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  1. Moderation
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    AW: Elternschule - Dokumentarfilm ARD-Mediathek

    Es gibt auch eine kritische Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie zum Gelsenkirchener Behandlungskonzept. Unumstritten sind die dortigen Methoden also nicht und es scheinen auch nicht nur Einzelmeinungen zu sein. Fraglich finde ich zum Beispiel, dass Kinder mit Neurodermitis ebenfalls ein Trennungstraining durchlaufen mit der Begründung, die Erkrankung sei Folge eines traumatischen Erlebnisses oder das Kind wolle damit Aufmerksamkeit erwecken. Aber als Laie ist das natürlich alles schwierig zu beurteilen.
    Was ich allerdings das wirklich Problematische an dem Film finde, ist die Bewerbung als "Erziehungsratgeber", was alleine schon der Titel impliziert. Warum ein Film, der sich mit psychisch kranken Kindern und deren Therapie beschäftigt und wohl mit der Realität der wenigsten Zuschauer etwas gemein hat, ein "Muss" für alle Eltern sein soll, erschließt sich mir nicht. Aber man hat damit natürlich schön dafür gesorgt, dass der Film heiß diskutiert wird und sich wohl auch viele den Film allein deshalb ansehen.


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    AW: Elternschule - Dokumentarfilm ARD-Mediathek

    Zitat Zitat von xanidae Beitrag anzeigen
    Woher weißt du, dass nicht im Rahmen dieses Therapiemodells individuell gearbeitet wird?
    Mit letzter Sicherheit kann ich das tatsächlich nicht sagen, aber in keinem der Erfahrungsberichte - weder den positiven noch den negativen - wird eine individuelle Behandlung oder Therapie erwähnt und auch auf den Seiten der Klinik selbst bzw. in der Beschreibung der multimodalen 3-Phasen-Therapie durch Herrn Langer konnte ich nichts Aussagekräftiges dazu finden. Es dreht sich alles nur um das Schlaf-, Trainings- und Esstraining, das offenbar allen Kindern, ganz unabhängig vom jeweiligen Krankheitsbild, verordnet wird.
    „Weniger bekannt ist das Paradoxon der Toleranz: Uneingeschränkte Toleranz führt mit Notwendigkeit zum Verschwinden der Toleranz. Denn wenn wir die uneingeschränkte Toleranz sogar auf die Intoleranten ausdehnen, wenn wir nicht bereit sind, eine tolerante Gesellschaftsordnung gegen die Angriffe der Intoleranz zu verteidigen, dann werden die Toleranten vernichtet werden und die Toleranz mit ihnen.“ - Karl Popper

  3. Avatar von Paraplumeau
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    AW: Elternschule - Dokumentarfilm ARD-Mediathek

    Ich habe selbst Neurodermitis und ein Kind mit starker Neurodermitis (im Kindesalter).
    Solche Fälle gab es ja in der Doku nicht, das ist sicher auch wesentlich schlechter vermittelbar.

    Zum Thema Aufmerksamkeit erzielen bei Neurodermitis kann ich nur sagen, dass das bei uns das Mittel der Wahl war, dieser Krankheit jede Aufmerksamkeit zu entziehen (der Krankheit nicht dem Kind).
    Wenn ich anderer Leute Innerstes sehen wollte, wäre ich Gerichtsmedizinerin geworden.

  4. Moderation Avatar von maryquitecontrary
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    AW: Elternschule - Dokumentarfilm ARD-Mediathek

    Bei chronischen oder anderen, schweren Krankheiten speziell im frühen Kindesalter entwickeln sich nicht selten Muster zwischen Eltern und Kind, die auf Dauer nicht sinnvoll und entwicklungsfördernd sind. Diese Muster sind nicht ursächlich für die Erkrankung, sondern entwickeln sich unter dem psychischen Stress und Druck, den diese mit sich bringen.

  5. VIP Avatar von xanidae
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    AW: Elternschule - Dokumentarfilm ARD-Mediathek

    Zitat Zitat von Phoenic Beitrag anzeigen
    Was ich allerdings das wirklich Problematische an dem Film finde, ist die Bewerbung als "Erziehungsratgeber", was alleine schon der Titel impliziert. Warum ein Film, der sich mit psychisch kranken Kindern und deren Therapie beschäftigt und wohl mit der Realität der wenigsten Zuschauer etwas gemein hat, ein "Muss" für alle Eltern sein soll, erschließt sich mir nicht. Aber man hat damit natürlich schön dafür gesorgt, dass der Film heiß diskutiert wird und sich wohl auch viele den Film allein deshalb ansehen.
    Das werte ich auch als Hauptproblematik. Insgesamt gibt es viele Dinge in der Dokumentation, die mE sehr aus dem Kontext gerissen gezeigt werden und den Schwerpunkt irgendwie auf die Erziehungsfähigkeit der Eltern legt.

    Es ist schade, dass man keine weiteren Kliniken mit ihren Ansätzen diesbezüglich „verglichen“ hat. Sondern nur in dieser einen war.

    Ich kenne einige (Tages)Kliniken, die z.B. bei Regulationsstörungen oder Essstörungen ähnlich arbeiten, wie in dieser Klinik und auch immer mit den Eltern arbeiten und gerade Mahlzeiten begleitet werden.



    Zitat Zitat von BintBattuta Beitrag anzeigen
    Mit letzter Sicherheit kann ich das tatsächlich nicht sagen, aber in keinem der Erfahrungsberichte - weder den positiven noch den negativen - wird eine individuelle Behandlung oder Therapie erwähnt und auch auf den Seiten der Klinik selbst bzw. in der Beschreibung der multimodalen 3-Phasen-Therapie durch Herrn Langer konnte ich nichts Aussagekräftiges dazu finden.
    Ich denke nicht, dass dieses Konzept ohne die Beachtung der Individualität funktionieren würde. Allerdings denke ich auch, dass der strukturierte Rahmen und die Rituale für alle Krankheitsbilder und die stressigen Auswirkungen unterstützend wirken können.

    Die systemischer Familientherapie geschieht immer individuell. Denn das Ziel dieser Therapie ist, dass die Familie selbst Lösungen erarbeitet und diese können deswegen nicht vorgegeben sein.

    Zitat Zitat von Paraplumeau Beitrag anzeigen
    Ich habe selbst Neurodermitis und ein Kind mit starker Neurodermitis (im Kindesalter).
    Solche Fälle gab es ja in der Doku nicht, das ist sicher auch wesentlich schlechter vermittelbar.

    Zum Thema Aufmerksamkeit erzielen bei Neurodermitis kann ich nur sagen, dass das bei uns das Mittel der Wahl war, dieser Krankheit jede Aufmerksamkeit zu entziehen (der Krankheit nicht dem Kind).
    Ja, das was du beschreibst ist ein guter Ansatz, der in vielen begleitenden Therapieformen bei Neurodermitis empfohlen wird.

    Es wird häufig unterschätzt welche emotionalen Begleiterscheinungen/Stressfaktoren eine chronische Erkrankung mit sich bring und diese häufig „schlimmere“ Auswüchse haben kann, als die chronische Grunderkrankung.
    Die subtilste Form des Terrors ist die Betreuung. Man hat für ihn auch noch dankbar zu sein.
    G. Haack

  6. Moderation
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    AW: Elternschule - Dokumentarfilm ARD-Mediathek

    Zitat Zitat von Saetien2 Beitrag anzeigen
    Wobei man schon sagen muss, die Dokumentarfilmer müssen vorher unter irgendeinem Stein gelebt haben bzw. waren erschreckend naiv.

    Die haben einen Facebook-Shitstorm abbekommen - normal bei einem kontroversen Thema.

    Und sie haben versucht, gegen den Shitstorm zu gewinnen und sind immer noch entsetzt und geschockt, dass das nicht ging.
    Ich bin mir ziemlich sicher, dass das genauso kalkuliert war. Schlechte Presse ist besser als keine Presse. 😉 Immerhin hat es den Filmemachern eine Nominierung für den Deutschen Filmpreis eingebracht. So schlecht ist es für sie also nicht gelaufen.

    Paraplumeau, same here. Ich hatte als Kind auch Neurodermitis, meine Tochter auch, allerdings nur leicht. Sie hat sich einmal gut ein Jahr mit einer fiesen, immer wieder entzündeten Stelle rumgeplagt. Ob wir dieser mit Salben und Cremes Aufmerksamkeit schenkten oder nicht, war der Haut egal. Irgendwann war's dann vorbei. Aber nur weil etwas verschwindet, wenn man ihm keine Beachtung schenkt, bedeutet umgekehrt nicht, dass der Wunsch nach Aufmerksamkeit die Ursache für die Erkrankung war. Stressfaktoren können bei Neurodermitis eine Rolle spielen, ja, aber das Krankheitsbild ist doch weitaus komplexer.


  7. Registriert seit
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    AW: Elternschule - Dokumentarfilm ARD-Mediathek

    Zitat Zitat von xanidae Beitrag anzeigen

    Ich denke nicht, dass dieses Konzept ohne die Beachtung der Individualität funktionieren würde. Allerdings denke ich auch, dass der strukturierte Rahmen und die Rituale für alle Krankheitsbilder und die stressigen Auswirkungen unterstützend wirken können.

