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  1. Registriert seit
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    Schwester opfert sich für narzisstische Mutter auf

    Hallo in die Runde,

    ich habe hier schon länger nicht mehr geschrieben, auch weil ich froh war, mich nicht immer mit meiner narzisstischen Mutter auseinandersetzen zu müssen.

    Doch in den letzten Monaten hat sich die Situation leider etwas zugespitzt und sie macht mich sehr traurig. Es geht dabei weniger um meine Mutter, sondern eher um meine jüngste Schwester und die gesamte destruktive Familiensituation.

    Der Mann von meiner Mutter hat Demenz bekommen, sie ist zwar noch am Anfang, aber man merkt es deutlich und ich denke, er wird nicht mehr allzu lange zu Hause wohnen können. Meine Mutter kümmert sich dabei – wie sollte es auch anders sein – um gar nichts. Empathie und Fürsorge sucht man vergeblich, aber das ist ja normal bei Narzissten. Leider übernimmt meine jüngste Schwester die komplette Verantwortung, sie ist die einzige von uns, die in der Nähe wohnen geblieben ist. Zum Beispiel hat sie den Mann meiner Mutter nach Monaten endlich zum Arzt gefahren, damit er eine Diagnose bekommt, hat einen Pflegegrad für ihn beantragt und fängt vieler seiner Versäumnisse auf.

    Sie setzt keine gesunden Grenzen und scheint zwanghaftes Helfersyndrom zu haben, ohne zu merken, dass es „krank“ ist. Darauf angesprochen, winkt sie nur ab und hält mich für nervig und übertrieben. Sie macht mir Vorwürfe, dass ich mich auch mal kümmern könnte, dass sie immer alles allein machen müsse. Also alles völlig absurd, da sie das Verhalten meiner Mutter gar nicht an sich heran lässt.

    Mir tut der Mann meiner Mutter auch leid, aber ich habe erstens keine große Bindung zu ihm und außerdem denke ich, dass zunächst einmal sie (also meine Mutter) zuständig wäre, denn als er noch gesund war, hat sie von der Partnerschaft profitiert. Nun geht es ihm nicht mehr gut und sie ist genervt von ihm und kümmert sich nicht. Sie will bei niemanden etwas mit Krankheit und Fürsorge zu tun haben und lässt die Dinge einfach so laufen.

    Auch meine Mutter hat abgebaut und bräuchte einen Pflegegrad, jedoch meinte meine Schwester, das könne man ihr doch nicht antun. Also fährt sie sie zum Einkaufen, zum Arzt, zu Bekannten, damit sie dort Kaffeetrinken kann und regelt auch sonst vieles für sie bzw. die beiden. Wenn der Mann meiner Mutter in ein Krankenhaus in einer anderen Stadt kommt, fährt sie sie mehrmals die Woche dahin und das alles trotz ihr eigener Berufstätigkeit (Vollzeit) und einem Partner. Man merkt ihr den Stress mittlerweile deutlich an. Sie ist nervös, gereizt, vergisst vieles, hat kein wirkliches Privatleben mehr.

    Zu meinen anderen beiden Schwestern ist der Kontakt auch sehr schwierig, sie wohnen weiter weg und sind mit sich beschäftigt. Den besten Kontakt hatte ich immer zu meiner jüngsten Schwester und nun habe ich mich stark zurückgezogen, weil ich es einfach nicht mehr aushalte.

    Ich habe zwar mittlerweile wieder einen lieben Partner, dennoch belastet es mich zurzeit stark, dass die Strukturen in meiner Familie so unfassbar destruktiv sind. Natürlich hat meine Schwester eine Art von Störung, sie klammert sich an eine Mutter und opfert sich für sie auf, obwohl diese völlig kalt ist und auch nicht dankbar für die Hilfe.

    Warum ich hier geschrieben habe? Ich weiß es nicht genau, ich brauche eigentlich keinen Rat, weil ich weiß, dass ich sowieso nichts machen kann und Rückzug das Beste ist. Andererseits tut das alles ziemlich weh und ich wollte es einfach loswerden.

    Habe auch mal überlegt, ich kenne in meinen gesamten Freundes- oder Bekanntenkreis niemanden (auch nicht vom Hörensagen), der sein Leben der Pflege seiner Eltern widmet und nur noch damit beschäftigt ist.

