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  1. Registriert seit
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    AW: Kontaktabbruch zur Herkunftsfamilie (Mutter) wie gehts uns/Euch damit?

    Liebe Yvonne,
    Angeblich ist die Idee des freien Willens ein Trugbild, da wir staendig inneren Zwaengen unterliegen. Zudem koennen wir in jedem Augenblick nur das eine erdenkliche tun, u. nicht alternativ anderes (das nun keineswegs religioes gemeint, bin Atheistin).
    Weiterhin angeblich bewiesen ist die These, dass es in Zeiten existentieller Not (Kriege, Hungersnot) keine (oder kaum, weiss ich nicht mehr genau) psychisch-pathologische Ausraster gegeben hat; argumentiert wurde das damit, dass aufgrund des Ueberlebenskampfes, Menschen zusammenruecken, ihre Brut sorgsam umhegen u. da keine Energie fuer sadistische Spielchen uebrig bleibt.
    Meinen Kindern sag ich haeufiger mal, dass das Boese immerdar ist, kommt nur eben drauf an, wie ihr damit umgeht.

  2. Inaktiver User

    AW: Kontaktabbruch zur Herkunftsfamilie (Mutter) wie gehts uns/Euch damit?

    Ich kann nur empfehlen, den Kontakt abzubrechen, wenn man so leidet.

    Mir geht es um WELTEN besser. Ich lebe zum ersten Mal seit 45 Jahren.

  3. Moderation Avatar von Margali62
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    AW: Kontaktabbruch zur Herkunftsfamilie (Mutter) wie gehts uns/Euch damit?

    Da die Themenstarterin sich gelöscht hat, kann sie nicht mehr antworten.

    Möchtest du ein eigenes Thema starten?

    Ich finde den Austausch hier sehr hilfreich und du kannst gerne loslegen. Ich würde dann hier zumachen.

    Grüße, Margali
    Moderatorin im Forum

    Trennung und Scheidung,
    Kredite, Schulden und Privatinsolvenz,
    Über das Kennenlernen
    Reine Familiensache

  4. Avatar von Uni-Corn
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    AW: Kontaktabbruch zur Herkunftsfamilie (Mutter) wie gehts uns/Euch damit?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich kann nur empfehlen, den Kontakt abzubrechen, wenn man so leidet.

    Mir geht es um WELTEN besser. Ich lebe zum ersten Mal seit 45 Jahren.
    Ich würde das nicht SO pauschal sagen, mir ging es auch gut nach dem Abbruch, ABER es brauchte Zeit, bis ich mir diese absolute Entscheidung erlaubt habe.

    Es gibt Leute, die leben einen Kontaktabbruch light und fahren gut damit....

    Ich frage mich,. wie es mir gehen wird, wenn SIE nicht mehr da ist, trauern werde ich wohl nicht....Bei mir waren es Mutter und Schwester.....
    Einfach machen...wird gut

    Ich hol mir mein Spiel zurück!!!!!

  5. Inaktiver User

    AW: Kontaktabbruch zur Herkunftsfamilie (Mutter) wie gehts uns/Euch damit?

    Hi Unicorn, same here.
    Also, Mutter und Schwester.

    Mich würden Deine Gedanken interessieren, zum Thema Ableben.
    Ich fürchte mich ein bisschen davor.
    Seit Kontaktabbruch habe ich auf keine der sehr sporadischen Kontaktversuche meiner Familie mehr reagiert, habe evtl. Nachrichten nicht gelesen. Die Totalblockade ist für meine Nerven am Schonendsten.

    Meine Arbeitshypothese ist, beim Ableben meiner Mutter nicht anwesend zu sein, und auch nicht bei Beerdigung. Ich werde mich den überwältigenden Emotionen, meine Restfamilie sehen zu müssen, nicht stellen. Auch nicht der Möglichkeit, die kollektive Ablehnung abzubekommen.
    Erbe wird abgelehnt, obwohl ich den Hinweis, dasselbe anzunehmen, und dann zu spenden, auch toll finde. Aber ich will einfach gar nichts, und mich auch nicht damit beschäftigen.
    Ob dieser Plan letztlich hinhaut, frage ich mich trotzdem...

    Ich gebe mich nur noch mit Menschen ab, die mich respektieren, wertschätzen und anständig mit mir umgehen.

    Habe auch mal überlegt, was wäre, wenn ich selbst schwer krank wäre und nicht mehr lange zu leben hätte?
    Das Letzte, was ich sehen wollte, wäre Jemand aus meiner ex-Familie. (ausser vllt. meine beiden wunderbaren, noch nicht mündigen Neffen, die zu mir keinen Kontakt haben "dürfen")

    Falls die letzten postings abgetrennt und einer neuer Strang eröffnet wird, kann man meine postings gerne mit rübernehmen!

  6. Avatar von Mitternachtsblau
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    10.717

    AW: Kontaktabbruch zur Herkunftsfamilie (Mutter) wie gehts uns/Euch damit?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Meine Arbeitshypothese ist, beim Ableben meiner Mutter nicht anwesend zu sein, und auch nicht bei Beerdigung. Ich werde mich den überwältigenden Emotionen, meine Restfamilie sehen zu müssen, nicht stellen. Auch nicht der Möglichkeit, die kollektive Ablehnung abzubekommen.
    Erbe wird abgelehnt, obwohl ich den Hinweis, dasselbe anzunehmen, und dann zu spenden, auch toll finde. Aber ich will einfach gar nichts, und mich auch nicht damit beschäftigen.
    Ob dieser Plan letztlich hinhaut, frage ich mich trotzdem...
    Erfahrung mit dem Thema Erbe: man kann damit nur erpresst werden, wenn man sich erpressbar macht, indem man ein Interesse daran hat.

    Bei mir: kein Kontakt zur Mutter seit über 30 Jahren, keine Geschwister, zwei erwachsene Kinder.

    2017 verstarb meine Oma, die Mutter der Mutter.
    Niemand von uns war bei der Beerdigung. Der Oma hätte es nichts mehr gegeben, meiner Mutter nebst Mann wollten wir keine Plattform bieten. Wir haben gemeinsam mit weiteren Familienmitgliedern, die ebenfalls Abstand wahren, eine höfliche Kondolenzkarte geschrieben.

    Die Oma hat ihr gesamtes Vermögen ihrer Tochter hinterlassen - bis auf drei Ringe. Meine Mutter schrieb ein ziemlich schräges Schriftstück dazu, schickte meiner Tochter eine Sammlung alter Fotos, die sie sich gewünscht hatte und schieb dazu, die Ringe würde sie nicht schicken, dafür müsse ein anderer Modus gefunden werden. Die würde sie ausschließlich persönlich übergeben.

    Nun hatte niemand von uns irgendein Interesse an der Begegnung und an der Auseinandersetzung. Wir haben das einfach wegignoriert.

    Dieses Jahr nun schickte meine Mutter einen eingeschriebenen Brief an meinen langjährigen LG - meine Kinder und ich waren offensichtlich nicht vertrauenswürdig genug - mit diesen Ringen und einem Beipackzettel, dass sie nur allein ihm dies überantworten würde, einer der Ringe von der Oma für mich sei, einer für die Tochter und der dritte, der eigentlich ihrer sei, wäre der zukünftigen Gattin unseres Sohnes zugedacht. Dazu noch die Mahnung, den auf keinen Fall leichtfertig an die nächste Freundin des Sohnes (der nicht 14, sondern 23 ist ) zu vergeben...

    Uns allen geht es gut damit, dass diese Ringe jetzt bei mir im Schubfach liegen.
    Die Tochter mag eventuell mal heiraten, dann können wir überlegen, aus dem Material und dem Brilli auf meinem Ring ihren Ehering machen zu lassen. Bis dahin ist es uns allen egal und wir leben recht gut damit.

    Mein Mann hat meiner Mutter lediglich den Erhalt der Ringe schriftlich bestätigt - darüber hinaus gab es keine Reaktion.
    Alles Emotionale, was daran vielleicht gehangen hätte - nun, es tickt uns alle nicht an und damit geht es uns wesentlich besser als bei jeder anderen Reaktion.

    Damit ist der letzte Erpressungsversuch meiner Mutter, dass die Kinder diese Ringe bei ihr abholen müssen, mangels Interesse leider gescheitert. Alternativ hätte sie sie gern behalten können.

    Am Ende des Tages ist jede Art von Erbe einfach nur Zeugs oder Geld - und Freiheit ist einfach unbezahlbar.




    Ich finde übrigens, dieser Strang hat so viel Allgemeingültigkeit, den könnte man gut einfach weiterlaufen lassen.
    Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten.

    Oscar Wilde


  7. Registriert seit
    10.07.2019
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    AW: Kontaktabbruch zur Herkunftsfamilie (Mutter) wie gehts uns/Euch damit?

    Step3, du gehst von überwältigenden Gefühlen aus. Davon würde ich nicht ausgehen. Die Gefühle zu deiner Mutter verändern sich immer weiter, weil du dich veränderst und so halte ich es für möglich, dass die überwältigenden Gefühle irgendwann Gleichgültigkeit sein werden. So ist zumindest meine Erfahrung.

    Ich habe schon verschiedene Menschen gehen lassen müssen und meine Trauer oder die Gefühle dabei entsprachen immer den Gefühlen, die ich dem Verstorbenen zu Lebzeiten entgegenbrachte. So individuell wie die Beziehung zu Lebzeiten war, so war der Tod und bei manchen war es ein bloßes Zurkenntnisnehmen oder ein Bedauern, dass wir keine gute Beziehung hatten.




