+ Antworten
Seite 1 von 6 123 ... LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 53

  1. Registriert seit
    26.02.2009
    Beiträge
    976

    Unterschiedliches Kontaktbedürfnis von Mutter und Tochter

    Hallo liebe Community,

    ich brauche bitte mal Euren Rat und Eure Meinung.

    Es geht um meine Mutter. Grundsätzlich verstehen wir uns gut, wobei ich eher sagen muss "oberflächlich gut", da mir Mutter gerne ihre Meinung aufdrängt oder mir sagt, was ich "zu tun habe" (Tag 1: "Du solltest Dich auch mal wieder bei Tante Gerda melden". Tag 2: "Hast Du Dich jetzt schon bei Tante Gerda gemeldet? Nein? Das solltest Du jetzt aber wirklich tun"... ). Da reagiere ich dann zunehmend genervt, sie lässt die Einmischerei dann auch mal für kurze Zeit sein aber dann bricht es wieder voll durch

    Schon bevor ich vor ein paar Monaten ein Baby bekommen habe, war mir das Kontaktbedürfnis meiner Mutter oft zuviel. Da gings aber noch - damals war ich durch den Job gut eingespannt und somit zwangsläufig nicht ständig "verfügbar" (obwohl es auch Zeiten gab, da hat sie mich sogar täglich versucht im Büro anzurufen. Das hab ich dann aber unterbunden).

    Seit unser Kind da ist, gibt's aber kein Halten mehr und sie ruft jetzt quasi täglich an und fragt mich über jeden Pups (Entschuldigung ) aus. Was macht ihr, wieviel hat die Kleine getrunken, wie lange hat sie heute geschlafen, geht doch bei dem schönen Wetter noch raus etc. etc. An guten Tagen kann ich es als "schönes Interesse der Oma" sehen. Aber oft bin ich auch einfach genervt, wenn mal wieder nur Belanglosigkeiten ausgetauscht werden und ich mich regelrecht bedrängt fühle.

    Leider hat meine Mutter keine Hobbies o. ä. und auch nicht wirklich viele Freundinnen, mit denen sie etwas unternehmen kann. Mir ist also schon klar, warum sie sich so an unser Leben klammert. Aber ich hab darauf trotzdem nicht immer Lust Vor allem, weil es oft eben auch wieder in Belehrungen bzw. Erziehungsversuchen endet (siehe Tante Gerda oben).

    Ich hab schon versucht, selbst die Kontaktfrequenz wieder etwas zu "strecken" (alle zwei, drei Tage telefonieren wäre völlig in Ordnung), aber nö, selbst wenn ich schon ein nettes Foto vom Baby oder ein paar Infos per SMS geschickt habe, muss wieder telefoniert und sich haargenau diesselben Infos noch mal mündlich erzählt werden. Und DAS ist dann der Punkt, wo ich total genervt bin ...

    Ja, jetzt werdet Ihr natürlich sagen: sprech es halt an. Und genau da liegt der Hund begraben: leider haben derartige Versuche in der Vergangenheit nur in Beleidigtsein geendet, kurzfristig wurde dann tatsächlich weniger angerufen aber nach einer "Schmollpause" von ein paar Tagen geht's munter weiter als wäre nichts gewesen.... Ich schaff es nicht, das einfach mal normal und ruhig anzusprechen weil ich weiß, dass sie es einfach nicht versteht ("Man wird ja wohl mal für ein paar Minuten sprechen können". Klar, kann man. Aber ich hab einfach manchmal KEINE LUST darauf).

    Mein Vater ist da anders drauf. Er freut sich, wenn man alle paar Tage mal quatscht, fragt natürlich auch, was die Kleine macht aber dann gibt's auch noch andere Dinge zu bereden. Und keine Belehrungen. Da telefoniere ich dann auch gern. Mit ihm kann man sich auch gut über aktuelle Themen, Weltgeschehen etc. unterhalten. Aber bei meiner Mutter habe ich immer das Gefühl, sie versucht heute noch, mich zu einer perfekten Tochter zu erziehen und mich "in die Spur zu kriegen" (jetzt, wo ich es schreibe, fällt mir das auf!!). Eine "Vorzeige-Tochter", mit der sie in der Verwandtschaft glänzen kann, die die Tanten regelmäßig anruft etc. Mach ich ja auch, aber eben dann wenns MIR passt.

