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  1. Avatar von Ivonne2017
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    AW: Problematische Konstellation: narzisstische Mutter und ich als einzige Angehörige

    Jede Wette, dass die Tante, die Ärzte und sogar Melli zu hören bekommen, welch vorbildliche Tochter sie hat?

    Zwischen euch ist das Muster etabliert.
    Für mich liest sich das so, als würde es passen für beide.

    Weshalb hast du immer noch ein schlechtes Gewissen? Deine Mutter scheint zufrieden zu sein.
    LG Ivi

  2. Avatar von Ivonne2017
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    AW: Problematische Konstellation: narzisstische Mutter und ich als einzige Angehörige

    Was nicht heißt, dass ich Krona nicht verstehe. Mich plagen dieselben Gedanken auch regelmäßig

    Es ist eigentlich unmenschlich, sich nicht oder nur sehr wenig zu kümmern und uns wesensfremd. Ich sag mir immer, dass sich gewaltig viel dazugehörte, mich an diesen Punkt zu bringen.

    Das war eine reife Leistung unserer Mütter!
    LG Ivi

  3. Avatar von Mediterraneee
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    AW: Problematische Konstellation: narzisstische Mutter und ich als einzige Angehörige

    Hallo liebe Krona,

    uff, ich habe jetzt diesen ganzen Strang auf einmal gelesen und will fragen, ob Du noch da bist und wie es Dir inzwischen geht.

    Ich habe viele, viele, viele Deiner Worte sehr gut nachempfinden können, bin ich doch mit einer zwar nicht narzisstischen, aber einer Borderline-Mutter geschlagen (da gibt es, denke ich viele Parallelen, was Gefühlskälte, emotionale Erpressung, fehlende Empathie und sich immer in den Mittelpunkt stellen angeht).

    Ich finde es wunderbar, wie Du emotional für Dich sorgst und wie klar Du bist. Ich hoffe, es geht Dir gut!
    Manche Menschen leben so vorsichtig, die sterben wie neu.



    Mein Avatar zeigt ein Gemälde von Ramón Lombarte.


  4. Registriert seit
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    AW: Problematische Konstellation: narzisstische Mutter und ich als einzige Angehörige

    Ja, es geht mir gut und ich bin noch da, lese ab und zu still mit, habe aber nicht mehr das Bedürfnis, für mich hier etwas zu klären oder zu erklären. Weil es nichts mehr für mich zu klären gibt. Ich bin im Reinen mit mir selber, lebe mein eigenes Leben, in dem meine Mutter keine Rolle mehr spielt, auch nicht emotional, und fühle mich sehr wohl damit.

    Ich habe noch Kontakt zu meiner Mutter, ab und an telefonisch oder auch mal ein, zwei Stunden direkt. Wir treffen uns allerdings nur noch "auf neutralem Gelände". Bei ihr in ihrer Wohnung war ich ja schon lange nicht mehr willkommen. Nun habe ich meinerseits auch eine klare Linie gezogen und lade sie nicht mehr zu mir ein. Die wenigen Male, die sie gekommen ist, saß sie nur völlig gleichgültig da, trank ihren Kaffee und wollte dann nach einer Stunde wieder weg. Das können wir also getrost bleiben lassen. Sie wird meine Wohnung und damit auch mein Leben nicht mehr betreten. Kontakt ja, aber auch das inzwischen ganz klar, so wie es für mich akzeptabel ist. Ich erzähle nichts mehr von mir (es interessierte sie sowieso noch nie), bleibe konsequent beim unverbindlichen Smalltalk, und habe ihr auch gesagt, dass ich sie nicht mehr jede Woche anrufen werde. Diese sinnfreien "Gespräche", die aus drei oder vier Floskeln bestehen, brauche ich nicht jede Woche zu führen, wozu auch. Wenn ich alle paar Wochen anrufe, redet sie wie immer nur von sich. Weihnachten werde ich ihr anbieten, dass ich sie ein, zwei Stunden in ihrer Wohnung bzw. auf dem Gelände des Seniorenzentrums (im Café dort) besuche. Wenn sie das nicht möchte, gibt es eben keinen Kontakt an Weihnachten.

    Es klingt sehr hart für Menschen, die nicht von klein auf eine narzisstische, lieblose, verletztende und aggressiv ablehnende Mutter hatten und wissen, wovon ich rede, aber meine Mutter hat mit meinem Leben nun nichts mehr zu tun. Ich habe mich auch von allen Sachen getrennt, die sie mir - um vor ihrem Mann als perfekte, liebevolle Mutter und Ehefrau dazustehen - gekauft hat. Alles nach ihrem Geschmack, in ihren Farben, ohne je zu fragen, ob es mir gefällt. Ich hatte mich jahrzehntelang, solange mein Vater noch lebte, nicht getraut, es zu entsorgen oder wegzuwerfen, weil ich innerlich Angst vor einem erneuten gewaltigen Konflikt mit meinen Eltern hatte und mich dem nicht aussetzen wollte. Jetzt aber bin ich innerlich frei und habe alles verschenkt und entsorgt, was da noch herumstand oder in den Schränken lag. Ich will das alles nicht mehr haben, sondern mein Leben nun so leben und mir so einrichten, wie ich es möchte und wie es mir gefällt. Und ich will nichts mehr in meiner Wohnung herumstehen haben, was bei jedem Blick negative Gefühle und Abwehr in mir auslöst.

    Hat mir sehr gut getan, dieser klare entschiedene Schritt. Es ist eine große Gelöstheit und Freiheit in mir, und ich genieße es sehr, dass mein Leben nun ganz und gar wieder mir selbst gehört.

    Ich bin meiner Mutter nicht böse, ich trauere auch nicht mehr dem nach, was ich nie hatte und was sie mir alles ein Leben lang verweigert und angetan hat. Ob sie es nicht anders konnte oder nicht anders wollte, interessiert mich nicht mehr. Es war, wie es war, und es ist, wie es ist. Und jetzt ist es vorbei. Ich habe auch keinerlei emotionale Verbundenheit ihr gegenüber. Was ich versuche, ist, zu ihr so höflich und freundlich-unverbindlich zu sein, wie zu jedem anderen Menschen auch, und eine Minimalform des Kontakts aufrechtzuerhalten, aus der familiären Verpflichtung heraus, ihre einzige Verwandte zu sein. Das akzeptiere ich, es ist nun mal so, und ich werde auch irgendwelche offiziellen Sachen erledigen, soweit es mir möglich ist, wenn sie es selbst nicht mehr kann. Mit Schwerpunkt auf "wenn es mir möglich ist". Aber das ist dann auch schon alles.

    Mediterranee, ich wünsche dir alles Gute bei deiner eigenen Bewältigung der von dir beschriebenen Situation mit deiner Borderline-Mutter! Es ist schwer, seinen eigenen Weg zu finden, und immer mit sehr viel Trauerarbeit verbunden. Ich glaube, man schafft es nur, wenn man sich selbst eine fürsorgliche Freundin sein kann und es sich wert ist, gut auf sich selbst aufzupassen und für sich selbst zu sorgen.
    Geändert von Krona (14.08.2019 um 11:46 Uhr)

  5. Avatar von Mediterraneee
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    AW: Problematische Konstellation: narzisstische Mutter und ich als einzige Angehörige

    Krona, danke für Dein langes Posting.

    Ich denke, dass Du genau den richtigen Weg gehst. Vor allem passt Du auf Dich selbst auf und lässt keine Grenzüberschreitungen (mehr) zu, das ist enorm wichtig. Sich selbst eine fürsorgliche Freundin sein, besser kann man es nicht ausdrücken. Und die Gelöstheit, von der Du schreibst, kann ich sehr gut nachvollziehen.

    Für mich hatte ich einen ähnlichen Weg gefunden, mit meiner Mutter umzugehen und den Gefühlswust in mir in Ordnung zu bringen - und ich lebe schon seit Jahren damit sehr gut und weiß daher, dass das Bestand haben wird.

    Ich wünsche Dir von Herzen alles Gute!
    Manche Menschen leben so vorsichtig, die sterben wie neu.



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  6. Avatar von Beachnoodle
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    AW: Problematische Konstellation: narzisstische Mutter und ich als einzige Angehörige

    Krona, ich finde dich sehr mutig, stark und reflektiert. Erkennen dass diese Frau sich nicht mehr ändert und Du dein Leben so gestaltest wie es für dich gut ist, ist der richtige Weg. Alles Gute.
    Auf dem Boden der Tatsachen liegt eindeutig zuwenig Glitzer

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