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  1. Registriert seit
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    Meine Schwester und ich...

    Liebe Community,
    heute Abend bin ich fassungslos, traurig und wütend-und fühle mich schuldig deswegen.

    Heute Mittag rief meine Mutter (70) mich an, um mir mitzuteilen, dass meine Oma (96) heute Nacht im Schlaf gestorben ist, nachdem sie vor zehn Tagen einen Schlaganfall hatte. Sie war vor Ort, um sich um alles zu kümmern und war traurig, aber auch erleichtert. Meine Oma war seit Jahren dement und durfte friedlich einschlafen.
    Ich habe momentan Urlaub, weswegen meine Mutter mich (42) vor meiner Schwester (45) anrief. Sie sagte, sie wolle es meiner Schwester selbst erzählen und sie nicht bei der Arbeit anrufen. Ich habe ihren Wunsch respektiert und ihr gesagt, wann sie meine Schwester am besten abends erreichen kann.

    Meine Schwester ist vor etwa 8 Jahren in " meine" Stadt gezogen. Sie ist psychsisch erkrankt und hat ein paar schwere Jahre hinter sich, in denen ich (und mein Mann) sie so gut unterstützt haben, wie wir konnten. Inzwischen hat die sich wieder gefangen und unser Verhältnis ist besser als je zuvor. Zumindest dachte ich das.

    Nachdem unsere Mutter sie abends gesprochen hatte, schrieb sie mir, wie sch... es sie findet dass " Omi ja schon heute Nacht gestorben ist.... und niemand sie informiert habe... "etc
    Scheinbar kreidet sie es mir (oder unserer Mutter an) dass sie erst sechs Stunden nachdem ich Bescheid wusste, angerufen wurde.

    Ich bin echt wie vor den Kopf gestoßen. Seit Jahren stehe ich nachts auf Standy
    wenn sie Panikattacken hat. Ich füttere ihre Katzen, leihe ihr mein Auto, habe (auf ihren Wunsch) ihre Bewerbungsunterlagen durchgesehen, telefoniere stundenlang mit ihr, wenn sie meinen beruflichen Rat braucht (sie ist nach fünf Jahren im Krankenstand in einen beruflichen Zweig eingestiegen, in dem ich seit 14 Jahren tätig bin), und war so glücklich, dass wir uns jetzt so gut verstehen, nachdem wir vorher jahrelang auf ihren Wunsch kaum Kontakt hatten.

    Das klingt jetzt wirklich nach Teenagerzickerei, und ich verstehe es nicht. Wir sind doch inzwischen erwachsen und sollten alles tun um unsere Mam jetzt zu entlasten.
    Eigentlich sind wir für Freitag verabredet, aber ich habe jetzt erstmal mein Handy ausgemacht, bevor ich ihr etwas schreibe, was mir später leid tut.
    Was mache ich denn jetzt? Ich habe eigentlich keine Lust mehr, das zu schlucken. Aber Streitereien enden mit meiner Schwester in rigorosem Kontaktabbruch (einmal für zwei Jahre mit meiner Mutter und einmal ein dreiviertel Jahr mit meinem Mann).

    Danke fürs Lesen,
    Lexi


  2. Registriert seit
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    AW: Meine Schwester und ich...

    Aber warum wurde sie so spät informiert?


  3. Registriert seit
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    20

    AW: Meine Schwester und ich...

    Hallo Cara,
    meine Mutter hat sie etwa sechs Stunden nach mir angerufen, weil sie sie nicht bei der Arbeit anrufen wollte, sondern nach Feierabend zu Hause.
    Lexi

  4. Avatar von Marta-Agata
    Registriert seit
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    AW: Meine Schwester und ich...

    Zitat Zitat von Lexi77 Beitrag anzeigen
    Nachdem unsere Mutter sie abends gesprochen hatte, schrieb sie mir, wie sch... es sie findet dass " Omi ja schon heute Nacht gestorben ist.... und niemand sie informiert habe... "etc
    Scheinbar kreidet sie es mir (oder unserer Mutter an) dass sie erst sechs Stunden nachdem ich Bescheid wusste, angerufen wurde.
    ...
    Was mache ich denn jetzt? Ich habe eigentlich keine Lust mehr, das zu schlucken.
    Erst einmal mein Mitgefühl zum Tod deiner Großmutter.

    Aber ich verstehe nicht, wieso du "fassungslos, traurig und wütend" bist und dich schuldig fühlst.

    Erstens ist es verständlich, dass deine Schwester nicht gut findet, dass sie nicht informiert wurde.

    Zweitens wäre es nicht deine Sache, sondern die Sache deiner Mutter gewesen, sie zu informieren.

    Und drittens darf sie sich doch gerade wenn ihr ein gutes Verhältnis habt, "dir anvertrauen", wenn sie sich über eure Mutter ärgert - ob du das nun richtig findest oder nicht.

    Ihr seid jetzt alle in Ausnahmesituation - aber "zickig" bist du gerade und nicht deine Schwester.

  5. Avatar von Marta-Agata
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    AW: Meine Schwester und ich...

    Zitat Zitat von Lexi77 Beitrag anzeigen
    Was mache ich denn jetzt?
    Ganz normal und wie verabredet deine Schwester treffen.