    Viele Grüße
    Hoffnung

  2. Moderation
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    AW: Schwester opfert sich für narzisstische Mutter auf

    Ich würde da ein bißchen Anteilnahme schicken, aber nicht so viel, daß es aussieht, als wollte ich den Job übernehmen, den sie macht! Vielleicht hier und da darauf hinweisen, wo sie ihr eigenes Leben kritisch vernachlässigt (die Kinder hungern, der Ehemann schläft im Hotel, die Katze hat sich neue Menschen gesucht), aber auch nicht öfter als "sehr gelegentlich". Ihr sagen, wo sie Hilfe finden kann, wenn sie klagt.

    Jeder hat seine Gründe. Mehr als auf die Existenz eines Tellerrandes verweisen, über den hinausgeschaut werden könnte, bringt nur etwas, wenn man sich konkret und praktisch einbringen möchte. Und bei dem, was du schilderst, klingt es so, als würdest du lieber schreiend in die andere Richtung rennen.
    ** Moderatorin in Sparforum, Freundschaftsforum, und "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

  3. Moderation Avatar von Analuisa
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    AW: Schwester opfert sich für narzisstische Mutter auf

    Hallo Hoffnung,

    ich sehe (natürlich von außen) vier Schwestern, von denen eine sich um die Belange von Mutter und Stiefvater kümmert, die anderen drei jedoch aus unterschiedlichen Gründen nicht. Wäre ich deine jüngste Schwester, würde ich mich sehr alleingelassen fühlen und wäre einigermaßen sauer auf meine Geschwister.

    Mich irritiert ein wenig, dass es die Fürsorge deiner Schwester ist, die dich beschäftigt und an der du dich abarbeitest, nicht aber das - jedenfalls in meinen Augen - eigentliche Problem: nämlich die Hilfsbedürftigkeit der Mutter und des Stiefvaters.

    Du beschreibst die Strukturen in deiner Familie als "unfassbar destruktiv". Ich weiß jetzt nicht genau, was du damit meinst, aber konstruktiv wäre es, wenn ihr vier Schwestern euch zusammensetzen und die Situation und mögliche Hilfsangebote an die ältere Generation besprechen würdet. Das könntest du zum Beispiel initiieren, anstatt dich über deine Schwester zu mokieren, die sich ja immerhin kümmert.

    Ich weiß nicht, was zwischen dir und deiner Mutter abgelaufen ist, offenbar habt ihr kein gutes Verhältnis. Wenn es aber so ist, wie du sagst, dass sie einen Pflegegrad bräuchte, muss es jemanden geben, der das anleiert. Ein Pflegegrad ist ja auch nichts, was man jemandem "antut", sondern zunächst mal ein Mittel, damit die Unterstützungsleistungen deiner Schwester zumindest minimal entlohnt werden.

    Zitat Zitat von Hoffnung_ Beitrag anzeigen
    Habe auch mal überlegt, ich kenne in meinen gesamten Freundes- oder Bekanntenkreis niemanden (auch nicht vom Hörensagen), der sein Leben der Pflege seiner Eltern widmet und nur noch damit beschäftigt ist.
    Nun ja, von "nur noch" kann ja nicht die Rede sein, immerhin ist deine Schwester noch vollzeit berufstätig.

    Wie stellst du dir denn vor, wie es mit deiner Mutter und dem Stiefvater weitergehen soll?
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    AW: Schwester opfert sich für narzisstische Mutter auf

    Was erwartest du von deiner Mutter?
    Sie selbst ist krank und bräuchte eine Pflegestufe und sie soll sich dann kümmern. Wie soll sie das denn tun?

    Ich finde es sehr nett und verantwortungsbewusst von deiner Schwester. Ich würde sie entlasten. Sehr weit kann es mit deinem Mitleid ja nicht sein.


