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  1. Avatar von luftistraus
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    AW: Unsere perfekte Tochter

    Zitat Zitat von Brunchgehtimmer Beitrag anzeigen
    Liebe luftistraus,
    Du weißt dass ich deine beiträge sehr schätze ( miese erfahrungen+ in etwa gleiches alter wie meine tochter)
    aber: es hilft nix wenn du schreibst, ich stell nur falsche fragen. Was wären denn die richtigen?

    Ich sehe das grinsen auch nicht als "reine bösartigkeit", aber ich sehe eben auch ihre masche dahinter. Stichwort kindchen-schema... perfektioniert in 30jahren
    Hervorhebung von mir

    Egal ob du es Bösartigkeit oder Masche nennst. Noch immer denkst du in der Schublade (Berechnung, Ihre Art, Masche, Rache usw) in die du Sie einsortiert hast.

    Kannst du wirklich 100% ausschließen das ein Teil Unsicherheit, hilflosigkeit mitspielt?

    Das meine ich mit festgefahren. Ich kann dir nur den Rat geben, versuchen aus dieser festgefahrenen 30 jährigen Denke auszusteigen. Ich weiß es ist verdammt schwer

    Die Frage die du an sie T1 richten solltest: Warum bist du so unglaublich wütend? Sie wird im ersten Moment wahrscheinlich gar keine Antwort parat haben. Aber das ist meiner Meinung nach der Schlüssel für die Beziehung T1

    Denn ihre Wut war der Antrieb für die ganzen Sche...aktionen
    Before you argue with someone, ask yourself, is that person even mentally mature enough to grasp the concept of different perspectives. Because if not, there's absolutely no point.

    Grab nicht zu weit in dem Mist rum, dann stinkt's nur noch mehr. Geh davon weg, und merk dir, wie's gerochen hat, damit du beim nächsten Verlierer früher Lunte riechst. (Zitat Wildwusel)


  2. Registriert seit
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    AW: Unsere perfekte Tochter

    Zitat Zitat von luftistraus Beitrag anzeigen

    Kannst du wirklich 100% ausschließen das ein Teil Unsicherheit, hilflosigkeit mitspielt?
    Ich glaube ich weiß was du meinst. Sie baut lieber mit großem Knall Sch..., bevor sie zugibt dass sie etwas verletzt hat. Lieber A-loch wie schwach?
    Falls du es so meinst, nein das schließe ich überhaupt nicht aus. Es ist ihre Art zu zeigen, dass es für sie nicht passt. Wir haben auch schon ein paar Situationen der letzten Zeit identifiziert, wo sie in meinen Augen "einfach nur" fies und aggressiv reagiert hat. Allerdings war sie davor jedes Mal, aus ihrer Sicht, unfair behandelt worden, ausgeschlossen, runter gemacht worden.
    In der Richtung liegt sicher der Schlüssel zu vielem. Und ich muss hier auch lernen, das auch Reaktionen, die für mich völlig unverständlich sind, bei einem anderen Charakter ganz normal sein können.

  3. Inaktiver User

    AW: Unsere perfekte Tochter

    Zitat Zitat von Brunchgehtimmer Beitrag anzeigen
    ...

    Es ist ihre Art zu zeigen, dass es für sie nicht passt. Wir haben auch schon ein paar Situationen der letzten Zeit identifiziert, wo sie in meinen Augen "einfach nur" fies und aggressiv reagiert hat. Allerdings war sie davor jedes Mal, aus ihrer Sicht, unfair behandelt worden, ausgeschlossen, runter gemacht worden.
    In der Richtung liegt sicher der Schlüssel zu vielem. Und ich muss hier auch lernen, das auch Reaktionen, die für mich völlig unverständlich sind, bei einem anderen Charakter ganz normal sein können.



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    Alles Gute euch weiterhin!


  4. Registriert seit
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    AW: Unsere perfekte Tochter

    Liebe Brunchgehtimmer,

    Ich hoffe, Du liest und schreibst hier noch mit.
    Durch Zufall habe ich diesen Thread wieder entdeckt, den ich damals nur bis S. 29 mitverfolgt habe.

    Ich habe noch kein Buch gelesen, das mich derartig gefesselt und immer wieder tief berührt hat.
    Die Art, wie Du schreibst, ist beeindruckend, weil sie so authentisch ist.

