Ich wuerde da so herangehen, dass die Kleine jetzt Stabilitaet braucht, weil die Ereignisse mit ihrer Mutter sicher nicht spurlos an ihr voruebergegangen sind.
Also ganz klar, wie meine Vorrednerinnen schon gesagt haben: wenn du es schaffst und moechtest, nimmst du deine Nichte jetzt, und mach es am besten zusammen mit dem Jugendamt klar, dass du die Pflegeberechtigung hast, dass du einen Amtsvormund hast, also dass dir keiner reinreden kann (ausser das Jugendamt, aber das ist ja normal)
Und deinen Eltern eine klare Absage. Jetzt sind sie noch in der Lage, den Kram mit deiner Schwester selbst zu regeln, und wenn nicht mehr, dann muessen sie Hilfe suchen. Und deine Eltern pflegen plus um Schwester kuemmern plus Nichte, nein!!! Zehnmal Nein.
Du hast einen Beruf, hast eigene Familie, wenn du dann noch die Nichte nimmst, ist das voellig genug.
Deine Eltern sind erwachsen, die koennen sich woanders Hilfe suchen, sie koennen ja auch die Schwester von Amts wegen betreuen lassen, fuer sich selbst Betreuung suchen.
Du als ungeliebte Tochter sollst alle Arbeit machen, und als Lohn dein Leben lang benachteiligt werden?
Mach dir kein schlechtes Gewissen! Du bist nicht in der Pflicht.
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Ergebnis 21 bis 30 von 104
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05.07.2016, 08:15
AW: Moralisch richtig handeln - oder "Gerechtigkeit" verlangen?
Liebe Gruesse aus dem sonnigen Sueden
Youtas
Das Schönste an mir bin ich.
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05.07.2016, 09:03
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05.07.2016, 09:39Inaktiver User
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05.07.2016, 09:43Inaktiver User
AW: Moralisch richtig handeln - oder "Gerechtigkeit" verlangen?
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05.07.2016, 10:10
AW: Moralisch richtig handeln - oder "Gerechtigkeit" verlangen?
Ich würde deine Mutter mal an ihre moralische Pflicht erinnern!
Mich regt das ja schon beim Lesen auf, obwohl ich nicht betroffen bin.
Ich sehe da überhaupt keine moralische Pflicht bei dir, noch nicht mal für deine kleine Nichte. Pflicht auf alle Fälle nicht. Wenn es dir selbst ein Anliegen ist, deine Nichte bei dir aufzunehmen, dann ist das schön für das kleine Kind. Aber ein Muss ist es nicht. Ich würde mich in diesem Fall auch finanziell absichern, indem Ausgaben für die Zukunft des Kindes durch das Erbe deiner Eltern gedeckt ist.
Ich glaub, ich wäre in so einem Fall nicht so edel und gut.bbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbb bbbb
Werde, die du bist

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05.07.2016, 10:13Inaktiver User
AW: Moralisch richtig handeln - oder "Gerechtigkeit" verlangen?
Zu diesem Zweck wird für die Schwester ein gesetzlicher Betreuer eingesetzt. Das kann die erwachsene Tochter sein, die Eltern, aber auch Du oder sogar eine neutrale Person. Wenn Du es nicht möchtest, bist Du nicht verpflichtet. Bei meinem behinderten Schwager beispielsweise war es erst der Taufpate, als dieser dann zu alt war, der Bruder.
Es ist die AUfgabe Deiner Eltern, dafür soweit vorzusorgen, wie es ihre jetzige Sizuation zulässt. Sie könnten beispielsweise ein finanzielles Polster anlegen, mit dem später die Pflege bezahlt werden kann. Sie haben doch eine Immobilie, die nachher verwertet werden kann? Und sie können sich rechtzeitig nach Plätzen in einer Altersresidenz oder im betreuten Wohnen umschauen, dann ist nachher vorgesorgt. Du musst die Betreuung nicht übernehmen. Nur wenn sie selbst finanziell nicht mehr leistungsfähig sind, wirst Du nachher (je nach Deinen Möglichkeiten) zur Zahlung heran gezogen. Mehr nicht.
Dazu wurde schon recht viel gesagt. Ich denke auch, dass das Kind bei Dir gut aufgehoben wäre, wenn Dein Partner und Deine Kinder da mitziehen. Ich lese aber auch, dass Deine Eltern jetzt schon als Betreuer eingesetzt sind. Und ich glaube nicht, dass sie diese Betreuerschaft jetzt freiwillig aufgeben werden. Ich denke sogar, dass Du schlechte Karten hast, da dran zu rütteln, außer es gibt wichtige Gründe wie Alter oder Gesundheitszustand Deiner Eltern. Oder akute Kindeswohlgefährdung. Ein heißes Pflaster ...
Das Erbe ist ein anderes Thema, da kann man nichts machen ... außer den Pflichtteil einzuklagen ... falls dann noch einer da ist. Es gibt Leute, die verschenken schon zu Lebzeiten (heimlich) alles an die goldenen Kinder und den schwarzen Schafen bleibt am Ende der Pflichtteil von "Nichts".
Alles Gute
von Melusine
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05.07.2016, 10:28
AW: Moralisch richtig handeln - oder "Gerechtigkeit" verlangen?
Deine Mutter ist wahrscheinlich ziemlich bösartig. Was mich wundert ist die Tatsache, dass deine Eltern so offen über das Erbe reden.
Ich weiß nicht, was meine Eltern machen oder vor haben. Ich denke mir halt, dass meine Schwester heute schon finanziell stark unterstützt wird, weil meine Mutter sich darüber ärgert, dass sie es beruflich nicht so weit gebracht hat trotz Studium, wie sie sich (meine Mutter!) das gewünscht hätte. Das ist auch absolut ungerecht, zumal meine Schwester die besseren Startchancen hatte. Jetzt, wo mein Vater Pflegefall ist, wird meine Mutter wieder so frech zu mir, wie früher, als ich noch zu Hause wohnte. Es ist ja keiner mehr da, der das stoppen kann. Mein Vater setzte sich nicht offen und laut durch, er hat das irgendwie anders, raffinierter hinbekommen, mich im guten Licht erstrahlen zu lassen - das merke ich erst heute.
Ich schreibe das alles, weil auch du Ablehnung durch die Eltern erfährst und noch nicht wissen kannst, wie ein Abschied für immer von ihnen je aussehen wird für dich. Da ist noch dein Vater.
Ich habe mir nun ein paar Monate frei genommen, da ich meinen Vater noch einmal "für mich haben möchte". Ich werde in meine Heimatstadt fahren und mich um ihn kümmern. Ich möchte mich verabschieden. Was bleibt mir sonst noch? Leere ...
Was das Kind betrifft, würde ich es aufziehen, wenn ich es vom Herzen her auch möchte. Es wäre schrecklich für das Kind, würdest du das Erbe, was du nicht erhältst, zwischen euch stellen. Auch, wenn du immer wieder denken musst, dass du wegen deiner Nichte deinen eigenen Kindern etwas weg nimmst. Dann lass es bitte, die Schuld, die du damit auf dich lädst, ist zu groß.Geändert von animosa (05.07.2016 um 10:34 Uhr)
Nur die Ruhe ist die Quelle jeder großen Kraft.
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05.07.2016, 10:31
AW: Moralisch richtig handeln - oder "Gerechtigkeit" verlangen?
Die minderjährige Nicht hat eine volljährige große Schwester.
Liegt die Betreuung durch die Schwester nicht am Nahesten?
(Meine volljährigen Kinder würden sich natürlich um ihre minderjährige Schwester kümmern...im Fall des Falles)
Zu dem anderen kann ich nichts sagen.
Aus meiner Sicht werden da Dinge durcheinander geworfen, die nichts miteinander zu tun haben.
Die eventuelle Betreuung der Nichte hat NICHTS, aber auch gar NICHTS damit zu tun, dass die TE vom Erbe ausgeschlossen wurde.
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05.07.2016, 10:37Inaktiver User
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05.07.2016, 10:43
AW: Moralisch richtig handeln - oder "Gerechtigkeit" verlangen?
Oh mann, ich hatte gestern einen ellenlangen Post geschrieben und dann war er weg.
Erstmal herzlichen Dank für eure Anregungen, Denkanstöße und Lösungsvorschläge.


Jemand hatte geschrieben, das ist wie eine Wahl zwischen Pest und Cholera und das trifft es auch exakt.
Kurz: Im Augenblick ist keine Eile in irgendeiner Hinsicht angebracht, denn alle sind soweit versorgt. Die Diskussion geht von meiner Mutter aus, die von mir eine "eidestattliche" (zwar nicht direkt, aber so von der Tragweite her) Erklärung möchte, dass ich diese Dinge übernehme und das schriftlich festgehalten wird. Man kann hier in der Bri suchen, man wird von mir viele Beiträge zu meiner Mutter und meiner Schwester finden, sie fallen leider allesamt nicht so dolle aus und ich habe viele Jahre unter dieser Konstellation sehr gelitten.
Meine Mutter hat gerne alles gern festgelegt - in ihrem Sinne. Mein Vater ist übrigens mit mir gar nicht so uneinig, hat aber nichts zu sagen, leider.
Ich habe gestern Abend lange mit meinem Anwalt - einem Freund der Familie - gesprochen. Er hat mir sehr eindeutig klar gemacht, was alles rechtlich auf mich zukommt, je nachdem, wie ich mich entscheide. Wenngleich ich mich am liebsten für nichts entscheiden würde und meinen Eltern und der Pflege der kleinen Nichte tatsächlich 20 glückliche Jahre wünsche. Übrigens: Die Kleine ist auch gut versorgt, so, wie es jetzt ist. Es geht um den (noch) fiktiven Fall, dass meine Eltern die Vormundschaft nicht mehr leisten können, falls sie selbst pflegebedürftig werden - und meine Nichte, die große Schwester finanziell noch nicht so weit wäre. Das kann in 2 Jahren sein - oder in 10. Mein Vater ist recht fit, meine Mutter nicht so sehr.
Nach diesem Gespräch - und eurem Beiträgen - bin ich, was den Stand jetzt betrifft, zu der Entscheidung gekommen, dass ich das Kind nicht aufnehmen werde. So leid mir das tut.
Und zwar, weil ich damit eines mache. Ich setze meine eigenen Kinder in den Nachteil. Meine Nichte aufzunehmen, heißt meine Liebe zu dritteln. Ich kann ja wohl kaum einen Unterschied machen - faktisch habe ich dann drei Kinder - die alle verdienen, von mir gleich (im Sinne ihrer individuellen Bedürfnisse) behandelt zu werden. Und gleich heißt: Ja, ich würde dann auch ihr etwas von mir vererben - und komischerweise hätte ich damit nicht mal ein Problem. Ich kann ja wohl kaum ein Kind aufziehen und sie mit 18 vor die Tür werfen, weil ich nicht die biologische Mutter bin. Oder anders: Wenn ich jetzt 10 Mio im Lotto gewinne, würde ich auch meine Nichten damit beschenken. Warum auch nicht. Ich denke, das ist grundsätzlich richtig.
Aber in der akuten Situation: Ich setze meine Kinder in den Nachteil. Ich werde Ersatzmama für die Kleine mit allem was zur Familie dazugehört - das wird auch bedeuten, das meine Kinder zurückstecken werden müssen. Meine Eltern - meine Mutter - hat vor vielen Jahren dieses Ungleichgewicht geschaffen, denn sie haben vier Enkel. In die Erbfolge gesetzt haben sie nur zwei. Rechtlich bedeutet das übrigens: Für die Pflege meiner Kinder - auch meiner Eltern - werde ich irgendwann einen Rentenanspruch haben. Für die Pflege meiner Nichte übrigens nicht. Das heißt: Moralisch ist das kacke. Aber wie mein Anwalt sagte: Die moralische Pflicht liegt im auf der Haupterbin - der großen Schwester, und meiner Schwester. Diese Voraussetzung habe nicht ich zu verantworten - ich bin nicht gefragt worden. Abgesehen davon bin ich als der "überlebende" Teil für meine Eltern in der Pflicht - egal, ob ich Erbe oder nicht. Dem werde ich nachkommen. Aber mehr auch nicht. Und so dämlich wie es jetzt geregelt ist, gehen große Teile eh an die Sozialkasse - was ja meine Mutter nach wie vor lieber macht, als mir was zu vererben.
Und so blöd das klingt: Das Kind aufzunehmen bedeutet für mich im Moment nur, eine Ungerechtigkeit, die ich nicht geschaffen habe, weiter bestehen zu lassen. Ich nehme meinen Kindern also einen Teil weg - meine Zeit für sie. Für meine Mutter stehen sie - so wie ich - auch unter ferner liefen. Das heißt - Nachteile für mich, weniger Zeit für mich, ja, auch weniger Zeit für meine Kinder, für sie mal vorzusorgen.
Und ich sag euch auch ehrlich - das Erbe, das Haus, sollen sie es in die Tonne kloppen. Ich brauche es nicht. Meine Mutter muss es mir nicht vererben, sie muss gar nichts. Aber: Um Gerechtigkeit zu schaffen, soll sie dann bitte vier Enkel ins Testament schreiben - und nicht zwei - bevor sie an mich auch nur irgendwelche weiteren Forderungen stellt. Und bevor das nicht geschieht - nein, dann handel ich unmoralisch - aber ich nun mal nicht Jesus.
Und um meine Entscheidung noch nachvollziehbarer zu machen, eine Sache:
Vor zwei Jahren hab ich ein halbes Jahr den Kontakt abgebrochen. Es ging um Kinderbetreuung (meine Kinder in den Ferien). Meine Eltern haben selbstverständlich beide Kinder meine Schwester betreut - immer schon, obwohl meine Schwester meist nicht gearbeitet hat. Als ich um Betreuung und Unterstützung bat, wurde mir eine Rechnung (Mindestlohn!) gestellt - ernsthaft, kein Witz. Das tut übrigens heute noch weh.
Soviel zur Moral und "man unterstützt sich in Familien gegenseitig".
Nein, das kleine Mädchen kann nichts dafür. Aber ich habe diese Regel nicht gemacht. Meine Eltern sind am Zug, nicht ich. Und das habe ich meiner Mutter gestern genauso gesagt. Denn auch die Regel - Betreuung gegen Geld/Erbe ist nicht auf meinem Mist gewachsen.
Fee


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Und dann halt Forderungen an mich stellt. 