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    Kontaktabbruch mit Schwester und Eltern

    Liebe Forum Leserinnen und Leser

    Vielen Dank dass ihr diesen Bericht liest und vielleicht könnt ihr mir von euch berichten oder von euren Erfahrungen.

    Ich bin 39 Jahre alt und habe zwei jüngere Geschwister.
    Mein Verhältnis zu meiner Familie war schon immer schwer.
    Meine Eltern waren schon immer sehr egoistisch. Meine ganze Kindheit war sehr hin und hergerissen da wir andauernd umgezogen sind. Wir sind bis ich 16 Jahre alt war 16 Mal umgezogen!
    Dadurch hatte ich es in der Schule sehr schwer und ich habe auch eine Dyskalkulie. Diese ganzen Umzüge haben es natürlich nicht begünstigt.
    Meine Eltern sind meiner Meinung nach nazistisch. Auch meine Schwester ist sehr egoistisch.
    Dies äußert sich darin dass man mit ihnen nicht über Probleme sprechen kann und sie sich bei einer kleinen Auseinandersetzung monatelang nicht melden.

    Als ich etwa 12 Jahre alt war hatte ich eine Schulpsychologin die mich betreut hat bezüglich meiner Dyskalkulie und dieser Schulpsychologin habe ich dies erzählt.
    Daraufhin ist sie auch auf meinen Wunsch einmal zu uns nach Hause gekommen und hat mit meinen Eltern und Geschwistern versucht darüber zu reden.
    Meine Mutter hat meine Vorwürfe an sie abgeschmettert!
    Bis heute sagt sie ich wäre zu empfindlich und würde mir das alles nur einbilden.
    Meine Schwester und meine Mutter haben das Motto nicht über unangenehme Dinge zu sprechen und nach einer einfachen Diskussion melden Sie sich monatelang nicht mehr!
    Mein Vater kuscht er hat Angst vor meine Mutter!
    Vor vielen Jahren ist mein Vater mehrfach fremdgegangen und ich hätte mir damals sehr gewünscht dass sie sich scheiden lassen! Schon seit vielen Jahren ist die Ehe meiner Eltern eigentlich nur davon bestimmt dass sie Angst haben vor den finanziellen Folgen wenn sie sich trennen. Mein Vater hat mir schon ganz oft erzählt wie schlimm meine Mutter wäre und dass er sie am liebsten verlassen würde.... ich habe ihm immer gesagt er soll mit ihr persönlich darüber reden jedoch reden sie nicht miteinander. Er hat einfach Angst vor ihrer Reaktion und nicht den Mut mit ihr Klartext reden!
    Heute leben sie zusammen und sind fortgezogen. Sie sind seit etwa fünf Jahren in Rente und wohnen ca 4 Stunden von uns entfernt.
    Sie interessieren sich nicht für uns und wir telefonieren eigentlich nie. Ab und zu kommt eine whatsapp-nachricht aber das war's dann auch schon. Ich hatte in den letzten Jahren einige schlimme Schicksalsschläge wo sie nie für mich da waren. Sie wollen über unangenehme Dinge nicht sprechen.
    Wir haben uns auch nur sehr selten gesehen und eigentlich nur Weihnachten miteinander gefeiert. Ich habe in den nächsten Jahren mehrfach versucht mich mit ihnen zu treffen jedoch haben sie jedesmal eine Ausrede gefunden. Sei es dass sie lieber Fußball gucken wollten oder einfach keine Zeit hatten.

    Es war immer ein Wunsch von mir dass die Familie etwas zusammen rückt und wir ein besseres Verhältnis haben. Deswegen habe ich mir große Mühe gegeben und zu Weihnachten immer alle zu uns nach Hause eingeladen.
    Es macht mir große Freude andere zu bekochen und zu verwöhnen. Aber ich merke jedes Jahr dass es überhaupt nicht geschätzt wird und Weihnachten so eine Art Pflichttermin wurde. Ich habe wahrscheinlich gehofft dass das familiäre Verhältnis vielleicht irgendwann einmal besser wird.

    Ich habe vor drei Jahren mit meinem Mann ein Haus gekauft.
    Wir sind sehr stolz darauf und lieben es hier zu wohnen. Wir haben das ganze Haus selbständig renoviert. Meine Eltern wollten das Haus als Ferienhaus" missbrauchen". Sie sind der Meinung was meins ist ist auch ihres und wenn Sie bei uns zu Besuch sind benehmen sie sich auch so. Vor allem mein Vater hat keinen Respekt vor anderen Leute Eigentum!
    Im November 2018 kamen sie dann zu uns und haben bestimmt dass sie 2018 wieder bei uns feiern werden! Sie haben uns nicht einmal gefragt!

    Freunde haben uns einige Monate vor Weihnachten gefragt ob wir mit ihnen Weihnachten feiern wollen und wir haben zugesagt. Wir hatten seit Jahren wieder ein wunderschönes Weihnachtsfest!

    Seit Weihnachten 2018 haben sich meine Eltern nicht mehr gemeldet. Sie sind immer noch beleidigt weil wir Weihnachten nicht mit ihnen gefeiert haben. Bis dahin habe ich mir vieles gefallen lassen aber ich habe einfach die Nase voll.
    Meine Schwester hat letztes Jahr ein Kind bekommen und auch von ihr höre ich fast nichts. Sie wohnt in den USA und das Baby habe ich bis heute nicht gesehen.
    Obwohl sie schon einmal in der Schweiz war hat sie sich nicht gemeldet. ( wir wohnen in der Schweiz ). Ich finde dies sehr traurig aber kann es leider nicht ändern.
    Sie spricht nicht über Probleme und ist sehr manipulativ.
    Sie entscheidet mit wem sie Kontakt hat und bestraft Leute mit "nicht melden" und Stille.

    Zur Zeit haben wir keinen Kontakt mit meinen Eltern oder meiner Schwester. Mit meinem kleinen Bruder hatte ich noch nie viel Kontakt. Er ist 5 Jahre jünger und wohnt sogar nur eine Stunde von mir entfernt. Wir haben eigentlich ein gutes Verhältnis und keine Probleme. Ab und zu sehen wir uns und unser Verhältnis ist eigentlich das beste in der Familie auch wenn man es sicher nicht als innig bezeichnen kann.
    Er ist der Schatz meiner Mutter und hatte in seiner Jugend große Probleme mit Drogen. Ich bin stolz auf ihn weil er sich wirklich sehr gut entwickelt hat und in den letzten Jahren einiges tolles auf die Beine gestellt hat.

    Ich bin seit einigen Jahren am überlegen ob ich den Kontakt ganz abbrechen soll.
    In den letzten Jahren ist der Kontakt immer mäßiger und immer unangenehmer für mich.
    Zum Teil sehr beleidigend seitens meiner Mutter.
    Das ist auch der Grund warum ich hier schreibe.

    Vielleicht geht es anderen ähnlich und man könnte sich etwas austauschen.

    Nach so vielen Jahren habe ich immer noch den Wunsch nach einer heilen Familie aber so langsam merke ich dass man andere Menschen nicht ändern kann sondern man muss bei sich selber anfangen. Mit meinem Ehemann habe ich ein ganz wunderbares leben vielleicht baue ich lieber darauf auf.
    Vielleicht ist es einfach so das es Zeit ist dass ich auf mich schaue!

    Sonnige Grüsse
    Lulu

  2. Avatar von coryanne
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    AW: Kontaktabbruch mit Schwester und Eltern

    Eigentlich tust du das doch schon.

    Du hast es abgelehnt das letzte Weihnachtsfest bei euch zu feiern. Ich finde es gut, dass du auch nein sagen kannst und nach den Bedürfnissen deiner Familie schaust! Niemand muss sich ausnutzen lassen.

    Der Kontakt verläuft so kleckerweise. Das kannst du so weitermachen oder einfach mal von dir aus, dich nicht melden. Dann siehst du wie es weitergeht. Genauso mit deiner Schwester. Wenn die Geschwister von sich den Kontakt nicht suchen, kann man das leider nicht ändern. Es sei denn man meldet sich von sich aus.

    Der Wunsch nach einer "heilen Familie" ist verständlich. Leider ist es nur in ganz wenigen Familien wirklich so. Man kann sich nur immer vornehmen, es in seiner eigenen Kernfamilie mit den eigenen Kindern anders zu machen. Das hat man ein wenig mehr in der Hand.


  3. Registriert seit
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    AW: Kontaktabbruch mit Schwester und Eltern

    Liebe Coryanne

    Ich danke dir sehr für deine Antwort. Du hast recht ich habe den Kontakt sehr reduziert. Aber trotz all den Jahren habe ich tief in mir drin immer noch das verlangen nach einer heilen Familie. Es ist wie bei einem Ex-Freund. Mann trennt sich aber trotzdem möchte man sich wieder melden und hofft dass es doch noch gut kommt obwohl man eigentlich weiß dass es keine Hoffnung gibt.... Schon so viele Jahre ist dieses Gefühl da und ich weiß dass ich irgend einmal für meinen Seelenfrieden damit abschließen muss.
    Zum Glück habe ich einen ganz tollen Ehemann der mich sehr unterstützt und immer für mich da ist.
    Ich bin das überhaupt nicht gewöhnt denn bei meinen Eltern war immer ich der Sündenbock und alle anderen hatten recht.
    Mein Ehemann und ich kennen uns nun schon seit 14 Jahren und immer noch ist er 100% an meiner Seite was für mich extrem schön ist und was ich sehr genieße.

    Grüsse Luli

  4. Avatar von coryanne
    Registriert seit
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    7.940

    AW: Kontaktabbruch mit Schwester und Eltern

    Geniesse das was du hast. Du wirst deine Familie voraussichtlich nicht ändern.


  5. Registriert seit
    15.06.2007
    Beiträge
    6.664

    AW: Kontaktabbruch mit Schwester und Eltern

    Hallo Lulimita,

    du musst den Kontakt nicht abbrechen um anzufangen, dein Leben für dich zu leben!
    Das ist doch keine Voraussetzung dafür.

    Zitat Zitat von Lulimita Beitrag anzeigen
    Nach so vielen Jahren habe ich immer noch den Wunsch nach einer heilen Familie aber so langsam merke ich dass man andere Menschen nicht ändern kann sondern man muss bei sich selber anfangen.
    Vielleicht wäre für diesen Weg professionelle Hilfe gut?
    Seit der Kindheit ist der Wunsch nach guter Verbindung und heiler Familie in dir- solange du lebst, kennst du nur diesen Modus.
    Das loszulassen fällt schwer- das siehst du daran, dass alle heute weit weg wohnen und du doch noch innerlich ganz nah dran bist.

    Hier kann professionelle Hilfe viel leisten- Abstand und Distanz erarbeiten und mit dem Leben Frieden finden.
    Man muss nicht, aber man kann diesen Weg wählen und ich schätze, es wäre eine gute Unterstützung (leicht wird es so oder so nicht werden).

    Du bist schon weit gekommen und wenn du einen so lieben Partner an deiner Seite hast- ist das schon ein gutes Fundament für dein Leben
    Jetzt musst du noch frei werden........

    ich wünsche dir für diesen Weg alles Gute
    lg kenzia

  6. Inaktiver User

    AW: Kontaktabbruch mit Schwester und Eltern

    Du bist traurig, dass die Hoffnung nicht der Wirklichkeit entspricht. Dahinter steckt vermutlich der Wunsch nach Geborgenheit, die du mit deinem Mann bereits gefunden hast, aber gerne auch von deinen Eltern gehabt hättest. Ich kann das gut nachvollziehen. Bin auch an einem ähnlichen Punkt. Mir hilft, den Fokus weg von der Family, hin auf mein heutiges Leben / eigene Familie zu lenken, mir gelingt das mal mehr mal weniger gut. Den Kontakt zu meiner Herkunftsfamilie beschränke ich auf das nötigste, und arbeite parallel an eben besagter Haltung. Materiell hat es mir bei meinen Eltern nie an etwas gefehlt, emotional dafür umso mehr. Ich hoffe, dir hilft meine Rückmeldung zu meinem persönlichen Umgang damit etwas eigene Klarheit zu finden.

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