Hallo in die Runde,
ich hoffe, es gibt eine Mama, die vielleicht ähnliches erlebt hat oder jemand der einen hilfreichen Tipp abgeben kann?
Ich habe folgendes Problem:
Meine Tochter (15) 'bedient' sich immer wieder ungefragt bei anderen. Das macht sie etwas seit 6,7 Jahren (genauso lang, wie ihr Papa und ich getrennt sind). Egal ob Nagelscheren, Werkzeug, Stifte u.v.m. - immer wieder verschwinden Dinge im Haus, die irgendwann (per Zufall oder inzwischen auch, weil wir gezielt danach suchen (müssen!)) in Ihren Schublade oder Kisten wieder auftauchen.
Es gab schon ungezählte Familiengespräche deswegen. Mit Bitten, Verzeihen, 'Aufräum- und Zurückbring-Verträgen', dem immerzu wiederholten 'Wir vertrauen Dir, also bitte verhalte Dich auch so', Ihre Privatsphäre akzeptieren (um dann Monate später festzustellen dass sie sich weiterhin bedient und freundlich und standhaft behauptet, sie war es nicht), große Kräche und Verzweiflung.
Was mir des Weiteren immer wieder mit Schrecken auffällt: ich Zimmer sieht oft schrecklichst aus (wirklich völlig Chaotisch). 1 x die Woche MUSS sie gut aufräumen, das hält aber höchstens einen Tag, dann ist wieder Riesenchaos.
Ich halte mich zwar seit Jahren daran, offiziell NICHT in ihre Schränke oder unters Bett zu sehen, aber wenn ich es dann doch mal (heimlich) tue, weil wieder wochenlang Dinge fehlen (wohlgemerkt, ich wühle nicht darin sondern öffne lediglich mal (wirklich aus Verzweiflung) die Türen und würde mir auch nicht erlauben in Tagebüchern o.ä. zu lesen!), dann finde ich sofort kleine 'Müllhaufen aus Abfall und wild hineingestopften Alltagsdingen. Das macht mir ehrlich Angst.
Mein Ex und ich haben drei Kinder (sie hat noch 2 große Schwestern) und die beiden älteren waren auch keine 'Putzfeen', aber sie waren einfach normal unordentlich, wie Teenager es eben sind (Geschirr stapelte sich, die Wäsche oder Schulzeug lag herum). Inzwischen sind sie Studentinnen und einigermaßen ordentlich.
Es gab aber bei ihnen nie diese "Müll-und Dinge-Nestern", die hinter fast jeder(!) kleinen Fachtür und in Pappschachteln oder Taschen lauern.
Und genau in diesen "Nestern' unserer Jüngsten liegen dann auch oft die verschwundenen Dinge.
Mit Ihren Schulsachen verhält es sich ähnlich. Sie schreibt alles auf Zettel die immer wieder verknittert auf Papierhaufen liegen. Ich ermahne sie sehr oft, wenigstens das nötigste in Schulordner zu sortieren und zu verstauen. Dann sieht sie mich vorwurfsvoll an und meint sie sie hätte das alles im Griff und ich sähe nur Dinge die nicht wichtig sind.
Ich traue mich nicht, ständig darauf zu pochen, dass sie das alles schaffen muss, denn ich denke, mann kann eine Neuntklässlerin (die wirklich auch viel Lernstress hat) nicht permanent überprüfen.
In der Schule schlägt sie sich jedes Jahr so knapp durch.
Ansonsten ist sie ein sehr liebes Mädchen. Sie engagiert sich für Umwelt und Kunst, ist Klassensprecherin und scheint auch recht beliebt zu sein. Allerdings hat sie nie eine 'beste' Freundin, sondern die Freundinnen wechseln schnell und ich fürchte sie sind ein wenig 'beliebig'.
Noch wichtig:
Wir leben seit 2 Jahren in einer Patchworkfamilie. Ihr Stiefvater ist ziemlich streng mit ihr, v.a. was Lernen betrifft.
Oft ist er ziemlich ungehalten und vorwurfsvoll. Ich versuche meine Tochter zwar dann zu schützen, kann aber sein inzwischen tief verankertes Misstrauen und die daraus resultierende Wut durchaus verstehen.
Sie ist dann oft unterwürfig und sehr angepasst, dennoch merke ich, wie sie bei vielen Dingen 'nur so tut' bzw. trotzdem schwindelt, wenn es wieder um verschwundene Dinge geht.