    Jetzt seid Ihr gefragt - wie knackt man so eine Nuss ?

    Vielen Dank und liebe Grüße vom Wassernixlein

  2. Avatar von Hair
    Registriert seit
    31.12.2014
    Beiträge
    1.441

    AW: Unterschiedliches Kontaktbedürfnis von Mutter und Tochter

    Geh doch einfach nicht ans Telefon, du siehst doch die Nummer. Oder leg dir eine neue Nummer zu und sag einfach du hättest zur Zeit kein Telefon mehr.
    Erreichbar wäre aber dein Mann, falls ein Notfall eintritt.
    Dann kannst du ein, zweimal die Woche von dir aus anrufen.


  3. Registriert seit
    21.04.2014
    Beiträge
    8.172

    AW: Unterschiedliches Kontaktbedürfnis von Mutter und Tochter

    Ich bestehe, ich habe diese Ader auch... allerdings nur bei den Jüngsten, die sind 18 (wohnt noch zu Hause) und 20.
    Da hat ein energisches "Mama, du nervst!" geholfen.
    Ich habe mich dann an mich selbst in jungen Jahren erinnert... ich wollte das ja auch nicht und war genervt.


  4. Registriert seit
    27.04.2005
    Beiträge
    5.312

    AW: Unterschiedliches Kontaktbedürfnis von Mutter und Tochter

    Wassernixlein, so eine Nuss knackst Du nur durch Handeln, nicht durch Reden. Also nach der Ansage, dass es Dir zu viel wird, dann eben auch mal sehr kurz angebunden auf die Anrufe reagieren: "Du, Mama, das Baby liegt vollgek... auf dem Wickeltisch, und eigentlich habe ich heute auch keine Lust zu telefonieren." (Sag bloß nicht, Du hast gerade keine Zeit, dann ruft sie eine Stunde später wieder an.) Oder gar nicht rangehen - außer, das führt dann dazu, dass sie unangemeldet vor der Tür steht.
    Sie wird schmollen, immer und immer wieder. Das musst Du an Dir abprallen lassen, so schwer das ist. Und vielleicht nach jeder Schmollpause, wenn die Frequenz wieder steigt, wieder Tacheles reden.

    Sie schmollen, aber sie akzeptieren es. So hat meine Mutter mich seit meinem Auszug (mehrere 100 km weg) regelmäßig an zwei bestimmten Abenden pro Woche angerufen. Da sie ständig Panik hat, dass irgendetwas schlimmes passiert, habe ich tatsächlich, wenn ich an dem Abend ausgehen wollte, dann am Vorabend angerufen und mich "abgemeldet". Irgendwann ging mir diese Regelmäßigkeit auf die Nerven, oft hatten wir uns auch gar nichts zu sagen. Da habe ich dann gesagt, mir wäre es lieber, wir riefen uns nur an, wenn wir eben wirklich das Bedürfnis dazu hätten, nicht, weil es laut Kalender dran ist. Sie war sehr beleidigt (ich glaube, beide Eltern) und meinte dann, gut, wenn sie stört, ruft sie jetzt gar nicht mehr an, dann soll ich mich melden. Jetzt rufe ich an, so ca. einmal pro Woche, irgendwann zwischen Freitagnachmittag und Sonntagabend, wenn es gerade passt.
    Ich denke, sie ist immer noch traurig darüber, erzählt mir gerne mal von Müttern und Töchtern, die täglich telefonieren - ich überhör das dann geflissentlich.

    Wie hast Du unterbunden, dass sie ständig im Büro anruft? Vielleicht kannst Du Dir da Inspiration holen.