    Habe fast die letzte Nacht und heute in diesem Thread nur DEINE Beiträge gelesen. Dadurch wurde deutlich, wie die vielen Beiträge auf Dich eingewirkt haben, was die ausgelöst haben und was Du damit losgetreten hast. Es ist bislang ganz Unglaubliches passiert, was Du ja selbst kaum für möglich gehalten hättest.

    Zitat Zitat von Brunchgehtimmer Beitrag anzeigen
    So dass ich mich jetzt entschlossen habe, auch hier mal nach Rat, anderen Sichtweisen etc zu fragen.
    Das war sicher nicht die schlechteste Idee, auch wenn es sich für Dich zeitweise anfühlen mußte, wie ein Spießrutenlauf.

    Ein grosses Fragezeichen scheint für Dich immer noch die T1 zu sein.

    Eigentlich kann man kaum deutlicher mitteilen, dass sie mit ihrer Rolle in der Familie nicht klar kommt.
    Und diese Rolle bekam sie bereits als Kind. Sie wurde von Dir und Deinem Mann zur Erwachsenen gemacht und zwar in einem sehr frühen Stadium.

    Du verschwindest als Mutter für sie recht früh, das fängt schon mit dem fehlenden Körperkontakt beim Stillen an. Dann kommt ihre Schwester, wo sie auf Dich als Mutter auch verzichten muss. Und nicht nur das, auch Dein Mann muss erstmal auf Dich, als Frau verzichten, ist halt so bei Geburten.

    Wie Du schreibst, Dein Mann ist ganz vernarrt in T1 von Anfang an. Die emotionale Bindung an unsere Eltern, die wir als Kinder bedingungslos in die Wiege gelegt bekommen, muss sortiert werden. Zunächst ist die emotionale Bindung reine, pure Liebe, eine intensive Zuneigung, die dann später, richtig sortiert, zur Partnerliebe, Mutterliebe, Vaterliebe, Geschwisterliebe wird.

    Es gibt diese verschiedenen Entwicklungsphasen beim Kind, eine davon ist die Ödipusphase. Wenn da was schief läuft, schlägt diese emotionale Bindung zum Vater eine Richtung ein, die einer Liebesbeziehung gleichkommt. Dazu muss die Mutter *mitspielen*. Du schreibst aus dieser Zeit über das Verhältnis zu Deinem Mann so gut wie gar nichts. Ist da bei Dir ein schwarzes Loch? Fällt es Dir schwer, Dich an die Zeit zu erinnern?

    Dieses Liebesverhältnis wird dann unterstützt, in dem keine Grenzen gesetzt werden. Du schreibst immer wieder über die coolen Eltern Deines Mannes. Waren diese Eltern 68er Generation? Wo antiautoritäre Erziehung fälschlicherweise mit Keine-Grenzen-Setzen verwechselt wurde? Würde ja zur Biographie Deines Mannes passen und auch die *alternative Kleidung* der T1.

    Dann bringt Dein Mann der T1 Erwachsenenfähigkeiten bei, wie Motorrad-, Auto fahren.
    Wahrscheinlich fehlte der T1 von kleinauf diese kindgerechte Behandlung. Sie wurde ganz früh eine Erwachsene, Deine Nebenbuhlerin, die man nicht gegen die Gewalt des Vaters verteidigen muss, sondern deren Streit Du aus der Distanz dreier Erwachsener siehst.

    Der Höhepunkt ist der Vaterschaftstest und der gemeinsame Urlaub des *Liebespaares*. Man könnte fast meinen, sie hätte sich damit absichern, bzw. schützen wollen, dass der ultimative Beweis, nämlich mit dem Vater zu schlafen, kein Inzest ist.

    Wenn Du Dir Deine Beiträge nochmals durchliest vom Juni, so schreibt keine Mutter über die Urlaubsabsichten eines Vaters mit seiner Tochter, da schreibt eine eifersüchtige Nebenbuhlerin.

    Angst ist zwar kein angenehmes Gefühl, aber wir müssen Angst lernen, um uns vor Gefahren zu schützen. Diese Angst lernt man von der Geburt an.
    Angst fehlt mir vollkommen bei T1. Die weiß schlichtweg nicht, was Angst ist. Klar, dass sie nur verlegen lächelt, wenn man sie auf Angst und die Geschichte mit der Hütte und ihrer Schwester anspricht.
    Sie sucht förmlich danach, zu wissen, was Angst ist, wie das bei anderen, insbesondere bei ihrer Schwester aussieht, die Angst lernen durfte. Ob das gefährlich ist, ja ist es, nicht nur für sie auch für andere.