  5. Registriert seit
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    AW: Schwester opfert sich für narzisstische Mutter auf

    Liebe TE,

    ich verstehe Dein Dilemma sehr gut.
    Du scheinst Dich nicht für den Stiefvater und auch nicht für die Mutter verantwortlich zu fühlen oder Mitleid zu empfinden.
    Ich bin sicher, dass Du gute Gründe für Deine Haltung hast, die offenbar andere Mitposter verärgert oder zu Kritik Anlass gibt. Damit musst Du rechnen.
    Mütter sind in unserer Gesellschaft bei Vielen immer noch so eine Art Heilige Kuh und wenn man als Tochter wagt, das anders zu sehen, dann erlebt man sein blaues Wunder, ganz egal, wie die Mutter sich auch immer in ihrem Leben selbst verhalten hat.

    Leider habe ich in Bezug auf Deine Schwester gerade auch keine ideale Strategie parat.
    Denke, es wäre gut, weiterhin für sie "da" zu sein und sie auf ihr Helfer-verhalten anzusprechen. Denke, gerade wenn man so überfordert und im Stress ist, entwickelt man eine Art Tunnelblick, der eher verunmöglicht, sein eigenes Verhalten zu reflektieren. Es kann daher sehr hilfreich für Deine Schwester sein, von Dir gespiegelt zu werden. Du könntest sie darauf hinweisen, dass sie ihre Familie gefährdet, evtl. ihre Partnerschaft, wenn sie sich ständig anderweitig abarbeitet.

    Du hast vielleicht im Moment das Gefühl, Du kannst nichts tun, aber ich bin sicher, Du bist wichtig für Deine Schwester. Gib nicht auf!


  6. Registriert seit
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    AW: Schwester opfert sich für narzisstische Mutter auf

    Hallo Hoffnung,

    aus einer schwierigen Familie resultieren gerne schwierige Konstellationen und das spiegelt sich gerade sehr gut in diesen Umständen.

    Deine Schwester hat einen anderen Blick auf diese Familie und kann deshalb ganz anders mit allem umgehen als du.

    Nun machst du dir Sorgen um deine Schwester und ich vermute auch, dass sie sich kaum etwas sagen lassen wird- wie sie sich zukünftig verhalten soll. Sie ist erwachsen und hat auch die Freiheit, selbst zu entscheiden.

    Interessant ist die Dynamik, bei der die Schwierigkeiten von dir zu deiner Mutter nun mit der Schwester verflochten werden und damit auch eurer Beziehung nicht gut tun wird.
    Du hast dich zurück gezogen und das macht natürlich etwas mit euch.

    Statt der Frage, wie deine Schwester von ihrem eigens gewählten Auftag loslassen könnte- sehe ich die Frage, wie du diese Beziehung zur Schwester ohne Verletzungen erhalten kannst?

    Deine Schwester fühlt sich verantwortlich und wird sich nicht aufhalten lassen.

    du schreibst, du hast dich inzwischen zurück gezogen, weil du es nicht mehr "aushalten" kannst- und mich würde interessieren, was konkret kannst du nicht aushalten?
    Dass deine Mutter soviel Unterstützung bekommt?
    Dass deine Mutter machen kann, was sie will- und wie im bisherigen Leben- kommt sie damit durch?
    Dass sie bei allem Verhalten tatsächlich noch eine Tochter hat, die für sie macht?
    Dass es für dich unvorstellbar ist, bei solcher Mutter so zu helfen?
    Dass deine Schwester deine Mutter als jetzige Lebensaufgabe annimmt?
    Dass deine Schwester trotz aller Freiheit, ihren Weg genau so wählt?
    Dass deine Schwester eine Verbindung leben kann, die du so nicht leben könntest?

    Es könnten noch viele Fragen folgen- ich glaube, wichtig ist, dass DU DIR klar wirst, was das mit DIR zu tun hat.
    Und viel, schon klar, aber je konkreter es dir klar ist, desto eher kannst du eine neue Position einnehmen (innerlich) und besser mit allem umgehen (evtl auch das Verhältnis zu deiner Schwester bessern).

    Wäre es nicht deine Mutter plus Lebenspartner sondern Fremde, die deine Schwester pflegt- wie würdest du dann damit umgehen?

    Du könntest deine Schwester unterstützen, das bedeutet aber auch gleichzeitig immer, dass du deine Mutter unterstützen wirst.
    Das ist der Spagat, den du in dir hast und momentan hast du dich davon zurück gezogen........für den Preis, das Verhältnis für immer zu belasten.