Ich selbst merke, wie mein Vertrauen eigentlich oft längst weg ist, ich aber dennoch aus 'mütterlicher Solidarität' zu ihr halte, weil ich weiß, dass sie (durch die Trennung) ja auch sehr harte Jahre hinter sich gebracht hat und ich mir sicher bin, dass sie nichts von dem, was sie tut, aus 'bösem Willen' oder 'purer Verlogenheit' (wie mein neuer Mann oft behauptet) heraus macht.
Ich möchte nur einfach den Mechanismus verstehen, der sie zu diesem verhalten 'treibt' und wissen, wie ich ihn durchbrechen kann bzw. was ich für meine Tochter tun kann, dass sie es endlich lernt!
Unsere großen Töchter wohnen übrigens beim Papa. In unserer neuen Familie ist noch der Sohn meines Mannes, der auch schon erwachsen ist.
Ich habe meiner Tochter mehrmals angeboten, Therapeutische Rat zu suchen, das lehnt sie jedoch rigoros ab und sagt, sie können gut für sich selbst sorgen.
Danke für Eure Mühen, meine langen Zeilen zu lesen!
Ich bin für jeden Rat dankbar.
Mara
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Ergebnis 1 bis 10 von 95
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22.04.2016, 22:10
Meine Tochter schwindelt und 'beklaut' Familienmitglieder
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22.04.2016, 22:23Inaktiver User
AW: Meine Tochter schwindelt und 'beklaut' Familienmitglieder
Wertest Du das wirklich als "Klauen"? Klingt mehr danach, dass sie zu faul ist, Dinge nach dem Benutzen wieder an ihren Platz zu bringen.
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22.04.2016, 22:26
AW: Meine Tochter schwindelt und 'beklaut' Familienmitglieder
@kamelle: Vielleicht hast Du recht. Das hört sich jedenfalls schon freundlicher an :-)
Mein (neuer) Partner sprach erst heute wieder von 'stehlen'...das tut weh :-(
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22.04.2016, 22:37Inaktiver User
AW: Meine Tochter schwindelt und 'beklaut' Familienmitglieder
Dein Partner klingt nicht sehr sympathisch, aber Deine Schilderungen sind natürlich nur ein Ausschnitt.
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22.04.2016, 22:40
AW: Meine Tochter schwindelt und 'beklaut' Familienmitglieder
Liebe Mara,
soweit ich es verstanden habe, geht es um zwei Dinge:
1. Sie nimmt ungefragt Dinge und
2. sie ist schlampig und in ihrem Chaos verschwinden auch die ausgeborgten Sachen.
Aber das grundsätzliche "Problem" scheint zu sein, dass ihr Ordnungsverständnis nicht dem von dir bzw. dem Rest der Familie entspricht.
Du beschreibst es auch sehr schön, sie muss 1 x die Woche aufräumen, das geschieht dann wahrscheinlich oberflächlich und hält nicht lange an.
Ich habe ein ähnliches Beispiel für dich: Die Tochter einer Freundin hat sich ähnlich verhalten. Einmal war das Chaos so schlimm, dass ihre Mutter ihr den Auftrag gab, alles ordentlichst zusammenzuräumen, sie hat ihr auch dabei geholfen. Am nächsten Tag schaute sie ins Zimmer der Tochter, und alles, wirklich alles war wieder durcheinander. Kleidung aus dem Kasten auf dem Boden zerstreut etc. Auf die Frage, warum sie das denn gemacht hat, antwortete die Tochter: "Ich hab mich einfach nicht wohl und geborgen gefühlt in diesem aufgeräumten Zimmer."
Auch meine Tochter hat sehr große Ähnlichkeit mit deiner. Ja, und es stört mich auch. Aber ich merke auch manchmal, dass meine, wenn sich zuviel angehäuft hat, einfach überfordert ist. Sie mag sich auch von nichts trennen, was ich oft als Müll sehe, sind für sie wertvolle Dinge. Auch verschwinden bei uns ständig Dinge, die dann irgendwo in der Wohnung wieder auftauchen, ihre Schulsachen sind auch grenzwertig unordentlich.
Ich denke oft, es ist so eine Art pubertäre Abgrenzung gepaart mit Schlampigkeit (es gibt halt Menschen, die können mit Ordnung nicht so viel anfangen, diese sind halt dafür oft kreativer etc.) und Überforderung, wenn das Chaos wieder unendliche Ausmaße angenommen hat.
Von meiner oben genannten Freundin habe ich viel gelernt, nämlich auch Gelassenheit. Sie hat dann mal beschlossen, die Zimmer ihrer Kinder halt tunlichst nicht mehr zu betreten. Auch ihr Sohn war extremst, da lagen sogar oft alte Bananenschalen etc. herum.
Komischerweise hatten beide Kids plötzlich ein Bedürfnis nach Sauberkeit und Ordnung, das hat sich von alleine eingestellt.
Pubertierende haben oft für uns Erwachsene sehr paradoxe Verhaltensweisen. Ihr Gehirn ist eine Großbaustelle, die wir nicht verstehen können. Für Situationen, die sie überfordern, sollten wir Eltern da sein. Vllt. kannst du mir ihr gemeinsam mal die Schmutznester im Zimmer aufräumen? Es scheint mir, sie schafft es alleine nicht.
Du sagst, du willst, dass sie es lernt. Sie weiss es ja selber nur zu gut. Die braucht nix mehr zu lernen in dieser Hinsicht. Da prallen einfach die Welten aufeinander, Reibung an den Eltern, bei euch trägt sich das halt auf dieser Ordnungs-Ebene aus. Du sagst, ansonsten ist sie ein sehr liebes Mädchen.
Ich finde es auch sehr wichtig, dass du sie vor dem oft ungehaltenen und strengen Stiefvater beschützt. Warum hat er Wut und Mißtrauen, was ihre Lernerfolge betrifft? Mich macht stutzig, wie er sich ihr gegenüber verhält. Eigentlich ist er ja dein Lebensgefährte und nicht der Stiefpapa, sie halt ja wohl einen leiblichen Vater, der noch für sie da ist?
Was den terapeutischen Rat betrifft: Vielleicht wäre es sinnvoller, wenn eure Patchworkfamilie GEMEINSAM den Rat einholt? Dann käme vllt zu Tage, wie die Dynamik ist und daraus könnte eine zufriedenstellende Lösung für alle Beteiligten resultieren. Sie allein zu einem Terapeuten zu schicken, finde ich nicht für sehr sinnvoll.
Nachtrag: der Stiefvater verhält sich wirklich eigenartig für mich. Da von großem Mißtrauen und Stehen zu sprechen, finde ich irgendwie befremdlich.Es ist, was es ist.
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22.04.2016, 22:49Inaktiver User
AW: Meine Tochter schwindelt und 'beklaut' Familienmitglieder
Deine Tochter ist heillos überfordert. Sie braucht einfach Hilfe.
Und sehr viel weniger Sachen.
Das ist nicht richtig, sie wird mit ihrem äußeren Chaos allein gelassen. Und ich bin sicher, das äußere Chaos spiegelt ihr inneres wider.Ich halte mich zwar seit Jahren daran, offiziell NICHT in ihre Schränke oder unters Bett zu sehen,
Eines meiner Kinder konnte auch keine Ordnung halten, es war allerdings 10 oder 11 Jahre alt. Es war in mehreren Bereichen hilflos und überfordert und nur mit ganz enger Zusammenarbeit und engmaschiger Hilfe war es zu regeln. Also jeden Tag zusammen Hausaufgaben machen, Ranzen packen, Sachen aufräumen, Tagesplan organisieren und alles überwachen.
Nach ca. vier Wochen konnte ich lockerlassen. Er ist dann ein Quartalsaufräumer geworden, immer wieder mal Chaos, aber in fast regelmäßigen Abständen totaler Aufräumrausch. Ich musste nichts mehr sagen.
Im gleichen Maße wie der Schulwechsel bewältigt wurde, wurde auch das Zimmerchaos bewältigt.
Ohne Hilfe hätte er es nicht geschafft.
Ich denke, sie braucht Hilfe, um das Aufräumen zu lernen. Eine Therapie hört sich für sie wahrscheinlich an, als ob Ihr sie für krank haltet.Ich habe meiner Tochter mehrmals angeboten, Therapeutische Rat zu suchen, das lehnt sie jedoch rigoros ab und sagt, sie können gut für sich selbst sorgen.
Also eigentlich wie eine Drohung.
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22.04.2016, 23:08
AW: Meine Tochter schwindelt und 'beklaut' Familienmitglieder
Liebe @kamelle und @smiling_soul
Danke für Eure Worte.
Früher sah ich die Dinge wie smiling_soul und bin damit eigentlich auch gut gefahren, aber manchmal denke ich, der Druck meines neuen Partners macht auch mich unsicher. Was ihr antwortet, treibt mir die Tränen in die Augen.
Mein neuer Mann kann sehr lieb sein, er ist aber auch wirklich oft ein Kauz, das steht außer Frage. Als ich ihn kennenlernte, war ein unglaublicher Gentleman und ich hab mich (nach 5 frustrierenden Single-Jahren) sehr gefreut, einen so warmherzigen, intellektuellen und auch noch gutaussehenden, getrennt lebenden Mann kennengelernt zu haben, der auch noch Kinder hat (seine ältere Tochter ist allerdings gleich ausgezogen, nachdem ich ihn kennengelernt hatte, weil sie einen Studienplatz in einer anderen Stadt bekommen hat).
Seine Exfrau war (seiner Schilderung nach) Alkoholikerin und hat ihn wegen eines Anderen verlassen.
Wir haben dann noch 2 Jahre getrennt gelebt, dann wollte er unbedingt(!) heiraten.
Er wollte wieder eine 'neue' Familie und er wollte auch sehr gerne, dass meine Jüngste bei ihm einzieht.
Mir ist es damals finanziell sehr schlecht gegangen und ich habe (nach 3 Monaten Zögern) schließlich doch ja gesagt, weil ich ihn wirklich sehr lieb habe und zugegebenermaßen auch froh war, dass viele finanzielle Belastungen (z.B. Miete) dann wegfallen würden. Ich habe (auch die Jahre meiner früheren Ehe) immer Volllzeit gearbeitet, leider verdiene ich aber in meinem Job nur sehr wenig. mein Exmann zahlt erst Unterhalt für unsere Tochter, seit ich hier lebe (aber das ist ein anderes Thema). d.h. ich kann zum ersten(!) Mal in meinem Erwachsenenleben wieder etwas eigenes Geld zur Seite legen (was ein sehr schönes Gefühl ist).
Aber dies nur zum 'Background'.
Mein jetziger Mann ist ein sehr introvertierter Typ, hat fast keine Freunde, geht auch nicht gern unter viele Leute, braucht viel Ruhe (viel "Geplapper", weil meine Töchter und ich es mögen ;-) geht ihm ziemlich auf die Nerven.
Seine Kinder waren beide Einser-Schüler, er selbst findet nichts schlimmer als faule Schüler, d.h. auch da hat meine Tochter inzwischen auch keine guten Karten mehr.
ich halte jedoch immer zu ihr und (wie schon erwähnt) verteidige ich sie auch und lasse sein Gemeckere nicht auf ihr sitzen, Ich ermutige sie auch, sich selbst zu verteidigen, was sie machmal (nicht immer) inzwischen auch gut kann.
Er hat sowieso an allem etwas auszusetzen, wir sagen uns oft, dass wir es einfach nicht so persönlich nehme sollten.
Und- ganz wichtig: Er kann auch sehr lieb sein.
Dann ist er (zumindest zu mir) unglaublich zuvorkommend, großzügig, zärtlich.
Es ist leider nur nicht berechenbar.
Ach ich könnte noch viel erzählen, aber ich denke ihr habt eh schon ein Bild.
Und: Ich mache sicher auch Fehler, man muss ja eigentlich immer beide Seiten hören.
Ich denke oft, es macht ihn auch so wütend, dass meine Tochter und ich im Zweifelsfall immer(!) zusammenhalten.
Er allerdings verzeiht seinem Sohn dafür alles.
Wenn meine Tochter mal ihren Schlüssel nicht findet bezeichnet er sie umgehend als 'Messe', wenn sein Sohn (und das kommt häufig vor - er ist 21) seinen Schlüssel wochenlang verlegt und sich den Ersatzschlüssel ungefrah´gt 'leiht' (oder soll ich sagen, ebenfalls 'klaut' ;-)), dann gibt es: NICHTS. Höchstens mal ein leises "Ac, bitte leg ihn doch beizeiten zurück."
Vielleicht macht es ihn auch wütend, dass ich sehr viele freunde habe (die ihn aber gern überall integrieren, wenn er mal mitkommt).
meine Tochter und ich sind beide im 'außen' der Typ 'Sonnenschein' der eigentlich vom Rest der Welt sehr freundlich behandelt wird und sich an vielem fröhlich freuen kann :-).
