Hallo Community,
hier möchte ich heute mal fragen, ob andere Ü50 auch bei der Kommunikation mit Ihrer Mutter Probleme haben.
Eigentlich kann ich über meine Mutter kaum klagen, sie hat ihren eigenen Haushalt in einer relativ großen Stadt, ist soweit gesund und kümmert sich selbst um Wohnung, Einkauf, Gesundheit und Gartenbeet.
Sie wohnt in einem Mietshaus mit Vermieter, dessen Mutter (ähnl. Alter wie meine) und dessen Kindern.
Hat Zugang zum gesamten Grundstück, auch Pool und Sauna und gehört dort fast zur Familie (hilft denen auch). Sie ist vor ca. 5 jahren, nach dem Tod ihres Partners, aus Sachsen-Anhalt wieder in die Heimat gekommen und wollte selbständig leben.
Ich wohne mit meinem Mann ca. 65 km weg, meine Tochter(ihre Enkelin) mit Familie im selben Ort wie sie.
Sie ist geistich und körperlich für eine 78jährige top in Form.
Nur ihre Ausgeglichenheit wird immer schlechter. D.h. sie ist oft launisch, fühlt sich einerseits bevormundet, anderseits zu wenig integriert.
Es kommt z.B. vor, dass sie nicht ans Telefon geht, wenn sie irgendwo dabei sein wollte und sie keiner gefragt hat (selber fragen macht sie nicht).
Dann "straft" sie mich oder meine Tochter mit Kontaktsperre und spricht nicht mit uns.
(OT: Das hat sie mit mir schon als Kind praktiziert - schlechtes Gewissen kommt sofort hoch.)
Mich stresst dieses ständige Aufpassen "nicht Falsches tun" und meine Tochter (ist ja jünger und hat ihre eigene Familie zu managen) blockt dann und lässt Oma eben komplett außen vor.
Ich weiß, dass viele andere größere Probleme mit ihren Eltern in diesem Alter haben, aber ich hätte gern Tipps, wie man die Kommunikation verbessern kann, ohne nach der Pfeife der Oma zu tanzen .
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 47
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24.07.2017, 14:43
Schwieriger Umgang mit 78jähriger Mutter
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24.07.2017, 14:48Inaktiver User
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24.07.2017, 14:55
AW: Schwieriger Umgang mit 78jähriger Mutter
Du kannst doch eh nicht nach der richtigen oder falschen Pfeife bei deiner Mutter tanzen.
Also kannst du alles direkt genau so machen, wie es dir gefällt. Denn deiner Mutter wird es nie gefallen, wenn sie ihre Launen hat.
DIe Kommunikation verbessern. Geht glaube ich nicht wirklich.
Mein Sohn ist ein Meister in so etwas. Meine Mutter hat halt manche Ansichten, die mich an die Decke gehen lassen. Mein Sohn sagt dann einfach: Omi, du hast Recht.
Folge: Er hat keine Probleme mit ihr und nie Diskussionen so wie ich. Darauf angesprochen, erklärte er mir sinngemäß:
"Aus ihrer Weltsicht und nach ihrer Lebenserfahrung ist es eben so wie sie es darstellt. Sie kann die Dinge nicht mehr anders wahrnehmen und beurteilen. Da rüttelt man nicht mehr dran. Ich bestätige sie. Sie fühlt sich verstanden und fühlt sich nicht allein. Mir bricht kein Zacken aus der Krone und ich habe meine Oma glücklich gemacht."
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24.07.2017, 15:27
AW: Schwieriger Umgang mit 78jähriger Mutter
mhhhh.... tja, wie man es macht man es verkehrt... ist einfach so, auch wir werden älter und wunderlich werden, sie wird sich nicht ändern...
Das Einzige was Du tun kannst, Deine Haltung dazu ändern, lass sie reden, lass sie nicht ans Telefon gehen und höre auf Dich zu verteidigen wenn Sie Vorwürfe macht, einfach nix sagen. Das was Cara über ihren Sohn sagt stimmt, es ist ihr Weltbild dass bekommst Du nicht mehr geändert....Das Leben macht was es will und ich auch!
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24.07.2017, 16:14
AW: Schwieriger Umgang mit 78jähriger Mutter
Ich sehe es ähnlich wie meine Vorschreiberinnen - insbesondere weil du schreibst, dass sie das schon immer genauso gemacht hat.
