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  1. Avatar von Aen
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    AW: Elternschule - Dokumentarfilm ARD-Mediathek

    Zitat Zitat von NarilaK Beitrag anzeigen

    Wir gehören zu den Eltern, deren Kind nicht alleine schläft. Das hat nichts damit zu tun, dass wir unserem Sohn das alleine Schlafen nicht zutrauen. Es würde sicher funktionieren, nach ein bis zwei Wochen Weinen jeden Abend. Und das wollen wir ihm nicht zumuten, mal abgesehen davon, dass ich ihn noch stille.

    Ist doch in Ordnung, wenn ihr das so annehmen und - wenn ich Dich richtig verstehe, ohne Leidensdruck - fortsetzen wollt. Warum nicht?

    Auf die Fälle der Mütter / Eltern, die mit ihren Kindern in diese Klinik kamen, trifft das aber nun einmal nicht zu. Sie hatten Leidensdruck und sie wollten das so nicht fortsetzen.

    Die Ärzte - und ich als Zuschauerin der Dokumentation - würden ergänzen: Nicht nur die Eltern, sondern auch die Kinder hatten Leidensdruck in dieser Situation, in der alle Beteiligten feststeckten. Und sie müssen diese verstrickte Situation so nicht mehr fortsetzen, weil nach dem Klinikaufenthalt eine Änderung eingetreten ist.

    Ich fänd's hilfreich, das in dieser Differenz sehen zu können.
    Eine Krise kann jeder Idiot haben. Was uns zu schaffen macht, ist der Alltag. -- A. Tschechow


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    AW: Elternschule - Dokumentarfilm ARD-Mediathek

    Zitat Zitat von Aen Beitrag anzeigen
    Die Ärzte - und ich als Zuschauerin der Dokumentation - würden ergänzen: Nicht nur die Eltern, sondern auch die Kinder hatten Leidensdruck in dieser Situation, in der alle Beteiligten feststeckten. Und sie müssen diese verstrickte Situation so nicht mehr fortsetzen, weil nach dem Klinikaufenthalt eine Änderung eingetreten ist.

    Ich fänd's hilfreich, das in dieser Differenz sehen zu können.
    Das finde ich zunächst auch nicht problematisch, wenngleich ich manche der Methoden wie das Trennung straining sehr kritisch sehe. Mich stört die Generalisierung, dass z. B. Eltern, die ihr Kind nicht alleine schlafen lassen, dem Kind nichts zu trauen, auf ungesunde Weise klammern und damit dem Kind schaden. Das mag bei manchen der Fall sein, aber längst nicht bei allen.

    Dass selbst fragwürdige Methoden eine positive Veränderung bewirken können, ist mir klar. Wenn sie die Familiendynamik ändert, weil das Kind sich geändert hat, hat ja auch das Kind selbst etwas davon, wenn seine Familie entspannte und fröhlicher und der Alltag stressfreier ist. Heißt nicht unbedingt, dass die Methoden deshalb gut sind, aber es kann dennoch etwas Gutes dadurch entstehen.


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    AW: Elternschule - Dokumentarfilm ARD-Mediathek

    Zitat Zitat von NarilaK Beitrag anzeigen
    Mich stört die Generalisierung, dass z. B. Eltern, die ihr Kind nicht alleine schlafen lassen, dem Kind nichts zu trauen, auf ungesunde Weise klammern und damit dem Kind schaden.
    Niemand hat das generalisiert, das liest du nur so. In dem Film war es aber oft tatsächlich das Kernproblem.

    Mir war wichtig, dass meine Kinder sich so sicher fühlen, dass sie ruhig und entspannt allein einschlafen können und schlafen keine Strafe ist, sondern was angenehmes, sich so ins Bett zu kuscheln und runterzukommen. Das ist für mich tatsächlich eine Kompetenz die ich ihnen zutraue und ihnen aus ganzem Herzen wünsche (ich hab eine Kollegin, die heute noch nicht ohne Fernsehen einschlafen kann - das ist doch gruselig???).

    Ich wollte ihnen eben nicht vermitteln, dass Schlafen so gefährlich ist, dass die Mama da dabeisein und aufpassen muss.

    Mit drei Kindern in vier Jahren hätte ich auch mit allen im Bett gar nicht mehr geschlafen... was weder meinen Nerven noch den Kindern zuträglich gewesen wäre, und das waren ja die Folgen für die Eltern, die da gezeigt wurden. Die gingen am Zahnfleisch, vor lauter Überfürsorge haben sie sich selbst und die Kinder noch dazu irrsinnig gestresst. Damit ist aber niemandem geholfen.

  4. Avatar von Arabeske_H
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    AW: Elternschule - Dokumentarfilm ARD-Mediathek

    Zitat Zitat von NarilaK Beitrag anzeigen
    ...
    Ein (Klein)kind bei sich im Zimmer oder im Bett schlafen zu lassen, heißt nicht per se dass man klammert oder dem Kind nichts zutraut. Mag sein, dass bei manchen Eltern die Motive die falschen sind und ich will gar nicht behaupten, dass es für jedes kleine Kind schädlich wäre, alleine zu schlafen, aber ebenso wenig ist es für jedes kleine Kind schädlich, bei den Eltern zu schlafen. Eine frühe Trennung des Kindes von den engsten Bezugspersonen ist nicht immer das richtige, und nicht für jedes Kind.
    Laßt euch nicht irre machen.

    Vielleich magst du hier mal einlesen, ich hatte es weiter vorne schon einmal verlinkt:

    Schlafprobleme aus Sicht der Evolution | kinder-verstehen.de

    und

    Stillen | kinder-verstehen.de
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    die Hand einer Frau streift,
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    Khalil Gibran

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  5. Moderation
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    AW: Elternschule - Dokumentarfilm ARD-Mediathek

    Zitat Zitat von _vorbei Beitrag anzeigen
    Mir war wichtig, dass meine Kinder sich so sicher fühlen, dass sie ruhig und entspannt allein einschlafen können und schlafen keine Strafe ist, sondern was angenehmes, sich so ins Bett zu kuscheln und runterzukommen. Das ist für mich tatsächlich eine Kompetenz die ich ihnen zutraue und ihnen aus ganzem Herzen wünsche
    Naja, Kinder brauchen die Eltern ja nicht nur zur Sicherheit. Da geht es ja auch um Geborgenheit und Nähe. Wir legen uns bei beiden Kindern (4 und 1 3/4) zum Einschlafen dazu. Ich finde das selbst ganz schön, so zum Ausklang des Tages. Und ich bin sicher, irgendwann werden sie das nicht mehr brauchen. Ich selbst hatte als Kind oft furchtbare Angst beim alleine Einschlafen, obwohl meine jüngere Schwester mit im Zimmer schlief und meine Mutter meist direkt nebenan in der Küche war. Rational wusste ich, dass mir nichts passieren konnte, aber die Angst war trotzdem da. Generell stimme ich aber zu, dass so etwas natürlich auch krankhafte Züge annehmen kann und (vermeintliche) elterliche Fürsorge und Aufmerksamkeit auch negative Formen annehmen kann.

  6. Moderation
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    AW: Elternschule - Dokumentarfilm ARD-Mediathek

    Zitat Zitat von NarilaK Beitrag anzeigen
    Dass selbst fragwürdige Methoden eine positive Veränderung bewirken können, ist mir klar. Wenn sie die Familiendynamik ändert, weil das Kind sich geändert hat, hat ja auch das Kind selbst etwas davon, wenn seine Familie entspannte und fröhlicher und der Alltag stressfreier ist. Heißt nicht unbedingt, dass die Methoden deshalb gut sind, aber es kann dennoch etwas Gutes dadurch entstehen.
    Das möchte ich unterstreichen. Der Zweck heiligt nicht immer die Mittel. Deswegen finde ich es etwas kurz gegriffen, zu sagen, dass die Kinder am Ende ja glücklich aussahen und die Therapie somit gerechtfertigt sein muss.


  7. Registriert seit
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    AW: Elternschule - Dokumentarfilm ARD-Mediathek

    Zitat Zitat von Phoenic Beitrag anzeigen
    Naja, Kinder brauchen die Eltern ja nicht nur zur Sicherheit. Da geht es ja auch um Geborgenheit und Nähe. Wir legen uns bei beiden Kindern (4 und 1 3/4) zum Einschlafen dazu. Ich finde das selbst ganz schön, so zum Ausklang des Tages. Und ich bin sicher, irgendwann werden sie das nicht mehr brauchen.
    Darum geht es uns auch: Geborgenheit und Nähe. Davon wird unser Sohn mit zunehmendem Alter sicher weniger brauchen und das ist auch gut so. Aber derzeit fordert er Nähe zum Teil auch schon ein und ich sehe keinen Grund warum er sie nicht haben sollte.

    Ich weiß auch nicht, ob man sagen kann, dass die Eltern im Film alle einfach überfürsorglich waren. Das vereinfacht die Sache zu sehr. Beim Essen kann sich z. B. durch Stress früh etwas hochschaukeln. Ich weiß von Eltern, die sehr besorgt und nervös waren als bei der Beikosteinführung bei ihrem Baby nach einem Monate eine Still Mahlzeit noch nicht durch Brei ersetzt war. Manche Eltern stress das so, dass sie ihrem Kind das Essen irgendwie reinzwingen wollen und das Kind reagiert darauf entsprechend. Das hat dann eher mit Unwissen bzw. Unsicherheit als mit Überfürsorge und Klammern zu tun.

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