+ Antworten
Seite 5 von 57 ErsteErste ... 345671555 ... LetzteLetzte
Ergebnis 41 bis 50 von 563
  1. Avatar von schafwolle
    Registriert seit
    17.09.2008
    Beiträge
    21.272

    AW: Kontaktabbruch

    Zitat Zitat von 55pluslerin Beitrag anzeigen
    auch diese Situation jetzt, so wie sie zwischen mir und meiner Tochter ist, die werden wir ja nie vergessen können. Sie wird immer ein Teil der Beziehung bleiben. Und wird sie immer trüben.
    Das ist schon ziemliche Schwarzmalerei.

    Wenn es zu einer Klärung kommt, dann ist ja nicht gesagt, dass die jetzige
    Situation für immer ihre Schatten werfen wird. Ganz im Gegenteil, man kann
    die Krise auch als Chance auf ein besseres Miteinander und tieferes gegenseitiges
    Verständnis sehen.


    Bislang haben wir uns immer nur über Whatsapp und FB- PN geschrieben.
    Ich habe leider immer noch kein Bild …

    Du hattest geschrieben, dass Deine Tochter Dich blockiert hat.
    Da muss ja etwas (Konkretes?) im Vorfeld vorgefallen sein, oder?

    War der Kontaktabbruch eher schleichend?
    Oder "von jetzt auf gleich"?


    Aber irgend etwas größeres muss es doch gewesen sein........ sonst könnte es jetzt nicht so sein wie es ist.
    Bei dieser Aussage liegt auch für mich der Verdacht nahe, dass Du
    keine Ahnung hast, worum es geht.

    Und da Du Dich mit der anderen Tochter über das Thema austauschst,
    verstehe ich es erst recht nicht.

    (Wobei ich aber wirklich hoffe, dass Du Letzteres in Zukunft unterlässt,
    sonst könnte es einen weiteren Kontaktabbruch geben …)


    Denn der Auslöser für das was nun ist, ist sicherlich auch nicht schön, aber ein Kiki gegen das Ergebnis!!
    Ich kenne den Begriff "Kiki" zwar nicht, aber ich nehme an, Du meinst
    damit "eine Kleinigkeit"?

    Wenn Du die Wahrnehmung Deiner Tochter sinngemäß als Nichtigkeit
    auslegst, dann wird es schwierig.

    Normalerweise kennt man seine eigenen Kinder doch gut genug, um ihre
    wunden Punkte und ihren Umgang mit sensiblen Themen einschätzen
    zu können.

    Vielleicht fühlt sich Deine Tochter in diesem Punkt einfach nicht gesehen
    und verstanden von Dir? Vielleicht ist ihr Rückzug für sie die einzige
    Möglichkeit, das zum Ausdruck zu bringen?

  2. Inaktiver User

    AW: Kontaktabbruch

    Vorab: ich meine nicht die TE, sondern generell ... ich selbst bin eine Tochter, die den Kontakt zu ihrer Mutter abgebrochen hat, die starke narzisstische Züge hat (nicht diagnostiziert).

    Zitat Zitat von third_thought Beitrag anzeigen

    Aber die Kontaktabbrecher scheinen ja irgendwie verbal nicht durchdringen zu können?
    Richtig. Man wird nicht gehört und gesehen bzw nicht ernst genommen bzw absichtlich Grenzen übertreten, "aber ICH darf das doch (die Grenze übertreten) ich bin doch deine Mutter".

    Der Kontaktabbruch ist dann irgendwann die Notbremse, um nicht ständig weiter verletzt zu werden.

    Stellt es euch so vor, dass täglich einer euren Vorgarten unbefugt über die knöchelhohe Mauer betritt, Blumen ausreist, das Rosenbeet als Toilette verwendet, auf die Primeln kotzt ... ihr sagt jedesmal "ich möchte das nicht", räumt auf, aber am nächsten Tag ist diese Person wieder da, und macht es wieder.

    Irgendwann bestellt ihr den Maurer, damit der die knöchelhohe Mauer auf 3 m erhöht. Zwar nicht schön, weil es die Sonne und Aussicht nimmt, aber immer noch besser, als wenn ständig jemand ins Rosenbeet kackt ....

  3. Avatar von Ivonne2017
    Registriert seit
    09.08.2017
    Beiträge
    4.971

    AW: Kontaktabbruch

    Genauso war es bei mir. Die Mauer als allerletzte Möglichkeit wird gesehen.
    LG Ivi

  4. Inaktiver User

    AW: Kontaktabbruch

    Mich würde interessieren, ob die Tochter das Gespräch gesucht hat....