    Ich- würde mir zuerst einmal klar werden, was alles an Themen "arbeitet" und würde dann in ein Gespräch mit der Schwester gehen.
    Würde ihr sagen, was alles an Gedanken in dir ist und auch erklären, wie sehr es dich selbst zerreißt, denn der Verlust dieser engen Beziehungen ist ein hoher Preis.
    Vielleicht gibt es über die gemeinsame Offenheit einen Weg, in Verbindung zu bleiben.
    Vielleicht gelingt es dir, die Unterstützung deiner Schwester (und sei es durch Zuhören) zu ermöglichen und es von dem, für WEN deine Schwester macht, zu trennen.

    Das ist eine große Belastung für eure ganze Familie.
    alles Gute für dich
    kenzia

    ps zum Strangtitel: Es ist deine Interpretation, dass sich deine Schwester "aufopfert". Wer weiß, welche Entwicklung für deine Schwester in dieser Arbeit zu finden ist? Was für eine Chance, ein Geschenk das alles ist?
    Wer hier "das Opfer" ist (so es überhaupt eines gibt).......ist die große Frage.
    Geändert von kenzia (15.04.2019 um 06:58 Uhr) Grund: Wort hat gefehlt


  7. Registriert seit
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    AW: Schwester opfert sich für narzisstische Mutter auf

    Wieso bemitleidest du deine Schwester. Du hast den Kontakt abgebrochen und ich verstehe das gut. Laß sie machen.

    Ich würde mich da nicht einmischen.

    Und ja ich kenne so jemanden, dessen Aufgabe es ist sich um die Eltern zu kümmern und dabei auf ein eigenes Leben verzichtet.

    Jeder ist selbst für sich verantwortlich.

    Deine Schwester will helfen, dann laß sie.

    Für dich ist es nicht gut Kontakt zu haben, dann lass es.

    Und laß dir ein dickes Fell wachsen - versteht nicht jeder!


  8. Registriert seit
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    AW: Schwester opfert sich für narzisstische Mutter auf

    Jetzt bin ich mal gemein: Wenn Du Dir solche Sorgen um Deine kleine Schwester machst, warum entlastet Du sie nicht?
    Sind Dir Deine eigenen Animositäten gegenüber Deiner Mutter wichtiger als das Wohl Deiner Schwester?
    Ich bin in einer ähnlichen Situation wie Deine Schwester, muss mich als Jüngste in der Geschwisterreihe um unsere demente Mutter kümmern, während die anderen sich galant heraushalten und sich darauf berufen, was für eine schlechte Mutter sie für sie war.
    Für mich war sie das zum Teil auch, zum Teil aber auch nicht. Ich habe ein anderes Verhältnis zu ihr. Vielleicht ist das bei Deiner Schwester ja auch der Fall.
    Ich stelle mir gerade vor, sie würde hier schreiben.
    Hilf ihr, sie braucht Dich jetzt.


  9. Registriert seit
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    AW: Schwester opfert sich für narzisstische Mutter auf

    Hallo Hoffnung!

    Hattest Du vor der Erkrankung Deiner Mutter denn den Kontakt schon abgebrochen? Bzw. wusste Deine Schwester, wie Dein Verhältnis zu Deiner Mutter ist? Ich nehme mal an, das ist der Fall. Andernfalls fühlt sie sich in dieser Situation sicherlich im Stich gelassen von Dir.

    Ich schließe mich dem Vorschlag von Analuisa an: Setzt Ihr vier Schwestern Euch zusammen und überlegt gemeinsam, wie Ihr mit dieser Situation umgehen könnt.

    Zitat Zitat von Hoffnung_ Beitrag anzeigen
    Sie setzt keine gesunden Grenzen und scheint zwanghaftes Helfersyndrom zu haben, ohne zu merken, dass es „krank“ ist. Darauf angesprochen, winkt sie nur ab ...
    Deine Schwester hat offensichtlich eine andere Perspektive auf Eure Eltern als Du. Versetz Dich mal in ihre Lage: Sie unterstützt Eure Mutter ganz allein, Du hilfst nicht, sprichst sie aber auf ihr krankes Verhalten an.


