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    AW: Oma - Enkel - Diplomatie

    So, ich versuche mich mal durch ein paar Punkte durchzuarbeiten.

    Zitat Zitat von HPumpernickel Beitrag anzeigen
    Ich denke, Du hast keine Hoffnung mehr, dass sie ihren Charakter ändern können wollen wird?
    Nein, da habe ich keine Hoffnung. Mir geht es mit ihr viel besser, seit ich vor ca. 10 Jahren kapiert habe, dass sich da nie etwas ändern wird und ich einfach von meiner Seite aus versuche, den Kontakt so schmerzfrei wie möglich zu gestalten.

    Zitat Zitat von HPumpernickel Beitrag anzeigen
    Du könntest darüber nachdenken, was Du Deinen Kindern vermitteln willst. Soll Kind/Mensch sich verbiegen, weil "es ist doch die Oma"? Könnte die regelmäßige Begegnung mit ihr "eine gute Schule für die Zukunft" sein, um zu lernen, mit Menschen umzugehen, die emotionale Erpressung im Alltag praktizieren? Sollen die Jungs erleben, wie es ist, ganz bewusst die Entscheidung zu treffen, sich - soweit es geht - nur noch mit Menschen zu umgeben, die einen nicht verletzen? Was vor allem im privaten Umfeld leichter sein könnte, als im Berufsleben.
    Das sind gute Fragen. Ich möchte meinen Kindern eigentlich vermitteln, was ich da für mich auch herausgefunden habe. Nach Möglichkeit umgebe ich mich nicht mit Menschen, die mir nicht gut tun. Dazu ist das Leben zu kurz. Andererseits gibt es immer wieder Menschen, denen man nicht komplett aus dem Weg gehen kann, sei es als Klassenkamerad, Lehrer, Kollege, Vorgesetzter etc. Insofern sollen sie auch schon lernen, wie man mit denen umgehen kann, so dass (bei einem selbst, aber auch dem Umfeld) möglichst wenig Schaden angerichtet wird.
    Sie sollen sich nicht verbiegen, aber auf normalem Niveau höflich sein, zumindest so lange ihnen nicht offen feindselig begegnet wird.
    Insofern kann man die Oma natürlich auch als "Übungsobjekt" betrachten. (klingt jetzt fies und berechnend, oder?)

    Zitat Zitat von HPumpernickel Beitrag anzeigen
    Emotionale Kälte mit Geldgeschenken ausgleichen zu wollen... ist armselig.
    Neid auf das Großeltern-Enkel-Verhältnis der Schwiegereltern zu haben... was will sie damit erreichen?
    Dich und die Kinder zu kritisieren... was löst das bei Euch aus?
    Das ist ein hilfloser Versuch - armselig vielleicht, aber aus Hilflosigkeit geboren. Emotionale Kälte möchte ich ihr auch gar nicht zuschreiben. Sie hat einfach ein Bild, wie die Welt sein soll. Und sie liebt ihre Enkel ja auch, würde gerne zurückgeliebt werden. Sie denkt nur, wenn die Enkel so sind, wie sie sind, werden sie es im Leben schwer haben, und wir Eltern sind daran schuld. Und das will sie auch mit ihren Erziehungsversuchen korrigieren - ist natürlich Schwachsinn.
    Weißt Du, ich habe eine Freundin, die sehr gläubig ist. Der tut es einfach weh, wenn Menschen, die sie mag, sich von der Kirche abwenden, weil sie einfach fest daran glaubt, dass die dann nicht in den Himmel kommen, und das würde sie so gerne verhindern, weil sie diesen Menschen nur Gutes wünscht. Es schmerzt sie, wenn diese Freunde nicht gläubig sind. So ähnlich ist es bei meiner Mutter. Gefühlskalt ist sie sicher nicht.
    Mit dem Neid will sie gar nichts erreichen. Der ist da und nagt an ihr. Manchmal denke ich, sie bedauert immer noch, dass sie und mein Vater mir berufliche Höhenflüge ermöglicht haben, die mich weit weg von zu Hause geführt haben, und dass ich nicht als brave Tochter mit ihr in einem Haus wohne. Dabei bin ich genau dafür ihr und meinem Vater unendlich dankbar, dass sie mich da unterstützt haben, obwohl meine Mutter es vermutlich später bereut hat. Naja, und da ist dann der Neid auf die Schwiegereltern, die um die Ecke wohnen (was reiner Zufall ist, es war eher erstmal ein Punkt gegen den Hauskauf hier in diesem Viertel, weil ich fürchtete, sie könnten so klammern wie meine Mutter, was völlig unbegründet war). Das hätte sie halt auch gerne, kann es aber nicht haben.

    Das mit den Unternehmungen haben wir teilweise schon gemacht, aber meine Mutter wird immer unbeweglicher, im körperlichen wie im übertragenen Sinne, so dass sie zu Unternehmungen gar nicht mehr mitkommt. Unternehmungen sind im Endeffekt daher keine gemeinschaftsstiftenden Aktionen mehr, sondern eher Luftholaktionen, wo wir was nettes machen. Außer ins Kino kommt sie zu nichts mehr mit.
    Und da muss man erstmal einen Film finden, den sie und die Kinder mögen - außer Disney ist da nicht viel zu wollen, und das gibt's in der Regel 1-2mal im Jahr.

    Zitat Zitat von brighid Beitrag anzeigen
    l
    selbst unausgesprochene spannungen- kinder haben sehr feine antennen- haben uns da auch mit beeinflusst.

    und ich habe in der pubertät meiner mutter ganz klar gesagt: du kannst sie nicht ausstehen- aber wir sollen da lieb-kind machen?
    Ganz so extrem ist es nicht. Es ist nicht so, dass ich meine Mutter nicht ausstehen kann - offen gestanden tut sie mir leid. Sie ist so gefangen in ihrer negativen Sichtweise der Welt, führt ein so freudloses Leben, obwohl sie das nicht müsste. Ihre negativen Kommentare lasse ich größtenteils an mir abprallen - aber es ist eben trotzdem sehr anstrengend, sich das mehrere Tage am Stück in jeder ruhigen Minute anhören zu müssen. Und die Kinder sollen eben nicht lieb Kind machen. Ehrlich gesagt sich nur nicht noch mehr zurückziehen, als sie es jetzt schon tun. Und das droht eben.

    Zitat Zitat von schafwolle Beitrag anzeigen
    Ich verstehe das Problem noch nicht ganz.

    Woran ist es festzumachen, dass sie die Oma nicht mehr ertragen?
    Was würden sie sich denn wünschen?
    Es ist einfach nur so, dass sie ihr aus dem Weg gehen, wenn sie hier ist, und letztens erstmals Unmut geäußert haben, als wir sie besucht haben, dass sie auf den Besuch keine Lust haben. Obwohl sie irgendwie auch gern hinfahren, sie mögen das Haus, den Garten, den Dorfspielplatz (noch).


    Zitat Zitat von schafwolle Beitrag anzeigen
    Das verstehe ich gut - und würde es Deiner Mutter gegenüber genau so
    ansprechen. Alles Ausgesprochene ist besser als das, was irgend wie
    "in der Luft" liegt".
    Das finde ich auch - aber alle Versuche in der Richtung gehen total nach hinten los. Spricht man ihr gegenüber unangenehme Wahrheiten aus, weint sie, ist unglücklich, geht dann heulend um 20 Uhr schlafen. Ihnen ins Auge schauen kann sie nicht. Sie selbst sagt unangenehme Dinge nur durch die Blume. Spricht man sie drauf an, ob sie dieses oder jenes meine, kommt in der Regel "so habe ich das nicht gemeint" oder "ich sag ja nur so". Meine Strategie ist inzwischen, nur noch auf das offen ausgesprochene zu reagieren und den Hintergrundtext nicht zu hören.

    Übrigens: ausquartieren würde ich sie nie. Dann eher die Besuchszeiten verkürzen, aber das tut bei Besuchen bei uns sie teilweise schon selbst, müssen wir nur bei Besuchen bei ihr noch machen.





    Zitat Zitat von hexe-38 Beitrag anzeigen
    Deine Mutter ist alleinstehend, so wie ich es hier heraus lese. Dann geht es ihr wahrscheinlich nicht mur mit den Enkeln so, dass sie imzwischenmenschlichen Bereich Probleme hat. Alleinstehende Menschen sind es einfach nicht gewohnt, sich auf andere einzustellen - und je älter sie werden, desto deutlicher wird dieses Manko.
    Meine Mutter ist seit 9 Jahren verwitwet, und vorher war sie auch kein "social butterfly", insofern siehst Du das schon richtig. Auch als mein Vater noch lebte, hat sie nicht viel unternommen, auch nicht mit ihm. So ein bisschen halt. Und gerade dann ist es natürlich hart, wenn man plötzlich alleine ist - vorher war eben immer jemand da, auch wenn man nichts unternommen hat, viel aneinander vorbeigeredet hat oder gemeinsam schweigend oder schlafend vor dem Fernseher gesessen hat.
    Und wie es oft ist - im Alter treten gewisse Eigenschaften stärker hervor und nehmen immer mehr Raum ein - oft eben die unangenehmen.


