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  1. Avatar von Nichtnurmami
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    Kontaktabbruch zur Herkunftsfamilie (Mutter) wie gehts uns/Euch damit?

    Hallo Ihr Lieben,
    da der Parallelstrang geschlossen wurde, eröffne ich mal einen neuen zum Thema "Kontaktabruch"....

    Kurz zu meiner Geschichte:
    Nach einer sehr unschönen Kindheit (mit körperlicher und seelischer Misshandlung) habe ich im letzten Jahr im Alter von 51 den Kontakt zu meiner Mutter und meiner Schwester abgebrochen. Die Entscheidung hab ich mir nicht leicht gemacht und noch Monate später hatte ich Zweifel....
    Inzwischen sind gut 14 Monate vorbei und es geht mir seelisch gut bis sehr gut....das Thema treibt mich nicht mehr so um. Ich bereue meine Entscheidung nicht, weil es sich inzwischen absolut "richtig" anfühlt.

    Die Gefühle gegenüber meiner (Ex-) Mutter (ich nenne sie für mich so) sind nicht hasserfüllt oder biestig, sondern eher traurig, daß sie mich nie so lieben konnte (oder wollte?), daß es mit uns funktioniert hätte... Ich weiß, daß sie jede noch so geringe Möglichkeit nutzt, um mir die Pest an den Hals zu wünschen! Der Person, die mir solche Infos gibt, habe ich schon gesagt, daß ich es nicht wissen will, weil es mir nichts bringt....

    Ich bin mir sehr sicher, daß es keinen Weg zurück gibt, ich will es einfach nicht mehr......

    Die Angst, daß ich einsam sein könnte, weil ja mit dem Kontaktabruch auch der Kontakt zu anderen Verwandten wegfiel, hat sich nicht bestätigt.....Ganz im Gegenteil , das Schicksal hat mir tolle Menschen geschickt, die mir tausend mal mehr gut tun, als meine Blutsverwandten.....

    LG NNMi
    Das Leben ist zu kurz, um schlechten Wein mit unsympathischen Leuten zu trinken, wobei ich beim Wein notfalls Kompromisse mache...



  2. Avatar von lich
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    AW: Kontaktabbruch zur Herkunftsfamilie (Mutter) wie gehts uns/Euch damit?

    Dann möchte ich mich dazugesellen. Während ich noch darüber nachdachte, wie ich den EP formulieren könnte, um einen Thread zu eröffnen, hat NNMi schon längst einen eröffnet Danke!

    Mein Kontaktabbruch ist nun 4 Monate her, sowohl zu Mutter als auch zu Vater. Meine Mutter schreibt mir Briefe, die ich nicht lese und sie bringt viele Freunde dazu, mich telefonisch zu kontaktieren. Diese Anrufe nehme ich an und sage jedem, dass ich keinen Kontakt mehr wünsche. Ihre Anrufe nehme ich nicht mehr an. Ich habe inzwischen die 3. Handynummer in 4 Monaten und keine Ahnung, wie sie immer an die Nummern kommt.

    Mein Gefühl besteht aus dem Wunsch nach Abstand, es ist weder Wut, noch Traurigkeit. Vielleicht und wahrscheinlich kommt das erst noch.

  3. Avatar von lich
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    AW: Kontaktabbruch zur Herkunftsfamilie (Mutter) wie gehts uns/Euch damit?

    Mich wundert immer wieder, wie häufig und schnell zu einer Trennung von einem Partner, einer Partnerin geraten wird. Wenn Eltern viel schlimmere Dinge tun, stößt man hingegen auf Unverständnis, wenn man sich dann trennt.


  4. Registriert seit
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    AW: Kontaktabbruch zur Herkunftsfamilie (Mutter) wie gehts uns/Euch damit?

    Ich kann aus der Langzeiterfahrung berichten. Ich habe den Kontakt zu meiner Mutter abgebrochen als mein ältester Sohn mehrere Monate alt war. Für mich war ein Kontakt zu meiner Mutter immer extrem stressig. Ich konnte es auch nicht ertragen wenn sie nur in die Nähe meines Kindes kam. Ich mußte für mich Frieden finden um eine gute und vor allem ausgeglichene Mutter zu sein.

    Meine Mutter ist mittlerweile schon lange tot. Ich habe nie Probleme mit meiner Entscheidung gehabt habe mich danach frei gefühlt. Sämtlicher Druck war schlagartig verschwunden. Ich würde es jederzeit wieder machen, das war für mich genau die richtige Entscheidung.
    - == Manches beginnt groß, manches klein, und manchmal ist das Kleinste das Größte == -


  5. Registriert seit
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    AW: Kontaktabbruch zur Herkunftsfamilie (Mutter) wie gehts uns/Euch damit?

    Ich kann auch Langzeiterfahrungen beisteuern. Bei mir ist es länger, als 20 Jahre her und es hat mir nur gut getan, keine Reue, kein Interesse, kein Infragestellen.

    Allerdings - ich schrieb das hier schon mal - weiß ich gar nicht, ob ich den Kontakt abgebrochen habe. Denn seitens meiner Mutter gab es nie und zwar keinen einzigen Versuch, einer Kontaktaufnahme. Vielleicht hat also auch sie den Kontakt zu mir abgebrochen. Aber auch das ist mir schnuppe und es ist gut.

    Nein, mit Einsamkeit hat das auch nichts zu tun. Dagegen würde ja auch nicht jede Gesellschaft helfen.

  6. Avatar von schafwolle
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    AW: Kontaktabbruch zur Herkunftsfamilie (Mutter) wie gehts uns/Euch damit?

    Zitat Zitat von lich Beitrag anzeigen
    Mein Kontaktabbruch ist nun 4 Monate her, sowohl zu Mutter als auch zu Vater.

    Wissen Deine Eltern, warum Du den Kontakt abgebrochen hast?

  7. Avatar von lich
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    AW: Kontaktabbruch zur Herkunftsfamilie (Mutter) wie gehts uns/Euch damit?

    Zitat Zitat von schafwolle Beitrag anzeigen
    Wissen Deine Eltern, warum Du den Kontakt abgebrochen hast?
    Wenn du mich fragen würdest, ob ich es ihnen gesagt habe, ja, das habe ich. Da sie nicht zuhören, wissen sie es vermutlich trotzdem nicht.

  8. Avatar von Nichtnurmami
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    AW: Kontaktabbruch zur Herkunftsfamilie (Mutter) wie gehts uns/Euch damit?

    Zitat Zitat von lich Beitrag anzeigen
    Mich wundert immer wieder, wie häufig und schnell zu einer Trennung von einem Partner, einer Partnerin geraten wird. Wenn Eltern viel schlimmere Dinge tun, stößt man hingegen auf Unverständnis, wenn man sich dann trennt.
    Diese Frage stelle ich mir auch immer wieder, warum verleiht die Gesellschaft(?) Müttern oder Familienmenschen immer so einen ( ich nenne es mal) "Heilgenschein".....vom Partner trennen ist legitimer....

    Blut ist nicht immer dicker als Wasser, oder?
    Das Leben ist zu kurz, um schlechten Wein mit unsympathischen Leuten zu trinken, wobei ich beim Wein notfalls Kompromisse mache...



  9. Avatar von lich
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    AW: Kontaktabbruch zur Herkunftsfamilie (Mutter) wie gehts uns/Euch damit?

    Zitat Zitat von Nichtnurmami Beitrag anzeigen
    Blut ist nicht immer dicker als Wasser, oder?
    Das wird immer so behauptet und dann wird eine neue Familie gegründet. Ich glaube nicht, dass der gewählte Partner bei jedem hinter der Herkunftsfamilie zurück steht. Sicher wird es das geben, doch es gibt auch viele Menschen, die andere Menschen als genauso oder vertrauensvoller empfinden.

    Meine Eltern konnte ich mir nicht aussuchen, bei anderen würde ich mir ihr Verhalten nicht gefallen lassen.

  10. Avatar von Funkelnde
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    AW: Kontaktabbruch zur Herkunftsfamilie (Mutter) wie gehts uns/Euch damit?

    Zitat Zitat von schafwolle Beitrag anzeigen
    Wissen Deine Eltern, warum Du den Kontakt abgebrochen hast?
    Das spielt keine Rolle. Entscheidend ist, dass man das selber weiss , und sich niemandem gegenüber dafür rechtfertigt. Niemand muss meine Entscheidungen absegnen, nachvollziehen können oder verstehen.

    Was mich betrifft, hätte ich rückblickend den Kontakt schon viel eher einstellen können, habe aber meine Zeit und die vielen Versuche, gehört und verstanden zu werden, für mich gebraucht.

    Es gibt da immer einen Sturm vor der Stille (und ein gleichnamiges Buch) und das Ende der vergeblichen Kommunikation ist kein Abbruch, sondern einfach Selbstfürsorge durch Einstellen vergeblicher Bemühungen und Abgrenzung gegen weitere Übergriffe, Grenzverletzungen und unangemessene Forderungen.

    Tatsächlich hat mir der Abstand den Kopf klar werden lassen. Mehr und mehr erkannte ich, wie krass man sich mir gegenüber verhalten hatte. Ich erkannte, dass das, was mir so vertraut war, mitnichten normal ist und konnte durch die Distanz meine verschobenen Koordinaten zurecht rücken.

    Der Schritt fällt zunächst schwer, weil er ein Tabu bricht. Aber warum wohl gibt es dieses Tabu, und warum wohl müssen gerade "schwierige" Eltern oder Elternteile so sehr auf ihre angeblichen Ansprüche als Eltern pochen?

    Meiner Erfahrung nach hatten nur solche Menschen ein Problem mit meiner (!) Entscheidung, die ihrerseits in einem ungesunden, unaufgeräumten Pflichtbewusstsein staken, bei dem ihr Herz fortlaufend zum Schweigen gebracht werden musste. Die waren gestresst durch meine Selbsterlaubnis, mein Leben eigenverantwortlich zu leben und ganz normal glücklich zu sein....

    Ich habe es nicht eine Sekunde bereut und habe nach dem Tod meiner Mutter erfahren, dass sie mich explizit enterbt hatte. Schon ein Jahr vor meinem Rückzug und ohne dass mir irgendein Anlass bekannt wäre. Ist vermutlich auch nicht mal persönlich, sondern nur eine Geste an meinen Bruder, das Goldkind,gewesen, dessen Treue sie sich damit erkaufen wollte.

    Für mich passt das alles so. Ich fühle nur mein Herz schwer werden, wenn misshandelte Töchter, die sich mit der aktiven Selbstliebe eh schon sehr schwer tun, sich erklären und rechtfertigen.
    Die Freiheit winkt, ihr Lieben. Und jede tut das Richtige zu ihrer eigenen richtigen Zeit.
    “Sie haben kein Recht auf Ihre Meinung. Sie haben ein Recht auf Ihre fundierte Meinung. Niemand ist berechtigt zur Ignoranz.” Harlan Ellison.


    Funkelnde:
    Sternzeichen Espresso, Aszendent: Käsekuchen

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