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  1. Avatar von 2believe
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    AW: Unsere perfekte Tochter

    Zitat Zitat von Brunchgehtimmer Beitrag anzeigen
    Ich bin absolut dafür, dass sie sich professionelle Unterstützung holen um die vielen gefühlten Verletzungen der letzten Jahre aufzudröseln. Aber solange sie meinen für dieses "Hilfe in Anspruch nehmen" verachtet zu werden, werden sie es nicht tun, zumindest Nr 3 nicht.
    Es geht nicht ums aufdröseln der einzelnen Verletzungen.
    Sie haben Angst vor der scheinbar vernichteten Meinung ihres Vaters.
    Sie werden (hoffentlich) in einer Therapie lernen, dass sie diese Angst nicht haben müssen. Die Meinung eines einzelnen Menschen, auch wenn es der eigene Vater ist, kann sie nicht vernichten. Er kann Ihnen ihre Existenzberechtigung nicht absprechen, egal wie weit weg sie von den wünschen des Vaters sind. Das sind nur die tiefsitzenden Ängste und glaubensmuster. Das gilt es zu erkennen. Dann sind sie unabhängig von seiner Meinung.

    Du kannst sie darin bestärken genau diesem ersten Schritt zu gehen.

  2. Avatar von Ivonne2017
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    AW: Unsere perfekte Tochter

    Und nochmal, ich verstehe es nicht und werde es nie verstehen. Ich musste lernen, egal weshalb meine Mutter so ist, ich auf mich schauen muss und den Fokus von ihr wegnehmen.

    Diese Tatsache zu kapieren (!!!!) war für mich sehr sehr schwer und manchmal falle ich zurück, denke, vielleicht hat sie es nicht so gemeint, etc. pp....

    Menschen ändern sich nicht.
    Das müssen sie auch nicht.
    Jeder dagegen muss auf sich gucken.

    Meine Mutter redet bei anderen auch nur gut über mich, bekomme ich erzählt.
    LG Ivi


  3. Registriert seit
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    AW: Unsere perfekte Tochter

    "
    Musste es DIESES Blau sein :((".
    die Alternative meiner Mutter wäre gewesen:

    "Wie gut dass du einmal auf mich gehört hat und das hübsche Kostüm angezogen hast, welches ich ausgesucht habe. Leider hast du ja gar keinen Geschmack"

    Ist hier völlig OT, aber ich bin gestern schon gestolpert wo du geschrieben hattest "das bildet sie sich nur ein" Hoppla, das kenn ich doch irgendwoher...

    Wenn deine Mutter auch so tickte weißt du ja, wie mit umgehen.

    Ich versteh's nicht. Du etwa?

    Dann bist du weiter als ich.
    Nein, von verstehen bin ich weit entfernt. Allerdings ist meine Mutter seit ein paar Jahren tot, insofern muss ich sie auch nicht mehr verstehen. Ich habe akzeptiert, dass ich für sie nur eine Sache war, die zum Bedürfnisse erfüllen sehr nützlich war. Solange sie (also die Sache aka ich) keine eigene Meinung hat und immer brav macht was Mama will.

  4. Avatar von Kambara
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    AW: Unsere perfekte Tochter

    Zitat Zitat von Brunchgehtimmer Beitrag anzeigen
    Ich habe akzeptiert, dass ich für sie nur eine Sache war, die zum Bedürfnisse erfüllen sehr nützlich war. Solange sie (also die Sache aka ich) keine eigene Meinung hat und immer brav macht was Mama will.
    Jetzt ersetze mal "ich" durch Tochter Nr. 3 und "Mama" durch "Papa". Und addiere dann noch "Angst" dazu.
    People are so crackers.
    John Lennon


  5. Registriert seit
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    AW: Unsere perfekte Tochter

    Zitat Zitat von luftistraus Beitrag anzeigen

    Ich verstehe deinen Wunsch aber mit unbedachten agieren bringst du noch mehr Probleme in die bereits angespannte Situation.
    Das ist mir auch schon aufgefallen, ja stimmt. Aber manche Sachen "ploppen" erst auf wenn ich schon am kratzen bin und dann ist der Brand meistens schon gelegt.

    Ich werde mir mit Sicherheit Unterstützung suchen, aber ich brauche noch Zeit

  6. Inaktiver User

    AW: Unsere perfekte Tochter

    Zitat Zitat von 2believe Beitrag anzeigen
    Es geht nicht ums aufdröseln der einzelnen Verletzungen.
    Sie haben Angst vor der scheinbar vernichteten Meinung ihres Vaters.
    Sie werden (hoffentlich) in einer Therapie lernen, dass sie diese Angst nicht haben müssen. Die Meinung eines einzelnen Menschen, auch wenn es der eigene Vater ist, kann sie nicht vernichten. Er kann Ihnen ihre Existenzberechtigung nicht absprechen, egal wie weit weg sie von den wünschen des Vaters sind. Das sind nur die tiefsitzenden Ängste und glaubensmuster. Das gilt es zu erkennen. Dann sind sie unabhängig von seiner Meinung.
    Sehr gut auf den Punkt gebracht!
    Genau das sollte das (angestrebte) Ziel der Töchter sein und eigentlich auch jenes der Mutter.
    Es darf nicht darum gehen, die Anerkennung des Vaters zu gewinnen, sich seinen verspäteten Segen abzuholen.
    Er gehört endlich von diesem Sockel geworfen, auf den ihn sämtliche Frauen seiner Familie stellen - mit Ausnahme von Tochter 1, die ins andere Extrem übergangen ist und ihn massiv abwerten muss, um mit ihren eigenen Verletzungen irgendwie klar zu kommen.
    Wut und Hass sind immer noch besser als Ohnmacht und seelischer Schmerz. Indem sie ihn abwertet, versucht sie gleichzeitig , den Wert seiner vernichtenden Meinung zu schmälern.
    Das ist Selbstschutz, Ventil, aber auch ein Ausdruck tiefer Verzweiflung. Sie kann ihn noch nicht loslassen und liefert sich deshalb diese verbalen Gemetzel mit ihm, darin ist sie immerhin erprobt. Zumal sie in ihm einen "würdigen" Gegner hat.

    Ich verstehe, warum die Tochter das Gefühl hat, nie richtige Eltern gehabt zu haben, sondern allenfalls Kumpels.
    Dem Vater geht jegliche emotionale Reife und Größe ab. Nicht nur übernimmt er keine Verantwortung für das entstandene Leid seiner Töchter, er sieht und inszeniert sich sogar noch als eigentliches Opfer.

    Du kannst sie darin bestärken genau diesem ersten Schritt zu gehen.
    Das könnte sie. Dafür müsste sie aber erst die eigenen Muster und Glaubenssätze durchbrechen wollen.

    Relativ zu Anfang des Strangs berichtete sie davon, Tochter 2 hätte sie auch deshalb nicht in ihre Obdachlosigkeit und Exmatrikulation eingeweiht, weil sie wusste, dass es dann zwangsläufig auch der Vater erfahren würde. Brunch bestätigt das: sie hätte die Tochter dazu gedrängt, ihn ebenfalls einzuweihen.

    Spätestens ab da war ich fassungslos.

    Die Töchter nehmen die Mutter offenbar nicht als eigenständig starke Instanz neben dem Vater wahr, bei der sie Schutz und Zuflucht finden könnten.
    Sie ist kein sicherer Rückzugsort für die eigenen Kinder, sondern handelt(e) stets als Komplizin des gefürchteten Vaters.

    Warum drängt eine Mutter das eigene Kind dazu, ins offene Messer zu rennen?
    Eine mögliche Erklärung: weil sie dem Vater mindestens dieselbe Deutungshoheit und Wichtigkeit zuordnet wie die Kinder.

    Der Vater muss es wissen, weil....ja, warum? Warum fühlst du dich ihm derart verpflichtet?
    Stärker als dem Schutz deines Kindes?


    Diese Fragen sind natürlich unangenehm und ich kann nur wiederholen, dich damit nicht anfeinden zu wollen. Sie drängen sich allerdings auf, in all ihrer Hässlichkeit, wenn man deine Erklärungen und Argumentationen hier liest.

  7. Avatar von 2believe
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    AW: Unsere perfekte Tochter

    Zitat Zitat von Ivonne2017 Beitrag anzeigen
    Neulich gab es einen Film, da ging es um Mutter und Tochter, beide Ärztinnen, Thema Eiskunstlauf in der ehemaligen DDR.

    Als Kind hatte sie die Liebe zum Eislaufen sehr grob und lieblos verhindert. Begründung: Die Tochter sei zu schlecht.

    Die Mutter ließ an der Tochter kein gutes Haar, nie, auch nicht in ihrer Eigenschaft als Ärztin.

    Vielleicht hat den Film jemand gesehen?

    Als die Töchter mit Ü60 noch eine gute Performance auf dem Eis brachte liefen der Mutter im Publikum Tränen übers Gesicht vor Rührung.


    Bei der anschließenden Begegnung mit der Tochter hatte sie nur eine abfällige Bemerkung für deren Eislaufkostüm übrig.

    "Musste es DIESES Blau sein :((".

    Wenn deine Mutter auch so tickte weißt du ja, wie mit umgehen.

    Ich versteh's nicht. Du etwa?

    Dann bist du weiter als ich.
    Diese Mutter "meinte" es sicherlich auch nicht so. Also im Sinne von "ich möchte meine Tochter brechen, weil sie so unglaublich dumm und unfähig ist".

    Viel eher ist es die irrige Meinung dass Härte zum Erfolg führt.

    Mein Vater hat mich z. B. Nie gelobt.
    Unser Nachbar Junge war ein paar Jahre jünger. Ich hatte mal mitbekommen wie er einen Bauklotzturm auf der Terrasse aufgebaut hat. Ich saß mit meinen Eltern auf unserer Terrasse. Als der Junge fertig gebaut hatte klatschten seine Eltern ganz übermütig in die Hände und lobten ihn.

    Mein Vater meinte nur: wenn man Kinder für solche Selbstverständlichkeiten immer so überschwänglich lobt dann kann das später ja nix werden. Ich dachte mir nur, wenn du mich wenigstens 1x für IRGENDETWAS gelobt hättest, dann wüsste ich wenigstens dass ich irgendetwas gut kann. Und wenn es nur ein Turm mit Bauklötzen bauen ist!

    Als Kind ist man noch auf die Meinung der Eltern angewiesen, die einen am besten positiv spiegeln. Wenn das ausbleibt muss man mühsam lernen sich das Selbstbewusstsein unabhängig von den Eltern aufzubauen.

  8. Avatar von luftistraus
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    AW: Unsere perfekte Tochter

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    Warum drängt eine Mutter das eigene Kind dazu, ins offene Messer zu rennen?
    Eine mögliche Erklärung: weil sie dem Vater mindestens dieselbe Deutungshoheit und Wichtigkeit zuordnet wie die Kinder.

    Ich glaube das Brunch das gar nicht bewusst macht. Sie möchte einfach das sich alle verstehen und liebhaben.

    Und das verkennen Ihrer eigenen Handlung ist der Dreh und Angelpunkt dieses Stranges.

    Seit 4-5 Wochen wird ihr langsam mehr und mehr bewusst. Aber gleichzeitig schmerzt jede Erkenntnis und sie ist jetzt schon so weit "aufzugeben" aus Angst was noch kommen könnte.

    Ich kann das alles verstehen. Diese Erkenntnisse muss man selbst auch aushalten können....

    Die Kinder sind nun alle groß und die Vergangenheit lässt sich nicht ändern....
    Der Partner spielt auch nicht mit und wenn man weiterhin ruckelt bricht wahrscheinlich alles zusammen...

    -----
    Before you argue with someone, ask yourself, is that person even mentally mature enough to grasp the concept of different perspectives. Because if not, there's absolutely no point.

  9. Inaktiver User

    AW: Unsere perfekte Tochter

    Zitat Zitat von luftistraus Beitrag anzeigen
    Ich glaube das Brunch das gar nicht bewusst macht. Sie möchte einfach das sich alle verstehen und liebhaben.
    Natürlich macht sie das nicht bewusst, oder in schlechter Absicht.
    Schon in meinem ersten Beitrag betonte ich, ihr Derartiges nicht unterstellen zu wollen.
    Das würde auch nicht zu ihrer Bereitschaft passen, sich hier kritisch damit auseinanderzusetzen. Dass ich das mutig und durchaus anerkennenswert finde, schrieb ich ebenfalls.

    Es nützt ihr aber nichts, wenn man um Offensichtliches einen weiten Bogen macht, nur deshalb, weil es unangenehm sein könnte. Ein derartiger Prozess ist immer schmerzhaft, immerhin geht es es ans Eingemachte.

    Wie du selbst sagst: sie muss ihre eigenes Handeln und Fühlen aus einer anderen Perspektiven beleuchten können als der eigenen, die naturgemäß beschränkt ist. Daran ist gar nichts Defizitäres, das ist menschlich und normal. Deshalb fände ich Unterstützung auch so wichtig.


  10. Registriert seit
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    AW: Unsere perfekte Tochter

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    Relativ zu Anfang des Strangs berichtete sie davon, Tochter 2 hätte sie auch deshalb nicht in ihre Obdachlosigkeit und Exmatrikulation eingeweiht, weil sie wusste, dass es dann zwangsläufig auch der Vater erfahren würde. Brunch bestätigt das: sie hätte die Tochter dazu gedrängt, ihn ebenfalls einzuweihen.

    Spätestens ab da war ich fassungslos.

    Vaters.Der Vater muss es wissen, weil....ja, warum?
    .
    Mal ganz praktisch, hätte ich vom abgebrochenen Studium und der damit verbundenen Obdachlosigkeit gewusst, hätte ich ihr helfen wollen. Aber heimlich hinter dem Rücken des Erzeugers? Stell ich mir schon rein logistisch schwierig vor.

    Hättest du so was echt vor deinem Partner verbergen können?? Das hat nichts mit "auf den Sockel stellen" zu tun, aber ich finde solche Heimlichkeiten zwischen beiden Eltern schwierig.
    Andersrum wäre ich schließlich auch nicht begeistert, wenn Männe so etwas von UNSEREN Kindern wüsste und nichts sagt.

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