Halll Zusammen,
seit unser Sohn geboren wurde (3 Jahre), steh ich in nahezu täglicher Diskussion mit meinem Mann darüber, dass seine Eltern ihren Enkel zu wenig sehen würden.
Noch im Wochenbett gab es jeden Abend den Hinweis, dass mein Schwiegervater den kleinen ja schon wieder 2 Tage nicht gesehen hätte und da ich schließlich "daheim" (in Elternzeit) bin, müsse es jawohl möglich sein, dass der SV mal spontan vorbeikommen kann.
Das habe ich ermöglicht und trotzdem meinen Mann gebeten, mich nicht jeden Abend darauf anzusprechen, weil es Druck ausübe. 2 Milchstaus waren die Folge und er lässt bis heute nicht nach.
Die Treffen liefen so ab, dass der SV kam, mir signalisierte ich könne doch jetzt was anderes machen und gehen - und das wirklich immer so!
Als ich dann eines Tages mich mal getraut habe dem SV abzusagen, hatte das erste Mal wieder meine Periode bekommen und Schmerzen, wurde ich dermaßen von meinem Mann zusammen gefaltet, dass wir von dortan Gegner waren. Ich habe diesen Druck, ich muss ein Treffen mit den Schwiegereltern organisieren, bis heute im Hinterkopf und es belastet uns extrem.
Die lieben SE wünschen einen festen Termin in der Woche, wo sie ihn abholen können, damit sie sich darauf einstellen können und planen.
Da ich diesen Wunsch nie geäußert habe, ich arbeite in Teilzeit und das Kind war geplant, verstehe ich nicht, warum ich gezwungen werde, mein Kind abzugeben und Alltag nach denen zu richten?
Sie und mein Mann sehen das als Blockieren an und sagen, sie hätten ein "Recht" darauf, ihren Enkel regelmäßig zu sehen.
Die Fronten sind verhärtet. Ich finde diese Einstellung anmaßend. Ich habe meinen Mann und meine SE gegen mich und jetzt steht ein 2. Kind an und ich weiß nicht, wie ich das handeln soll, ohne das Gefühl zu haben, ich muss hier raus.
Als weiteres Problem sehe ich, dass mein Mann auferlegt wird, sich regelmäßig zu melden bei seinen Eltern, da sonst die Beziehung angezweifelt wird, sie befürchten sie würden den Draht zueinander verlieren. Würden sie aber nicht täglich telefonieren, würde der Druck auf mich sicherlich nicht 1:1 weitergeleitet werden. Abgenabelt ist mein Mann leider nicht (37 Jahre alt) und das uns keine Zeit gelassen wurde und als kleine Familie zu Dritt zu finden, nehme ich Ihnen sehr übel.
Ich bin sehr dankbar, dass zumindest meine Eltern keinen Druck ausüben und auch das Wort Zeitneid mit dem Kleinen, ist dort nie gefallen.
Wahrscheinlich weil ich kein Einzelkind bin, sie noch nicht in Rente sind und 160km entfernt wohnen.
Es gäbe noch viele Situationen um zu untermauern, warum ich die Situation nicht mehr zum Aushalten empfinde, aber letztlich möchte ich hier nur erfahren, ob ich falsch gewickelt bin. Muss ich meinen Alltag, da ich jetzt ein Kind habe zur Verfügung stellen und offen legen oder nicht?
Schöne Grüße und ich freu mich, wenn mir jemand einen Rat gibt.
Sara
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13.12.2016, 10:12
Dürfen die Schwiegereltern bestimmen, wann Enkel zu Ihnen kommt
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13.12.2016, 10:15Inaktiver User
AW: Dürfen die Schwiegereltern bestimmen, wann Enkel zu Ihnen kommt
Hast Du einen komkreten Grund, warum Du den festen Großelterntag nicht willst?
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13.12.2016, 10:18Inaktiver User
AW: Dürfen die Schwiegereltern bestimmen, wann Enkel zu Ihnen kommt
Hallo Sara, wenn deine Eltern vor Ort leben würden: Würdest du da auch so vehement auf Abgrenzung pochen?
Ich finde ein gutes Verhältnis zwischen Großeltern und Enkel wichtig - nicht nur für die Großeltern, sondern auch für das Kind. Für mich und auch für meine Kinder waren die Besuche bei den Großeltern ein ganz großer Teil schöner Kindheitserinnerungen.
Ich verstehe nicht, warum du dich so dagegen wehrst, es sind die Eltern deines Mannes und es ist genauso sein Kind. Sie können dir zuverlässig Freizeit für dich selbst ermöglichen, du kannst in der Zeit stressfrei einkaufen, zum Arzt, zum Friseur o.ä.
Meine Enkelin ist 1 x die Woche fest bei uns, da meine Schwiegertochter eine Ausbildung macht und manchmal noch über Nacht am Wochenende, wenn die Eltern eingeladen sind. Wir genießen das Kind und die Eltern ihre Freiheit (auch des Ausschlafens).
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13.12.2016, 10:20
AW: Dürfen die Schwiegereltern bestimmen, wann Enkel zu Ihnen kommt
Ich denke auch, dass ein fixer Großelterntag in der Woche die missliche Situation für alle Beteiligten enorm entspannen würde.
Die Großeltern haben ihr Enkelchen, das Enkelchen die Großeltern. Die Eltern bzw. die Mutter haben mal einen halben Tag ohne Kind.
Alle können nur gewinnen.
Es kann aber natürlich auch sein, dass es darum gar nicht wirklich geht....
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13.12.2016, 10:22Inaktiver User
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13.12.2016, 10:27
AW: Dürfen die Schwiegereltern bestimmen, wann Enkel zu Ihnen kommt
Ich verstehe dich, liebe Sara. Ich denke, dass du im Endeffekt überhaupt nichts dagegen hast, wenn die Großeltern ihren Enkel sehen und auch sehen wollen. Was ja grundsätzlich schön ist. Jedoch wurdest du gleich im Wochenbett überfahren und fühlst dich seit dem nicht mehr Herr deines Handelns. Dieses Gefühl hat sich bei dir festgesetzt.
Da hilft nur ein sehr offenes Gespräch mit euch allen an einem Tisch. Signalisiere, dass du überhaupt nichts dagegen hast, wenn sie ihren Enkel sehen. Ihre "Liebe" zu ihrem Enkel hat dich jedoch dermaßen von Anfang an überfahren, dass es dir nicht möglich war, dich erst einmal in dein neues Leben, auch zusammen mit deinem Mann, hineinzufinden. Du möchtest dies nicht als Vorwurf gegenüber deinen Schwiegerleuten gesehen haben, bittest jedoch um Verständnis.
Ich denke, dass bei ihnen auch der Eindruck nun verfestigt ist, du möchtest ihnen ihren Enkel entziehen. Dein Mann trägt im Grund den Druck an dich weiter, weil er selber nicht versteht, um was es dir geht.
Führe ein Gespräch, dass euch allen gerecht wird. Vielleicht ist ein fester Tag in der Woche gar nicht so abwägig, auch für dich. Dann bist du tatsächlich die restliche Zeit Herr über deine kleine Familie.
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13.12.2016, 10:30
AW: Dürfen die Schwiegereltern bestimmen, wann Enkel zu Ihnen kommt
Den Eindruck habe ich auch.
Wäre es ein freundliches Angebot der Schwiegereltern, würde ich es dankbar als solches sehen und erwägen, in wie weit ich es annehmen kann und will (und das auch freundlich mitteilen) -
Wäre es eine Forderung (und so kommt es mir vor) würde ich sie rundweg ablehnen.
Würde sich mein Partner so verhalten wie der der TE hätten wir ein massives Problem.wenn man's kann, ist's keine kunst - und wenn nicht erst recht nicht.
Karl Valentin
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13.12.2016, 10:31
AW: Dürfen die Schwiegereltern bestimmen, wann Enkel zu Ihnen kommt
hallo zusammen,
liebe TE: das, was du beschreibst, triggert mich. das vorab, denn ich projeziere jetzt verdammt viel von mir da rein.
und: wenn deine beziehung so ist, wie meine (die jetzt getriggert wurde und schon lange nicht mehr besteht) damals war, kann ich dich total gut verstehen.
kannst du mit deinem über sein verhältnis zu seinen eltern sprechen? inwiefern ist er grundsätzlich zur ablösung bereit? was sind - neben einem von mir so wahrgenommenen "ich mach das selbst", "ich brauch euch nicht" und einem ganz starken "ich will das nicht, finger weg von meinem kind" - deine gründe, die schwiegereltern auf distanz zu halten? (die frage stellt sich dir vielleicht gar nicht, und wenn sie eher emotional sind, hilft das natürlich gar nichts in der diskussion).
ich würde in richtung kompromiss denken: du hast deinen mann geheiratet (?), er und (leider) auch seine eltern sind teil eurer gemeinsamen familie. ein uneingeschränktes "recht" auf deinen sohn haben die schwiegereltern sicherlich nicht. aber um für alle beteiligten irgendwie eine lebbare situation herzustellen, würde ich mir an deiner stelle überlegen, mit welcher lösung ich am besten leben kann. loswerden tust du sie nicht, selbst im falle einer trennung (sorry, sehr weit gedacht) bleibt dein mann vater deines sohnes und seine eltern die großeltern... ist schwierig, aber vielleicht findet ihr ja einen kompromiss?
lg von
der ratteich bin schrecklich inkonsequent - aber nicht immer
tippfehler gibts von mobile devices gratis. wer sie findet, darf sie behalten.
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13.12.2016, 10:32Inaktiver User
AW: Dürfen die Schwiegereltern bestimmen, wann Enkel zu Ihnen kommt
Wäre es nicht eine Idee, den Wunsch nach einem festen Termin zwischen Großeltern und Kind dann zu verwirklichen, wenn Du auf Arbeit bist? Besucht das Kind eine Kinderreinrichtung? Ein Ansatz wäre, dass das Kind 4 Tage die Woche in die Kita geht, den fünften bei den Großeltern verbringt, ein Oma-Opa-Tag sozusagen?
Wichtig ist, dass ihr einen gemeinsamen Termin findet. Da Du berufstätig bist, die Großeltern jedoch schon Rentner, sollten sie sich in dem Falle eher nach Dir richten als Du nach ihnen. Auch wenn ein zweites Kind da ist, kann das eine Entlastung sein, das große Kind einmal die Woche nicht zur Kita bringen und abholen zu müssen.
Vielleicht kannst so einen Kompromiss finden und die verfahrene Situation zur Zufriedenheit aller etwas entspannen?
Melusine
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13.12.2016, 10:33Inaktiver User
AW: Dürfen die Schwiegereltern bestimmen, wann Enkel zu Ihnen kommt
Liebe Sara,
zuerst einmal "Herzlich Willkommen" im Forum.
Es geht meiner Meinung nach um einen Mann, der nicht so an der Seite der TE steht, wie diese es sich wünschen würde und bräuchte.
Und da sie -leider- erlebt und spürt, daß ihr Mann ihre Grenzen gegenüber seinen Eltern nicht wahrt, fühlt sie sich gezwungen, diese Grenzen noch enger zu ziehen, als es sonst üblich wäre.
Sogar eigentlich sinnvolle Kompromisse scheinen als Bedrohung und Überforderung.

Liebe Sara,
Du schreibst oben, Du empfindest Deinen Mann als Gegner und er faltete Dich zusammen,
hat sich als 37Jähriger nicht abgenabelt und hat das Wohl und die Gefühle seiner Eltern vor Deinen mehr im Fokus (so fasse ich dies zusammen).
Ich fürchte, Ihr kommt da ohne ein sehr ernstes, grundsätzliches, offenes und ehrliches Gespräch nicht raus.
Denn das Problem sind nur vordergründig die Schwiegereltern,
eigentlich bekämpfst Du vielmehr Deinen Mann, weil er sich in Deiner Sicht nicht deutlich genug an Deine Seite stellt, wie Du es Dir wohl wünschen würdest.
Ich kann das verstehen- nur müßt Ihr das Ausgangsproblem zuerst lösen, dann wird es leichter, den Rest zu organisieren.
Alles Liebe für Dich.


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