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  1. Registriert seit
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    AW: Kontaktabbruch

    Zitat Zitat von schafwolle Beitrag anzeigen
    Ohne schonungslose Ehrlichkeit Dir selbst gegenüber wird es schwierig
    werden, die Schieflage aufzudröseln.
    Ich glaube, genau das ist ein Faktor, der den heißen Kern beinhaltet- überall und generell.

    Was ist denn die schonungslose Ehrlichkeit?
    Und klar weiß ich, was du damit meinst- aber ich halte so einen Begriff für eine Unmöglichkeit, die genau zeigt, wie schwierig sich alles zusammen setzt.

    Es gibt keine tatsächliche "Ehrlichkeit", es gibt nur Fakten und Deutungen.
    und über die Deutungen wird sich gestritten.

    Die Fakten sind auch nie das Problem - denen kann jeder zustimmen.
    Aber das, was wir alle daraus machen- DAS wird zum Thema.

    Ich glaube, wichtig ist, genau DAS zu erkennen.
    Es gibt nicht DIE Wahrheit oder DIE Ehrlichkeit- es gibt letztlich NUR Sichtweisen.

    Die Kunst ist das anzuerkennen.
    Anzuerkennen, dass jeder seine Sicht hat und es primär kein richtig und falsch gibt.
    Anzuerkennen, dass ein anderer eine Situation ganz anders verstehen und deuten kann und das auch ernst zu nehmen.

    Fakten zu erkennen und diese zu benennen- ist ein Teil bei der Gewaltfreien Kommunikation. ich hab das nicht zufällig angeraten.
    Lernen, eine Ebene für ein Gespräch zu finden, dem beide zustimmen können.......ein Beginn für ein gutes Gespräch.
    und dabei auch sehen, wie sehr man selbst immer wieder deutet, wertet, ver-urteilt und urteilt.

    Ich glaube, alleine heraus zu finden, wie ein anderer eine Situation gedeutet hat- ist sehr schwer.
    insofern ist ein "schonungsloses" Ansehen genau genommen nur viel geraten, geschätzt und sehr schwer bis unmöglich (vor allem, wenn man selbst dazu gar keine Idee hat).

  2. Avatar von Apprenti
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    AW: Kontaktabbruch

    @Himiko

    Ich finde das hast du insgesamt hervorragend zusammen gefasst und erklärt.

    Zitat Zitat von Himiko Beitrag anzeigen
    Manche Eltern können oder wollen das aber nicht. Sie haben den Anspruch, auch bei ihren erwachsenen Kindern noch bestimmen und beurteilen zu können, ob deren Anliegen berechtigt oder deren Gründe gut sind
    Das war für mich der Grund im Rahmen meiner Scheidung (ist allerdings schon mehr als 30 Jahre her ... ich war da noch sehr, sehr jung, gerade 23) den Kontakt zu meiner Mutter für fast ein Jahr abzubrechen.

    Den Kontakt zu meinem Vater habe ich nach vielen vergeblichen Versuchen meinerseits endgültig ein Jahr vor seinem Tod abgebrochen. Nach seinem Tod habe ich (über meine Cousine) noch einen "Abschiedsbrief" erhalten, in dem er mir sämtliche Verfehlungen noch einmal detailliert aufgelistet hat. Das ist nun etwas mehr als 4 Jahre her.
    Apprenti

  3. Avatar von Ivonne2017
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    AW: Kontaktabbruch

    Auf meine Mutter trifft ebenfalls ziemlich genau zu, was Himiko schrieb. Meine Mutter lebt in ihrer Parallelwelt mit ihrer Parallelwahrheit. Dass keine Einigung auf Augenhöhe möglich ist ist mir schon immer klar, viele verzweifelte Versuche meinerseits über Jahrzehnte hinweg gingen dem Kontaktabbruch voraus.

    Für meine Mutter ist alles "Kiki" was ich ihr zu sagen hatte und mehr als einmal musste ich mir anhören, dass ich immerhin "nie geschlagen wurde".

    Ich hätte den Kontakt schon vor Jahrzehnten abbrechen sollen.

    Es passt manchmal einfach nicht.
    LG Ivi

  4. Avatar von animosa
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    AW: Kontaktabbruch

    Zitat Zitat von Ivonne2017 Beitrag anzeigen
    Auf meine Mutter trifft ebenfalls ziemlich genau zu, was Himiko schrieb. Meine Mutter lebt in ihrer Parallelwelt mit ihrer Parallelwahrheit. Dass keine Einigung auf Augenhöhe möglich ist ist mir schon immer klar, viele verzweifelte Versuche meinerseits über Jahrzehnte hinweg gingen dem Kontaktabbruch voraus.

    Für meine Mutter ist alles "Kiki" was ich ihr zu sagen hatte und mehr als einmal musste ich mir anhören, dass ich immerhin "nie geschlagen wurde".

    .
    Ich glaube nicht, dass sich das auf die Geschichte der TE übertragen lässt.

    Auch schon mal deswegen, weil unsere Eltern eine andere Generation sind. Die haben diesbezüglich eine ganz andere Denkweise.

    Aber genau das ist der Grund, weshalb ich meine Geschichte niemals öffentlich machen würde. Denn das verletzt sehr. Alles so über einen Kamm zu scheren. Und nur die eigenen Erfahrungen als Grundlage dafür heranzuziehen.
    Geändert von animosa (17.02.2019 um 18:44 Uhr)


  5. Registriert seit
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    AW: Kontaktabbruch

    Hallo liebe Poster, da ich ja nicht detailliert beschreibe, was passiert ist, verstehe ich schon, dass ihr Euch in Mutmaßungen ergeht - aber auch das ist für mich wirklich hilfreich.
    Schonungslose Ehrlichkeit - genau das ist eines der Probleme gewesen. Ich war sehr ehrlich und sie war es auch. Ich hatte daran zu knabbern - -sie auch. Meine Ehrlichkeit war sachlich - ihre Ehrlichkeit war unter der Gürtellinie. Das hat mir sehr weh getan. Da sind so Worte gefallen wie - Arsch aufreissen usw. - das ist nicht unsere Sprache und hat mich sehr erschreckt. Da hätte ich schon erkennen können, dass es sich um eine Ausnahmesituation handelt. Ich signalisiere immer wieder Gesprächsbereitschaft .... Manchmal denke ich, dass sie das Gespräch nicht will, weil sie diese schlimmer Sätze und diese Fäkalsprache nicht mehr zurücknehmen kann. Meine Tochter ist ein toller Mensch - das was ich von ihr gehört bzw. gelesen habe, ist ein anderer Mensch.
    Ich verstehe sehr gut, dass hier jeder so seine Erfahrungen mit einbringt - wie soll es sonst auch sein.
    Bislang hat keine der Darstellung auf meine oder unsere Problematik gepasst. Dennoch stehen wir nun da, wo wir stehen. Ich bin sehr traurig über die Entwicklung und frage noch einmal - wie kommt Ihr damit klar - wie könnt Ihr damit leben? Kann noch einmal eine Zeit kommen, in der man herzlich lachen kann und sich freuen kann - das kann ich mir gar nicht mehr vorstellen. Auf der anderen Seite lese ich euch und lese, dass viele ihr Leben gut leben können ohne die Familie - vielleicht kann ich das auch einmal wieder. Aber ich wünsch mir eigentlich meine kleine Familie zurück.

  6. Avatar von schafwolle
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    AW: Kontaktabbruch

    Zitat Zitat von kenzia Beitrag anzeigen
    Was ist denn die schonungslose Ehrlichkeit?
    Im vorliegenden Fall:
    eigene Fehler klar als solche benennen.

    Es geht darum, sich selbst den Spiegel vorzuhalten - oder vorhalten zu lassen,
    um eine möglichst realistische Bestandsaufnahme vorzunehmen.

    Gerade in Beziehungsangelegenheiten ist das ein schmerzhafter Prozess.
    Und vieles, was einem da begegnet, gefällt einem vermutlich nicht sonderlich.

    Ohne diese schonungslose Selbstreflektion kann es an der Basis auch keine
    Veränderung geben. Die light-Version ist lediglich Makulatur und nicht nachhaltig.


    es gibt letztlich NUR Sichtweisen
    Du spielst hier auf die subjektive Wahrheit an, denke ich?

    Das ist mir, gerade in Beziehungsfragen, viel zu einfach - und beliebig - gedacht.
    Denn wer alles (also auch die Fehlleistungen) mit Subjektivität zu
    erklären versucht, der hört automatisch damit auf, zu lernen und zu begreifen.

  7. Avatar von Mitternachtsblau
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    AW: Kontaktabbruch

    Zitat Zitat von 55pluslerin Beitrag anzeigen
    Meine Ehrlichkeit war sachlich - ihre Ehrlichkeit war unter der Gürtellinie. Das hat mir sehr weh getan. Da sind so Worte gefallen wie - Arsch aufreissen usw. - das ist nicht unsere Sprache und hat mich sehr erschreckt. Da hätte ich schon erkennen können, dass es sich um eine Ausnahmesituation handelt. Ich signalisiere immer wieder Gesprächsbereitschaft .... Manchmal denke ich, dass sie das Gespräch nicht will, weil sie diese schlimmer Sätze und diese Fäkalsprache nicht mehr zurücknehmen kann. Meine Tochter ist ein toller Mensch - das was ich von ihr gehört bzw. gelesen habe, ist ein anderer Mensch.
    Ich kann mir nicht vorstellen, dass zwei sich sehr nahestehende Menschen den Kontakt abbrechen, weil der eine zum anderen "Ich habe mir dauernd deinetwegen den Arsch aufgerissen..." gesagt hat.
    Hast du nur die Worte gehört oder auch den Inhalt dessen, was sie gesagt hat? Was hat sie sagen wollen? Wenn man das, was sie dir gesagt hat, in ordentliches Schriftdeutsch übersetzen würde, was hätte sie dir gesagt und wie gehst du mit dem Inhalt um?
    Ich weiß, du wirst es mir hier nicht beantworten, das sollst du auch gar nicht. Aber so still für dich könntest du nochmal Revue passieren lassen, was sie dir inhaltlich damit gesagt hat.
    Dass sie sich für ihre Verhältnisse sehr drastisch ausgedrückt hat, spricht aus meiner Sicht für die These, dass sie sich auf andere Weise nicht gehört gefühlt hat.
    Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten.

    Oscar Wilde

  8. Avatar von Ivonne2017
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    AW: Kontaktabbruch

    Liebe TE,
    wenn sich jemand in einer emotionalen Ausnahmesituation einer derben Sprache bedient, sehe ich eher die Botschaft dahinter. Deine Tochter hat in ihren Augen alles für dich (?) getan, du hast es nicht geschätzt?
    Du betrachtest die Form, bist entsetzt, deine Tochter nimmt dein Feedback wahr, den Inhalt, sie ist ebenfalls entsetzt.

    Konntest du auf ihre derbe Sprache inhaltlich noch eingehen oder warst du zu erschrocken dazu?

    Aufgrund deines Nicks halte ich dich eher für jünger. Ich finde Fäkalsprache auch nicht gut, aber die Äußerung deiner Tochter sehe ich jetzt auch nicht als sooo schlimm an. Oder hat sie dich direkt beleidigt auf dem Niveau? Das wäre wieder etwas anderes.
    LG Ivi

  9. Avatar von schafwolle
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    AW: Kontaktabbruch

    Zitat Zitat von 55pluslerin Beitrag anzeigen
    da ich ja nicht detailliert beschreibe, was passiert ist, verstehe ich schon, dass ihr Euch in Mutmaßungen ergeht

    Bislang hat keine der Darstellung auf meine oder unsere Problematik gepasst.
    Ich denke, niemand ist so anmaßend hier, dass er detaillierte Beschreibungen
    erwartet.

    Aber es müsste mE dennoch möglich sein, eine Problematik so zu umreißen,
    dass man zumindest eine Ahnung davon hat, worum es im Wesentlichen geht.


    Da sind so Worte gefallen wie - Arsch aufreissen usw. - das ist nicht unsere Sprache und hat mich sehr erschreckt.
    Sich den "Arsch aufreißen" bedeutet nichts anderes, als sich exzessiv um
    etwas, an dem einem gelegen ist, zu bemühen. Mit Fäkalsprache bringe ich
    das jetzt nun wirklich nicht in Verbindung.

    Schwer zu glauben, dass Du Dich an einer bloßen Formulierung aufhängst, wo es
    doch um so viel Wesentliches geht.

    Ich schließe mich @Mitternachtsblau an und rate Dir ebenfalls, darüber
    nachzudenken, was hinter diesen Worten stecken könnte.

  10. Avatar von Apprenti
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    AW: Kontaktabbruch

    Auch für mich ist "ich habe mir den Arsch aufgerissen" keine Fäkalsprache, sondern ein "ich habe mich so derartig bemüht - und du siehst es nicht".
    Apprenti

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