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  1. Registriert seit
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    Meine Familie, Todesfall versus Schwiegerfamilie und Weihnachten

    Ich brauche mal Eure kritischen Meinungen. Jedes Jahr haben wir das ähnliche Problem. Wir, mein Mann und ich und sein Kind und dessen Kindsmutter leben in der Stadt, in der ich geboren bin und wo meine ganze Familie lebt. Unsere Familienumfelder und Sozialisationen sind komplett verschieden.


    Vor vielen Jahren (zwölf oder so) führten wir ein, dass wir am 24. hier feiern und alle kommen können, die wollen. wegen der ganzen Familienpatchwork Schwierigkeiten, einfach alle, auch Freunde. In einem Jahr kamen die Schwiegereltern, dann gefiel es ihnen nicht und so war es dann viele Jahre so, dass wir den 24. hier groß feierten, mit allen außer ihnen und dann am 25. gleich zu ihnen fuhren, um dort die Feiertage zu verbringen. Es ist halt recht weit weg und irgendwann vor zwei Jahren dachte ich, nein, will ich eigentlich nicht, immer gleich diesen Stress am 25. morgens. Hinzu kommt, dass ich eine geteilte Familie habe, also Eltern getrennt, und mein Vater am 24. nicht hier ist.
    Ich hatte irgendwann auch keine Lust mehr, beide Feiertage dort zu verbringen, da unser Verhältnis auch nicht wirklich gut ist, sondern ich immer das Gefühl habe, dass mich diese Familie in eine traditionelle Schwiegertochterrolle drücken will, die mir überhaupt nicht passt


    In den letzten zwei Jahren habe ich die Lösung gefunden, dass ich die beiden, meinen Mann und sein Kind vorfahren lasse, am 1. Feiertag, selbst dann noch hier meine Zeit verbringe, und dann, wie ich Lust habe, und dann hinterher fahre, sodass ich da auch nur eine Nacht schlafen muss, was mir auch reicht.
    Das wurde sehr zähneknischend aufgenommen, auch als ich sagte, nein ich möchte auch Zeit mit meinem damals schon kranken Vater verbringen, wer weiß wie lange er noch da ist.

    In diesem Jahr ist es dann auch passiert, was ich befürchtet habe, mein Vater wurde sehr schwer krank und verstarb dann im Laufe des Jahres. Für mich war es ein Drama, ich pflegte ihn zuvor und begleitete ihn in dem ganzen Prozess, bis zum letzten Atemzug. Ich hatte ein sehr inniges Verhältnis zu ihm, ich habe sehr an ihm gehangen, ja und ich bin froh, dass ich in diesen schweren letzten Monaten für ihn alles gegeben habe, was ich konnte, für ihn aber auch für mich, weil wir noch sehr viel Zeit miteinander verbracht haben. Das aber, es ging über Monate hat meine Ehe in eine Krise geführt, nun gut, wir sind da wieder raus, aus der Krise, aber ich finde auch, dass meine Schwiegerfamilie sich nicht gut benommen hat, weil meine Schwiegermutter mir wirklich vorwarf, dass ich mich so viel um meinen sterbenden Vater kümmere und ja nicht um ihren Sohn sozusagen. WOW, ich bin umgefallen damals. Wohlgemerkt ich arbeite und bin eine erfolgreiche Person, die ihrer Frau steht, in eigentlich allen Bereichen.

    Gut alles in allem war es, wie man sich vorstellen kann, ein sehr hartes Jahr für mich. Ich habe irgendwann auch viel arbeiten müssen, um die Ausfälle wieder aufzuholen und na ja, da ich auch einen Pflegesohn habe, der zwar groß ist, aber vielleicht Weihnachten mit uns feiern will, und ich die Tür für ihn auf keinen Fall zumachen werde, mache ich eben natürlich doch den 24. wieder bei mir.
    Mein Stiefkind ist am 24. bei dessen Mutter, logisch und dann ab 25. bei uns.