Daher ändere deine Sicht.
Wenn sie nicht ans Telefon geht, dann will sie eben nicht - dann ist es auch gut.Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.
.... und das demnächst auf www.befriendsonline.net/
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24.07.2017, 17:22
AW: Schwieriger Umgang mit 78jähriger Mutter
Vielleicht verstehe ich besser, was Du meinst, wenn Du ein Beispiel
nennen kannst.
Ist "keiner" auf Familienmitglieder bezogen?Es kommt z.B. vor, dass sie nicht ans Telefon geht, wenn sie irgendwo dabei sein wollte und sie keiner gefragt hat (selber fragen macht sie nicht).
Und sind mit "irgendwo" familiäre Zusammenkünfte o.ä. gemeint?
Kommunikationssperre = Schweigen.Das hat sie mit mir schon als Kind praktiziert - schlechtes Gewissen kommt sofort hoch.
Das direkte An- und Aussprechen des Problems wird vermieden.
Ich kenne das von meiner eigenen Mutter nur allzu gut - als Kind empfindet
man das als Liebesentzug, da sich die Mutter ja ab-wendet. Das schlechte Gewissen,
das man als Kind (und auch oft später) hat, ist darauf zurückzuführen, dass man sich
verantwortlich für das Schweigen fühlt - und für die Befindlichkeit der Mutter, die man
dazu gebracht hat, sich derart zu verhalten.
Oft hat man sich (habe ich mich) als Kind entschuldigt, auch ohne den Grund für die Strafe verstanden
zu haben, nur, um das nicht auszuhaltende Schweigen zu beenden.
Heute hätte ihr Schweigen mein Schweigen zur Folge - gemäß dem Motto: „
"Ok, wenn Du nicht mit mir sprechen willst, dann lass es halt."
Das ist letztlich auch der Rat, den ich Dir geben möchte.
Deine Tochter macht es richtig.Mich stresst dieses ständige Aufpassen "nicht Falsches tun" und meine Tochter (ist ja jünger und hat ihre eigene Familie zu managen) blockt dann und lässt Oma eben komplett außen vor.
Wenn Deine Mutter lernfähig ist, dann wird sie auch irgend wann die
Botschaft verstehen.
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25.07.2017, 08:19
AW: Schwieriger Umgang mit 78jähriger Mutter
Guten Morgen ihr Lieben und danke für die Antworten.
Der grundsätzliche Temor ist ja wohl, ihr auf der selben Ebene zu begegnen.
Also ihre Reaktion hinzunehmen und sich auch nicht melden ?
Mein Problem damit ist warscheinlich, dass ich immer auf Harmonie bedacht bin und sich möglichst alle vertragen.
Sicher sollte ich an mir arbeiten und es nicht jedem Recht machen wollen. Denn das kann man nicht schaffen.
Schade dabei ist nur, dass es vielleicht einfacher gehen könnte, wenn einfach gesagt wird - ich möchte das sounso - dann kann es ein klares ja oder nein geben. So läuft es aber nicht.
Wie Schafwolle es schrieb, zu Kinderzeiten war das so -> Erziehung auf Basis von Schweigen (Liebesentzug).
Sie sagt, sie ist eben so - schade und ich bin eben auch kein kleines Kind mehr.
Mit dem Beispiel der Unsicherheit ob Bevormundung oder Vernachlässigung sind das so Situationen, dass sie grantig reagiert, wenn ich mir Sorgen mache und nachfrage, ob sie gut schlafen konnte oder ob die Einlagen in den Schuhen gut sitzen oder ob sie sonst Hilfe braucht. Dann kommt eine ruppige Reaktion, ob ich sie schon für dement halte ?!
Andererseits fühlt sie sich ausgeschlossen, wenn ich die Tochter /Enkel besuche oder meine Tochter mit Familie zu uns kommen und sie nicht jedes Mal dabei ist (nicht abgesagt/sie fragt ja nicht, sondern nicht explizit dazu eingeladen).
Wir sehen uns mindestens 1 x im Monat und telefonieren (ich rufe an) 2-3x pro Woche.
Ich möchte sie aber auch nicht immer dabei haben und die Urenkel (Kinder meiner Tochter) kann sie, da sie in der selben Stadt wie meine Tochter lebt, in der Woche eher mal sehen.
Letztes Jahr hatten wir einen harten Eklat, bei dem ich mich mal komplett erklärt habe, dass ich nicht dauernd Rücksicht auf jeden nehmen kann (Vollzeit-Arbeit, 2 Kinder mit Familien,Partner mit 2 Kindern+Familien,Haus mit Grundstück,Schwiegermutter über 80, Mutters Exmann über 80) und ich auch noch ein eigenes Leben habe.
Darauf kam dann eine Postkarte - dann soll ich doch das Problem Mutter streichen und den Kontakt einstellen.
Sie wusste genau, dass sie mich damit trifft und ich bin heulend zu Kreuze gekrochen.
Ich weiß, dass sie sich manchmal langweilt, weil sie noch so fit ist. Aber ich würde mir wünschen, dass sie ihre Energie für eigene Aktivitäten ( Freunde/Bekannte finden für Ausflüge, Sport,Karten spielen ...)einsetzt. Tut sie aber nicht.
Und Hilfe ( hatte schon Kontaktadressen für sie rausgesucht) will sie nicht - siehe Bevormundung.
Ist nicht so einfach, ich empfinde die jetzige "Sandwichzeit- Kinder/Eltern" anstrengender, als die Zeit, als ich Kinder großgezogen habe.
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25.07.2017, 08:31
AW: Schwieriger Umgang mit 78jähriger Mutter
Wow, emotionale Erpressung vom Feinsten. Man merkt, dass sie jahrzehntelange Übung hat.
Schwierige Situation.
Es ist unwahrscheinlich, dass sie just jetzt die Verhaltensweisen ändert, die sich für sie jahrzehntelang bewährt haben. Insofern rechne nicht damit und richte dein Verhalten nicht danach aus.
Meine Tendenz an deiner Stelle wäre wohl, mein Ding durchzuziehen und auf ihre Manipulationsversuche gar nicht einzugehen.
Lad sie ein, wenn du es willst und wenn nicht, dann nicht.
Frag sie nach ihrem Befinden, wenn du es willst und lass dich nicht von patzigen Antworten ärgern bzw. lass dich nicht auf Diskussionen ein. Wenn sie klargemacht hat, dass sie sich gar nichts sagen lässt, du dich aber nicht auf eine Konfrontation einlässt, hat sie vielleicht für sich die "Freiheit" klammheimlich doch noch etwas von dem auszuprobieren, was du erwähnt hast.
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25.07.2017, 08:38
AW: Schwieriger Umgang mit 78jähriger Mutter
Also ganz im Ernst, 1X im Monat die Mutter besuchen ist nicht häufig, aber hat wohl seine Gründe die es zu respektieren gilt.
Sie wird immer agieren wie sie will, fertig. Du kannst nur Deine Haltung diesbezüglich ändern und Dir immer wieder sagen, Ihre Entscheidung, ihr Leben!
Es hilft sich dabei auch zu sagen, ich will auch so leben wie ich will, also ist es völlig O.K. dass ich nicht das erfülle was sie fordert wie umgekehrt.
Wenn sie patzig reagiert einfach nicht kommentieren denn das schürt das Feuer, lass sie reden... Wechsel das Thema und vor allem versuche zu lernen Dich abzugrenzen emotional, sie hat die Macht über Dich denn Du reagierst immer wie erwartet....Das Leben macht was es will und ich auch!
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25.07.2017, 08:42
AW: Schwieriger Umgang mit 78jähriger Mutter
Hallo Neuverheiratet, ich glaube das Problem kennen viele hier- ich auch.
Die " Erziehung " durch beleidigtes Schweigen ist in der Generation deiner Mutter sehr verbreitet, meine Mutter ist etwa so alt wie deine und ich kenne das auch, ebenso wie das schlechte Gewissen das sofort anspringt.
Ich habe erst vor ein paar Jahren angefangen das System zu ändern.
Einigermaßen erfolgreich wie ich glaube.
Die wichtigste Änderung: ich reagiere nur mehr auf Dinge die auch tatsächlich verbal ausgesprochen werden.
Auf unausgesprochene Erwartungen, "Subtext" , vorauseilenden Gehorsam, etc reagiere ich nicht mehr - das allein macht einen riesigen Unterschied.
WeiterS werden gewisse Themen einfach nicht erörtert.
" Beleidigtsein" wird konsequent ignoriert.
Das funktioniert - probiere es aus!


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