    Bei mir kommt hinzu, dass ich doppelt Betroffene bin, zum einen habe ich den Kontakt zur Mutter abgebrochen (hinreichend hier im Forum nachzulesen) zum Anderen hat es meine Tochter vor zwei Jahren selbst getan.

    Während meine Mutter null reflektiert hat, immer noch sehr schlecht über mich spricht , ja mich geradezu hasst, habe ich schon mein Handeln hinterfragt, in Bezug auf meine Tochter....

    Meine Tochter hat uns aus heiterem Himmel erklärt, wir tun ihr nicht gut und sie will mit uns nichts mehr zu tun haben. Da zeitgleich aber "Friede/Freude/Eierkuchen" Treffen mit meiner Mutter und Schwester stattfanden, vermute ich weitere Lügen und Intrigen meiner Mutter....Da ich dieses Lügengespinst nicht auflösen kann, akzeptiere ich den mir unbekannten Grund meiner Tochter, finde es nicht schön, aber so richtig leide ich nicht drunter....

  5. Avatar von Mitternachtsblau
    Registriert seit
    15.09.2012
    Beiträge
    10.384

    AW: Kontaktabbruch

    Liebe 55pluslerin,

    das, was TT hier beschreibt:

    Zitat Zitat von third_thought Beitrag anzeigen
    Ich beobachte das ja häufiger und immer wieder mit ungläubigem Staunen, dass Mütter, deren Kinder den Kontakt radikal abbrechen, so gar keine Ahnung haben wollen, warum das so sein könnte. Woher kommt das?

    Ich hab ja auch schon mit meiner Mutter gestritten - und die wusste immer, warum. Es wurde beidseits laut und deutlich artikuliert - und auch geklärt.

    Aber die Kontaktabbrecher scheinen ja irgendwie verbal nicht durchdringen zu können?
    ...entspricht auch meiner Beobachtung.
    Ich habe unterdessen selbst seit 30 Jahren keinen Kontakt mehr zu meiner Mutter und kenne etliche Menschen, die den Kontakt ebenfalls über unterschiedlich lange Zeiträume nicht mehr pflegen. Akut bin ich involviert in einen recht frischen Kontaktabbruch und seine Begleiterscheinungen auf Tochter- bzw. Abbrecherseite.

    All diesen Brüchen ist eins gemein (das muss logischerweise nicht für die ganze Welt und damit auch nicht zwingend für deinen Fall gelten) - die Kontaktabbrecher haben sich sehr explizit geäußert. Erklärt, Vorwürfe gemacht, gestritten.
    In meinem Fall habe ich nicht gestritten, niemals hätte ich gewagt, mich gegen meine Mutter aufzulehnen - aber nach dem Kontaktabbruch sehr gründlich brieflich erklärt. Meine Mutter hat diesen Brief ungeöffnet zurückgeschickt.
    Die Mutter der "Akut-Freundin" hat zwar gelesen, aber nicht wahrgenommen oder nicht wahrnehmen können.

    Es wird von allen Mutterseiten nicht wahrhaben gewollt, negiert, der Kopf in den Sand gebohrt, eine Parallelwahrheit geschaffen. Vielleicht können (viele) Mütter es nur auf diese Weise ertragen? Ich weiß es nicht.
    Aber es ist auffällig, dass alle Töchter einhellig sagen, wenn sie es wissen wollen würde, könnte sie das ganz leicht - soll sie doch einfach zuhören oder lesen, was ich geschrieben habe.

