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Thema: Eingemischt.


  1. Registriert seit
    19.06.2013
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    57

    Eingemischt.

    Ich habe einen großen Fehler begangen. Meine Schwiegertochter und ich arbeiten in einer Firma. Das hat sich so ergeben, weil diese meinen Sohn erst kennenlernte als wir schon gemeinsam arbeiteten. Meine Schwiegertochter ist ein sehr offener, herzlicher Mensch, und flirtet gerne. Auf einer Betriebsfeier hat sie so offensichtlich mit einem Kollegen geflirtet, dass ich ihr nach dem Abend per SMS die Frage gestellt habe, ob mein Sohn und sie noch ein Paar sind. Die Antwort kam einige Tage später. Sie hätte sich sehr geärgert über meine Nachricht, und es ihrem Mann gezeigt. Sie empfinden es als Angriff. Meine Schwiegertochter und ich haben uns dann ausgesprochen, auch mein Sohn bat mich um ein Treffen. Auch wenn das Gespräch einigermaßen vernünftig abgelaufen ist, und ich ihm versicherte, es tue mir leid, meinte er, es wäre jetzt alles anders, und ich würde ihm und seiner Ehe null vertrauen. Er billigt das Verhalten seiner Frau und weiss davon.
    Gestern war ich auf einer Familienfeier, seine Frau und er, waren sehr unterkühlt. Ich verstehe ihr Verhalten, es macht mich aber unendlich traurig.


  2. Registriert seit
    17.07.2019
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    257

    AW: Eingemischt.

    Liebe Mangelware,

    Du hast selbst bemerkt, dass Dein Vorgehen nicht in Ordnung war. Damit meine ich gar nicht einmal so sehr, dass Du Deiner Schwiegertochter eine Frage gestellt hast - Du hast eine Beobachtung gemacht und diese hat Dich beunruhigt. Es ist legitim, dann nachzufragen, es kommt jedoch darauf an, wie Du das tust.

    Warum beispielsweise hast Du Deiner Schwiegertocher eine sms geschrieben, statt im unmittelbaren Dialog in Form eines Gesprächs freundlich und achtsam nachzufragen? Auch wenn das heute immer mehr um sich greift - geschriebener Text kommt sehr "nackt" daher und eröffnet daher ein Feld mit viel Interpretations = Spielraum für Missverständnisse, denn es fehlen stimmliche Nuancen, die eine Frage von einem Vorwurf abgrenzen, es fehlt Mimik, die beispielsweise tatsächlich Ängste, Befürchtungen, Irritationen transportieren könnte, oder Gestik, die Agitiertheit verrät. All diese Informationen sind wichtig, damit ein Dialog gelingen kann - und je kitzliger und schwieriger eine Situation ist, umso zentraler ist es, dass man den direkten Austausch sucht.

    Du hättest dabei die Möglichkeit gehabt, bei DIR zu bleiben, statt Deine subjektiven Beobachtungen, die allein auf Deinen Erfahrungen, Sichtweisen und Glaubenssätzen beruhen, zu Interpretationen werden zu lassen und bei Deiner Schwiegertochter auf die beschriebene Weise anzuklopfen..

    Es wäre eine ganz andere Geschichte gewesen, wenn Du im direkten Dialog von Dir erzählt hättest, beispielsweise, indem Du deutlich machst, dass Du beunruhigt oder irritiert bist, weil Du selbst vielleicht ein Mensch bist, der nicht gern flirtet.

    Du kannst als Aussenstehende nicht beurteilen, welche Vereinbarungen Dein Sohn und Deine Schwiegertochter miteinander haben, wie sie ihre Grenzen definieren und sich in ihren Aussenkontakten positionieren. Es ist IHRE Beziehung, Du betrachtest sie nur von aussen und legst Deine eigenen Bewertungskriterien an. Das ist etwas, das grundsätzlich viel Gefahr birgt, nach hinten los zu gehen.

    Was intern zwischen beiden passiert, kannst Du nicht wissen, daher ist es gut, sich diesbezüglich nicht zu Interpretationen hinreissen zu lassen. Theoretisch wäre natürlich durchaus möglich, dass Du es gerade "abbekommst", weil die Dinge tatsächlich nicht so in Ordnung sind, wie sie nach aussen scheinen. Dennoch ist es nicht an Dir, das zu thematisieren - wenn es Probleme gibt, müssen die beiden das miteinander auskaspern.

    Einmischungen von aussen mag vermutlich kein Paar gern. Du hast Deiner Schwiegertochter ein Misstrauensvotum erteilt. Sie hat sich Deinem Sohn mitgeteilt, der nun gleichermaßen mit Enttäuschung und Abgrenzung reagiert.

    Eure Beziehung hat gerade einen Knacks bekommen. Ihr betrachtet Euch vermutlich beiderseits derzeit mit Argwohn. Hilfreich kann sein, immer wieder den Dialog zu suchen und dabei wirklich bei DIR zu bleiben, um deutlich zu machen, wie leid es Dir tut, dass Du diese sms geschrieben hast.

    Ich wünsche Euch fruchtbare Gespräche, die Eure Beziehung wieder entspannen können.

  3. Avatar von Unendlichkeit
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    AW: Eingemischt.

    Lass es einfach gut sein. Deine Gefühle sind verständlich und wahrscheinlich renkt sich die ganze Geschichte nach einiger Zeit wieder ein. Ich würde den Kontakt einfach weiter so wie immer halten und nichts dergleichen tun. Die beruhigen sich schon wieder, zumal euer Verhältnis bisher gut war.
    "...es gibt höchstens hoffnungslose Menschen, aber nie hoffnungslose Situationen..."
    Sprichwort auf Oxtorne

  4. Avatar von overknee
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    AW: Eingemischt.

    @KlareKante
    Bisschen viel, Deine gesammelte "Aufklärung", oder? Dass die TE einen Fehler gemacht hat, weiß sie doch selbst.
    Mein Gott!

    Tja, Mangelware, ich bin auch eine, die ab und an wohl übers Ziel schießt. Und sich danach die Krätze ärgert.
    Aber ich denke auch, das wird die Zeit richten müssen. Du hast dein Bedauern ausgesprochen, jetzt muss der Alltag einziehen.
    Zuviel Demut fände ich auch daneben. Wir sind nun mal Menschen und machen Sch... Fehler.


  5. Registriert seit
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    AW: Eingemischt.

    Liebe TE,

    dass es ein Fehler war, weißt du ja, und du hast ihn zugegeben und dich entschuldigt.

    Ich würde jetzt mal abwarten und mich nicht geißeln. Jeder macht Fehler und tritt mal ins Fettnäpfchen, auch dein Sohn und deine Schwiegertochter.

    Nur würde ich das Einmischen in Zukunft eben lassen.

    Vielleicht renkt sich das Ganze nach ein paar Tagen wieder ein.

    Übrigens, wieso nennst du dich selbst "Mangelware"? Denkst du, du hast größere Fehler oder Mängel als andere Menschen?

  6. Avatar von ja-aber
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    AW: Eingemischt.

    Zitat Zitat von Mangelware Beitrag anzeigen
    Sie hätte sich sehr geärgert über meine Nachricht, und es ihrem Mann gezeigt. Sie empfinden es als Angriff. Meine Schwiegertochter und ich haben uns dann ausgesprochen, auch mein Sohn bat mich um ein Treffen. Auch wenn das Gespräch einigermaßen vernünftig abgelaufen ist, und ich ihm versicherte, es tue mir leid, meinte er, es wäre jetzt alles anders, und ich würde ihm und seiner Ehe null vertrauen.
    Ganz ehrlich: das ist ziemlich viel Lärm um etwas, mit dem Du sehr wenig zu tun hast. Meine Einschätzung von außen.

    Ja, das Kommunikationsmittel SMS ist vielleicht nicht glücklich, und möglicherweise hat die Schwiegertochter sich auch von Dir kontrolliert gefühlt. Das hätte eine Aussprache aber klären können. Aber dass sie das als Angriff werten und Dein Sohn Dir das Vertrauen abspricht, finde ich wirklich deutlich über das Ziel hinausgeschossen. Du hast Dich entschuldigt für etwas, das ich jetzt nicht so hochdramatisch sehe - blöd ja, unangemessen, von mir aus, aber nicht derart staatsstragend. Damit muss es jetzt auch mal gut sein. Ich würde absolut gar nicht mehr darauf eingehen, der Schwiegertochter beruflich, auf Firmenfeiern, aus dem Weg gehen und ansonsten nur auf sowas antworten à la "wenn Du meinst".

    ICH könnte mir vorstellen, Deine Einschätzung hat ein Feuer ausgelöst zwischen den beiden, die haben sich deshalb in der Wolle gehabt und Du bist jetzt schuld.

  7. Avatar von schafwolle
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    AW: Eingemischt.

    Zitat Zitat von ja-aber Beitrag anzeigen
    Ja, das Kommunikationsmittel SMS ist vielleicht nicht glücklich, und möglicherweise hat die Schwiegertochter sich auch von Dir kontrolliert gefühlt. Das hätte eine Aussprache aber klären können.
    Das sehe ich nicht so.
    Auch eine Aussprache wäre Einmischung in der unerwünschten Form
    gewesen.


    @Mangelware (wie darf man den Nick verstehen?)

    Was hat denn Dein Sohn gesagt, als Ihr Euch wegen einer Aussprache
    getroffen habt?

  8. Avatar von Unendlichkeit
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    AW: Eingemischt.

    Zitat Zitat von ja-aber Beitrag anzeigen
    ICH könnte mir vorstellen, Deine Einschätzung hat ein Feuer ausgelöst zwischen den beiden, die haben sich deshalb in der Wolle gehabt und Du bist jetzt schuld.
    Das ist wahrscheinlich
    "...es gibt höchstens hoffnungslose Menschen, aber nie hoffnungslose Situationen..."
    Sprichwort auf Oxtorne


  9. Registriert seit
    17.08.2016
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    AW: Eingemischt.

    Also ich weiß nicht. Wenn man meinem Sohn vor meinen Augen fast Hörner aufsetzt, würde ich mich auch einmischen.

    Wie hat sie denn geflirtet?

    Wenn du ihr schon so eine scharf formulierte Frage stellst, dann war das nicht nur ein freundliches Lächeln und es muss dir sehr unangenehm gewesen sein, was du gesehen hast.


  10. Registriert seit
    13.05.2019
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    228

    AW: Eingemischt.

    Liebe TE,

    ein Kompliment vorweg:
    mit der SMS hast du einen Fehler gemacht, bei der Erziehung deines Sohnes aber offensichtlich nicht!

    Er agiert nicht als Mamasöhnchen, wie so viele, sonder positioniert sich klar und steht zu seiner Frau.

    An deiner Stelle würde ich nochmals das Gespräch mit beiden suchen, aufrichtig um Entschuldigung bitten und dann die Sache auf sich beruhen lassen.

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