  5. Inaktiver User

    AW: Unterschiedliches Kontaktbedürfnis von Mutter und Tochter

    Nicht ans Telefon gehen oder aber dich abnabeln und mal Klartext reden.! Und dann sag ihr du gehst nicht mehr ans Telefon wenn sie nicht aufhört


  6. Registriert seit
    17.08.2016
    Beiträge
    4.027

    AW: Unterschiedliches Kontaktbedürfnis von Mutter und Tochter

    Wie wäre es, wenn du deinen Vater briefst?


  7. Registriert seit
    27.04.2005
    Beiträge
    5.312

    AW: Unterschiedliches Kontaktbedürfnis von Mutter und Tochter

    Sag es ihr doch ruhig mal in dieser Deutlichkeit: "Mama, ich führe mein eigenes Leben, und ich habe keine Lust, über jeden Pups meines Kindes täglich bei Dir Rechenschaft abzulegen."
    Bei dem Exemplar Mutter, das Du vermutlich hast, reicht es in der Regel nicht, das einmal zu sagen. Da hilft nur "Schallplatte mit Sprung", und das Ganze eben von Taten begleitet. Ruhig mal am Telefon, wenn sie wieder fragt, wieviel das Kind getrunken, gegessen oder geschlafen hat sagen: "Mama, darüber will ich mit Dir nicht reden. Das Kind ist gut versorgt, das muss Dir reichen." Auch das wird natürlich wieder zu Schmollen führen.


  8. Registriert seit
    17.08.2016
    Beiträge
    4.027

    AW: Unterschiedliches Kontaktbedürfnis von Mutter und Tochter

    Ich denke eine Ansage wie: "Ich möchte nur jeden zweiten/dritten Tag telefonieren. Jeden Tag, das geht mir auf den Geist. Ständig will irgendwer was von mir. Das raubt mir Zeit, die ich lieber mit der Kleinen oder meinem Ehemann genießen möchte. ALso nicht wundern, wenn ich nicht ans Telefon gehe. Ich gehe ab jetzt nur dann dran, wenn mir danach ist."

    Müsste doch gehen.

  9. Avatar von Roundabout
    Registriert seit
    03.08.2011
    Beiträge
    1.250

    AW: Unterschiedliches Kontaktbedürfnis von Mutter und Tochter

    Vielleicht hilft ein Anrufbeantworter? dann kannst du selbst entscheiden, ob und wann du dich zurückmelden willst. Ansonsten .wie schon vorgeschlagen, die Schallplattennummer und am besten vor dem Spiegel einüben, dann geht's auch leichter über die Lippen.
    Wenn ich nur darf, wenn ich soll, aber nie kann, wenn ich will, dann mag ich auch nicht, wenn ich muss. Wenn ich aber darf, wenn ich will, dann mag ich auch, wenn ich soll, und dann kann ich auch, wenn ich muss. Denn die können sollen, müssen wollen dürfen.

  10. Avatar von schafwolle
    Registriert seit
    17.09.2008
    Beiträge
    16.957

    AW: Unterschiedliches Kontaktbedürfnis von Mutter und Tochter

    Zitat Zitat von wassernixlein Beitrag anzeigen
    Ja, jetzt werdet Ihr natürlich sagen: sprech es halt an. Und genau da liegt der Hund begraben: leider haben derartige Versuche in der Vergangenheit nur in Beleidigtsein geendet, kurzfristig wurde dann tatsächlich weniger angerufen aber nach einer "Schmollpause" von ein paar Tagen geht's munter weiter als wäre nichts gewesen....
    Vielleicht solltest Du diese Strategie beharrlich wiederholen.

    Steter Tropfen höhlt den Stein ... ;).

    Ich nehme außerdem an, dass Deine Mutter sich telefonisch nur so
    intensiv "kümmert", solange das Baby noch klein ist.

    Könntest Du sie zB einmal die Woche zu Dir zum Kaffeetrinken
    einladen, damit sie sich gesehen und wertgeschätzt fühlt? Vielleicht
    braucht sie einfach dieses Gefühl?

+ Antworten
Seite 1 von 6 123 ... LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •