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  1. Inaktiver User

    AW: Warum ist die Anerkennung der Eltern so wichtig?

    Zitat Zitat von Klecksfisch Beitrag anzeigen
    Als ich gemerkt habe, daß von meinen Eltern keine Anerkennung und noch nicht mal Freude über eine bestandene Prüfung kommt, habe ich das abgehakt. Das hat etwas mit Erkenntnis zu tun. Mit der Erkenntnis, daß die Anerkennung, die ich mir wünsche nicht, nie kommen wird und es ihnen egal ist. Waren die Kriegseltern, die hatten genug Probleme...........
    das ist ein wichtiger Aspekt- aber der erste ist tatsächlich, sich von der Hoffnung zu verabschieden-

    erwachsene Menschen ändern sich nicht mehr grundlegend- sie sind zu dem Menschen geworden, den wir erleben- und das hat seine Gründe.....

    es würde genügen, dies zu akzeptieren, so stehen zu lassen und sich zu distanzieren-
    was leider nicht jedem gegeben ist

    dummerweise wollen wir immer verstehen und hoffen doch irgendwie weiter....
    Geändert von Inaktiver User (16.07.2019 um 17:48 Uhr)

  2. Avatar von Klecksfisch
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    AW: Warum ist die Anerkennung der Eltern so wichtig?

    Zitat Zitat von Promethea71 Beitrag anzeigen
    und gibt es das irgendwo als Pille?
    Ich habe die Wahl:

    1. Ich kann gucken, was kommt und was nicht kommt und mich damit abfinden und gut zu mir sein. Ich kann meinen Verstand benutzen und nachdenken.

    2. Ich kann mir und auch anderen immer wieder einen vorjammern, daß von den Eltern keine Anerkennung kommt. Das kann ich mein ganzes Leben lang machen. Es wird nix helfen und es wird nix kommen.

    Da ich schon immer ein problemlösender und optimistischer Mensch war und bin, habe das erste vorgezogen.

    Es gibt ja so eine Geschichte über eine Maus? Ich weiß nicht mehr welches Viech das war, auf jeden Fall eins was schnell war.

    Das Viech ist ausgebüxt und man rast hinter dem Tier her und will es wieder einfangen. Das Viech scheixxt dir was und haut immer wieder ab, bis du auf einmal nicht mehr kannst, dich hinsetzt, ausruhst und an nix mehr denkst. Was passiert? Das Viech kommt an und kannst es auf die Hand nehmen.

    So einfach ist es nicht immer. Aber es ist ziemlich anstrengend hinter etwas her zu sein, von dem ich genau weiß, daß es nie eintreffen wird.

    Reflektieren und ehrlich mit sich sein, aus welchen Motivationen heraus man bestimmte Handlungen ausführt.
    Sei wie die stolze Rose: selbstbewusst, glücklich und frei, und nicht wie das Veilchen im Moose, so dämlich, bescheuert und scheu.
    „Die Sache mit dem streiten ist die, wenn man etwas zurückhält, arbeitet es auf lange Sicht gegen euch“ (Dalai Lama)


  3. Avatar von twix25
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    AW: Warum ist die Anerkennung der Eltern so wichtig?

    Zitat Zitat von tuerkisblau Beitrag anzeigen

    Ich glaube daher auch nicht, dass etwas von außen helfen kann. Die Lösung kommt von innen, und die Gefühle müssen quasi nachvollziehen, was der Kopf schon weiß. Das ist enorm schwierig und kann lange dauern.
    toll beschrieben!!
    ************************************************** **************************************

    Ich so : "Och bitte" - Mein Leben so : "Nö!"

    Ich wieder: "Och bitte"

    Mein Leben so : "Naaaa guut"

  4. Avatar von Klecksfisch
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    AW: Warum ist die Anerkennung der Eltern so wichtig?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    erwachsene Menschen ändern sich nicht mehr grundlegend- sie sind zu dem Menschen geworden, den wir erleben- und das hat seine Gründe.....
    Ich würde es so ausdrücken: Wenn der Mensch sich ändern will, dann tut er das. Wenn ihn etwas so stört, daß er einen Weg sucht, dann findet er ihn. Es gibt natürlich auch Menschen, die sind mit sich total zufrieden.