    Zitat Zitat von 55pluslerin Beitrag anzeigen
    (...) Ich sehe heute auch, dass wir es verpasst haben, Dinge anzusprechen. Bloß keine Disharmonie! Das war ein großer Fehler. Euch hier die tatsächlichen Gründe zu nennen, führt zu weit und wäre zu direkt. Sicher habe auch ich meinen Anteil an dieser Trennung. Enttäuschung auf beiden Seiten. (...) Meine Tochter hat mich immer als beste Freundin , Beraterin und beste Mama der Welt bezeichnet..... Wir hatten einen ganz tollen Kontakt. Über die Krankheit meiner Mutter ist das alles in ein anderes Licht gerückt...... ich möchte hier nicht in die Tiefe gehen. Aber auch ich habe natürlich Anteil an Allem was nun ist. (...) Eigentlich geht es mir auch bei meinem Post mehr darum, zu hören, wie andere damit leben können. Ob es nach Jahren besser wird. Ob man sich damit arrangieren kann. Und .... ja, was andere denken ist mir nicht egal. Ich möchte keine Fragen hören und keine Mutmaßungen über mich ergehen lassen. Es tut eh schon weh genug..... L. G. Anna
    Das hier ist mir aufgefallen: du ergehst dich in Allgemeinplätzen à la "auch ich habe Fehler gemacht", hast aber Angst, da definitiv in die Tiefe zu gehen und konkret zu werden.
    Du klammerst dich daran, dass deine Tochter dich als beste Freundin und beste Mama der Welt etc. bezeichnet hat (meines Erachtens nach sehr ungesund) - wie alt war sie zu der Zeit und wie sehr von dir abhängig?

    Meine Mutter hat sich selbst so bezeichnet. Und auch stets behauptet "Meine Tochter erzählt mir ALLES!"
    Ich habe sicherheitshalber nicht widersprochen, mir hätte Übles geblüht, hätte ich die These bestritten.
    Ich sage nicht, dass das bei dir so war...aber: meine Mutter hatte keine bleiche Ahnung, dass ihre Wahrnehmung völlig verschoben war.
    Und heute, nachdem sie mich mit 20 'rausgeworfen und ich diesen Rauswurf klaglos hingenommen habe, hat sie eine vollständig andere Version vom Grund des Zerwürfnisses.
    Ich würde an meinem eigenen Verstand zweifeln, hätte ich die Korrespondenz von damals nicht aufbewahrt.

    Wenn ich dir was empfehlen darf: ich glaube, du solltest versuchen, ganz brutal ehrlich zu sein. Zuerst mit dir selbst.
    Versuche, dir genau das offen einzugestehen, wovon du hier sagst, du möchtest nicht in die Tiefe gehen!

    Ich glaube nämlich, dass du nicht nur hier, sondern auch mit dir selbst nicht in die Tiefe gehst, vielleicht, weil es zu sehr wehtut. Denn wenn einem was so sehr auf den Nägeln brennt, wie dir dieser Kontaktabbruch - dann WILL man in die Tiefe gehen, außer, man hat Grund, dies nicht zu tun.
    Deine Tochter hat Gründe. Davon bin ich absolut überzeugt, dass es diese Gründe gibt. Niemand bricht den Kontakt zur Familie nur ab, weil er gerade keine Lust oder keine Zeit hat.

    Du bist ja auf einem guten Weg, weil du immerhin bereit bist, dich selbst zu hinterfragen - das sind viele Mütter von vornherein nicht. Aber ich fürchte, du musst tiefer hinein in den Prozess, genau da hin, wo es wirklich schmerzhaft ist. Nur so kannst du an der Dynamik vielleicht etwas ändern.

    Ich wünsche dir viel Mut und viel Glück - und ich hätte mir gewünscht, dass meine Mutter so viel Bereitschaft zur Selbstreflektion gehabt hätte und bereit gewesen wäre, mich zu hören und zu sehen.
    Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten.

    Oscar Wilde
    Geändert von Mitternachtsblau (17.02.2019 um 12:53 Uhr) Grund: Typo

  6. Avatar von Mitternachtsblau
    Registriert seit
    15.09.2012
    Beiträge
    10.384

    AW: Kontaktabbruch

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Mich würde interessieren, ob die Tochter das Gespräch gesucht hat....

    Bei mir kommt hinzu, dass ich doppelt Betroffene bin, zum einen habe ich den Kontakt zur Mutter abgebrochen (hinreichend hier im Forum nachzulesen) zum Anderen hat es meine Tochter vor zwei Jahren selbst getan.
    Huhu! *wink'*

    Während ich den Beitrag unter deinem schrieb, habe ich direkt an dich gedacht!

    Liebe TE:
    Ja, auch ich hatte zwischendurch ein Jahr lang keinen Kontakt zu meiner Tochter.

    Geholfen hat bei mir, dass ich authentisch und bei mir geblieben bin. Ich hätte mich auch nicht völlig verbogen, um meiner Tochter um Himmels Willen zu gefallen...ich habe Briefe geschrieben. Und immer klargestellt, dass wir ihre Eltern sind und bleiben und sie immer wiederkommen kann. Und auch klargestellt, dass bestimmte Dinge NICHT gehen und wir die nicht mitzumachen gewillt sind.
    Das war immens hilfreich. Heute, selbst Mutter, sieht meine Tochter das so, dass ich extrem tapfer und stringent eine harte Zeit durchgestanden habe.

    Manchmal braucht man offenbar auch diesen Abstand, um daran zu wachsen.
    Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten.

    Oscar Wilde

  7. Inaktiver User

    AW: Kontaktabbruch

    Zitat Zitat von Mitternachtsblau Beitrag anzeigen
    Huhu! *wink'*

    Während ich den Beitrag unter deinem schrieb, habe ich direkt an dich gedacht!

    Liebe TE:
    Ja, auch ich hatte zwischendurch ein Jahr lang keinen Kontakt zu meiner Tochter.

    Geholfen hat bei mir, dass ich authentisch und bei mir geblieben bin. Ich hätte mich auch nicht völlig verbogen, um meiner Tochter um Himmels Willen zu gefallen...ich habe Briefe geschrieben. Und immer klargestellt, dass wir ihre Eltern sind und bleiben und sie immer wiederkommen kann. Und auch klargestellt, dass bestimmte Dinge NICHT gehen und wir die nicht mitzumachen gewillt sind.
    Das war immens hilfreich. Heute, selbst Mutter, sieht meine Tochter das so, dass ich extrem tapfer und stringent eine harte Zeit durchgestanden habe.

    Manchmal braucht man offenbar auch diesen Abstand, um daran zu wachsen.
    Ich auch....

    Das zweite Markierte finde ich extrem wichtig, ich warte ab, ob meine Tochter Kontakt möchte, unsere Tür ist immer offen....ich denke, das weiß sie auch....

    LG

  8. Avatar von Mitternachtsblau
    Registriert seit
    15.09.2012
    Beiträge
    10.384

    AW: Kontaktabbruch

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Das zweite Markierte finde ich extrem wichtig, ich warte ab, ob meine Tochter Kontakt möchte, unsere Tür ist immer offen....ich denke, das weiß sie auch....

    LG
    Ja, das ist der einzige Weg.
    Und fragen, was schiefgelaufen ist und auch tatsächlich zuhören...und wenn man als Eltern in der Lage ist, ganz ehrlich einzugestehen "Okay, das war auch echt Scheiße!" (was nicht wirklich schlimm ist, denn alle Eltern machen Fehler), dann können auch die Kinder zugestehen, da ernstzunehmenden Mist gemacht und gedacht zu haben.

    Man muss ehrlich mit sich und der Welt sein und machmal auch einen langen Atem haben. Das hilft ganz gut.
    Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten.

    Oscar Wilde

  9. Avatar von schafwolle
    Registriert seit
    17.09.2008
    Beiträge
    21.272

    AW: Kontaktabbruch

    Zitat Zitat von third_thought Beitrag anzeigen
    … dass Mütter, deren Kinder den Kontakt radikal abbrechen, so gar keine Ahnung haben wollen, warum das so sein könnte. Woher kommt das?
    Darauf hat die TE eigentlich schon ihre Version der Antwort
    gegeben.

    --->

    Zitat Zitat von 55pluslerin Beitrag anzeigen
    Familie ist irgendwie so was wie ein Heiligtum - es wie ein Sakrileg, wenn das nicht funktioniert.
    (…)
    Weil nicht sein kann, was nicht sein darf.

    Nicht zuletzt orte ich dieses "keine Ahnung haben wollen" auch in der
    automatisch angenommenen gesellschaftlichen Ächtung: es wirft ein schlechtes
    Licht auf eine Mutter, deren Tochter den Kontakt abbricht.

    Leider wird das oft höher gewichtet als der Wunsch, dem Grund für den
    Kontaktabbruch nachzuspüren zu wollen.


    Liebe 55pluslerin,

    ich empfinde diese beiden Aussagen von Dir als widersprüchlich:

    *Euch hier die tatsächlichen Gründe zu nennen, führt zu weit*
    … lässt darauf schließen, dass Du die Gründe sehr wohl kennst

    *Aber irgend etwas größeres muss es doch gewesen sein*
    … suggeriert, dass Du im Nebel stocherst


    Ohne schonungslose Ehrlichkeit Dir selbst gegenüber wird es schwierig
    werden, die Schieflage aufzudröseln.

