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  1. Moderation
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    Streit mit Mutter - Einmischung in unser Leben

    Ich hatte gerade einen Riesenstreit am Telefon mit meiner Mutter und brauche, glaube ich, etwas Hilfe meine Gedanken zu sortieren. Es geht im Grunde darum, dass sich meine Mutter schon immer zu viel in mein Leben einmischt. Als ich jünger war, ging es hauptsächlich darum, dass sie klare Vorstellungen davon hatte, wie ich mein Leben zu leben habe und sie sauer/beleidigt wurde, wenn ich es nicht tat. Es hat lange gedauert, bis ich mich davon befreien konnte. Ich bin mit Mitte 20 quasi ins Ausland geflüchtet, um auch innerlich mehr Abstand zu bekommen (was natürlich mit großem Theater ihrerseits verbunden war), und habe dadurch den Mut gefunden, mein Leben so zu leben, wie ich es möchte. Als ich dann meinen Mann kennenlernte und später heiratete, ließen ihre Einmischversuche nach, aktuell ist es aber wieder mehr geworden, das empfindet auch mein Mann so. Das war auch der Grund, weshalb es zum Streit kam.

    Wir sind gerade umgezogen und müssen dieses Wochenende unsere alte Wohnung zurückgeben. Dort ist noch einiges zu tun, aber gut zu schaffen. Meine Mutter rief nun an, um mir mitzuteilen, dass mein Vater kommt, um zu helfen, sie versucht, ihren Dienst zu tauschen, dass sie auch mithelfen kann, weil es müsste ja noch dies und das und jenes getan werden und wenn sie das nicht in die Hand nehmen würde, würden wir das ja auf keinen Fall schaffen. Und ob wir denn dieses und jenes endlich in Angriff genommen hätten und warum denn nicht (genervtes Schnauben) Bamm! Ich weiß, dass sie das im Grunde nicht böse meint (und einige denken sicher, warum mich das so aufregt, es gibt ja weitaus schlimmeres), aber ich reagiere inzwischen wirklich allergisch darauf, weil sie sich Gedanken über Dinge macht, über die sie sich keine Gedanken machen braucht und dann alles an sich reißt, so dass ich mir am Ende wie ein dummes Kind vorkomme, das nichts auf die Reihe bekommt. Ich will einfach nicht, dass sie sich so in Dinge einmischt, deren Verantwortung klar bei uns liegt. Es ist schließlich unser Leben, wir sind erwachsen (beide Mitte 30) und keine kleinen Kinder mehr. Ich finde es ja toll, von ihr, dass sie helfen möchte und nehme auch ihre Hilfe gerne an, wenn wir sie brauchen. Nur drängt sie sich oft auch einfach auf (wie eben in o. g. Beispiel) und stellt es dann hinterher so dar, dass sie sich ja total für uns aufopfern würde, wobei wir sie ja nicht einmal darum gebeten haben.

    Ich habe ihr gesagt, dass wir uns gerne melden, wenn wir Hilfe brauchen, aber dass ich diese Einmischung (denn so empfinde ich es) nicht mehr möchte. Das hat sie null verstanden, fing an zu weinen und meinte, dann hilft sie uns eben gar nicht mehr. Mir war eigentlich klar, dass das so enden wird und ich nun als die undankbare Tochter dastehe, weil sie schon immer so reagiert hat. So, und jetzt sitze ich da und bin selber total durch den Wind, weil ich einerseits dem endlich mal Luft machen wollte, aber natürlich auch nicht wollte, dass das nun in so einem Riesenstreit endet. Ich würde gerne noch einmal in Ruhe mit ihr darüber reden und ihr klarmachen, was genau mein Punkt ist, weiß allerdings nicht so recht wie. Ich liebe meine Mutter ja und möchte nicht, dass das nun so zwischen uns steht, möchte aber andererseits eben auch meine Grenzen klarmachen.

    Kann das irgendjemand verstehen? Was würdet ihr nun tun?

  2. Moderation Avatar von Margali62
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    AW: Streit mit Mutter - Einmischung in unser Leben

    Oje.
    Ich habe das richtig verstanden, auch die Anwesenheit deines Vaters ist nicht erforderlich?

    Ich würde deine Mutter nochmal anrufen, sagen, Hilfe ist nicht erforderlich und ihr seid in der Lage, euch um die Dinge des Umzugs zu kümmern. Vielleicht wäre es für die Zukunft auch besser, dass du mit deiner Mutter diese Dinge gar nicht so ausführlich besprichst. Teile ihr hinterher mit, dass die Wohnung zurückgegeben wurde. Mehr nicht.

    Auf das Thema "grundsätzliches Helfen" würde ich nicht eingehen. Sie ist jetzt enttäuscht, du bist gestresst. Kein Thema, was ich jetzt klären würde. Etwas Distanz kann da nicht schaden.
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  3. Avatar von Loop1976
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    AW: Streit mit Mutter - Einmischung in unser Leben

    schlecht, ganz schlecht wenn die dämme brechen

    ich kann verstehen, dass du ihr die meinung gesagt hast, denn das geht überhaupt gar nicht, was sie da tut.

    aber du weiß ja, dass sie sich nicht ändern wird (kann). sie hat diese muster und da gilt es vielleicht, sich vorzubereiten.
    ich kann auch jegliche einmischung in mein leben nicht vertragen.
    jetzt habe ich aber auch gott sei dank eltern, die sich noch nie eingemischt haben.

    ich bin ein mensch, der nicht alles erzählt, damit sich niemand sorgen, gedanken oder ähnliches machen muss.

    möglicherweise ist die art, wie du das deinen eltern erzählt hast die falsche.
    einfach sagen, wir ziehen um und haben schon fünfzig leute. ihr braucht also nicht helfen.

    ich kann deine reaktion aber verstehen, zumal es schon immer so ist.

    ich glaube es macht, zumindest im moment, wenig sinn mit deiner mutter darüber zu sprechen. sie ist wie sie ist. sie wird es vermutlich auch gar nicht verstehen.

    ich plädiere für einen schönen brief. da kann man sich wenigstens nicht streiten
    Nein, mein Nickname hat nichts mit meinem Geburtsjahr zu tun

    Schade, dass man im Leben Menschen begegnet, die es mit der Wahrheit nicht so genau nehmen.

    Es gibt immer 4 Versionen beim Zusammentreffen von Mann und Frau:
    Seine, ihre, die Wahrheit, und das, was wirklich passiert ist.


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  4. Moderation Avatar von Margali62
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    AW: Streit mit Mutter - Einmischung in unser Leben

    Hast du jemals mit ihr besprochen, dass sie sich zu sehr einmischt und du quasi schon vor Jahren auf räumliche Distanz (Abwanderung ins Ausland) gehen musstes? Dass du die Einmischung nicht willst?
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  5. Registriert seit
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    AW: Streit mit Mutter - Einmischung in unser Leben

    Zitat Zitat von Phoenic Beitrag anzeigen
    Ich habe ihr gesagt, dass wir uns gerne melden, wenn wir Hilfe brauchen, aber dass ich diese Einmischung (denn so empfinde ich es) nicht mehr möchte. Das hat sie null verstanden, fing an zu weinen und meinte, dann hilft sie uns eben gar nicht mehr. Mir war eigentlich klar, dass das so enden wird und ich nun als die undankbare Tochter dastehe, weil sie schon immer so reagiert hat. So, und jetzt sitze ich da und bin selber total durch den Wind, weil ich einerseits dem endlich mal Luft machen wollte, aber natürlich auch nicht wollte, dass das nun in so einem Riesenstreit endet. Ich würde gerne noch einmal in Ruhe mit ihr darüber reden und ihr klarmachen, was genau mein Punkt ist, weiß allerdings nicht so recht wie. Ich liebe meine Mutter ja und möchte nicht, dass das nun so zwischen uns steht, möchte aber andererseits eben auch meine Grenzen klarmachen.
    Wow, deine Mutter kann euch ganz schön manipulieren. Jetzt macht sie dir auch noch ein schlechtes Gewissen mit ihrem Geheule.

    Da du bereits erfolglos mit ihr geredet hast, versuch vielleicht mal eine andere Taktik: Nimm ihr Geheule und ihr Gejammer nicht mehr ernst und sag ihr ruhig mal, dass dir das jetzt zu albern wird. Und dann leg auf, wenn sie nicht mit dem Geplärre aufhört.

    Ganz ehrlich, sie hört sich an wie ein trotziges, verzogenes Kind, das quengelt, weil andere nicht nach seiner Pfeife tanzen.

  6. Avatar von Horus
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    AW: Streit mit Mutter - Einmischung in unser Leben

    Das für die Zukunft:

    Vielleicht wäre es für die Zukunft auch besser, dass du mit deiner Mutter diese Dinge gar nicht so ausführlich besprichst. Teile ihr
    hinterher
    mit, dass die Wohnung zurückgegeben wurde. Mehr nicht.
    Und für jetzt: vor dem Wochenende, vor der endgültigen Wohnungsrückgabe, würde ich gar nichts mehr unternehmen. Umzüge sind immer stressig - nicht nur äusserlich, sondern auch innerlich/emotional, das wird sehr oft unterschätzt, weil es sich weit gehend auf einen tieferen, unbewussten Level abspielt (schon nur die Tatsache, in einem wieder fremden Zimmer zu schlafen, setzt den Körper die ersten Nächte auf "Strom", also in den Vorsichtsmodus - auch dann, wenn man sich am neuen Ort sehr wohlfühlt. Denn das läuft nicht bewusst ab, sondern ist ein unbewusstes körperliches Reaktionsmuster noch aus der Steinzeit.
    (Hat mir mal ein Arzt, Schlafhygiene-Spezialist erklärt)

    Also: bis alles abgeschlossen ist, nichts unternehmen.
    Nach solchen Zwischenfällen sollte man sowieso generell ein paar Tage Gras über die Sache wachsen und die Emotionen runterkühlen lassen, ehe man was unternimmt. In Stresssituationen (nochmals: Umzug ist Stress), wenn man dünnhäutiger ist als sonst, sowieso und noch ein paar Tage länger.

    Und dann, irgendwann nach einiger Zeit, freundlich aber bestimmt folgende Hauptmessage an deine Mutter bringen: "ich schätze deine Hilfsbereitschaft in den Fällen, in denen ich Hilfe nötig habe, sehr. Bitte vertraue darauf, dass ich unterscheiden kann, wann ich Hilfe brauche und wann nicht, und dass ich dir dies auch ehrlich sage. Wenn ich sage, ich brauche keine Hilfe, dann meine ich das genauso und dann ist das so. Bitte vertraue darauf, dass ich es schaffe, mein Leben selbst zu meistern. Du hast mich schliesslich dazu erzogen."

    Den Punkt "du mischst dich in mein Leben ein" würde ich an deiner Stelle im Gespräch gar nicht mehr aufbringen. Bringt nichts als einen weiteren Streit. Zielführender ist es, dich darauf zu konzentrieren, dich in Bezug auf deine Mutter so zu verhalten, dass du Einmischungen ihrerseits nicht mehr zulässt.

    Achtung, Lesen gefährdet die Dummheit!
    _____________________________________

    Mut ist nicht das Gegenteil von Angst. Sondern die Erkenntnis, dass etwas anderes wichtiger ist als die eigene Angst.


  7. Registriert seit
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    AW: Streit mit Mutter - Einmischung in unser Leben

    Zitat Zitat von Phoenic Beitrag anzeigen
    weil sie sich Gedanken über Dinge macht, über die sie sich keine Gedanken machen braucht und dann alles an sich reißt, so dass ich mir am Ende wie ein dummes Kind vorkomme, das nichts auf die Reihe bekommt. Ich will einfach nicht, dass sie sich so in Dinge einmischt, deren Verantwortung klar bei uns liegt. Es ist schließlich unser Leben, wir sind erwachsen (beide Mitte 30) und keine kleinen Kinder mehr.
    Meine Strategie bei meiner Mutter war irgendwann auch, ihr die Informationen gar nicht zu liefern, an denen sich so was entzünden kann.

    Ich sehe aber auch in dem zitierten einen Ansatzpunkt: dass du dich wie ein dummes Kind fühlst ist deins. Was steckt da dahinter, wenn das dein wunder Punkt ist?

    In einem anderen Zusammenhang hatte ich das auch mal, und meine Antwort war damals, wenn du dich nicht wie ein Kind behandeln lassen willst dann benimm dich auch wie ein Erwachsener.

    Das war in Bezug auf jemand, der eben nichts auf die Reihe bekommen hat, da konnte ich echt schlecht einfach zuschauen, vor allem weil ich die Folgen hinterher dann eben doch wieder mit ausbaden konnte. Sein Problem war u.a., dass er sich inkompetent gefühlt hat, weil er es leider eben auch war, und anstatt sich damit auseinanderzusetzen hat er das auf mich übertragen. Passiert eben auch leicht...

  8. Moderation
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    AW: Streit mit Mutter - Einmischung in unser Leben

    Erst einmal vielen Dank für eure Antworten! Es tut gut, zu lesen, dass ich nicht total übertreibe.

    Margali
    , ja genau, auch mein Vater müsste eigentlich nicht kommen. Das Problem ist, dass sie das wenig interessiert, wenn ich sage, dass wir ihre Hilfe nicht brauchen. Sie ignoriert das dann und ich denke dann oft, na schön, wenn es sie glücklich macht, soll sie halt kommen und helfen. Irgendwie schaffe ich es bei ihr nicht, die Grenze zu setzen. Bei anderen fällt mir das nicht so schwer. Ich versuche schon, ihr nicht zu viel aus unserem Leben zu erzählen. Das war früher oft das Problem. In meiner Jugend wollte sie zum Beispiel immer alles haarklein wissen, ist sogar nachts aufgestanden, wenn ich vom Feiern kam, um zu hören wie es war (und ich war so naiv und habe ihr das alles erzählt). Sie hat früher auch immer die Bravo gelesen, um zu wissen, was ich da so lese und solche Sachen. Meine Schwester konnte sich da schon immer besser abgrenzen. Die hat einfach viel nicht erzählt und lässt meine Mutter halt reden und tun. Bei ihr ist es daher auch bei weitem nicht so extrem wie bei mir mit der Einmischung. Ich muss dagegen immer auf Konfrontation gehen.

    Ja, ich habe das Thema schon öfter angesprochen. Das letzte Mal ist allerdings schon länger her. Deswegen hatte sich jetzt wohl auch einiges aufgestaut. Es führt aber immer zur gleichen Reaktion. Sie sagt, sie meint es ja nur gut, will ja nur helfen, weil sie möchte, dass wir ein schönes Leben haben. Ihren Eltern war sie immer gleichgültig, das möchte sie für uns nicht. Aber wenn wir das nicht möchten, hilft sie uns eben nicht mehr. Beleidigt ab. Meist ist es dann eine Zeit lang besser und dann geht's von vorne los.

    Loop, ja, ändern wird sie sich sicher nicht. Das ist zu sehr in ihr drin und ihrer Meinung nach, ist ihr Verhalten ja auch richtig. Ich denke auch, dass ich da eher bei mir ansetzen muss, indem ich mich mehr distanziere und abgrenze. Das werde ich wohl üben müssen.

    Sie hat mir übrigens gerade nochmal per WhatsApp geschrieben, ob sie das richtig verstanden hat, dass sie nun nicht kommen soll. Es wäre gar kein Problem den Dienst zu tauschen. Sie gibt also irgendwie nicht auf.

  9. Moderation Avatar von Margali62
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    AW: Streit mit Mutter - Einmischung in unser Leben

    "Danke Mama, aber Hilfe ist nicht nötig."
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  10. Avatar von schafwolle
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    AW: Streit mit Mutter - Einmischung in unser Leben

    Zitat Zitat von Phoenic Beitrag anzeigen
    Ich weiß, dass sie das im Grunde nicht böse meint ...

    ... hat sie null verstanden, fing an zu weinen und meinte, dann hilft sie uns eben gar nicht mehr.
    Dass sie es nicht böse meint ist das eigentliche Dilemma.
    Denn hätte sie schlechte Absichten, würde es Dir auch leicht fallen, ihr entgegenzutreten.

    Ich kann sehr gut verstehen, was Dich so stört und aufregt.


    Ich will einfach nicht, dass sie sich so in Dinge einmischt, deren Verantwortung klar bei uns liegt.
    Diesen Standpunkt würde ich auch vehement ihr gegenüber vertreten.
    Du kannst ihr ruhig sagen, dass es Dich verletzt, wenn sie Dich indirekt als unfähiges
    "Kind" empfindet.

    Telefonisch würde ich das Thema allerdings nicht klären.
    Nimm Dir die Zeit für ein persönliches Gespräch. Bringe ihr einen Strauß Blumen
    mit als symbolische versöhnliche Geste.

    Und lasse keinen Zweifel daran, dass Du sie liebst und schätzt.
    Die Kritik sollte sich ganz gezielt auf ihr einmischendes Verhalten beschränken.

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