    Die systemischer Familientherapie geschieht immer individuell. Denn das Ziel dieser Therapie ist, dass die Familie selbst Lösungen erarbeitet und diese können deswegen nicht vorgegeben sein.
    Eine Userin hat ja angegeben, vor mehreren Jahren mit ihrer Tochter in dieser Klinik gewesen zu sein. Vielleicht kann sie uns ja sagen, inwiefern dort auch individuell gearbeitet wird. Das würde mich sehr interessieren.
    „Weniger bekannt ist das Paradoxon der Toleranz: Uneingeschränkte Toleranz führt mit Notwendigkeit zum Verschwinden der Toleranz. Denn wenn wir die uneingeschränkte Toleranz sogar auf die Intoleranten ausdehnen, wenn wir nicht bereit sind, eine tolerante Gesellschaftsordnung gegen die Angriffe der Intoleranz zu verteidigen, dann werden die Toleranten vernichtet werden und die Toleranz mit ihnen.“ - Karl Popper


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    AW: Elternschule - Dokumentarfilm ARD-Mediathek

    Zitat Zitat von Phoenic Beitrag anzeigen
    Ich bin mir ziemlich sicher, dass das genauso kalkuliert war. Schlechte Presse ist besser als keine Presse. �� Immerhin hat es den Filmemachern eine Nominierung für den Deutschen Filmpreis eingebracht. So schlecht ist es für sie also nicht gelaufen.
    In Interviews wirken sie ehrlich entsetzt - und das kann ich sogar glauben, wann bekommt ein Dokumentarfilm schonmal so viel Aufmerksamkeit?

  9. Avatar von PeggySue
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    AW: Elternschule - Dokumentarfilm ARD-Mediathek

    Zitat Zitat von Arabeske_H Beitrag anzeigen
    Danke für den hinweis.

    Herr Renz-Polster fasst das, was mich die ganze zeit beim sehen des filmes irgendwie angepiekst hat sehr präzise und richtig in worte. Mich haben nur szenen, wie das snoezelen unterm strich fälschlicherweise zu dem eindruck gebracht, es könnte vielleicht doch etwas positives dran sein. Aber nein, geht gar nicht.

    Zitat von Renz-Polster: Was mich an diesem Film vor allem wundert, ist die Schamlosigkeit, mit der erzieherische Gewalt dargestellt, glorifiziert und auch medikalisiert wird. Man darf einer Mutter erklären, ihr Kleinkind verhalte sich nicht normal – nur weil es sich vom Arzt nicht untersuchen lässt? Man darf Kinder zum Essen zwingen, nur weil man einen Kittel anhat? Man darf sie in Gitterbetten in dunkle Räume stellen? Und man darf das in einem Kinofilm als die richtige Erziehung von Kindern darstellen?

    arabeske
    es wird nicht behauptet das Kind verhalte sich nicht normal nur weil es sich nicht vom Arzt untersuchen lässt und es wird kein Kind zum Essen gezwungen, ich habe das Gefühl, da will sich nur jemand profilieren der sich die Dokumentation gar nicht richtig angeschaut hat.
    Meine Meinung steht fest, bitte verwirren Sie mich nicht mit Tatsachen.

    Enkelkinder sind die Entschädigung dafür, dass wir alt werden.

    Rolling-"IT'S ONLY ROCK 'N ROLL BUT I LIKE IT"-Stones




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    AW: Elternschule - Dokumentarfilm ARD-Mediathek

    Zitat Zitat von Phoenic Beitrag anzeigen
    Paraplumeau, same here. Ich hatte als Kind auch Neurodermitis, meine Tochter auch, allerdings nur leicht. Sie hat sich einmal gut ein Jahr mit einer fiesen, immer wieder entzündeten Stelle rumgeplagt. Ob wir dieser mit Salben und Cremes Aufmerksamkeit schenkten oder nicht, war der Haut egal. Irgendwann war's dann vorbei. Aber nur weil etwas verschwindet, wenn man ihm keine Beachtung schenkt, bedeutet umgekehrt nicht, dass der Wunsch nach Aufmerksamkeit die Ursache für die Erkrankung war. Stressfaktoren können bei Neurodermitis eine Rolle spielen, ja, aber das Krankheitsbild ist doch weitaus komplexer.
    Ich nehme mal an, dass hier nicht das Thema Cremen und Salben im speziellen gemeint war, sondern das "Drumrum".

    Ohne Cremes und Salben wäre bei uns nichts gegangen, da wir an einigen Haustellen sehr stark Neurodermitis hatten, die wir auch nicht ignorieren konnten (geht schlecht, wenn die Kleidung an diesen Stellen klebt).

    Aber ansonsten haben wir soweit möglich versucht, dass ein nicht zu großes Thema werden zu lassen. Mittlerweile ist es soweit überstanden, außer sehr, sehr trockener Haut.

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