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  1. Registriert seit
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    Oma sein, aber nicht so fühlen

    Liebe Omas und Stiefomas,

    ich bin neu im Forum und habe ein Thema, welches mich nun schon längerer Zeit beschäftigt. Vielleicht wollt Ihr Eure Gedanken dazu mit mir teilen?

    Ich habe neben erwachsenen eigenen (noch kinderlosen) Kindern, auch einen erwachsenen Stiefsohn, mit drei Kindern im Kindergartenalter. Diesen Stiefsohn habe ich ab seinem neunten Lebensjahr mit aufgezogen, Patchwork, Mutter verstorben.
    Wir hatten damals über viele Jahre große Schwierigkeiten, je älter er wurde, umso besser wurde unser Verhältnis.

    Meine Eltern waren nie solche Großeltern, wie ich sie mir für meine Kinder gewünscht habe und wie ich es als Kind selbst erleben durfte. Meine eigenen Großeltern waren so liebevoll, ich denke heute noch gerne an diese Zeit.

    Jedenfalls hatte ich mir vorgestellt und gewünscht, selbst eine taffe, liebe, unternehmungslustige Oma zu werden und nix davon ist eingetreten.

    Ich hätte so viel Zeit, um omatypische Dinge mit ihnen zu machen. Aber ich habe schlicht keine Lust auf meine Enkel. Sie sind süß, streiten fast nie, super Kinder.... Und mich langweilt es, mit ihnen Zeit zu verbringen. Wenn sie bei uns übernachten (sie schlafen gerne bei uns), gucke ich morgens auf die Uhr und denke „erst 8:30 Uhr, wie soll ich nur den ganzen Tag rumbringen“.

    Es ist nicht so, dass ich mich schäme für meine Gefühle, sie sind, wie sie sind. Ich bin eher enttäuscht von mir. Mein Mann weiß von meinem Dilemma. Wir haben die Erklärung gefunden, dass es wohl daran liegt, dass die Enkel mit mir nicht blutsverwandt sind. Doof isses trotzdem.
    Was aber verblüffend ist, Kinder haben so feine Antennen und obwohl ich so empfinde, sind die Enkel gerne bei mir. Ich bin freundlich zugewandt, aber bestimmt nicht so herzlich, wie die Kleinen es verdient haben.

    Kennt Ihr solche Gefühlslage auch? Wenn ja, wie geht ihr damit um, fragt Kampaline

  2. Avatar von ilazumgeier
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    AW: Oma sein, aber nicht so fühlen

    Hm...
    Erst zum letzten Punkt: Aus eigener Enkel-Erinnerung und nach meiner persönlichen Befindlichkeit würde ich sagen, dass offenbar dein Maß an Zugewandtheit genau richtig ist. Mit Liebe überschüttet zu werden, kann für Kinder auch unangenehm und belastend (bis lästig) sein. Ein entspanntes Ambiente, gelegentlich eine nette Unternehmung und ein paar "Bonbons" zum Alltag: das ist doch wunderbar. Zu dritt langweilen sie sich anscheinend auch nicht, alles paletti.

    Im Ganzen: ich bin noch keine Großmutter, aber alle Gleichaltrigen und Jüngeren um mich herum; die Voraussetzungen sind (ohne Patch) ähnlich wie bei dir. Ich bin zutiefst dankbar dass ich noch nicht in der Rolle sein muss, ich habe einfach keine Lust dazu, null Bock auf Kinder-Animation (je kleiner, desto mehr zähle ich da die Minuten). Irgendwann, ja, aber hoffentlich bleiben mir noch ein paar Jahre in Freiheit.
    Hilft dir jetzt nicht wirklich

  3. Avatar von Kleinfeld
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    AW: Oma sein, aber nicht so fühlen

    Nein , kenne ich nicht, ich habe 2 eigene und 3 Stiefenkel obwohl ich den Begriff "Stief" gar nicht mag.
    Es ist bei dir wie es ist, man kann Gefühle nicht erzwingen.

    Und "Es ist erst 8.30 Uhr , wie soll ich den Tag rumbringen", nun das kenne ich selbst aus der Zeit mit meinen eigenen Kindern als sie klein waren
    Solange sich die Kinder in deiner Gegenwart wohlfühlen und sie gerne bei euch sind, ist das doch in Ordnung.
    Klar wäre ich gerne die, die vor dem Frühstück Yoga macht oder joggt.
    Ich bin aber die, die halb bewußtlos Kaffee macht und atmet.


  4. Registriert seit
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    AW: Oma sein, aber nicht so fühlen

    Deine Ansprüche an Dich selber sind zu hoch. Lass es laufen. Du magst die Kinder, sie mögen Dich und sie haben Eltern, so dass Du nur als Großmutter fungierst. Ich finde genau das so entspannend am Omasein: Alles kann, nichts muss.
    Und einen ganzen Tag Kinderbespaßung findet auch die tollste Oma anstrengend.

  5. Avatar von Unendlichkeit
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    AW: Oma sein, aber nicht so fühlen

    Zitat Zitat von Kampaline Beitrag anzeigen

    Ich hätte so viel Zeit, um omatypische Dinge mit ihnen zu machen. Aber ich habe schlicht keine Lust auf meine Enkel. Sie sind süß, streiten fast nie, super Kinder.... Und mich langweilt es, mit ihnen Zeit zu verbringen. Wenn sie bei uns übernachten (sie schlafen gerne bei uns), gucke ich morgens auf die Uhr und denke „erst 8:30 Uhr, wie soll ich nur den ganzen Tag rumbringen“.
    Hast du keine Lust auf omatypische Dinge oder keine Lust auf die Kinder grundsätzlich?

    Das ist für mich ein Unterschied. Du kannst ja die Kinder gerne bei dir haben und omauntypische Sachen mit ihnen machen. Oder einfach Alltag und die Enkel "mitlaufen" lassen.

    Und so verkehrt kannst du als Oma nicht sein. Sie mögen dich und sind gerne bei dir. Bespaßungsprogramm gibt es auch für meine Kinder nicht. Oder nur sehr begrenzt. Aber es passt.
    "...es gibt höchstens hoffnungslose Menschen, aber nie hoffnungslose Situationen..."
    Sprichwort auf Oxtorne

  6. Avatar von Marta-Agata
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    AW: Oma sein, aber nicht so fühlen

    Was sind denn "omatypische Dinge"?

    Was hattest du dir denn vorgestellt, was du mit ihnen machst?
    Ist das geprägt von den Dingen, die deine Großeltern mit dir gemacht haben?

    Vielleicht kannst du umschalten - auf Dinge, die du gerne machst?


    Mein Mann kann mit unserem Enkel stundenlang Bauklötze bauen, Feuerwehreinsatz spielen und kauft immr wieder im Kaufmannsladen ein. Und Quatsch machen die auch. Das alles kann (oder mag) ich überhaupt nicht.

    Mit mir "muss" er Wäsche aufhängen und kochen - und er putzt sehr gerne.
    Und ich mag basteln.
    Auch rausgehen muss man nicht auf den Spielplatz - sondern wir können dahingehen, wo es mir gefällt.

    Und drei Kinder können sich ja auch gegenseitig bespaßen - da reicht es oft, dass sie "angespielt" werden.


  7. Registriert seit
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    AW: Oma sein, aber nicht so fühlen

    Zitat Zitat von Kampaline Beitrag anzeigen
    Wir haben die Erklärung gefunden, dass es wohl daran liegt, dass die Enkel mit mir nicht blutsverwandt sind.

    Ja, ich denke, das ist die Erklärung. Unpopulär aber oft wahr.
    Auch vor dem Hintergrund, dass du dir ein gutes Verhältnis zum Stiefsohn erst erarbeiten musstest.

    Wirst, sehen, wenn du deine eigenen Enkel hast, dann ist das anders.

    Was macht denn der blutsverwandte Opi dann den ganzen Tag ab 08.30?
    Warten dass DU aktiv wirst?


  8. Registriert seit
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    AW: Oma sein, aber nicht so fühlen

    Zitat Zitat von Marta-Agata Beitrag anzeigen
    Vielleicht kannst du umschalten - auf Dinge, die du gerne machst?


    Mein Mann kann mit unserem Enkel stundenlang Bauklötze bauen, Feuerwehreinsatz spielen und kauft immr wieder im Kaufmannsladen ein. Und Quatsch machen die auch. Das alles kann (oder mag) ich überhaupt nicht.
    Das ging mir schon bei meinen eigenen (blutsverwandten) Kindern so. Ich hab denen schon immer gesagt, ich hab nicht drei Kinder bekommen damit ICH mit euch sowas spiele.

    Das wär auch mein Rat gewesen, mach doch was mit ihnen was du gern machst: spazieren gehen, kochen, ins Museum, garteln.

    Meine Rettung war ja immer (Vor) Lesen. Zur Not auch mal einen schönen Film schauen, der einem selbst auch ! gefällt.

    Wenn du daran Spaß hast: ne Stadt Safari. Sachen finden in der Stadt, das kleinste Haus, die längste Brücke. Oder eine Runde mit einer Straßenbahnlinie, jeder kriegt eine Brezel und was zum Trinken. Geht die Zeit auch rum.


  9. Registriert seit
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    AW: Oma sein, aber nicht so fühlen

    Ich spiele gern mit meinem 1. Enkel (fast 2), aber nach eine Stunde langweile ich mich auch und schaue dauernd auf die Uhr.

    Wenn er Zukunft öfter mal länger bei uns ist, werde ich ihn in den Haushalt integrieren. Geht er halt mit zum Einkaufen, "hilft" im Garten, backt mit den Kuchen, den wir dann zusammen verspeisen ...

    Das habe ich bei meiner Oma auch gemacht. Die hat nicht mit mir gespielt. Der Opa dagegen schon, auch Kaufmannsladen und solche Sachen - völlig untypisch für die damalige Zeit.

    Vorlesen dagegen liebe ich - das werde ich dann sicher auch verstärkt tun.


    Ich finde auch, dass du deine Ansprüche nicht so hoch schrauben solltest. Es gibt keine typische Oma. Sei einfach du selbst - Kinder können das ab. Und so ganz falsch bist du ja wohl nicht, wenn sie dich gern besuchen.
    Da steckste nicht drin!

  10. Avatar von linsemo
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    AW: Oma sein, aber nicht so fühlen

    Ich gehe einmal die Woche für eine Stunde zum Vorlesen in einen Kindergarten. Ich mache es gerne und es macht mir auch Spaß und doch ist es langweilig. Um das ganze etwas interessanter zu machen, versuche ich Blödsinn mit den Kindern zu machen, komische Fragen stellen, etwas sagen, was nicht stimmt so in etwa. Manche Kinderbücher sind so grottenlangweilig, daß ich schon beim lesen anfange zu gähnen. Wen ich dann scheiße sage, kommt gleich Protest 'Das sagt man nicht' . Ja, es ist manchmal oder meistens langweilig, aber ich mache es trotzdem gerne, weil ich merke wieviel Spaß die Kinder daran haben. Und offensichtlich mögen sie mich. Spontane Umarmungen, ich hab dich lieb usw..
    Und immer wenn wir lachen, stirbt irgendwo ein Problem.
    Dornröschen hätte gar keinen Prinzen gebraucht, nur einen starken Kaffee
    Friedvoll zu sein bedeutet, von Erwartungen frei zu sein und nichts von anderen zu wollen.
    Wenn du jemand anderem vergibst, dann tust du dies deinetwegen, nicht weil der andere das verdient. (Doris Wolf, Psychotherapeutin)

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