  10. Registriert seit
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    AW: Schwester opfert sich für narzisstische Mutter auf

    Hallo,

    ich kann nicht alle Fragen einzeln beantworten, aber ich versuche es mal im Zusammenhang.
    Ich habe ein schlechtes Verhältnis zu meiner Mutter, sie hat sich nie um uns gekümmert, ganz im Gegenteil, sie hat sich oft kalt und skrupellos verhalten. Wir alle vier haben dadurch psychische Schäden erlitten.

    Meine anderen beiden Schwestern haben sich komplett zurückgezogen und sind wenig erreichbar. Auf ihre Hilfe kann man definitiv nicht zählen, aber ich kann es verstehen, denn sie brauchen ihre ganze Kraft um ihren Alltag zu meistern. Wie gesagt, sie haben ihre Probleme (Depressionen, Ängste, Überforderungen usw).

    Da wir sehr vernachlässigt wurden, finde ich nicht, dass wir dazu verpflichtet sind, unsere Mutter zu pflegen. Ganz abgesehen davon ist es auch so, dass meine Mutter sich selbst um gar nichts kümmert. Sie lässt alles schleifen und das war schon immer so. Nun im Alter wird diese Verhaltensweise natürlich immer schwieriger, da es um andere Dinge geht.

    Ich wollte vor ein paar Monaten einen Pflegegrad für sie beantragen. Da würde sie böse und gemein. Sie wäre schließlich keine alte und pflegebedürftige Frau, ich solle ja meine Finger davon lassen.

    Neulich erzählte sie mir von einer Nachbarin, die mit 85 Jahren gestorben ist und da meinte sie zu mir – kein Witz! – 85 Jahre wäre doch noch viel zu jung zum Sterben.

    Sie ist Anfang 80 und meinte, sie würde sich noch richtig fit fühlen. Es ist also so, dass sie alles verdrängt, was damit zu tun hat und sich einer Illusion hingibt. Was aber auch schon immer so war mit allen anderen Themen des Lebens.
    Meine Schwester findet, dass man aus Schuldgefühlen heraus verpflichtet sei, seiner Mutter zu helfen, egal, was sie gemacht hat und wie sie sich verhält und das tut mir weh. Es tut deswegen so weh, weil wir alle vier psychisch angeschlagen sind.

    Ich kann meiner Schwester nicht weiter helfen, weil ich auch gar nicht in der Nähe wohne. Und alle Vorschläge, die ich gemacht habe, werden sowohl von ihr als auch von meiner Mutter abgeschmettert. Ist ja auch bequem für meine Mutter, wenn meine Schwester alles macht.
    Und es tut mir einfach weh zu sehen, wie sich meine Schwester aufopfert, ohne zu sehen, dass es ein Teufelskreis ist, der sie nach unten zieht. Ich bin schon der Meinung, dass man – gerade bei einer schlechten Mutter – sein eigenes Leben haben darf. Und das hat sie nicht.

    Zitat Zitat von kenzia Beitrag anzeigen

    du schreibst, du hast dich inzwischen zurück gezogen, weil du es nicht mehr "aushalten" kannst- und mich würde interessieren, was konkret kannst du nicht aushalten?
    Dass deine Mutter soviel Unterstützung bekommt? Das ist an sich okay, wenn sie dabei nicht andere ausnutzen würde.
    Dass deine Mutter machen kann, was sie will- und wie im bisherigen Leben- kommt sie damit durch? Ja
    Dass sie bei allem Verhalten tatsächlich noch eine Tochter hat, die für sie macht? Ja
    Dass es für dich unvorstellbar ist, bei solcher Mutter so zu helfen? Ja
    Dass deine Schwester deine Mutter als jetzige Lebensaufgabe annimmt? Ja
    Dass deine Schwester trotz aller Freiheit, ihren Weg genau so wählt? Ja
    Dass deine Schwester eine Verbindung leben kann, die du so nicht leben könntest? Ja

    Es könnten noch viele Fragen folgen- ich glaube, wichtig ist, dass DU DIR klar wirst, was das mit DIR zu tun hat.
    Und viel, schon klar, aber je konkreter es dir klar ist, desto eher kannst du eine neue Position einnehmen (innerlich) und besser mit allem umgehen (evtl auch das Verhältnis zu deiner Schwester bessern).

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