    Mein geliebter Vater ist in diesem Jahr verstorben und ja, ich habe damit meine Probleme. Ich bin in Trauer, ich möchte das auch nicht herunterschlucken, ich möchte darüber sprechen können und es mit denen teilen, die ihn auch liebten, mit meinen Geschwistern zum Beispiel, die alle am 24. herkommen und auch unserer Mutter, die auch sehr geholfen hat, in dieser schweren Zeit.
    So deutete ich an, dass die beiden, mein Mann und mein Stiefkind auf alle Fälle am 1. Feiertag kommen, aber es sein könnte, dass ich noch ein Tag in meiner Stadt bleiben will, bei meiner Familie. Meine Schwiegermutter hat ein Fass aufgemacht, sie sagte, wen ich denn noch hätte, um hier zu bleiben, weil meine Mutter und Geschwister würde ich ja am 24. sehen und mein Vater ja sowieso nie da gewesen wäre, am 24. ... Ich sagte, dann eh, ja, eh , vielleicht mein Onkel, sie argumentierte dann, na der wohne ja in einer anderen Stadt, ...
    Stimmt, aber ...

    mich hat das so umgehauen, dass ich sprachlos war, und jetzt verwirrt bin.
    Spinne ich?
    mein Mann meinte, sie wollte mich eben überreden, weil sie mich sehen will
    Aber ich habe das überhaupt nicht so verstanden, sondern habe einfach die Befürchtung, dass dort meine Gefühle und Lebensansichten mal wieder unter den Tisch gekehrt werden, ich zum Beispiel überhaupt nicht zeigen kann, dass ich einfach noch trauere, verdammt, für mich ist es kein Weihnachten, wie jedes und überhaupt, weiß ich nicht, wie man so reagieren kann.

    Dann sagte sie noch, man wolle mich ja nicht unter Druck setzen, so etwas würden sie ja nicht machen, ... ich sagte, nein könnt ihr auch nicht.

    Nun, mmm, meine Frage, wie findet ihr das? Reagiere ich über? Mein Mann sagt, mach was du willst.
    Was sagt ihr
    übertreibe ich?

  2. Avatar von Marta-Agata
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    AW: Meine Familie, Todesfall versus Schwiegerfamilie und Weihnachten

    Die Sache ist ganz einfach - du einigst dich mit deinem Mann, und das vertretet ihr dann beide.

    Und hör auf, die Dinge zu begründen - dann findet sich immer ein Gegenargument.


  3. Registriert seit
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    AW: Meine Familie, Todesfall versus Schwiegerfamilie und Weihnachten

    Zitat Zitat von zweifelhaft Beitrag anzeigen
    mich hat das so umgehauen, dass ich sprachlos war, und jetzt verwirrt bin.
    Spinne ich?

    Was sagt ihr...
    Ich frage mich ernsthaft wieso Dich das umgehauen hat und Du jetzt sogar sprachlos und verwirrt bist. Du weißt doch seit Ewigkeiten wie Dein Mann und seine Familie sind! Dein Mann hat es Dir doch das ganze Jahr knallhart gezeigt. Wie kann Dich das immer noch überraschen?

    Lies nochmal Deinen alten Strang durch, alle Antworten, die Dir da gegeben wurden, sind 1:1 auch hier gültig.

  4. Avatar von schafwolle
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    AW: Meine Familie, Todesfall versus Schwiegerfamilie und Weihnachten

    Zitat Zitat von zweifelhaft Beitrag anzeigen
    Mein Mann sagt, mach was du willst.
    Genau - mach das, was Du für richtig hältst und was sich für Dich
    stimmig anfühlt.

    Normalerweise bin ich schon dafür, auch mal einen Kompromiss
    einzugehen, wenn es komplizierte Umstände erfordern. Aber bei Deiner
    ausgeprägten Abneigung gegen Deine Schwiegereltern fände ich das
    fehl am Platz.

    Die Aussage Deines Mannes finde ich dennoch lieblos. Es liegt die
    Vermutung nahe, dass er wenig Verständnis für Deine Bedürfnisse hat
    und genau so wenig hinter Dir steht wie bezüglich des Themas, welches
    Du in Deinem letzten Strang beschrieben hattest.

  5. Inaktiver User

    AW: Meine Familie, Todesfall versus Schwiegerfamilie und Weihnachten

    Ich finde, auch ohne besondere Ereignisse (Todesfall) hat jeder Mensch das Recht, Weihnachten mal anders gestalten zu wollen als die letzten zehn Jahre. Wenn die Schwiegerfamilie das nicht versteht, kann man es auch nicht ändern. Überhaupt ist es vergebene Liebesmühe, immer noch zu erwarten, dass sie Dich verstehen.

    Ich sehe hier aber auch das größere Problem in der Abstimmung mit Deinem Mann.

  6. Moderation Avatar von Margali62
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    AW: Meine Familie, Todesfall versus Schwiegerfamilie und Weihnachten

    Unter den Umständen würde ICH sagen, ich bin in Trauer und möchte dieses Mal aus der Schwieger-Weihnacht ganz aussteigen.
    Moderatorin im Forum

    Trennung und Scheidung,
    Kredite, Schulden und Privatinsolvenz,
    Über das Kennenlernen
    Reine Familiensache

  7. Avatar von ilazumgeier
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    AW: Meine Familie, Todesfall versus Schwiegerfamilie und Weihnachten

    Wie schreibe ich einem unbekannten Menschen in einem anonymen Forum, dass es mir nahe geht, wie vom Nicht-mehr-Da-Sein des geliebten Vaters erzählt wird? "Mein Mitgefühl" ist in diesem Fall keine Floskel. Und vom ersten Posting an habe ich bewundert, wie du alles händelst. Es ist verständlich, dass du in der aktuellen Situation noch verletzbarer bist für die Anmutungen deiner Schwiegermutter. Du wirst sie nicht mehr ändern. Tu, was dir gut tut, dann wächst hoffentlich die Schutzhaut schnell genug, die unangemessene Bemerkungen und Forderungen nicht durchdringen lässt.
    Ich wünsche dir ein friedliches Weihnachten!


  8. Registriert seit
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    AW: Meine Familie, Todesfall versus Schwiegerfamilie und Weihnachten

    Zitat Zitat von Margali62 Beitrag anzeigen
    Unter den Umständen würde ICH sagen, ich bin in Trauer und möchte dieses Mal aus der Schwieger-Weihnacht ganz aussteigen.
    Da bin ich 100% dabei.
    In dem Fall könnte mir keiner was anderes einreden.
    Den Wind können wir nicht ändern, aber wir können ihm eine andere Richtung geben (Aristoteles)

  9. Inaktiver User

    AW: Meine Familie, Todesfall versus Schwiegerfamilie und Weihnachten

    Mich persönlich würde "in Trauer" irritieren, weil ich dann von einem kürzlich erfolgten Todesfall ausgehen würde. Ich fände wohl "dieses Jahr war schwierig für mich" besser, wenn man unbedingt was erklären will.

  10. Avatar von animosa
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    AW: Meine Familie, Todesfall versus Schwiegerfamilie und Weihnachten

    In Trauer bist du.

    Das kann sogar Jahre andauern.

    Mein Vater ist dieses Jahr auch verstorben. Wir standen uns auch sehr nahe. Ich bin meiner Schwester dadurch auch wieder näher gekommen. Durch die Trauer. Es ist sehr wertvoll, wenn du mit deiner Familie zusammen trauern kannst. Wie viel Zeit du dir mimmst, entscheidest nur du.

    Meine Schwiegermutter war ähnlich drauf. Sie war neidisch und egoistisch. Es ging ihr nie um die Verwandtschaft, die zu Besuch kam. Es war eine Selbstdarstellung. Ich denke heute manchmal, ich hätte das mehr mit Ruhe und Gelassenheit hin nehmen sollen. Aber wenn es zu sehr ins Persönliche geht, wie in deinem Fall, ist deutliche Abgrenzung nötig.

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