    Und gut, dass du dein Handy ausgemacht und nicht spontan etwas geschrieben hast.


  6. Registriert seit
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    AW: Meine Schwester und ich...

    Weil sie bei der Arbeit war.

    Also, ich finde das nachvollziehbar. Ihr wisst alle, dass diese Schwester sehr empfindlich ist. Ich glaube der einzige Unterschied zwischen den Schwestern war, dass eine im Urlaub war und das Telefonat quasi den ganzen Tag entgegen nehmen konnte und dass man so etwas vielleicht nicht bei der Arbeit hören will.

    In dem Fall finde ich, dass Du oder Deine Mutter ihr das erklären müsst und zwar so: ihre Schwester hätte es auch erst später erfahren, wenn sie an dem Tag bei der Arbeit wäre.

    Ich finde es einen grossen Unterschied, ob eine sehr alter Person stirbt, wo alle schon darauf gewartet haben, dass sie aus ihrem Leiden erlöst wird. Oder ob ein junger Mensch verunglückt ist, wo die anderen sofort in die Klink rennen wollen obwohl die Person schon tot ist. Aber es ist so schockierend.

    Da würde ich es auch gerne gleich wissen. Warum, ich weiss es nicht.

    Aber es ist schon ein grosser Unterschied.

    Wenn Du bei Deiner Schwester immer so vorsichtig sein musst, dann ist das für Dich schon belastend. Aber wenn man sich dann die Mühe gibt, es zu erklären, dann ist es meistens wieder ok.

    Sie konnte ja nicht von der Arbeit in die Klinik rennen um die Grossmutter noch ein letztes Mal zu sehen, oder?

    Ich würde nachgiebig und geduldig sein. Es ist so schwer, ich kenne es. Und trotzdem ist es eine ganz wichtige Aufgabe, die Du angenommen hast. Es ist sicher oft schwierig. Aber wenn Du es aushalten kannst: es ist einfacher, als wenn sich jemand einem ganz abwendet. Finde ich.


  7. Registriert seit
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    AW: Meine Schwester und ich...

    Zitat Zitat von Lexi77 Beitrag anzeigen
    Hallo Cara,
    meine Mutter hat sie etwa sechs Stunden nach mir angerufen, weil sie sie nicht bei der Arbeit anrufen wollte, sondern nach Feierabend zu Hause.
    Lexi
    Ach so.

    Ich vermute, du hast ihr gesagt, dass eure Mutter ihr das lieber sagen wollte, wenn sie im geschützten Rahmen zu Hause ist und nicht bei der Arbeit.

    Wenn sie kein Verständnis dafür hat, dass ihr besonders rücksichtsvoll sein wolltet...Das ist ja nun keine vorenthaltene Glücksnachricht.

    Nimm das als das hin, was es ist: EIne unterschiedliche Erwartungshaltung. Ihr wolltet besonders rücksichtsvoll sein und sie hätte es lieber sofort gewusst, dass ihre Großmutter tot ist. Vielleicht kam sie sich ausgeschlossen vor und ihr habt es nur gut gemeint.

    Versprich ihr, dass du in anderen Fällen auf jeden Fall sofort bescheid gibst, wenn es ihr so lieber ist. Ich denke, damit nimmst du ihr den Wind aus den Segeln.

    Eure Großmutter hat sich nicht gewollt, dass ihr Tod zu einem Zwist zwischen euch führt.

  8. Avatar von Marta-Agata
    Registriert seit
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    AW: Meine Schwester und ich...

    Zitat Zitat von Cara123 Beitrag anzeigen
    Nimm das als das hin, was es ist: EIne unterschiedliche Erwartungshaltung. Ihr wolltet besonders rücksichtsvoll sein und sie hätte es lieber sofort gewusst, dass ihre Großmutter tot ist. Vielleicht kam sie sich ausgeschlossen vor und ihr habt es nur gut gemeint.
    Sehr gut formuliert!


  9. Registriert seit
    22.01.2013
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    AW: Meine Schwester und ich...

    Wow, so viele Antworten. Dankeschön.
    Meine Omi war so ein lieber und lustiger Mensch, die noch während ihrer Demenz immer davon gesprochen hat, endlich wieder zu ihrem Gustav (meinem Opa)zu wollen.
    Ist es echt so wichtig wer was als Erste wusste? Ansttatt heute Abend alte Fotos durchzuschauen, und sich in Liebe zu erinnern hab ich Magenschmerzen...


  10. Registriert seit
    22.01.2013
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    AW: Meine Schwester und ich...

    Ach so, und noch etwas: ich wollte meiner Schwester sicher nichts vorenthalten, sondern dem Wunsch unserer Mutter nachkommen. Wir haben seit dem Schlaganfall vor zehn Tagen mit der Nachricht gerechnet. Es kam also nicht überraschend und meine Schwester und ich habe bereits vor einigen Tagrn besprochen, mit welchem Auto zur Bestattung gefahren wird etc. ("Nach Hause" sind es etwa 500 km)

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