    Sie sucht auch manisch nach ihrem Vater, dem sie sich in selbstzerstörerischer Weise gegenüberstellt, um zu erfahren, wer er für sie ist. Der Spruch, nach der Ohrfeige, *... und, mehr hast Du nicht drauf?*

    In vielen Beiträgen musstest Du Dir anhören, wie eine Mutter nur so über ihr Kind reden kann.
    Kannst Du nicht, Du bist (noch) nicht ihre Mutter, Dein Verhältnis zu ihr ist immer noch, wie das zu einem fremden Erwachsenen, einer Nebenbuhlerin. Über Deine beiden anderen Kinder schreibst Du, wie eine Mutter.
    Zur T1 fehlt Dir jegliche Nähe, die eine Mutter zu ihrem Kind hat. Du beharrst auch immer wieder darauf, dass sie ja erwachsen wäre. Nein, ist sie nicht, insbesondere nicht, wenn sie wie eine Süchtige nach dem sucht, das sie nie bekommen hat oder sein durfte.

    Und Du willst es so sehr und auch die T1 möchte so sehr DAS KIND ihres Vaters und ihrer Mutter sein.
    Das kannst nur Du bei Dir selbst richten.

    Das Beste, was Deinen Töchtern und auch Dir bis hierhin passieren konnte, ist der Entschluss Deines Mannes zur Therapie. Damit setzt er für Euch ein unglaublich wertvolles Zeichen. Mehr *Vater sein* ist kaum möglich.

    Du willst noch vermitteln? Ist Dir bewußt, dass Du dabei nur Dein toxisches Verhältnis vermittelst?
    Ich kann mir gut vorstellen, dass das die anderen Familienmitglieder bald merken, dann kann das erst richtig schmerzhaft für Dich werden.

    Das wünsche ich Dir auf gar keinen Fall, dazu bist Du zu wertvoll für die Familie.
    Gruß Schiller
    Geändert von Schillerlocke (21.01.2020 um 13:15 Uhr)

  5. Avatar von bifi
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    AW: Unsere perfekte Tochter

    Lieber schillerlocke,
    vielen Dank für für diesen Beitrag.bifi


  6. Registriert seit
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    AW: Unsere perfekte Tochter

    Lieber Schillerlocke,
    vielen Dank für die Blumen und deinen langen Text
    Natürlich lese ich hier noch mit, es gibt ja noch so viele spannende Bereiche ; )

    Ja, ich hätte tatsächlich nie gedacht, was mein "kleiner" Thread über die jüngste Tochter hier bei uns zuhause ausgelöst hat. Und ja es war teils sehr heftig, tatsächlich weniger im Forum, mehr in der Realität. Ich hab mir ja tatsächlich manche sehr kritischen Posts genommen und mir vorgestellt das WÄRE die Sicht meiner Tochter, obwohl ich immer noch nicht geglaubt habe, dass dies die Sicht meiner Tochter IST.
    Kann ich schlecht erklären, merke ich grade...also Beispiel:
    Irgendjemand schrieb T1 würde sich aus der Familie ausgestossen vorkommen....für mich völlig unrealistisch, da sie sich, meiner Meinung nach eher für den Mittelpunkt der Erde hält. Dann habe ich aber mal einfach angenommen, sie würde sich ausgeschlossen vorkommen und mit dem Gedanken im Kopf ihr Verhalten neu beobachtet. Und plötzlich wurde manches logischer.

    Zitat Zitat von Schillerlocke Beitrag anzeigen
    Eigentlich kann man kaum deutlicher mitteilen, dass sie mit ihrer Rolle in der Familie nicht klar kommt.
    Und diese Rolle bekam sie bereits als Kind. Sie wurde von Dir und Deinem Mann zur Erwachsenen gemacht und zwar in einem sehr frühen Stadium.
    Wenn du selbst aber von ganz anderen Vorzeichen ausgehst, kommst du nicht drauf. Und wenn du selbst einen ganz anderen Charakter hast, erst recht nicht. Wenn ich mich abgelehnt fühle, trete ich sofort den Rückzug an. Sie HAT sich (von mir) abgelehnt gefühlt und wurde immer massiver in ihrer Präsenz
    Ich denke nicht das wir sie zur Erwachsenen gemacht haben, waren wir ja selber nicht. Aber wir waren definitiv keine Eltern. Wo sie ganz klein war, waren wir beide eigentlich permanent begeistert von ihr, wie toll und schnell sie alles konnte ( sprechen, krabbeln, laufen), wie pflegeleicht sie war, wie niedlich. Ich habe in der Zeit auch manchmal so etwas wie Triumph gespürt gegenüber den abartigen Lästereien bei uns im Dorf (Kind sicher behindert, weil Eltern zu jung und unverheiratet!!)
    Wir waren beide schwer begeistert von ihr. Und mit Sicherheit haben wir nur sehr wenig Grenzen gesetzt bzw Grenzen fand mein Mann ja eh eher sinnlos...wir wollten das es ihr gut geht und sie glücklich ist. Naja und in älteren Jahren wurde sie dann wahrscheinlich eher als Freundin und Schwester angesehen, so was läuft völlig unbewusst. Sagt sie ja auch selber dass sie uns nicht als Eltern gesehen hat. Und wo sie dann 13,14,15 war und kurz hintereinander die beiden Kleinen kamen, hat sie uns eben doch in der Eltern-Rolle erlebt, aber eben sie aussen vor. Sie hat gesehen, wir können "Eltern", aber halt nicht für sie.
    Und hier lag schon einer der Knackpunkte. Sie kann sich an die ersten Jahre natürlich nur wenig erinnern und konnte nur spüren dass ihre kleinen Schwestern was bekommen, was sie nie hatte. Für mich war es aber unverständlich weil ich ja wusste wie heißgeliebt sie als Baby war.

    Es gibt diese verschiedenen Entwicklungsphasen beim Kind, eine davon ist die Ödipusphase. Wenn da was schief läuft, schlägt diese emotionale Bindung zum Vater eine Richtung ein, die einer Liebesbeziehung gleichkommt. Dazu muss die Mutter *mitspielen*. Du schreibst aus dieser Zeit über das Verhältnis zu Deinem Mann so gut wie gar nichts. Ist da bei Dir ein schwarzes Loch? Fällt es Dir schwer, Dich an die Zeit zu erinnern?
    Nein, in der Zeit habe ich kein schwarzes Loch ; ) ich kann verstehen, dass der Inzest Gedanke kommen kann, wenn man die beteiligten Menschen nicht kennt, aber das kann ich nach wie vor ausschließen. Und ja, nach unserer Trennung und seinem Rumgeeier bzgl Urlaub dachte ich ja tatsächlich ich hätte schon eine Nachfolgerin...er hat mit keinem Wort gesagt dass "sie" seine Tochter ist.

    Du schreibst immer wieder über die coolen Eltern Deines Mannes. Waren diese Eltern 68er Generation? Wo antiautoritäre Erziehung fälschlicherweise mit Keine-Grenzen-Setzen verwechselt wurde? Würde ja zur Biographie Deines Mannes passen und auch die *alternative Kleidung* der T1.
    Tendenziell ja ; ) allerdings sehr mild ausgeprägt. Ihre Art der Kindererziehung hat davor auch viermal problemlos funktioniert, nur beim fünften Mal hat irgendwas gehakt ; )
    Alternativ ist die zweite Tochter, die erste ist eher das Gegenteil.

    Angst fehlt mir vollkommen bei T1. Die weiß schlichtweg nicht, was Angst ist
    Hier schreibst du leider etwas sehr Wahres. Es stimmt, sie hat keinerlei Gefahrenbewusstsein. Wenn man ihr aufzählt was alles passieren könnte, kommt als Antwort: aber MIR doch nicht. Ist so ein Punkt der mir auch noch Sorgen macht. Wird sie sich aber zum Teil wirklich von ihrem Vater abgeschaut haben.

    Du willst noch vermitteln? Ist Dir bewußt, dass Du dabei nur Dein toxisches Verhältnis vermittelst?
    Das verstehe ich nicht, magst du das genauer erklären? Ich falle halt immer in die "Vermittler-Rolle" wenn ich das Gefühl habe, etwas wäre zu lösen wenn man drüber spricht.

    Wurde schon wieder ein kleiner Roman, aber es bringt mir sehr viel wenn ich Dinge auf den Punkt bringen muss.


  7. Registriert seit
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    AW: Unsere perfekte Tochter

    Zitat Zitat von Brunchgehtimmer Beitrag anzeigen
    Kann ich schlecht erklären, merke ich grade...also Beispiel:
    Irgendjemand schrieb T1 würde sich aus der Familie ausgestossen vorkommen....für mich völlig unrealistisch, da sie sich, meiner Meinung nach eher für den Mittelpunkt der Erde hält. Dann habe ich aber mal einfach angenommen, sie würde sich ausgeschlossen vorkommen und mit dem Gedanken im Kopf ihr Verhalten neu beobachtet. Und plötzlich wurde manches logischer.
    Ausgestoßen, aber nur als Kind. Zentrales Familienmitglied in der Rolle als *Erwachsene*, die wurde ihr von mehreren Seiten und auf unterschiedliche Art offensichtlich angeboten. Dafür kämpft und schreit sie immer noch. Die Rolle, die ihr zusteht, nämlich Dein Kind bzw. Sein Kind sein zu dürfen, scheint für sie nicht erreichbar.
    Zitat Zitat von Brunchgehtimmer Beitrag anzeigen
    Naja und in älteren Jahren wurde sie dann wahrscheinlich eher als Freundin und Schwester angesehen, so was läuft völlig unbewusst.
    Eine Schwester oder eine Freundin ist in etwa gleich alt und dann eben auch *erwachsen*, oder was weiss ich, aber auf keinen Fall im Mutter - Kind Verhältnis.
    Ich habe *Erwachsen* auch immer in Sternchen gesetzt, weil ich damit nur den Autoritäts- und Hierarchie Aspekt meinte. Ihr habt sie natürlich nicht zu einer reifen, gesundenen Erwachsenen gemacht, funktioniert ja auch nicht mit einem Kind, dieser Reifung läuft sie ja bis heute hinterher.
    Das wurde natürlich auch noch durch den geringen Altersunterschied unterstützt, oder ...
    Zitat Zitat von Brunchgehtimmer Beitrag anzeigen
    .. abartigen Lästereien bei uns im Dorf (Kind sicher behindert, weil Eltern zu jung und unverheiratet!!)
    Ich stell mir gerade vor, wie Deine Kleine im Sandkasten mit ihren Spielkameradinnen sitzt. Dann kommst Du. Dann sagt eine Spielkameradin zur T1, "Das ist doch gar nicht Deine Mama, die ist doch viel zu jung."
    Die Spielkameradin hat natürlich das abfällige Geschwätz zu Hause mitbekommen. Die anderen Spielkameraden genauso. Die sitzen da und nicken alle zustimmend. Die haben alle nur Muttis um sich rum, die mindestens 10 Jahre älter sind, die sich anders zu ihren Kindern verhalten.
    Das kann ein Kind ganz schön aus der Bahn werfen.

    Und das Ganze auch noch in der Ödipus Phase.
    Zitat Zitat von Brunchgehtimmer Beitrag anzeigen
    ich kann verstehen, dass der Inzest Gedanke kommen kann, wenn man die beteiligten Menschen nicht kennt, aber das kann ich nach wie vor ausschließen.
    Die Geschichte mit Ödipus hat nichts mit sexuellem Übergriff oder Inzest zu tun. Du nimmst den Begriff auf, weil ich den in Verbindung mit dem Vaterschaftstest gebracht habe?
    Das Kind entwickelt seine ambivalenten, emotionalen Gefühle, die abgegrenzt und sortiert werden.

    Ist in der Psychoanalyse umstritten, ich weiss. Ich konnte das aber bei meinen 3 Kindern beobachten.

    Deine Tochter möchte Dich zur Seite schieben, der Mittelpunkt der Familie sein, den Platz der Mutter einnehmen, weil sie sich nicht als Kind sieht. Das hast Du ja erkannt, das schreibst Du selbst.

    Du schreibst das aber auch in der Vergangenheitsform, als würdest Du meinen, dass Du heute Mutter zu ihr bist. Bist Du aber nicht, Du bist heute genauso wenig Mutter zu ihr, wie damals und das gleiche gilt für Deinen Mann. Deshalb ist sie ja so aus dem Häuschen.

    Zitat Zitat von Brunchgehtimmer Beitrag anzeigen
    Ist so ein Punkt der mir auch noch Sorgen macht. Wird sie sich aber zum Teil wirklich von ihrem Vater abgeschaut haben.
    Eher nicht. Wenn Dein Verhältnis zu Deinem Mann völlig ok wäre, würde sie sich eher von Dir was abschauen, damit SIE - IHM gefällt.
    Da lohnt es sich für Dich, auch Dein Verhältnis mit Deinem Mann auf den Prüfstand zu stellen. An Deinem Verhältnis zu T1 hat Dein Mann genauso viel Anteil und das wiederum begründet in Eurer Familienkonstellation in erster Linie Dein Verhältnis zu Deinem Mann.
    An diesem Verhältnis und hauptsächlich an diesem Verhältnis lernen Kinder, wie eine emotional gesunde Bindung geht.
    Zitat Zitat von Brunchgehtimmer Beitrag anzeigen
    Das verstehe ich nicht, magst du das genauer erklären? Ich falle halt immer in die "Vermittler-Rolle" wenn ich das Gefühl habe, etwas wäre zu lösen wenn man drüber spricht.
    Dazu musst Du erst wissen, worüber Du sprichst. Der Bock sollte nicht der Gärtner sein, das macht ihn nicht sehr glaubwürdig in der "Vermittler-Rolle".
    Dein Mann und Deine beiden jüngeren Töchter haben sich auf den Weg gemacht und lösen, die haben schon ihre Vermittler.

    Und Worte lösen nichts, sie können aber auslösen, manchmal ganz einfache Dinge, z.B. wie dann eine Mutter ihre Tochter in den Arm nimmt, ans Herz drückt, ausweinen lässt und versteht, warum es weint, warum es keine Schuld hat und warum es in diese Welt hineingeboren wurde, ohne gefragt zu werden und durch unglückselige Umstände das wurde, was es ist, aber immer liebenswert, nicht obwohl, sondern weil es Dein Kind ist.
    Gruß Schiller
    Geändert von Schillerlocke (22.01.2020 um 16:30 Uhr)

  8. Inaktiver User

    AW: Unsere perfekte Tochter

    Zitat Zitat von Brunchgehtimmer Beitrag anzeigen
    sie ist wirklich eine ganz tolle junge Frau geworden, nachdem sie braves Kind und ein völlig pflegeleichter Teenie war.
    Und das ist genau das, was mir inzwischen immer mehr Bauchschmerzen macht: sie ist mir zu ernst, zu brav, zu korrekt, zu unjung.
    Mein Mann/ihr Vater platzt förmlich vor Stolz, nachdem unsere anderen beiden Töchter für ihn nur noch Enttäuschung 1 und 2 heißen.
    Wow. Ich erkenne Parallelen zu unserer Familie. Nachdem ich für meinen Vater lange Zeit in allen Belangen versagt und ihn laut - erst kürzlich wieder mal getroffenen - Aussagen von ihm ihn immer nur enttäuscht und ihm das Leben schwer gemacht hab, musste mein Bruder "herhalten".

    Und ich sehe es ebenso wie du: Er ist ein ganz ganz liebenswerter, toller, junger Mann, aber mir persönlich einfach immer "zu perfekt" gewesen. Und das sage ich keineswegs aus Neid oder Eifersucht, sondern weil ich immer das Gefühl bzw. die Sorge hatte, dass da doch irgendwann mal was kommen muss. Ein Ausbruch aus diesem ganzen "Angepasst-" und "Perfektsein".

    Hast du mit deiner Tochter mal unter vier Augen gesprochen? Könnte es tatsächlich sein, dass sie nicht auch Enttäuschung Nr. 3 genannt werden will und deshalb alles immer so vorbildlich erledigt?

    Ich zum Beispiel kann mit meiner Mama ganz gut über so etwas sprechen. Und ich könnte mir vorstellen, dass das bei deiner Tochter vielleicht auch so sein könnte...

  9. Inaktiver User

    AW: Unsere perfekte Tochter

    Ups, es tut mir so leid. Das kommt davon, wenn man nur den EP liest und dann sofort das Gefühl hat, seinen Senf dazugeben zu müssen.
    Ich sehe gerade, dass sich bei euch ja einiges getan hat. Sorry, dass ich zu voreilig geantwortet hab!

  10. Avatar von Ivonne2017
    Registriert seit
    09.08.2017
    Beiträge
    5.904

    AW: Unsere perfekte Tochter

    Liebe Brunch,
    ich möchte dich daran erinnern, dass wir uns mal darüber austauschten, dass es diese gefühlsstarken Kinder gibt .
    Es sind nicht alles Erziehungsschäden.

    Sie sind anstrengend, keine Frage!

    Wenn sie sich wenig aus Gefahrensutuationen macht wäre eine Karriere als Stuntfrau - nur um ein Beispiel zu nennen - denkbar.

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