    Ich finde den Thread auch so allgemein, dass er gern weitergehen kann, es ist ein gegenseitiger Austausch und nicht das Problem eines Einzelnen.

  8. Inaktiver User

    AW: Kontaktabbruch zur Herkunftsfamilie (Mutter) wie gehts uns/Euch damit?

    Danke fürs Teilen Eurer Erfahrungen!
    Das hat mir von Anfang an schon viel gegeben und tut es immer noch.

    Hm, Gleichgültigkeit, interessant.

    Ich denke, so weit bin ich nicht.
    Es wäre vielleicht einfacher, gäbe es, wie bei Mitternachtsblau, einen Teil der Familie, der ebenso den Kontakt abgebrochen hätte.
    Damit wäre wenigstens klar, jawohl, es gibt Gründe, den Kontakt zu dieser Person abzubrechen. Bei uns bin ich aber die Einzige und ich habe Niemanden hinter mir.

    Vielleicht sind es auch die immer noch unterschwellig bestehenden Schuldgefühle, die ausmachen, dass ich mich nicht traue.

    Gut ist tatsächlich, dass ich mich für Materielles nicht interessiere, und es ausserdem nicht (mehr) nötig habe. Meine Mutter weiss schon lange, dass sie garnicht erst versuchen muss, mich damit zu erpressen. Und ja, das macht mich frei und unabhängig und das war mir immer im Leben extrem wichtig. Es fühlt sich gut an.

  9. Avatar von Mitternachtsblau
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    AW: Kontaktabbruch zur Herkunftsfamilie (Mutter) wie gehts uns/Euch damit?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Es wäre vielleicht einfacher, gäbe es, wie bei Mitternachtsblau, einen Teil der Familie, der ebenso den Kontakt abgebrochen hätte.
    Damit wäre wenigstens klar, jawohl, es gibt Gründe, den Kontakt zu dieser Person abzubrechen. Bei uns bin ich aber die Einzige und ich habe Niemanden hinter mir.
    Ist es denn bei dir nicht klar, dass es Gründe für den Abbruch gibt? Nur weil du die Einzige bist?

    Was ist das Allerschlimmste, was in deinem Kopf oder in den Gedanken anderer zum Thema kreiselt? Dass du der allein schuldige Part daran bist??

    Gedankenspiel: stell' dir vor, du bist schuld. Ganz allein, nur du.
    Was passiert jetzt? Mit dir, mit anderen?
    (Spoiler: nischt! )

    Naja, und da es noch schlimmer nicht geht und das Leben lustigerweise trotzdem ganz gut weitergeht, ist eigentlich alles im Lack. Oder?
    Das ist meine (anderswo schon beschriebene) Schwarzes-Schaf-Theorie.
    Wenn man sich einfach damit arrangiert, dann eben das schwarze Schaf der Familie zu sein, hebt man das ganze Ding auf eine neue Qualität und stellt folgerichtig fest, für ein schwarzes Schaf ist man eigentlich echt ganz gut geraten!!

    Ich war am Anfang ja auch allein damit. Meine Kinder existierten noch gar nicht, als der Kontakt eingestampft wurde, war ich gerade mit meinem ersten Kind schwanger. Der Rest hat sich erst im Laufe der Jahrzehnte entwickelt.
    Angezweifelt habe ich diesen Schritt nie.
    Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten.

    Oscar Wilde

  10. Avatar von Mitternachtsblau
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    AW: Kontaktabbruch zur Herkunftsfamilie (Mutter) wie gehts uns/Euch damit?

    @step:

    P.S.
    Als der Kontakt mit meiner Mutter im Juli '89 sein unrühmliches Ende nahm, gab es noch kein Internet und es war absolut verpönt und ein völliges Unding, zu den eigenen Eltern kein Verhältnis zu haben. Ich kannte auch niemanden sonst, weil ich (damals noch) nicht so richtig fähig war, das ganze Drama so richtig zu begreifen und darüber zu sprechen.

    Ich habe eigentlich erst hier irgendwann später erfahren, dass es ganz viele ähnlich gelagerte Geschichten gibt.

    Und auch ganz viele ganz anders gelagerte Geschichten von Menschen, die unter dem bestehenden Kontakt massiv leiden, es aber nicht fertigbringen, entweder eine Änderung oder einen Abschluss hinzukriegen.
    Das ist meines Erachtens nach viel schlimmer.
    Du bist deutlich besser dran, wenn du keinen Kontakt hast und genau weisst, warum - als wenn du ihn gegen deine Überzeugung hättest, weil "man das so macht".

    Kontaktabbruch zu den leiblichen Eltern hat meiner Erfahrung nach IMMER schwerwiegende Gründe.
    Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten.

    Oscar Wilde

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