Hallo Forum,
ich muss mal was loswerden.
Mein Mann und ich haben 2 Kinder einen 3 jährigen und ein Baby.
Alles super. Das Baby ist halt Baby :-) der Große ist alles was man mit drei so ist, zuckersüß , Nervensäge, ein Ausbund an Erfindergeist, Trotzkopf also alles in allem ein total normales Kind.
Meine Eltern wohnen nicht um die Ecke sehen die Kinder aber durch Besuche oft und intensiv. Mit ihnen spielt der Große alles was ihm Spaß macht, Bauarbeiter, Kapitän, wir gehen in den Hobbykeller in den Wald zum baden es wird vorgelesen, gebacken usw.
Meine Schwiegereltern wohnen um die Ecke und sehen uns mehrmals wöchentlich der Kontakt ist trotzdem oberflächlicher.
Gewöhnlich sind wir Sonntag am Abend bei ihnen zum Essen eingeladen.
Ehrlich gesagt hyperventiliere ich immer schon vorher. Schwiegervater und Schwiegermutter sind beide sehr stolz darauf Akademiker zu sein und Leute von „Welt“ Ihrer beider Uniurkunden hängen groß und breit im Eingang des Hauses an der Wand.
Unserem Sohn liegen sie seitdem er in der Kita ist ( mit einem Jahr) in den Ohren er ginge jetzt zur Schule.
Auch gestern wieder. Hast du denn deinen Schulranzen gepackt? Was wirst du denn morgen alles lernen?
Ich sage dann manchmal, das Kind geht in den Kindergarten und wird da spielen. Was mit einer Handbewegung abgetan wird.
Der Schwiegervater fragt ihn ständig ab, was ist das für eine Farbe, wie heißen die heiligen drei Könige, baue einen Turm und zähle danach die Bausteine die du benutzt hast.Singe ein Weihnachtslied stell dich dabei ordentlich hin. Usw usw
Die Schwiegermutter ist noch besser. So mein Junge: Jetzt sehen wir zusammen fern damit du ein paar neue Vokabeln lernst.
Auf meinen Einwand, dass man beim TV eher keine Vokabeln lernt und ich es nicht gern sehe wenn er fernsieht entgegnet sie ich habe keine Ahnung. Mal ganz davon abgesehen, dass unser Sohn der letzte ist der Vokabelinput braucht wenn eine Fähigkeit bei ihm besonders ausgeprägt ist, dann das Linguistische.
Immer plappert sie ihm was vor und er soll es dann nachsprechen. Bsp. Er sagt kann ich noch Suppe essen. Sie sagt: Man sagt: Oma bitte fülle meinen Teller noch mit ein wenig dieser köstlichen Suppe. Wiederhole!!! Sie triezt ihn so lange bis er es genauso wiederholt.
Am besten war es neulich zum Dreikönigsfest. Sie hatte einen Korb mit Krimskrams ( wirklich) als Geschenke getarnt und der Große sollte so tun als wäre er jeweils einer der Heilgen drei Könige und verteile Geschenke.
Sie hatte Namen auf die Geschenke geschrieben. Und er sollte vorlesen für wen die Geschenke sind.
Nach einer Weile: Ach du kannst ja gar nicht lesen. Du bist Analphabet. Wiederhole: Ich bin Analphabet.
Und er sagts.
Mein Mann kennt diese harte Schule ihm ging es als Kind nicht anders von daher findet er das normal und sagt nichts. Wenn ich was sage wird darüber leise gelacht und ich sei hysterisch man könne nicht früh genug anfangen.
Was soll ich da noch sagen.
Jetzt besteht sie darauf ihn einmal in der Woche zu habe um mit ihm zu irgendwelchen kulturellen Events zu gehen, ich brächte ihn ja nirgendwo hin.
Ich krieg das Grausen wenn ich daran denke.
Was sagt ihr?
Momode
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 229
-
09.01.2017, 10:20
Oma und Opa sind pädagogisch wertvoll
-
09.01.2017, 10:26
AW: Oma und Opa sind pädagogisch wertvoll
Boah, diese überengagierten Grosseltern!
Mhhh, solange Dein Mann da nicht hinter Dir steht... Er sollte seinen Eltern sagen, hey ihr seid Oma und Opa, wir erziehen dass ist unser Job, nicht Eurer grätscht da bitte nicht rein!
Solange Du Deinen Mann nicht neben Dich bekommst wird es schwer... Ach ja und zu welchen kulturellen Events ausser Kindergarten, Freunde und Spielplatz soll man die jede Woche hinkarren?
Du kannst ja mal schauen, Kindetheater, gibt es ne Menge, probier ein Stück aus, aber mit 3 ein bischen früh..... Geht eigentlich ab 4 LosDas Leben macht was es will und ich auch!
-
09.01.2017, 10:26Inaktiver User
AW: Oma und Opa sind pädagogisch wertvoll
Ich würde zuerst das sonntägliche Abendessen komplett absagen....wäre mir persönlich zu anstrengend.
Das hat schon was von militärischem Drill. Du bist die Mutter und sagst, was DU für dein Kind willst.
-
09.01.2017, 10:31
AW: Oma und Opa sind pädagogisch wertvoll
was sagt dein Sohn? wenn er das Spiel freiwillig mitspielt, lass ihm den Spass, wenn nicht, dann nicht. Die Beispiele sind allerdings heftig! Beim Analphabeten hätte ich als Mutter aber ein klares und energisches Wort gesprochen (freundlich im Ton, hart in der Sache), beim Fernsehen vermutlich auch
-
09.01.2017, 10:33
AW: Oma und Opa sind pädagogisch wertvoll
Unabhängig von der Einstellung deines Mannes, solltest du agieren. Wenn dir der Umgang der Großeltern mit euren Kindern nicht passt dann stell du die Regeln auf.
Rede mit ihnen und wenn sie sich trotzdem nicht daran halten, dann nimm eure Kinder uns geh, so fällt das Abendessen solange aus bis sie es begreifen.Mit fünfen ist man kinderreich!
Gemopst by Evelyn Sanders
Störchin mit Nr. 6 im Anflug, geplante Landung 02/2022