    Ich bin auch zufrieden, ja so gar glücklich, aber ich möchte immer noch was suchen, was finden, was ändern. Wobei ich im Moment nicht weiß was ich ändern möchte. Aber da kommt noch was . Ich bin sehr wißbegierig und möchte über mich viel wissen, dazu muß ich viel ausprobieren.

    Reflektieren und ehrlich mit sich sein, aus welchen Motivationen heraus man bestimmte Handlungen ausführt.
    Sei wie die stolze Rose: selbstbewusst, glücklich und frei, und nicht wie das Veilchen im Moose, so dämlich, bescheuert und scheu.
    „Die Sache mit dem streiten ist die, wenn man etwas zurückhält, arbeitet es auf lange Sicht gegen euch“ (Dalai Lama)


  5. Avatar von luftistraus
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    AW: Warum ist die Anerkennung der Eltern so wichtig?

    Zitat Zitat von Klecksfisch Beitrag anzeigen
    Es gibt natürlich auch Menschen, die sind mit sich total zufrieden.

    .
    Diese Gefahr ist immer wieder bei mir mal aktuell. Ich bin so zufrieden mit mir, das ich manches "übersehe" wo ich durchaus noch potenzial hätte

    Es ist aber auch ein schmaler Grat.... tz tz tz
    Before you argue with someone, ask yourself, is that person even mentally mature enough to grasp the concept of different perspectives. Because if not, there's absolutely no point.

  6. Avatar von twix25
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    AW: Warum ist die Anerkennung der Eltern so wichtig?

    Zitat Zitat von Promethea71 Beitrag anzeigen
    Ja, das ist es ja eben. Einigen gelingt es - anderen nicht.
    Warum?
    Was war bei dir anders als bei den anderen?

    Gab es einen Schlüsselmoment?
    War es ein plötzliches Klick?
    War es ein längerer Prozess?
    Ich

    Ich wunder mich bis heute, dass "ich aus mir geworden bin"

    Das hätte echt anders ausgehen können, sagen auch die Therapeuten

    Leider hab ich die von dir gestellten Fragen nicht beantworten können

    Mir ein Rätsel, warum ich so klar und fast immer selbst-bewusst bin

    Es gab auch ausser meinen Eltern, die eh nie wussten, warum andere Eltern mit besseren, vor Allem schlaueren Kinder beglückt wurden
    ....Keinen, der mir zur Seite stand

    So richtig innerlich abgelöst hab ich mich übers erste Kind, weil ich da vermeiden wollte, dass es dann so weiterging.

    Letztlich gab es einen Komplettabbruch, der richtig war!
    Und beim anderen Elternteil sehr sehr begrenzte Treffen-u.A der Enkelkinder wegen

    Wenn man so agiert, muß man auch gleich mit verarbeiten, dass man ev undankbar ist, anderer Leuts Kinder aber viieel besser mit ihren Eltern umgehen....etc etc

    Aber : es dauert bei den meisten lange und ist fast immer mit schlechtem Gewissen begleitet
    Grade auch dann, wenn die Eltern objektiv ganz nett wirken
    ************************************************** **************************************

    Ich so : "Och bitte" - Mein Leben so : "Nö!"

    Ich wieder: "Och bitte"

    Mein Leben so : "Naaaa guut"


  7. Registriert seit
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    AW: Warum ist die Anerkennung der Eltern so wichtig?

    Es gibt Menschen, die haben nicht genug Vertrauen in sich selbst und brauchen deshalb die Anerkennung Anderer. Ich denke, Deine Freundin wird sich erst von dem Bedürfnis nach Anerkennung der Eltern lösen können, wenn ihr generell Anerkennung nicht mehr so wichtig ist. Wie man aber dahinkommt, weiß ich auch nicht. Nun klingt es ja so, als ob die ganze Erziehung schon dahin ging, dass diese Anerkennung unheimlich wichtig war. Das ist dann schwer wieder loszuwerden.

    Ich finde es immer wichtig, die Belohnung in der Sache selbst zu finden. Egal ob das eine sehr gut gemachte Sache im Job, ein besonders gelungenes Essen, ein sportlicher Erfolg, ein Musikstück, das für mein Gefühl genau so klingt, wie ich es gerne möchte, was auch immer ist - da finde ich, steckt ganz viel Belohnung in der Sache selbst, und Anerkennung von Anderen ist natürlich noch das Sahnehäubchen obendrauf.
    Vielleicht ist das eine Sicht der Dinge, die ganz lösgelöst ist von der schwierigen Beziehung zum Vater, die Du Deiner Freundin näherbringen kannst.

    Übrigens - wenn Du sagst, Du bereust fast, dass Du Dich nicht vor 10 Jahren eingemischt hast - das hätte vermutlich nicht viel geholfen. In dem Alter ist man eben doch noch sehr von den Eltern abhängig. Und ohne die Depression hätte es vermutlich noch viel länger gedauert bis zu einer therapeutischen Aufarbeitung - 22 ist ja wirklich noch sehr jung, auch da hängt man normalerweise doch irgendwie noch am Urteil der Eltern. Es wird hoffentlich werden - aber es ist ein längerer Weg. Ich habe mich vor ca. 15 Jahren auf den Weg gemacht, mich immer weniger davon abhängig zu machen, was meine Eltern sagen und denken, auch wenn es in meinem Fall viel harmloser ist (einfach nur kein Verständnis dafür, manche Dinge anders zu leben als sie), und ich bin erst jetzt so richtig frei davon. Mit 50 und einem gerüttelt Maß an Lebenserfahrung.

    Noch ein Nachtrag, nachdem ich den Beitrag von twix gelesen habe: auch bei mir waren eigene Kinder nochmal eine richtig große Hilfe, mich innerlich zu distanzieren, weil ich nun auch die Elternperspektive gesehen habe und gesehen habe, dass diese nicht zwangsläufig so sein muss wie die meiner Eltern.

  8. Inaktiver User

    AW: Warum ist die Anerkennung der Eltern so wichtig?

    Zitat Zitat von Klecksfisch Beitrag anzeigen
    Ich würde es so ausdrücken: Wenn der Mensch sich ändern will, dann tut er das. Wenn ihn etwas so stört, daß er einen Weg sucht, dann findet er ihn. .......
    das sind Teilaspekte und trotzdem wird kein völlig anderer Mensch aus ihm, der sich um 180 Grad wandelt-

    meine Betonung lag auf "grundlegend"

    Ausnahmen bestätigen die Regel....


  9. Registriert seit
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    AW: Warum ist die Anerkennung der Eltern so wichtig?

    Ich glaube, der Fachbegriff heißt Resilienz oder so ähnlich. Es gibt Menschen, die selbst unter fürchterlichsten Umständen zu selbstbewussten Menschen heranreifen, die ein zufriedenes Leben haben.

    Hilfreich scheint mir auch zu sein, wenn man in der Kindheit andere Personen hat, die einen positiv bestärken, die Oma beispielsweise.

    Bei mir war es so, dass mein Verhältnis zu den Eltern nicht negativ war, sie waren beschützend und zugewandt und sorgten sich um mich. Dass das bei meinem Vater allerdings nur dann gilt, wenn ich funktionierte, begriff ich erst viel später und mit Abstand.

    Als Kind hatte ich mich derart daran gewöhnt, seinen Ansprüchen zu genügen, dass mir das gar nicht auffiel. Vielleicht ging es Prometheas Freundin ähnlich?


  10. Registriert seit
    08.09.2011
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    12.912

    AW: Warum ist die Anerkennung der Eltern so wichtig?

    Zitat Zitat von Promethea71 Beitrag anzeigen
    Was war bei dir anders als bei den anderen?

    Gab es einen Schlüsselmoment?
    War es ein plötzliches Klick?
    War es ein längerer Prozess?
    Ich habe auch sehr lange um die Anerkennung meiner Mutter gebuhlt und mich oft gefragt, warum ich die von ihr nicht so bekomme, wie ich sie haben wollte und in diesem Moment brauchte.
    Was ich damals schon wusste und mir heute noch wesentlich präsenter ist:
    - Ich bin in einigen Dingen ganz anders, als sie es sich vorgestellt hat. Das ist schwer für sie gewesen, mich mit meinen so konträren Hobbys und Zielen zu akzeptieren. Sie macht gern Sport, ich bin eine Leseratte. Gegenseitiges Verständnis ist ein hartes Stück Arbeit.
    - Ich bin ihr in ein paar Sachen auch ähnlich. Wir haben fast die gleiche Stimme, einige Bewegungen sind wohl auch gleich, wir ähneln uns im Gesicht. Daran hatte ich lange zu kauen.
    - Ich kann unglaublich hart wirken und bin oft sehr konsequent. Das konnte sie nur ganz selten sein. Sie bewundert mich dafür und fürchtet es auch, weil ich dadurch etwas habe, was sie nicht hat.
    - Als Kind fühlte ich mich nur geliebt, wenn ich gute Leistungen gebracht habe. Wenn ich unsicher war und Hilfe brauchte, bekam ich gefühlt keine.

    Der erste Schlüsselmoment kam, als ich schwanger wurde und Verantwortung für mein Kind übernahm. Da musste sie als Mutter zurücktreten. Plötzlich nicht mehr so wichtig zu sein, meine Abnabelung von ihr, tat ihr sehr weh, womit sie lange nicht zurechtkam.

    Später brach ich für sechs Jahre den Kontakt ab, weil ich mit dem ständigen Einmischen ihrerseits nicht mehr zurechtkam. Für sie war die Zeit sehr, sehr hart, weil sie immer wieder auf mich angesprochen wurde und keine Auskunft erteilen konnte. Während jede andere Mutter mehr oder weniger intensiven Kontakt zu ihren Kindern hatte, war ich weg.
    Sie traute sich jedoch nicht, bei mir anzurufen. Sie fürchtete, dass ich sie zurückweisen könnte.

    Ich dagegen wälzte auch in den sechs Jahren mein Problem, warum ich immer noch die Anerkennung von ihr brauchte. Ich konnte mich in diesem Punkt nie verstehen. Irgendwann machte es Klick in meinem Kopf, weil ich verstand, dass nur ich mir selbst die Anerkennung geben kann, die ich in diesem Moment brauche. Dann komme ich mit meinem Umfeld wesentlich besser zurecht. Mir fiel eine unglaubliche Last von den Schultern, so dass ich mich kurze Zeit später wieder bei ihr melden konnte, als meine Scheidung anstand. Nebenbei bemerkt war ich über vierzig.
    Seit dieser Zeit wachsen wir gerade wieder zusammen. Was ich nie geglaubt hätte, trat kurz darauf ein: Meine Mutter sagt(e) von sich aus, wie stolz sie auf mich ist und wie sehr sie mich liebt, (An sich hätten wir uns viele Jahre Streit ersparen können, wenn sie das früher ausgesprochen hätte - aber besser jetzt als nie) und ich weiß, dass sie das aus tiefstem Herzen meint.

    Was mir "unterwegs" sehr geholfen und mich noch heute berührt hat, war eine nebensächliche Bemerkung einer guten Bekannten, mit deren Tochter ich einige Jahre nachmittags gespielt habe. Sie wollte mir mit diesen Nachmittagen ein paar schöne Stunden gönnen und mir zeigen, dass ich auch einfach so gemocht werde.
    Das ist eine echte Hilfe, weil eine Seele so die Selbstheilungskräfte aktivieren kann.

    Es ist schön, wenn du dieser Freundin beistehen kannst. Lob und Anerkennung tun einer geschundenen Seele so gut.
    "beinhalten" wird wie "halten" konjugiert, als "beinhält", und gehört zur Kategorie schlechtes Deutsch. Warum nicht "enthalten", "umfassen" oder "bedeuten"?

    Sorge dich nicht, lebe!




    Bunny Maja Lukas (14.2.)
    Maxi (3.3.2017)
    Bella (27.8.2018)

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