das ist ja ein übler Beratungsfehler des Notars würde ich sagen, vielleicht kann man da ansetzen?

    Ansonsten würde ich spontan sagen: da würde ich sehr sorgfältig dafür sorgen, dass es kein Schlußerbe gibt, und vorher mein Geld so verteilen wie ich wollte. Alles was bis 10 Jahre vor dem Tod an den Sohn geht ist vor den Erben sicher, und auch alles was vorher schlicht verplempert wurde. Es hat ja niemand Anspruch auf ein dickes Erbe.

  3. Avatar von brighid
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    AW: Vererben will gelernt sein .... Falle "Berliner Testament"

    Zitat Zitat von _vorbei Beitrag anzeigen


    Ansonsten würde ich spontan sagen: da würde ich sehr sorgfältig dafür sorgen, dass es kein Schlußerbe gibt, und vorher mein Geld so verteilen wie ich wollte. Alles was bis 10 Jahre vor dem Tod an den Sohn geht ist vor den Erben sicher, und auch alles was vorher schlicht verplempert wurde. Es hat ja niemand Anspruch auf ein dickes Erbe.
    würde ich auch so handhaben.

    zu erben ist nur, was noch da ist wenn der erblasser tot ist. nicht vorher.
    hinfallen ist keine schande, liegenbleiben schon.

    das leben ist kostbar, lasst uns jeden tag gebührlich feiern


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    AW: Vererben will gelernt sein .... Falle "Berliner Testament"

    Der Knackpunkt ist, dass wir unsere gemeinsame Immobilie auch gemeinsam gekauft haben. Ich kannte das Testament damals nicht und mein Mann war sich über die Auswirkungen des alten Testaments nicht im Klaren.

    Durch die Schlusserben kann mein Mann mir kein Wohnrecht an seiner Hälfte einräumen, so wie wir das gegenseitig geplant hatten. Wenn er nun morgen sterben würden, würde seine Hälfte den beiden adoptierten Kindern gehören. Da ich sie verständlicherweise nicht ausbezahlen kann und nach den ganzen Diskussionen der letzten Wochen auch nicht damit zu rechnen ist, dass mit ihnen ein vernünftiges Gespräch möglich ist, würde das bedeuten, dass das Haus verkauft werden muss und ich auf der Straße sitze. Bitte nicht falsch verstehen, ich möchte niemandem etwas streitig machen, aber ich habe extra deshalb meinen Lebensmittelpunkt aufgegeben. Ich möchte in meinem zu Hause bleiben ..... das bereitet mir schon große Magenschmerzen ....


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    AW: Vererben will gelernt sein .... Falle "Berliner Testament"

    Zitat Zitat von Tini1969 Beitrag anzeigen
    Bitte nicht falsch verstehen, ich möchte niemandem etwas streitig machen, aber ich habe extra deshalb meinen Lebensmittelpunkt aufgegeben. Ich möchte in meinem zu Hause bleiben ..... das bereitet mir schon große Magenschmerzen ....
    Ich versteh dich ganz richtig. Finanziert wird das Haus ja schließlich auch durch dich und deinen Mann, während die Kinder nur die Hand aufheben.

  6. Avatar von Kitty_Snicket
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    AW: Vererben will gelernt sein .... Falle "Berliner Testament"

    Blöde Frage, kann dein Mann dir nicht seine Haushälfte 'verkaufen' (also sehr billig) bzw. schenken?
    Whatever happened until now only served to deliver this moment.

  7. Avatar von brighid
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    AW: Vererben will gelernt sein .... Falle "Berliner Testament"

    das ganze schreit nach einem fachanwalt für erbrecht.
    hinfallen ist keine schande, liegenbleiben schon.

    das leben ist kostbar, lasst uns jeden tag gebührlich feiern

  8. Avatar von Wiesenblume
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    AW: Vererben will gelernt sein .... Falle "Berliner Testament"

    Ohne jetzt zu wissen, wie "heftig" Ihr finanziell an das Haus oder eine Baufi gebunden seid und wie es finanziell sonst bei Euch steht:

    Idee 1: verkauft das Haus (ja, mit Abschlag) unter der Bedingung, dass Euch beiden lebenslanges Wohnrecht eingetragen wird. Macht Euch von dem Verkaufsertrag ein schönes Leben.

    Idee 2: verkauft das Haus und zieht zur Miete in eine schöne Wohnung am Ort Eurer Wahl und macht Euch ebenfalls einen schönen Tag vom Verkaufsertrag.

    Idee 3: abklären lassen, inwiefern hier der Notar belangt werden kann bzw. inwiefern durch den Beratungsfehler ganz offensichtlich der "Geist" des Testaments nicht erfüllt werden kann, und man auf dieser Basis anfechten/ nachbessern kann (laienhaft gesprochen)

    Unglaublich... der Beratungsfehler, aber auch die Haltung der Kinder...


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    AW: Vererben will gelernt sein .... Falle "Berliner Testament"

    Zitat Zitat von Kitty_Snicket Beitrag anzeigen
    Blöde Frage, kann dein Mann dir nicht seine Haushälfte 'verkaufen' (also sehr billig) bzw. schenken?
    Geschenke können von den Erben zurückgefordert werden.

    Billige Verkäufe können bestimmt von diesen im Nachhinein angefochten werden und auch geltend gemacht werden.

    Ich plädiere auch für eine mindestens Beratung durch einen Fachanwalt.


    Die Ideen von Wiesenblume hören sich nicht schlecht an. Wohneigentum würde ich unter diesen Umständen und diesen Adoptivkindern nicht anschaffen und auch sonst mein Geld schön ausgeben, um das Erbe "klein" zu halten.


  10. Registriert seit
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    AW: Vererben will gelernt sein .... Falle "Berliner Testament"

    Zitat Zitat von schubidu Beitrag anzeigen
    Geschenke können von den Erben zurückgefordert werden.
    Ich dachte, nur in den letzten zehn Jahren vor dem Tod? Wenn überhaupt, grundsätzlich kannst du doch mit deinem Geld machen was du willst.

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