-
09.01.2017, 10:35Inaktiver User
AW: Oma und Opa sind pädagogisch wertvoll
Kann man mit den Schwiegereltern reden? Kann man ihnen genau das sagen, dass sie die Großeltern sind und die Erziehungsverantwortung bei den Eltern liegt? Dass ein 3jähriges Kind nach Eurer Vorstellung spielen, malen, durch den Wald toben, plappern, kuscheln, ... will und Ihr derartigen Drill ablehnt?
Ich habe auch 2 Enkelkinder und bemühe mich nach Herzen. Es gibt Momente, wo ich auch über das Ziel hinaus schieße. Dann sprechen mich meine Tochter und der Schwiegersohn an. Und ich nehme mir die Gespräche zu Herzen und reflektiere, was ich in Zukunft besser machen oder lieber sein lassen sollte.
Ja, ganz wichtig ist, dass da Dein Mann mitzieht. Allein wirst Du es schwer haben, also sprich zuerst mit ihm. Er kennt das Problem offensichtlich aus seiner Kindheit und ich vermute, er war nicht immer superglücklich damit. Sensibilisiere ihn, seinem Sohn dasselbe zu ersparen.
-
09.01.2017, 10:35
AW: Oma und Opa sind pädagogisch wertvoll
Ich stimme den Vorschreiberinnen zu.
DU und dein MANN, IHR entscheidet und die Großeltern müssen eure Entscheidungen akzeptieren. Dazu müsst ihr beide euch aber einig sein und das scheint mir hier das Problem zu sein.
Als Akademiker
sollten die Großeltern übrigens wissen, dass
- TV keine Bildungseinrichtung für Kinder ist, schon gar nicht in diesem jungen Alter,
- dass zu wiederholende Worte auch eine SEP sein können ("Ich bin Analphabet" - na hoffentlich wird er nicht wirklich einer),
- und dass generell lebenslanges Lernen und nicht unbedingt ein akademischer Abschluss das A und O ist.
Davon abgesehen, lass es nicht zu, dass sie "auf etwas bestehen" - das steht ihnen nicht zu.
Genau das scheint der Unterschied zum Verhalten der Schwiegereltern der TE zu sein. Sie sehen sich in einer unantastbaren Bestimmerposition, du hingegen hinterfragst auch dein Verhalten.Ich habe auch 2 Enkelkinder und bemühe mich nach Herzen. Es gibt Momente, wo ich auch über das Ziel hinaus schieße. Dann sprechen mich meine Tochter und der Schwiegersohn an. Und ich nehme mir die Gespräche zu Herzen und reflektiere, was ich in Zukunft besser machen oder lieber sein lassen sollte.
-
09.01.2017, 10:57
AW: Oma und Opa sind pädagogisch wertvoll
Ich würde den Schwiegereltern mitteilen, dass Ton und Wortwahl dem Kind gegenüber unangemessen sind und ihnen ankündigen, die Termine zukünftig zu streichen, sollte sich daran nichts ändern. Dein Mann (würde mich mit ihm vorher absprechen) könnte als Moderator dienen. Er kennt seine Eltern länger.
Von einem solchen Verhalten einem dreijährigen Kind gegenüber habe ich noch nie gehört und auch nicht, dass jemand seine Diplome im häuslichen Eingangsbereich zur Schau stellt. So etwas findet man gewöhnlich in medizinischen Praxen, ggf. in Kanzleien, Büroräumen oder Meisterbriefe in Werkstätten. Aber zu Hause? Vielleicht fehlt der Geschmack für ein geeignetes Kunstwerk an diesem Platz
.
-
09.01.2017, 11:07Inaktiver User
AW: Oma und Opa sind pädagogisch wertvoll



spätestens DA hätte ich meinen Sohn gepackt und das Haus verlassen!
Hier geht es nicht um das Kind sondern hier versuchen sich Großeltern zu produzieren- abartig!
Der Blick liegt überhaupt nicht auf dem Kind und seinen Bedürfnissen- nur auf sich selbst und was man für wichtig hält.....meine Güte wie krass.
Du hast offensichtlich keinen Einfluss mehr, wenn ihr dort seid- dann würde ich dort nicht mehr hingehen.
Mit Deinem Mann würde ich reden, auch wenn er sicherlich auch keinen Einfluss haben wird........ein Grund mehr sich davon zu distanzieren.
Ist das Kind mal älter und nicht mehr so sehr ans "gehorchen" gebunden- kann sich wehren- dann ists was anderes aber so wird ja regelrecht Mist eingepflanzt. Das braucht die Welt wirklich nicht!Geändert von Inaktiver User (09.01.2017 um 11:24 Uhr)
-
09.01.2017, 11:40Inaktiver User
AW: Oma und Opa sind pädagogisch wertvoll
Das ist höchst entwürdigend. Und der Junge lernt, solche Entwürdigungen zu ertragen. Irgendwann wird er sie für normal erachten. Keine gute Voraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben. Und das Baby? Es wächst damit auf, dass man so miteinander umgeht. Fatal.
Wie gesagt, ich würde das Gespräch suchen, den Kindern zuliebe. Und bis dahin sonntags selber kochen.


Zitieren
