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  1. Registriert seit
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    AW: Kontaktabbruch

    Zitat Zitat von Rotbuche Beitrag anzeigen
    Meine Eltern sind längst verstorben. Ich habe nie wirklich um sie getrauert. Irgendwie waren sie für mich fremde Leute.
    Danke für Deinen Beitrag!

    Es macht mir Mut, dass dies möglich ist und ich hoffe, dass es mir auch so gehen wird.

    Ein wenig fürchte ich mich aber davor, dass bei den Todesnachrichten vor allem von meiner Mutter, nicht irgendwo aus den Tiefen meiner Seele diese unbändige Liebe wieder in Erinnerung kommt, die ich als Kind und noch bis weit ins Erwachsenenalter für meine Eltern verspürt habe.

    Nachdem der Kontakt abgebrochen war, habe ich eine lange Zeit eine Art Liebeskummer empfunden. Im Nachhinein gesehen war das eigentlich eine Trauerphase über den Verlust einer Möglichkeit, geliebt und gesehen zu werden.
    Diese Eltern selbst beherbergen diese Liebe nicht, es ist auch nicht daran zu kommen. Ich habe mir an Ihnen die Zähne ausgebissen und weiß, dass ich es auch heute genauso wieder tun würde, wenn ich erneut auf sie zuginge und mit meiner Liebe ihre Liebe erwartete oder auch nur Verständnis und Interesse an mir.

    Warum sollte mein Herz diese fremden Personen betrauern? Gefühle sind ja nicht von der Abstammung abhängig, sondern eben von den Gefühlen, die man mit den Personen verbindet.


    Wie war das bei dir, @Rotbuche, hattest Du auch schon lange vorher eine Trauerphase? Nach dem Kontaktabbruch, der ja auch wie eine Art Tod ist?


    Und wie war das bei euch anderen Betroffenen hier? Hattet Ihr nach dem Kontaktabbruch Trauerphasen? Konntet Ihr diese Phase abschließen?

    Und die, deren Eltern verstorben sind - habt Ihr es am Ende doch bereut den Kontakt für immer abgebrochen zu haben?
    Man muss nur immer einmal öfter aufstehen als man umgefallen ist.
    "Ihr sollt immer denken: Ich werde es schaffen" Dalai Lama


  2. Avatar von Rotbuche
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    AW: Kontaktabbruch

    @ Einzige: Ich habe nie den Kontakt wirklich ganz abgebrochen. Ich habe mein Leben weit entfernt von meinen Eltern gelebt, sie interessierte das nicht. Ich war einfach eine Enttäuschung, weil ich keinen Mann und keine Kinder hatte und deshalb studieren und in sehr fernen Ländern mein eigenes Geld verdienen musste, während meine früheren Schulfreundinnen schon zum dritten Mal heirateten und teils mehrere Kinder von mehreren Ehemännern hatten. Ich hatte ja nicht mal ein Auto, nicht mal einen Fernseher oder eine "richtige" Couchgarnitur. Meiner Mutter war es deshalb immer peinlich, wenn die Mütter meiner Schulfreundinnen nach mir fragten.

    Ich habe meine Eltern irgendwann nur noch ein bis zweimal im Jahr besucht, belangloses Zeug geredet und die Stunden gezählt, bis ich wieder fahren konnte. Am offenen Sarg habe ich jeweils kurz geweint - um ihr verkorkstes Leben, um ihre Unfähigkeit zu lieben und um das Kind, das immer geliebt werden wollte. Dann war das sofort wieder vorbei. Ich habe die Beerdigungen organisiert, den Plunder, den meine Eltern hinterlassen hatten, meiner Schwester überlassen, jeweils einen ordentlichen Leichenschmaus ausgerichtet für die Verwandtschaft, die mich genau so wenig interessiert, und habe den nächstmöglichen Zug genommen - zu den Menschen, mit denen mich mehr verbindet als mit meiner "Familie".

    Getrauert habe ich im Verlauf mehrerer Psychotherapien. Ich habe dabei gelernt, dass ich ein wertvoller Mensch bin, dass ich lieben und geliebt werden kann, dass ich anderen Menschen etwas geben kann, und dass es Menschen gibt, die mich so mögen, wie ich bin.

    Einzelne, fühl dich auch von mir gedrückt , und bitte habe kein schlechtes Gewissen, dass du deine Eltern verlassen hast und dass du sie nicht liebst. Es ist sehr traurig, oft auch tragisch, denn lieblose Eltern waren ja selbst meist keine geliebten Kinder. Aber es gibt eben auch keine Pflicht, seine Eltern zu lieben. Es ist normal, dass du um die vertane Chance trauerst, ein glückliches Kind zu sein, um die lieblose Atmosphäre in deinem Elternhaus. Aber du musst dir deswegen keine Vorwürfe machen. Ja, wir alle tragen das kleine Kind in uns, dass seine Eltern abgöttisch liebt und das glaubt, dass seine Eltern es abgöttisch lieben. (Und diese Eltern-Kind-Beziehungen gibt es ja auch!) Aber diese behauptete grenzenlose Liebe der Eltern ist in manchen Fällen eben auch Teil der Manipulation. ("Ich habe immer alles für dich getan. Fast wäre ich bei deiner Geburt gestorben. Und nun wagst du es, erst mitten in der Nacht nach Hause zu kommen und mein Mutterherz so zu brechen. Huhuhu ....")


  3. Registriert seit
    29.06.2018
    Beiträge
    1

    AW: Kontaktabbruch

    Hallo Anna,
    bin erst heute auf deinen Thread gestoßen.
    Und da ich in dersellbigen Situation wie du stecke, wäre es schön, wenn wir uns darüber einwenig austauschen könnten. Ich habe zwei erwachsene Söhne, wobei der Jüngste den Kontakt zu mir und seinem Bruder total abgebrochen hat. Ich leide zwar gelegentlich immernoch darunter, habe aber mittlerweile einen Weg gefunden, womit ich ich so einigermaßen gut damit leben kann, aber aufgeben werde ich meinen Sohn nie!! Leider kann ich dir keine PN schreiben, warum auch immer..........:-( liebe Grüße, Heidi

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