  10. Avatar von Himiko
    Registriert seit
    19.04.2016
    Beiträge
    377

    AW: Kontaktabbruch

    Zitat Zitat von third_thought Beitrag anzeigen
    Ich beobachte das ja häufiger und immer wieder mit ungläubigem Staunen, dass Mütter, deren Kinder den Kontakt radikal abbrechen, so gar keine Ahnung haben wollen, warum das so sein könnte. Woher kommt das?
    Ich glaube, die Herausforderung speziell zwischen Eltern und erwachsenen Kindern liegt darin, dass sich aus einer hierarchischen Beziehung (absolut nicht abwertend gemeint!) irgendwann eine Beziehung auf (zumindest relativer) Augenhöhe entwickeln muss.

    Diese Entwicklung machen Kinder ein Stück weit „naturgemäß“: sie wachsen in jeder Hinsicht und sind irgendwann gleich groß, gleich stark, gleich klug, gleich vorausschauend... wie ihre Eltern (also nicht ganz gleich, aber Du verstehst, was ich meine). Wenn sie klein sind, sind sie völlig abhängig von ihren Eltern, doch je größer sie werden, umso unabhängiger werden sie. Sie müssen davon quasi nur noch „Gebrauch machen“.
    Es gibt Kinder, die davor zurückscheuen, weil sie ihren Eltern nicht weh tun wollen. Aber je größer der Leidensdruck wird, umso größer ist dann auch die „Versuchung“, ihr Erwachsensein auch in Anspruch zu nehmen.

    Manchen Eltern fällt es leicht, die Beziehung zu ihren Kindern deren Veränderungen anzupassen und ihnen altersgemäß Freiheiten zu geben. Manche Eltern versuchen schon bei ihren ganz kleinen Kindern zu verstehen, was deren Anliegen sind. Trotzdem müssen aber auch sie einschätzen, welche Anliegen berechtigt und umsetzbar sind (den Anorak ausziehen, weil es wirklich zu heiß geworden ist) und welche nicht (an der Kasse 5 Packungen Kaugummi kaufen), was „gute Gründe“ sind und was nicht.

    Im Umgang mit Kindern ist das anders gar nicht möglich, weil das Urteilsvermögen von Kindern eben - je nach Alter - noch unreif ist. Im Umgang von Erwachsenen untereinander hingegen entscheidet jeder selbst, was für ihn „berechtigte Anliegen“ oder „gute Gründe“ sind. Für eine funktionierende Kommunikation muss jeder diese vorbringen können und damit gehört werden. Dann kann man verhandeln und Schnittmengen suchen.

    Manche Eltern können oder wollen das aber nicht. Sie haben den Anspruch, auch bei ihren erwachsenen Kindern noch bestimmen und beurteilen zu können, ob deren Anliegen berechtigt oder deren Gründe gut sind. In diesem Fall haben Kinder dann keine Chance, mit Aussagen, die ihre Eltern unberechtigt finden, auch nur gehört zu werden. Entweder nehmen die Kinder das dann achselzuckend hin, nach dem Motto: „So sind sie halt.“ Oder sie schränken den Kontakt ein. Oder brechen ihn ab. Und natürlich werden die Eltern in dem Fall immer der Ansicht sein, dass es dafür keine guten Gründe gab. Denn was „gute Gründe“ sind, bestimmen sie, die Eltern, ja immer noch selbst so wie zu der Zeit, als ihre Kinder klein waren. Diese Problematik ist ihnen in der Regel völlig unbewusst. (Allerdings haben sie typischerweise auch sehr große Widerstände, sie sich bewusst zu machen, weil das für sie dann unbequem und schmerzhaft werden würde.)

    Insofern hat Schafwolle hier, glaube ich, den Kern des Problems sehr genau erfasst:
    Zitat Zitat von schafwolle Beitrag anzeigen
    Denn der Auslöser für das was nun ist, ist sicherlich auch nicht schön, aber ein Kiki gegen das Ergebnis!!
    Ich kenne den Begriff "Kiki" zwar nicht, aber ich nehme an, Du meinst damit "eine Kleinigkeit"?

    Wenn Du die Wahrnehmung Deiner Tochter sinngemäß als Nichtigkeit auslegst, dann wird es schwierig.
    We are born to be happy, not perfect.
    Geändert von Himiko (17.02.2019 um 14:34 Uhr)

+ Antworten
Seite 5 von 57 ErsteErste ... 345671555 ... LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •