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  1. Avatar von Uni-Corn
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    AW: Kontaktabbruch zur Herkunftsfamilie (Mutter) wie gehts uns/Euch damit?

    Ich habe mal gelesen und würde das auch so bestätigen, dass der Abbruch und das Leben damit verschieden Phasen hat, ähnlich wie bei Trauer....

    Anfangs war ich stinkwütend über das Ausmass der Ungeheuerlichkeiten. Ich, die sonst ein Plappermaul bin, war 14 Tage fast verstummt, ich musste meine Optionen ausloten, wie ich mich weiter verhalte. Mir war klar, dass ICH was ändern musste.

    Irgendwann merkte ich, Wochen später, dass die Wut irgendwie weniger interessant war, mehr so ne stille Trauer, über das, was nie sein konnte und auch nie da war, eine glückliche Kindheit in der Rama Familie. Mir ging es ohne deren Terror, der noch einige Monate immer mal aufploppte, aber gut abzuwehren war, seelisch immer besser.

    Inzwischen, der Abbruch ist fast vier Jahre her, ist es mir egal, was sie machen. ob es ihnen gut oder schlecht geht, diese Personen sind mir egaler als jeder Mitreisende der S Bahn, mit dem ich zufällig ein Stück Weg teile. Es interessiert mich null, die Gedanken daran sind aber milde und nicht wütend, ab und zu ein Quentchen Schadenfreude dabei, das verdränge ich immer, weil merke, dass mir das Beschäftigen mit dem Thema nicht gut tut. (so ganz egal sind die mir halt doch nicht, es ist traurig, dass die eigene Mutter der mieseste Mensch im eigenen Leben war)Auch, dass ich meine Nicht nicht erleben darf, ist nicht schön.

    Sollte mich die bewusste Todesnachricht erreichen, werde ich definitiv weder hingehen noch irgendwie reagieren. Ob ich erleichtert sein werde, weiß ich heute natürlich noch nicht. Ich werde definitiv nicht bereuen, sie nicht mehr gesehen zu haben, weil ich nur dadurch das Gift , deren Lügen und Intrigen aus meinem Leben fernhalten kann. Ich muss meine Seele schützen, die wurde schon arg gebeutelt.
    Einfach machen...wird gut

    Ich hol mir mein Spiel zurück!!!!!

  2. Avatar von Vogalonga
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    AW: Kontaktabbruch zur Herkunftsfamilie (Mutter) wie gehts uns/Euch damit?

    Zitat Zitat von merinowool Beitrag anzeigen
    Ich habe schon verschiedene Menschen gehen lassen müssen und meine Trauer oder die Gefühle dabei entsprachen immer den Gefühlen, die ich dem Verstorbenen zu Lebzeiten entgegenbrachte. So individuell wie die Beziehung zu Lebzeiten war, so war der Tod und bei manchen war es ein bloßes Zurkenntnisnehmen oder ein Bedauern, dass wir keine gute Beziehung hatten.
    Das kann ich genau so bestätigen. So war es beim Tod meiner Mutter. Ich hatte einige Zeit vorher innerlich meinen Frieden damit machen können, dass sie mir nie eine Mutter war. Und so war es auch in ihrem Sterben: Ich habe ihr einen friedlichen Tod gewünscht (den hatte sie), aber ich habe keine Trauer empfunden. Wir hatten keine Bindung zueinander und ihr Tod war der Tod eines Menschen, mit dem ich zwar 20 Jahre zusammen gelebt, aber keine Beziehung gehabt habe.

    Zu meinem Vater habe ich einige Monate den schon seit vielen Jahren angedachten Kontaktabbruch durchgezogen, seine Verhaltensweisen, die mich darüber nachdenken ließen, verstärkten sich noch. Es gab ein Telefonat, bei dem ich sogar körperlich meine Abwehrreaktion gespürt habe. Danach war Schluß mit meinem Hadern, mit den moralischen Überlegungen, dass eine gute Tochter doch nicht...usw.. Als ich ihm den Kontaktabbruch mitgeteilt habe, fügte sich diese Entscheidung wie ein Puzzleteil in mein Leben ein. Keinen Kontakt mehr zu haben fühlte und fühlt sich völlig natürlich an. All das, was mich im Kontakt mit meinen Eltern immer und immer wieder aufgewühlt hat, die Verletzungen, die neu angerührt wurden, die immer wiederkehrenden Erfahrungen, menschlich ohne Bedeutung für sie zu sein usw. - all das konnte zur Ruhe kommen. Und ich bin noch nicht fertig damit zu verarbeiten, was all das in mir ausgelöst hat. Aber ich habe endlich die Ruhe dafür, stehe nicht mehr unter Strom, immer wieder neu auf Habacht stehen zu müssen, weil sie bzw. jetzt nur noch mein Vater sich melden könnten und ich mich innerlich wappnen muss.
    Ich erhoffe mir, auf Dauer weitergehen zu können und auch mit mir meinen Frieden machen zu können.

    P.S.: Es gab für mich noch eine recht unerwartete "Nebenwirkung" des Kontaktabbruchs: Ich, ein Kopfmensch, habe eine Bauchentscheidung getroffen, die, nachdem ich so lange damit herum gehirnt habe, sich so richtig anfühlt. Ich denke mir gerade, dass ich vielleicht auch in anderen Situationen mal ein wenig mehr hinhören sollte, was Intuition und Bauch so mitzuteilen haben...
    Geändert von Vogalonga (09.12.2019 um 15:20 Uhr) Grund: Ergänzung

  3. Inaktiver User

    AW: Kontaktabbruch zur Herkunftsfamilie (Mutter) wie gehts uns/Euch damit?

    Wow, danke für die letzten Beiträge, aus denen ich wieder viele Gedankenanstösse mitnehmen kann und auch Bestätigung erhielt. Sehr genial und ich werde hier noch öfters hinschauen.

    Allerdings werde ich mich jetzt löschen, da ich mit Schwierigkeiten in anderen Freds (nicht den Meinen, ich werd mich hüten...) gerade nicht klarkomme und mir Bri-freie Zone verordnen muss, um mich nicht weiterhin so krass aufregen zu müssen.
    Kann es grad nicht besser.

    Alles Gute für Euch!


  4. Registriert seit
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    AW: Kontaktabbruch zur Herkunftsfamilie (Mutter) wie gehts uns/Euch damit?

    Zitat Zitat von merinowool Beitrag anzeigen
    Step3, du gehst von überwältigenden Gefühlen aus. Davon würde ich nicht ausgehen. Die Gefühle zu deiner Mutter verändern sich immer weiter, weil du dich veränderst und so halte ich es für möglich, dass die überwältigenden Gefühle irgendwann Gleichgültigkeit sein werden. So ist zumindest meine Erfahrung.

    Ich habe schon verschiedene Menschen gehen lassen müssen und meine Trauer oder die Gefühle dabei entsprachen immer den Gefühlen, die ich dem Verstorbenen zu Lebzeiten entgegenbrachte. So individuell wie die Beziehung zu Lebzeiten war, so war der Tod und bei manchen war es ein bloßes Zurkenntnisnehmen oder ein Bedauern, dass wir keine gute Beziehung hatten.




    Ich finde den Thread auch so allgemein, dass er gern weitergehen kann, es ist ein gegenseitiger Austausch und nicht das Problem eines Einzelnen.
    Bei mir war es genau anders.
    Als meine Mutter gestorben ist trauerte ich um die ungelebte schöne Zeit.
    Und hatte auf einmal totales Verständnis für ihr Leben.
    Das hatte mich völlig überrumpelt.

    Letzten Endes war es gut so.

    Das hatte nix mit meiner Entscheidung zu tun weder ans Sterbebett noch zur Beerdigung zu gehen.
    Solche Entscheidungen sind sehr individuell.

    Ich hatte schon öfters im Leben das Gefühl als wenn sich ein Hebel umlegt und Schluss ist es.
    Dann ist man auch nicht mehr angreifbar.

    Es ist ja immer alles sehr unterschiedlich.
    Wäre ich die einzige Tochter gewesen sähe die Sache ganz anders aus.

    Aber, dann hätten auch andere Umstände geherrscht.
    So völlig alleine würde ich nie jemanden lassen.
    Der Mensch ist nichts
    anderes, als wozu
    er sich macht
    Jean Paul Sartre

  5. Avatar von Uni-Corn
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    AW: Kontaktabbruch zur Herkunftsfamilie (Mutter) wie gehts uns/Euch damit?

    So unterschiedlich kann es sein, ich bin mir sehr sicher, dass es mir auch dann völlig egal ist, ob sie allein oder eben nicht stirbt... Fakt für mich:es wird ohne MICH stattfinden. Und deren Leben verstehen? Never...
    Weil nichts in deren Leben die Misshandlungen rechtfertigen können, die sie abgezogen haben.
    Einfach machen...wird gut

    Ich hol mir mein Spiel zurück!!!!!


  6. Registriert seit
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    AW: Kontaktabbruch zur Herkunftsfamilie (Mutter) wie gehts uns/Euch damit?

    Zitat Zitat von ;34414709

    Allerdings werde ich mich jetzt löschen, da ich mit Schwierigkeiten in anderen Freds (nicht den Meinen, ich werd mich hüten...) gerade nicht klarkomme und mir Bri-freie Zone verordnen muss, um mich nicht weiterhin so krass aufregen zu müssen.
    Kann es grad nicht besser.

    Alles Gute für Euch!
    Ich hab auch gerade den Wunsch nach einer Bri-freien Zeit, seit ich den aktuellen Strang mit der Schwiegerfamilie und der Kleinkindmutter gelesen habe. Da reden die Blinden von der Farbe ... genauso selbstgerecht, wie ich es aus dem richtigen Leben kenne (und die Schreibenden garantiert nicht).
    Ich wollte dort antworten, hab‘s aber nicht über mich gebracht. Schade, aber ist alles noch zu schmerzhaft. (Deswegen hier leider OT, bitte seht es mir nach. Das was da drüben beschrieben wird waren in meinem Fall die harmlosen Vorboten einer unsäglichen Eskalation. Aber das würde mir da drüben vermutlich nicht geglaubt oder umgedreht.)

  7. Avatar von Uni-Corn
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    AW: Kontaktabbruch zur Herkunftsfamilie (Mutter) wie gehts uns/Euch damit?

    @helme Der betreffende Strang ist ein absoluter Aufregerstrang, hab ich gleich ad acta gepackt. Man muss ja nicht lesen


  8. Registriert seit
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    AW: Kontaktabbruch zur Herkunftsfamilie (Mutter) wie gehts uns/Euch damit?

    Zitat Zitat von Helme Beitrag anzeigen
    Ich wollte dort antworten, hab‘s aber nicht über mich gebracht. Schade, aber ist alles noch zu schmerzhaft. (Deswegen hier leider OT, bitte seht es mir nach.
    Du schreibst über deine Gefühle, damit bist du in diesem Strang nicht OT, fühl dich hier herzlich willkommen, entscheide so, wie es dir gut tut.


  9. Registriert seit
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    AW: Kontaktabbruch zur Herkunftsfamilie (Mutter) wie gehts uns/Euch damit?

    Zitat Zitat von Uni-Corn Beitrag anzeigen
    So unterschiedlich kann es sein, ich bin mir sehr sicher, dass es mir auch dann völlig egal ist, ob sie allein oder eben nicht stirbt... Fakt für mich:es wird ohne MICH stattfinden. Und deren Leben verstehen? Never...
    Weil nichts in deren Leben die Misshandlungen rechtfertigen können, die sie abgezogen haben.
    Manche Abschiede finden statt, ohne dass jemand dabei stirbt. Das ist eigentlich gar nicht so selten, wenn ich da an die vielen Menschen denke, die ich im Leben kennenlerne und diese Abschiede sind völlig normal, weil das Leben so ist.

    Deshalb finde ich, kann man sich auch von Menschen verabschieden, die man so in seinem Leben nicht mehr haben möchte. Besser man verabschiedet sich (vor allem innerlich), als einem falschen Bild von Beziehung hinterher zu laufen, das so nicht existiert.


  10. Registriert seit
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    AW: Kontaktabbruch zur Herkunftsfamilie (Mutter) wie gehts uns/Euch damit?

    Zitat Zitat von merinowool Beitrag anzeigen
    Manche Abschiede finden statt, ohne dass jemand dabei stirbt. Das ist eigentlich gar nicht so selten, wenn ich da an die vielen Menschen denke, die ich im Leben kennenlerne und diese Abschiede sind völlig normal, weil das Leben so ist.

    Deshalb finde ich, kann man sich auch von Menschen verabschieden, die man so in seinem Leben nicht mehr haben möchte. Besser man verabschiedet sich (vor allem innerlich), als einem falschen Bild von Beziehung hinterher zu laufen, das so nicht existiert.
    Hallo merinowool!

    Finde du hast dies sehr schön beschrieben, daher mein volles Zitat 😘😊.

    Befinde mich auch gerade an einem Punkt in meinem Leben, wo ich gleich mehrere Menschen verabschieden muss bzw.. will. Es ist nicht einfach, das Loslassen von Familienmitgliedern, vor allem weil ich mich kurz vor Weihnachten auch noch nach fünf Jahren Beziehung von meinem Freund getrennt habe. Es ging nicht mehr und wie do oft habe von meiner Mutter statt Trost und aufmunternde Worte, nur Vorwürfe und fiese Kommentare anhören dürfen.
    Sie und mein Vater haben keinerlei Respekt vor mir. Weihnachten bin ich wieder mal schwach geworden und mit dem ewigen Wunsch auf heile Familie zu ihnen gefahren. Es lief ab wie immer....Demütigungen, emotionale Erpressung und Anfeindungen von ihrer Seite. Warum schaffe ich es mit Ü40 nicht endlich diese Menschen hinter mir zu lassen? Komme immer mit besten Absichten zu ihnen, hoffe auf ein gutes Miteinander und werde doch ständig enttäuscht. Wie doof bin ich eigentlich?

    Dazu kommt, dass mich auch meine einzige Schwester menschlich sehr enttäuscht hat und mich mal wieder massiv angelogen hat. Dies passierte in der Vergangenheit ebenfalls zu oft, bin aber zu naiv und glaube ihr doch erneut, wenn sie wieder Versöhnung will.

    Hänge zu lange schon meinem Traum von der harmonischen Beziehung hinterher, wann wache ich endlich auf?
    Wenn ich den Kontakt abbreche, stehe ich alleine, aber friedlicher da?! Wie habt ihr es letztendlich geschafft?

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