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  1. Registriert seit
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    AW: Streit mit Mutter - Einmischung in unser Leben

    Liebe Phoenic,

    da hat es in der Familie eine Königin!
    Du denkst über sie nach........sie selbst denkt über sich nach (wie arm sie dran ist)- alles kreist um sie- was für eine Position sie bis zum heutigen Tage hat!

    Das Verhalten deiner Mutter ist wie bei einem Kind "ich WILL das und wenn nicht......dann bin ich beleidigt- und ich gebe nicht so einfach auf".
    Als du selbst Kind warst, war die Mama das Größte und egal wie sich Eltern verhalten- das Kind folgt, ordnet sich unter und erkennt die Eltern als "was Größeres" an.

    Ich glaube Phoenic, du hast noch nicht den Schritt vollzogen, der dich in DEINE Kraft der Erwachsenen bringt.
    Du steckst immer wieder in den alten Rollen fest, in denen alle immer wieder gleich reagieren.

    Ändere dich oder die Situation- es ist immer dasselbe.

    Die Situation ändern würde bedeuten, dass du deine Mutter geistig erreichst und sie dein Denken oder Fühlen versteht- sich daraufhin neu verhält.
    Sowas ist nicht unmöglich- wenn auch sehr unwahrscheinlich
    Da kannst du viel Energie verpulvern- ohne etwas zu erreichen- die Chancen stehen nicht gut.

    Du kannst dich selbst verändern und damit änderst du nicht nur das Verhältnis zu deiner Mutter- es wird deine ganze Innenwelt verändern! Du wirst in eine ganze neue Lebenskraft kommen.

    Das ist leider nicht "mal schnell" getan- wir reden hier von der Auflösung von Strukturen, die bis heute - und "schon immer"- existieren.
    Um richtig in die Tiefe zu arbeiten, würde ich professionelle Hilfe nehmen- das ist schon "Arbeit am Fundament".
    Weiter "oben" kannst du dir über die Rollen klar werden und viel mit deinem Verstand arbeiten.

    Erkenne die Eindeutigkeit des kindlichen Verhaltens deiner Mutter.
    Wie würdest du reagieren, wenn dein Kind so ist?

    Werde dir klar, dass deine Mutter IMMER deine Mutter bleibt und du sie nicht verlieren kannst.
    Es sieht sehr danach aus, dass dich dieses Verhalten der Mutter sehr verunsichert und du einen Konflikt nicht aushalten kannst- was auf Angst zurückzuführen ist. Und hier reden wir von der Angst des kleinen Kindes.
    Wir reden von der Abhängigkeit, die noch immer aus dir spricht!

    Frag dich, was schlimmstenfalls geschieht, wenn deine Mutter total sauer wäre.
    Spiel es im Kopf durch und schau, wie es dir damit geht.
    Beobachte deine Gefühle (denen es dann bestimmt nicht gut geht) und bleibe mit deinem Verstand genauso bei dir.
    Es kann dir NICHTS passieren! Sie kann heute machen, was sie will- du wirst stehen bleiben können!

    Es wurden ja schon einige gute Tipps gegeben, wie du mit deiner Mutter umgehen kannst- sie um-gehen kannst
    Und das ist nicht wirklich schön, aber wenn einer nur französisch spricht, nützt das beste Deutsch nichts!
    Wir müssen in der Sprache sprechen, die der andere versteht (das machen wir letztlich mit jedem Menschen so- selten so aktiv bewusst, aber unbewusst immer).

    Was mich irritiert ist, dass deine Mutter ihr negatives Verhalten auch an deiner Tochter "probt" und du dich offenbar nicht kraftvoll vor dein Kind stellst!
    Wenn ich richtig verstanden habe, hat deine Tochter mit dir geredet (was für eine tolle Aussage von so einem kleinen Kind!) und du hast das deiner Mutter nur weiter gegeben, die nicht darauf reagiert hat.

    Deine Mutter scheint wirklich noch eine immense Kraft und Macht über dich zu haben!
    Wenn sogar dein eigenes Kind in diese Strukturen eingewoben wird und durch sie leidet-- und du auch dort nicht eindeutige Grenzen setzen kannst, würde ich jetzt mehr als deutlich zu professioneller Hilfe raten!

    Du hast unter deiner Mutter gelitten und deine Tochter muss nun dasselbe durchmachen?
    Sie ist genauso schutzlos ausgeliefert, wie du es damals warst- obwohl JETZT jemand da ist, der sie beschützen könnte!
    Kannst du die Rolle erkennen, die du hast (als Mutter) und- nicht einnimmst?

    Ich gehe davon aus, dass deine Mutter nur ab und zu da ist und nicht ständig Einfluss auf dein Kind nimmt.
    Damit hat sie dann sehr viel Glück- und - es entbindet dich keine Sekunde aus deiner Mutterrolle.

    Sich aus solchen Strukturen zu befreien - aus ihnen weiter zu wachsen - lernen, ganz bei sich zu sein und kraftvoll für sich einzustehen- ist nicht einfach.
    Und per Verstand oder Logik nicht alleine zu verändern.

    Gut möglich, dass es gar nicht soviel Arbeit braucht, um aus dem Schatten heraus zu treten- ob du diesen Schritt tatsächlich wagen möchtest, kannst nur du entscheiden.

    Alles Gute für dich und deine Familie
    kenzia

  2. Moderation
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    AW: Streit mit Mutter - Einmischung in unser Leben

    Zitat Zitat von Cariad Beitrag anzeigen
    Eine andere Option, nicht ganz so krass wie die Zoo-Aktion: lass sie kommen und helfen, aber stopp deine eigenen schlechten Gefühle dabei.
    Das würde ich tatsächlich tun, wenn ihre Hilfe aufrichtig wäre. In der Vergangenheit habe ich das auch oft gemacht, weil ich dachte: Komm, dann lass sie halt was machen. Dann sieht sie auch die Enkel mal wieder und verbringt Zeit mit ihnen. Nur kam dann vor einigen Wochen beim Kaffee trinken mit der Familie im Gespräch auf, wie sehr sie sich ja für uns aufopfern würde und dass das ja überhaupt nicht selbstverständlich wäre, was sie alles für uns tut. Da waren mein Mann und ich beide im ersten Moment total sprachlos, haben dann aber auch Stellung dazu genommen, dass wir sie in den meisten Fällen ja gar nicht um Hilfe gebeten haben und dass es andererseits doch in unseren Augen selbstverständlich sein sollte, dass man sich in einer Familie gegenseitig unterstützt, dass aber auch niemand sich aufopfern müsste. Da kam dann von ihr nur, dass sie halt so sei und nicht anders könne, blablabla. Wir sollen dann aber noch dankbar sein für die Aufopferung, die wir gar nicht gewollt haben. Was mich am meisten schockiert hat, war dass meine Schwester auch noch ins gleiche Horn geblasen hat. Ich glaube, dass sie da hauptsächlich von der Sichtweise meiner Mutter beeinflusst ist.
    Jedenfalls bin ich mir sicher, dass wenn sie jetzt kommt und hilft, wir noch jahrelang zu hören bekommen würden, dass wir das ja nur dank ihr überhaupt hinbekommen haben. Das wäre dann genau so, wie es immer läuft und daraus muss ich jetzt endlich ausbrechen. Mal davon abgesehen, dass wir Unterstützung von der Familie meines Mannes und meiner Schwester haben, die hier vor Ort wohnen. Da müssen meine Eltern nicht extra aus 150km Entfernung antanzen.

    Kenzia, vielen Dank für deinen ausführlichen Beitrag. Darauf möchte ich später in Ruhe antworten. Ich treffe gleich meine Schwester. Dann werde ich mal in Ruhe mit ihr darüber sprechen.

  3. Moderation Avatar von Islabonita
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    AW: Streit mit Mutter - Einmischung in unser Leben

    Liebe Phoenic,

    ich kann Dich nur ebenfalls bestärken, das Muster jetzt zu durchbrechen. Missstimmung wirst Du aushalten müssen, wenn Du nicht dein Leben lang nach der Pfeife Deiner Mutter tanzen möchtest.

    Jemand schrieb es in diesem Strang bereits: Deiner Mutter geht es nicht primär darum Dir zu helfen, sondern sich selbst zu erhöhen.

    Meine Mutter war ähnlich. Sie "half" großmütig, aber wehe etwas lief nicht zu 100% so, wie sie sich das vorgestellt hat. Auch die von Dir geschilderte "wohlwollende" Kritik habe ich zur Genüge kennengelernt. Das ist Abwertung im Mantel von Besorgnis versteckt.

    Wenn jemand sehr festgefahren in diesen Mustern und nicht zur Selbstreflexion fähig ist, wirst Du das wahrscheinlich nicht mit Gesprächen auf Augenhöhe ändern. Ich finde es sogar hilfreich, dass Du diesmal quasi herausgeplatzt bist, das ist wahrscheinlich der einzige Weg, Grenzen aufzuzeigen. Und ansonsten würde ich - wie hier ebenfalls geraten wurde - immer nur das Allernötigste erzählen, um ungebetenen Hilfsaktionen vorzubeugen.

    Ich wünsche Dir ein gutes Standing, um das durchzuziehen und hoffe, dass sich Euer Verhältnis dadurch entspannt. Auch wenn Deine Mutter erstmal verärgert ist.
    Islabonita

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    Werde die, die du bist
    Hedwig Dohm

  4. Moderation
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    AW: Streit mit Mutter - Einmischung in unser Leben

    Zitat Zitat von Phoenic Beitrag anzeigen
    Das würde ich tatsächlich tun, wenn ihre Hilfe aufrichtig wäre. In der Vergangenheit habe ich das auch oft gemacht, weil ich dachte: Komm, dann lass sie halt was machen. Dann sieht sie auch die Enkel mal wieder und verbringt Zeit mit ihnen. Nur kam dann vor einigen Wochen beim Kaffee trinken mit der Familie im Gespräch auf, wie sehr sie sich ja für uns aufopfern würde und dass das ja überhaupt nicht selbstverständlich wäre, was sie alles für uns tut.
    "Oh Gott, wirklich? Mutter! Das ist bei mir überhaupt nicht so angekommen! Das tut mir so leid!"
    Und dann jede "Hilfe" bis auf die allereinfachsten abschmettern mit "ich kann dir das nicht zumuten, du weißt doch selber, daß du dich immer viel zu sehr reinstreßt..."

    Oder war immer du sagen würdest, wenn dir ehrlich und überzeugend klar würde, daß du unwissentlich und unbeabsichtigt dein Budget an Gefallen bei jemandem gewaltig überzogen hast. Nicht auf den Subtext, sondern nur auf den Text zu hören und damit umzugehen vereinfacht die eigene Position, weil es Double-binds entschärft. Außerdem ist es respektvoll, dem anderen zu glauben, was er mitteilt.

    (Ich hab Freunde, die können wirklich nicht nein sagen. Ganz echt und ehrlich nicht. Für die denke ich dann eben mit.)
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **


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    AW: Streit mit Mutter - Einmischung in unser Leben

    Zitat Zitat von Phoenic Beitrag anzeigen
    Das mit dem Kritisieren macht sie selbst bei meiner vierjährigen Tochter. Einmal als sie da war, ging das in einer Tour, dass sie sie korrigiert hat. Es ging mir wirklich schon auf den Senkel. Später sagte meine Tochter ganz traurig zu mir: "Die Oma sagt immer was Falsches zu mir." Ich habe ihr das später erzählt, hat sie aber wenig beeindruckt.
    Da wird sie irgendwann ernten, was sie gesät hat. An meinem inzwischen 10jährigen Sohn krittelt sie ständig rum, und im Gegensatz zum großen Bruder ist er der Typ, der sich so was sehr zu Herzen nimmt. Ergebnis: er geht der Oma inzwischen so weit wie möglich aus dem Weg.
    Geändert von Tigerente (24.08.2019 um 22:47 Uhr)

  6. Avatar von schafwolle
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    AW: Streit mit Mutter - Einmischung in unser Leben

    Zitat Zitat von Phoenic Beitrag anzeigen
    Mal davon abgesehen, dass wir Unterstützung von der Familie meines Mannes und meiner Schwester haben, die hier vor Ort wohnen. Da müssen meine Eltern nicht extra aus 150km Entfernung antanzen.
    Ich denke, da ist auch ganz gewöhnliche Eifersucht im Spiel:

    die Schwiegerfamilie und Deine Schwester werden gebraucht und "dürfen"
    Euch unterstützen. Deine Mutter hingegen muss ihre Hilfe förmlich aufdrängen,
    um auch ihren familiären Anteil leisten zu können.

    Das rechtfertigt selbstverständlich nicht die Art und Weise, wie sie vorgeht.
    Trotzdem würde ich diesen Aspekt nicht ganz außer Acht lassen. Bzw. würde ich
    sie ganz gezielt immer mal wieder um ihren Einsatz bitten. Das könnte bei Deiner
    Mutter für eine positivere Gefühlslage sorgen, denn so gut wie jeder freut sich
    über Wertschätzung.


    Zitat Zitat von Phoenic Beitrag anzeigen
    Ja, ich denke, das ist es. Sie gibt mir auch sonst oft das Gefühl, alles nicht "richtig" zu machen.
    (...)
    Die Sauberkeit in der Wohnung ist immer ein Thema.
    (...)
    Dass ich nochmal ein Studium begonnen habe, passt ihr auch nicht. Das lässt sie mich auch ständig spüren.
    (...)
    Wehe aber, wenn ich sie kritisiere...
    Du solltest unbedingt wegkommen von diesem "wie Du mir, so ich Dir".

    Jemanden zu kritisieren führt in den meisten Fällen dazu, dass derjenige
    eine Abwehrhaltung einnimmt und sich angegriffen fühlt. Das siehst Du am besten
    bei Dir selbst, wenn Deine Mutter meint, Dich kritisieren zu müssen.

    Wenn Du mit ihr sprichst, dann versuche den Fokus darauf zu richten, wie es Dir
    mit ihren Abwertungen geht und dass sie Dich verletzen. Damit bietest Du ihr keine
    weitere Angriffsfläche.


    Das mit dem Kritisieren macht sie selbst bei meiner vierjährigen Tochter. Einmal als sie da war, ging das in einer Tour, dass sie sie korrigiert hat. Es ging mir wirklich schon auf den Senkel. Später sagte meine Tochter ganz traurig zu mir: "Die Oma sagt immer was Falsches zu mir." Ich habe ihr das später erzählt, hat sie aber wenig beeindruckt.
    Das meine ich jetzt nicht als Vorwurf - aber vielleicht ist es Dir in der Situation
    selbst gar nicht aufgefallen:

    es wäre Dein (!) Part gewesen, dieses Verhalten Deiner Tochter gegenüber
    unverzüglich zu unterbinden - mit einer klaren Ansage.

    Spontane Reaktionen sind idR authentisch - und weitaus wirkungsvoller, als eine
    Sache später zu thematisieren.

    Zudem hättest Du Deiner Tochter das Gefühl gegeben, dass Du sie verteidigst
    in einer Situation, der sie mit ihren vier Jahren halt noch nicht gewachsen ist.


    Zitat Zitat von Phoenic Beitrag anzeigen
    Mit meinem Vater geht sie übrigens ähnlich um. Er kann bei ihr eigentlich gar nichts mehr richtig machen. Alles wird kritisiert. Er reagiert darauf nur noch gleichgültig-depressiv.
    Das klingt total resignativ, wie er darauf reagiert.

    Aber - das ist anscheinend die bewusste Entscheidung Deines Vaters.
    Auch er hätte längst Grenzen setzen können. Aus welchem Grund auch immer
    hat er sich für die Duldung entschieden.

    Kein Grund, dass er Dir leid tun müsste.
    Und sein Beispiel sollte für Dich einen guten Grund darstellen, es anders zu machen ;).


  7. Registriert seit
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    AW: Streit mit Mutter - Einmischung in unser Leben

    Was das Kritisieren den 4-jährigen Tochter betrifft: ich kenne solche Situationen auch. Es kann helfen, da direkt einzugreifen, muss aber nicht. Als Antworten auf ein solches Eingreifen habe ich dann solche Dinge zu hören bekommen wie "Ich sag doch nur", "das war doch nur scherzhaft gemeint", "aber ich habe doch Recht" und ähnliches, je nach Situation. Es gab von ihr nie eine Entschuldigung dem Kind gegenüber oder eine Änderung des Verhaltens. Kann bei Phoenic anders sein, einen Versuch ist es wert. Aber ich würde keine zu großen Hoffnungen darauf setzen. Wenn Phoenics Mutter meiner so sehr ähnelt wie ich vermute, dann ist ihr das Kritisieren und Ratschläge erteilen so in Fleisch und Blut übergegangen, dass sie das noch nicht mal merkt, dass sie das macht.

    Das mit der Eifersucht (Schwiegereltern vor Ort, Eltern 250 km entfernt) kenne ich nur zu gut. Das konnten wir tatsächlich nur ein bisschen entschärfen, indem wir nicht von jeder Hilfeleistung der Schwiegereltern erzählt haben und auch explizit mal meine Eltern um Hilfe gebeten haben.
    Ein Teil der Eifersucht bestand aber tatsächlich darin, dass die Kinder ein engeres Verhältnis zu den Großeltern vor Ort hatten und sie das auf die räumliche Nähe schoben. In Wahrheit waren die Schwiegereltern einfach netter zu den Kindern, zugewandter, nicht ständig am Meckern.
    Geändert von Tigerente (25.08.2019 um 11:08 Uhr)

  8. Avatar von schafwolle
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    AW: Streit mit Mutter - Einmischung in unser Leben

    Zitat Zitat von Tigerente Beitrag anzeigen
    Was das Kritisieren den 4-jährigen Tochter betrifft: ich kenne solche Situationen auch. Es kann helfen, da direkt einzugreifen, muss aber nicht.

    ... ihr das Kritisieren und Ratschläge erteilen so in Fleisch und Blut übergegangen, dass sie das noch nicht mal merkt, dass sie das macht.
    Na ja, helfen würde es ja in diesem Fall in erster Linie der kleinen Tochter, die die
    Mutter hinter sich stehend und sie verteidigend empfinden sollte.

    Nein, ich gehe auch nicht davon aus, dass der Mutter ihre Tendenz zur Kritiksucht
    bewusst ist. Eben deshalb fände ich es wichtig, dem etwas entgegenzusetzen. Erst
    mal spontan - und dann zusätzlich in einem Grundsatzgespräch mit überwiegenden
    Ich-Botschaften.


  9. Registriert seit
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    AW: Streit mit Mutter - Einmischung in unser Leben

    So, jetzt habe ich endlich Zeit, am PC zu schreiben, jetzt nochmal ausführlicher.

    Phoenic, ich habe auch eine Mutter, die ähnlich tickt. Auch bei ihr ist es so, dass ich zwar verstehen kann, warum sie so ist, wie sie ist (Kindheit), aber das heißt ja eben nicht, dass man selbst alles mit sich machen lassen muss, bei allem Verständnis. Bei meiner Mutter ist es so, dass es ihr eigentlich an Selbstbewusstsein mangelt und sie dieses "ich weiß, wie es richtig geht" braucht, um sich nicht klein und mies zu fühlen. Dass man eine Sache auf verschiedene Arten machen kann, und diese Arten alle irgendwie "richtig" sein können, passt nicht in ihr Weltbild. Und wenn jemand etwas anders macht als sie, und das wäre auch "richtig", dann wäre ihre Art ja "falsch" und das darf nicht sein, denn in ihrer Welt gibt es keine Grautöne, nur Schwarz und Weiß.

    Nach jahrelangen (jahrzehntelangen) Versuchen, die frühere Nähe aufrechtzuerhalten (viel von mir erzählen) und gleichzeitig Verständnis dafür zu bekommen, dass ich so manches anders mache als sie (oder wahlweise Theaterspielen bei Besuchen, damit sie nicht mitbekommt, dass ich manches anders mache) habe ich für mich als gangbaren Weg auch nur gefunden, ihr Dinge, bei denen sie auf die Idee kommen könnte, sich einzumischen, nicht mehr zu erzählen, sie bei Dingen, die sie automatisch mitbekommt (Renovierung der Wohnung etc.) vor vollendete Tatsachen (das Ergebnis) zu stellen und mich grundsätzlich nicht mehr zu verteidigen. Vor allen Dingen nicht auf unausgesprochene, hinter anderen Aussagen versteckte Kritik zu reagieren. Sie bekommt nun von vielen Aspekten (Sorgen, aber auch Freuden) unseres Lebens nichts mehr mit, das tut mir manchmal leid, aber wenn ich weiß, dass sie dann nur wieder dasitzen würde und wochenlang darüber grübeln, wie bei ihrer tollen Erziehung aus mir eine so schlechte Mutter und Hausfrau (in ihren Augen) werden konnte, dann lasse ich es halt lieber.

    Hier wird oft gesagt "rede offen mit ihr drüber, sage ihr, was Du fühlst" - alles so oft versucht, auf alle möglichen Arten, auch in Briefform - manchmal gab es tatsächlich kleine Schritte in die richtige Richtung, oft nur Unverständnis. Man muss es versuchen, klar, aber wenn es nichts hilft, muss man einfach handeln. Wenn es der Mutter einfach nicht möglich ist, das "Kind" als erwachsenen Menschen zu akzeptieren, der das Recht hat, Entscheidungen zu treffen und durchaus auch mal Fehler zu machen, dann bleibt oft nichts Anderes als etwas erzwungene Distanz. Ich habe festgestellt, dass genau dieses distanzierte Verhalten mehr bewirkt hat als alles Ringen um Verständnis - sie nimmt es tatsächlich wahr und verhält sich durchaus etwas anders, weniger einmischend. So blöd es klingt, es ist wie in der Kindererziehung - Handeln hat oft einen viel nachhaltigeren Effekt als Reden.

    Um nochmal auf die Sprüche gegenüber der 4-jährigen Tochter zurückzukommen - bei uns war es dann ganz oft so, dass meine Mutter den Kindern gegenüber komische Sprüche abgelassen hat, wenn sie mit ihnen alleine war und dachte, dass ich es nicht höre. Da finde ich es dann schwierig, sich "direkt" schützend vor das Kind zu stellen. Da habe ich das dann tatsächlich eher hinterher separat mit Kind und Oma besprochen. Ganz oft war es so, dass die Kinder nur leicht irritiert waren, weil sie gemerkt haben, die Oma sagt da gerade etwas, was nicht nett ist, aber sie haben es gar nicht verstanden. Ich habe es an einem gewissen Punkt dann durchaus auch mal laufen lassen, es waren teilweise Sprüche, mit denen man sein eigenes Kind erpressen kann, zum Enkelkind aber der Abstand zu groß ist und das Abhängigkeitsverhältnis fehlt, das man zur eigenen Mutter ja hat. Wir (mein Mann und ich) haben oft (erfolglos) versucht ihr klar zu machen, dass sie sich damit selbst ins Knie schießt - die Enkel werden älter und entscheiden mit, wie viel Kontakt sie zur Oma haben wollen. Inzwischen tauchen sie bei Besuchen der Oma bei uns hauptsächlich zu den Mahlzeiten und mal zu einem gemeinsamen Fernsehabend auf und verkrümeln sich dazwischen. Ich kann es verstehen.

  10. Avatar von schafwolle
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    AW: Streit mit Mutter - Einmischung in unser Leben

    Zitat Zitat von Tigerente Beitrag anzeigen
    Um nochmal auf die Sprüche gegenüber der 4-jährigen Tochter zurückzukommen - bei uns war es dann ganz oft so, dass meine Mutter den Kindern gegenüber komische Sprüche abgelassen hat, wenn sie mit ihnen alleine war und dachte, dass ich es nicht höre. Da finde ich es dann schwierig, sich "direkt" schützend vor das Kind zu stellen.
    Tut mir leid, aber das kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen,
    wenn es "ganz oft" vorgekommen ist.

    Ich weiß jetzt nicht, was mit "komischen Sprüchen" gemeint ist, aber
    Du hast sie ja gehört (muss also ganz in Deiner Nähe stattgefunden haben)
    und hättest jedes Mal die Möglichkeit gehabt, der Kinder zuliebe gleich
    korrigierend einzugreifen.

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