    Zitat Zitat von hexe-38 Beitrag anzeigen
    Anscheinend ist deine Mutter völlig beratungsresistent. Aber wenn du doch noch einmal einen Versuch starten möchtest, würde ich die Diplomatie völlig außen vor lassen.

    Sie muss mehrere Punkte begreifen - sie müssen ihr nicht gefallen, aber begreifen muss sies:

    DU/Ihr habt das volle Recht, eure Kinder anders zu erziehen, als sie dich erzogen hat.

    Kinder werden älter und entwickeln ein eigenes soziales Leben, auf das sie ein Recht haben - ebenso wie auf eine eigene Meinung, mit wem sie ihre Freizeit verbringen.
    Diese Punkte haben wir schon bar jeder Diplomatie mit ihr erörtert, zumindest den ersten. Genützt hat es nichts, außer dass sie ihre Kommentare in dieser Richtung jetzt bleiben lässt. Sie macht es jetzt andersherum - redet nur von vorbildlichen anderen Kindern und Eltern.

    Zitat Zitat von hexe-38 Beitrag anzeigen
    Eine Oma, die emotional "nichts bringt", wird emotional auch nichts zurück erhalten und immer die "andere Oma" bleiben, da ändern Geschenke und Erpressungsversuche nichts. Irgendwann kann sie von ihren Enkeln im Höchstfall noch höfliche Beachtung erwarten, und der Zeitpunkt ist schon ziemlich nah.
    Ja, das Gespräch steht als nächstes an.

    Zitat Zitat von hexe-38 Beitrag anzeigen
    PS: Versuche dich nicht mehr für das Verhältnis Enkel-Oma verantwortlich zu fühlen. Es liegt in deienr Verantwortung, dass du deine Kinder zu höflichen Menschen erziehst, die auch mit schwierigen Menschn umgehen können - aber du kannst ihnen nicht vorschreiben, wen sie wie gern haben.
    Das hast Du nochmal schön zusammengefasst. Ehrlich gesagt will ich ihnen gar nicht vorschreiben, dass sie die Oma gern haben sollen. Und wenn sie sich weiter so verhält, werden sie sie sehr bald gar nicht mehr gern haben. Aber das ist genau der Punkt - meine Hoffnung, dass sie sich ändert, ist praktisch nicht vorhanden.

    Generell denke ich auch, wir werden die Besuche bei ihr kürzer halten. Waren neulich wegen einer Familienfeier kürzer da als üblich, und das war sehr angenehm. (Die Besuche finden in der Regel ohnehin nur 2-3-mal im Jahr statt, da fand ich dann immer, da können es auch 3-4 Tage sein, aber vermutlich muss man das langsam kürzen.)
    Und ich werde die Kinder bitten, sie auch mal direkt zum Spielen aufzufordern (Karten, Brettspiel), und wenn sie nicht mitmacht, vor ihrer Nase zu spielen. Denn ich denke, teilweise ist sie auch hilflos, was sie mit den Kindern anfangen soll.

    Mein Problem ist, dass sie bei aller emotionalen Erpressung ja eine liebevolle Mutter war. Sie kannte es nicht anders, sie wusste sich nicht anders zu helfen (und weiß es eben heute auch nicht besser). Sie hatte als Mutter auch viele gute Seiten - aber sie hat nie akzeptieren können, dass ihre Tochter ein eigenes Leben führt und ein Recht auf eigene Ansichten hat. Sie ist nicht "bösartig". Deshalb möchte ich eben nicht mit ihr "brechen", sie tut mir an ganz vielen Punkten auch leid. Aber ich bin eben auch nicht für ihre Einsamkeit verantwortlich und für ihre negative Weltsicht, bzw. das in Ordnung zu bringen.

    Danke, Ihr habt mir schon mal viele Denkanstöße gegeben.
    Geändert von Tigerente (05.08.2017 um 21:10 Uhr)

  2. Avatar von hexe-38
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    AW: Oma - Enkel - Diplomatie

    Zitat Zitat von Maggie74 Beitrag anzeigen
    @hexe-38

    Die TE ist nicht alleinerziehend
    Ihr mann ist ausgebildeter Mediator und beißt sich die Zähne an der Oma
    Ja, das weiss ich - meine Frage war, ob die GROSSMUTTER alleine lebt gg.
    Ich verliere nicht. Entweder ich gewinne oder ich lerne.

  3. Avatar von Paraplumeau
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    AW: Oma - Enkel - Diplomatie

    Meine Mutter hatte zwei Töchter und drei Enkeltöchter.
    Ich gehe davon aus, dass es mit einem Enkelsohn auch nicht so einfach funktioniert hätte, wie es mit den Mädchen funktioniert hat.
    Wenn ich anderer Leute Innerstes sehen wollte, wäre ich Gerichtsmedizinerin geworden.

  4. Avatar von Annilein
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    AW: Oma - Enkel - Diplomatie

    Vielleicht kannst du deiner Mutter Vorschläge machen, was sie mit den Kindern machen könnte. Sie scheint es wohl tatsächlich nicht zu wissen und da sollte vielleicht was von euch kommen.
    Wenn die anderen Großeltern in der Nähe wohnen, sind die Kinder in den normalen Alltag integriert. Das ist viel einfacher als bei einem Besuch.
    Ich kann mich leider gut in deine Mutter versetzen und es tut weh, wenn man den Enkeln gerne näher wäre aber nicht weiß wie man es besser machen könnte.
    Heute ist die gute alte Zeit von morgen (Karl Valentin)


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    AW: Oma - Enkel - Diplomatie

    Vielleicht kann deine Mutter ab und an zu euch zu Besuch kommen, das mache ich alle 6-8 Wochen für ein paar Tage.
    Muss natürlich gut abgesprochen werden und von allen gewollt sein. Ist für die junge Familie viel einfacher (nicht
    das geschleppe von vielen Sachen) und ich unternehme dann halt immer einiges vor Ort und entlaste damit auch
    mal die Eltern.
    Wenn deine Mutter ihre Enkel wirklich nur viermal im Jahr sieht, kann sich eigentlich nicht so einfach eine richtige Omabeziehung entwickeln, denke ich.

    Ich finde es schön, dass du dir zu dem Thema wirklich Gedanken machst und vielleicht kannst du ja doch mal mit
    deiner Mutter sprechen. Wäre schade, wenn das nicht möglich sein sollte.

  6. Avatar von Paraplumeau
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    AW: Oma - Enkel - Diplomatie

    Meine Schwiegermutter lebt 400 km entfernt, die Kinder haben sie 4 oder 5mal im Jahr gesehen, sie hatten immer ein ganz tolles Verhältnis ohne jede Fremdheit.
    Der Opa lebte 800 km entfernt, wir sahen ihn einmal im Jahr. Keine Fremdheit, immer große Innigkeit.

    Es ist keine Frage von Entfernung und Häufigkeit....
    Wenn ich anderer Leute Innerstes sehen wollte, wäre ich Gerichtsmedizinerin geworden.


  7. Registriert seit
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    AW: Oma - Enkel - Diplomatie

    Sie kommt etwa 4-mal im Jahr für je ca. 4 Tage zu uns. Wir 3-4-mal im Jahr für die gleiche Zeit. Telefonieren mögen meine Kinder nicht mit der Oma, das liegt aber nicht an der Oma sondern daran, dass sie generell ungern telefonieren.

    zuwenig, sie unternimmt nichts mit ihnen, das ist ja eins der Probleme.

  8. Avatar von Annilein
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    AW: Oma - Enkel - Diplomatie

    Die Besuche finde ich zu lang, ein Wochenende kann man ja noch füllen aber was soll man denn vier Tage lang zusammen anfangen?
    Heute ist die gute alte Zeit von morgen (Karl Valentin)


  9. Registriert seit
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    AW: Oma - Enkel - Diplomatie

    Frag mal meine Mutter, die findet, wir könnten ruhig mal eine Woche bleiben, andere tun das. 4 Tage sind natürlich nicht 4 ganze Tage. Meist Ankunft zur Mittagszeit an Tag 1, 2 Tage ganz dort, an Tag 4 Abfahrt nach dem Mittagessen.


  10. Registriert seit
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    AW: Oma - Enkel - Diplomatie

    Kann es sein, dass deine Mutter den Tod ihres Mannes gar nicht verarbeitet hat und keine oder wenig
    Emotionen zulässt evtl. depressiv ist?

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