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  1. Registriert seit
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    Meine Mutter 85 und ich 60 es hat mal wieder so richtig gekracht, heute.

    Wir wohnen in einem Haus mit 2 Eigentumswohnungen. Anfangs war es wirklich total in Ordnung.Meine Eltern bewohnten die Wohnung im Parterre und wir die Dachgeschosswohnung. Dann ist vor 22 Jahren mein Vater krank geworden und innerhalb eines Monats verstorben. Meine Mutter wurde also Witwe mit 62 Jahren, das hat dann über die Jahre irgendwie funktionniert mit uns. Streitereien waren immer mal da, aber es war im normalen Bereich.Mit 79 bekam meine Mutter die Diagnose, Aortenaneurysma mit bikuspider Aortenklappe, Op dauerte 8 Stunden, es war eine schlimme Zeit, bis sie wieder relativ fit war. Laut Arzt ist sie in sehr guter Verfassung, ausser den normalen Wehwehchen die man mit 85 so hat. Meine Mutter hat seitdem nur noch ein Thema, wie krank sie doch ist, und ich würde mich nicht genug um sie kümmern, sie nicht ernst nehmen, immer in Urlaub fahren usw. Mein Mann und ich sind in Rente, natürlich fahren wir in Urlaub, treffen uns mit Freunden und gehen auch mal essen,( ohne sie) ich kann sie doch nicht überall mitnehmen. Ach ja, ich bin Einzelkind. Heute hat es dann wieder mal gekracht, weil unser Sohn, ihr einziger Enkel nicht nach ihr schaut, und nur telefonisch zum Geburtstag gratuliert hat. Unser Sohn arbeitet Schichtdienst und meldet sich auch nicht oft bei uns. Er lebt sein eigenes Leben und ich möchte ihn niemals so nerven, wie meine Mutter mich. Meine Mutter weint sofort, bei jeder Kleinigkeit, macht mich dann so richtig fertig mit ihren gehässigen Bemerkungen. Heute bin ich so richtig explodiert, es sind ein paar sehr unschöne Worte meinerseits gefallen, irgendwie fühle ich mich besser. Trotzdem, ich weiss nicht ob ich das noch lange aushalte. Wie macht ihr das?

  2. Avatar von Mambi
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    AW: Meine Mutter 85 und ich 60 es hat mal wieder so richtig gekracht, heute.

    Ausziehen?
    Eine gewisse Distanz kann da durchaus positiv wirken.
    .

    "Mein PC schreibt nur noch Großbuchstaben..." "Haben Sie die Feststelltaste gedrückt?""Nein, das hab ich ganz allein gemerkt.... !"

  3. Avatar von overknee
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    AW: Meine Mutter 85 und ich 60 es hat mal wieder so richtig gekracht, heute.

    Ja, soviel Nähe kann schon sehr nerven.
    Meine Mutter hat auch mal im gleichen Haus gewohnt, fand ich auch blöd.
    Jetzt mit Entfernung geht es. Sie wissen, ich komme jeden Donnerstag zum Kaffee, Geburtstage und Weihnachten gbt es zusammen und damit hat es sich.

    Vielleicht musst du dir immer wieder mal sagen, wie beschwerlich es wirklich für sie ist. Wir haben mit 60 ja auch langsam unsere Zipperlein. Und das stelle dir in Potenz vor.
    Und dann soviel allein. Das stelle ich mir sehr schlimm vor. Man ist nur auf die Kinder fixiert.
    Meine Eltern hatten einen großen Freundeskreis, jetzt ist noch 1 Paar übriggeblieben, die anderen sind alle tot.

    Würde euch vielleicht auch eine Terminfestsetzung helfen? Einmal in der Woche geht Ihr zu Besuch? Einmal im Monat einen Ausflug?
    Dann hat sie ihre Fixpunkte und nörgelt und wartet nicht mehr ständig.

    Auch wenn Dein Sohn Schicht arbeitet, einmal kurz reinschauen würde ich auch nicht als zu viel erwarten.
    Sie ist doch den ganzen Tag zu Hause, da kann er doch Morgens oder Mittags reinschauen.

    Versetze dich in ihre Lage.


  4. Registriert seit
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    AW: Meine Mutter 85 und ich 60 es hat mal wieder so richtig gekracht, heute.

    Ausziehen ist unmöglich, da müsste schon das ganze Haus verkauft werden und da wird meine Mutter sicher nicht zustimmen. Wir müssen uns irgendwie arrangieren, die Frage ist nur wie?

  5. Avatar von Aen
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    AW: Meine Mutter 85 und ich 60 es hat mal wieder so richtig gekracht, heute.

    Zitat Zitat von Hopeless60 Beitrag anzeigen

    Ausziehen ist unmöglich, da müsste schon das ganze Haus verkauft werden und da wird meine Mutter sicher nicht zustimmen. Wir müssen uns irgendwie arrangieren, die Frage ist nur wie?
    Könntet ihr euch keine Mietwohnung nehmen? Und Deine Mutter würde eine mobile Pflegekraft o.ä. bekommen. Du siehst dann zwar weiterhin alle paar Tage nach ihr, aber ihr kommt runter von diesem Pulverfass ...
    Eine Krise kann jeder Idiot haben. Was uns zu schaffen macht, ist der Alltag. -- A. Tschechow

  6. Inaktiver User

    AW: Meine Mutter 85 und ich 60 es hat mal wieder so richtig gekracht, heute.

    Herzlich willkommen Hopeless60 in unserem illustren Kreis .

    Wir haben auch eine Mutter in dem Alter, leben allerdings nicht in einem Haus. Wie Mambi schon schreibt, wenn eine gewisse Distanz nicht da ist, steht man mit allem im Fokus und ist sofort greifbar.

    Unsere Mutter beklagt sich auch, dass wir nicht so oft kommen (meine Schwester und ich sind auch noch berufstätig), obwohl die alte Dame fit wie ein Turnschuh ist (ja, bis auf die üblichen altersbedingten Wehwehchen). Sie ist seit 3 Jahren verwitwet und ja, am Anfang waren wir fast jeden Tag da, aber auf Dauer kann das nicht geleistet werden. Wir haben ja nun auch unser Leben, unsere Sachzwänge und unsere Vorhaben.

    Als meine Schwester (die sich doch mehr kümmert, als ich) mit ihrem Mann in den Urlaub gefahren ist, hat sie meiner Mutter schmackhaft gemacht, doch mal ins betreute Wohnen zu gehen, damit sie nicht allein ist. Natürlich mit dem Versprechen, dass sie hinterher wieder in ihre Wohnung kommt. Sie schob wohl Schiss, dass eine Heimunterbringung geplant ist. Das nennt sich Kurzzeitpflege. Zahlt auch die Krankenkasse.

    Sie hat sich dort sehr wohl gefühlt und 2 Herren machten ihr wohl auch Komplimente, wie gut sie doch aussähe und das in ihrem Alter. Na, das ging bei der alten Dame runter wie Öl. Sie hat es uns mindestens gefühlte 50 x erzählt.

    Versucht doch mal, da vielleicht etwas anzuleiern, wenn Ihr in den Urlaub fahrt?

    Oder würde sie sich mit Händen und Füßen sträuben?

    Und ja, es ist Dein gutes Recht, auch mal mit der Faust auf den Tisch zu schlagen, wenn es übertrieben wird.

    Unschöne Worte ... ja nun ..., muss wohl eine Entschuldigung nachgereicht werden; aber im Tenor würde ich hart bleiben.


  7. Registriert seit
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    AW: Meine Mutter 85 und ich 60 es hat mal wieder so richtig gekracht, heute.

    Fremde kommen meiner Mutter nicht in die Wohnung, sie braucht niemanden, (originalaussage) klar sie hat ja mich. Mietwohnung ist nicht drin, da müsste das Haus verkauft werden.

  8. Avatar von Aen
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    AW: Meine Mutter 85 und ich 60 es hat mal wieder so richtig gekracht, heute.

    Zitat Zitat von Hopeless60 Beitrag anzeigen

    Fremde kommen meiner Mutter nicht in die Wohnung, sie braucht niemanden, (originalaussage) klar sie hat ja mich. Mietwohnung ist nicht drin, da müsste das Haus verkauft werden.
    Mist.
    Dann hilft wohl wirklich nur die innere Brachialdistanzierung. Ich würde mir für ganz schlimme Tage vielleicht sowas wie ein Rollenkonzept überlegen, dass Dich gewissermaßen in einen anderen "Film" trägt und aus diesem Mutter-Tochter-Knäuel löst. So als würdest Du ein fremdes kleines Kind stundenweise betreuen. Kannst Du Dir das vorstellen?
    Die Tränen eines Kindes wüsstest Du ja auch zu "lesen", ohne dass Dich das in Schuldabgründe stürzt.
    Eine Krise kann jeder Idiot haben. Was uns zu schaffen macht, ist der Alltag. -- A. Tschechow


  9. Registriert seit
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    AW: Meine Mutter 85 und ich 60 es hat mal wieder so richtig gekracht, heute.

    Wie macht ihr das denn, wenn ihr in Urlaub fahrt? Wer passt auf sie auf?

  10. Inaktiver User

    AW: Meine Mutter 85 und ich 60 es hat mal wieder so richtig gekracht, heute.

    Zitat Zitat von Hopeless60 Beitrag anzeigen
    Fremde kommen meiner Mutter nicht in die Wohnung, sie braucht niemanden, (originalaussage) klar sie hat ja mich. Mietwohnung ist nicht drin, da müsste das Haus verkauft werden.
    Unserer Mutter haben wir eine Alltagsbegleitung organisiert. Die kommt 1 x die Woche für xy Stunden (weiß ich jetzt nicht genau). Aber mit dieser geht/fährt sie einkaufen oder auch mal in die Stadt, oder auf den Friedhof.

    Die Dame möchte meine Mutter nicht mehr missen, obwohl sie auch erst kritisch geguckt hat. Aber wir können keine Rund-um-die-Uhr-Betreuung machen. Wir wissen und verstehen auch ihre Angst (z.B. allein zur Bank fahren und Geld holen).

    Viele Dinge hat ja unser Vater gemacht. Das ist dann meist die Krux, da sich viele Ehefrauen aus diesen Altehen (über 60 Jahre) darum nicht gekümmert haben. Tja ... und nun ist guter Rat teuer. Es bleibt ihr nichts anderes übrig, denn auf der einen Seite wollen die Senioren nicht von den Jüngeren förmlich entmündigt werden, weil sie ihnen alles aus der Hand nehmen/für sie machen; auf der anderen Seite können es die Jüngeren nicht, weil sie selbst noch ihr Leben + Aufgaben haben.

    Wir sagen uns auch: Eine gewisse "Forderung" an sie ist auch nicht falsch, weil es sie fit und selbstständig hält.

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