Mein Mann ist eher der Griesgram, der glaube ich schon zu Schulzeiten eher der Aussenseiter war.Geändert von MaraClaire (22.04.2016 um 23:21 Uhr)
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22.04.2016, 23:15
AW: Meine Tochter schwindelt und 'beklaut' Familienmitglieder
@phade: Danke auch Dir für die Antwort.
Ich denke Du hast auch sehr recht. Das mit der Aufräumhilfe habe ich auch letzten Sommer für 8 Woche durchgezogen. Es hatte 2 Jahre gedauert, bis sie das zuließ und ich habe es nur nach Ankündigung gemacht ("Du hast jetzt 2 Stunden Zeit Deine privatesten Dinge vor mir in Sicherheit zu bringen, dann gehe ich mit Dir Deine Regalkästen durch". - sie hat diese IKEA-Expedits mit Türen oder Kisten).
Ich habe auch nicht ungefragt was herausgenommen sondern mit ihr gemeinsam Stück für Stück auf kleine Häufchen sortiert oder nach Absprache mit ihr gemeinsam entsorgt. Und: gute Nachricht: Sie hat auch schon solche Quartalsaufräumanwandlungen. Dann sieht es (unaufgefordert) für ca. einen Tag tipptopp aus :-)
Zu viel Dinge hat sie eigentlich nicht, (wir haben in den letzten Jahren aber auch Mülltütenweise entsorgt!) in den meisten Kisten befindet sich tatsächlich nur Müll (wie z,B. alte Abschmiktücher, Wattestäbchen, Verpackungsfolie, oder Kleinigkeiten wie eben Stifte, Tampons, Kaugummis, Notitzheftchen, 1 Socke, Billigschmuck, Billigschminke etc).
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22.04.2016, 23:32Inaktiver User
AW: Meine Tochter schwindelt und 'beklaut' Familienmitglieder
Oh je, da scheint es wohl um mehr zu gehen, als um eine normale Pubertätsschlamperei.
Möglicherweise um einen "Stellvertreterkrieg".
Kann es sein, dass Du ein sehr sanfter, friedliebender Mensch bist, der es gern allen recht machen möchte?
Wenn das so sein sollte, dann könnte es sein, dass Deine Tochter den "Krieg" um die verlorenen oder ausgeborgten Sachen nutzt, um Dich zu Stellungnahmen zu zwingen.
Wenn ihr Stiefvater auf sie wütend wird, beziehst Du klar Stellung zu ihr, gegen ihn. Kann das sein?
Dann liegt die Ursache der Ausborgerei und Verschlamperei in der Not des Mädchens, Dich auf seiner Seite zu sehen. Sie möchte, dass Du zu ihr hältst und das auch deutlich machst.
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22.04.2016, 23:36
AW: Meine Tochter schwindelt und 'beklaut' Familienmitglieder
Es gibt ja den Spruch: "Chaos am Platz bedeutet Chaos im Kopf".
Da ist, so meine Beobachtung, durchaus etwas Wahres dran.
Und "Chaos im Kopf" finde ich bei einer 15jährigen im Allgemeinen nicht so ungewöhnlich.
Ob man das Nehmen von Dingen, die anderen Familienmitgliedern gehören jetzt als "ausleihen und nicht zurück bringen" ansieht, was einfach mal nervt und stresst - und das auch noch unnötig - oder als "stehlen" ist wohl sowas wie eine Art "Einstellungssache".
Wenn Dein Partner und Du da so völlig unterschiedlich ticken ist der Ärger vorprogrammiert.
Zwei von drei Töchtern waren in etwa gleichem Alter ähnlich chaotisch, weshalb bei uns die strikte Regel galt, dass in den Kinderzimmern weder gegessen noch getrunken wurde. Ausnahme: Wasser. Da sammelten sich dann zwar leere Wasserflaschen an, aber immerhin kein "gammeliger Müll", der vermutlich irgendwann von kleinen Tieren fortgetragen wurde.
Zweite Bedingung war- das Chaos im Zimmer musste sich auf das Zimmer beschränken. Schwappte es in den Flur oder griff gar auf andere Räume über, gabs Ärger.
Das Angebot: "Wenn du mal gründlich aussortieren möchtest, helfe ich dir gern" hab ich oft gemacht, aber nicht mehr auf wöchentliches Aufräumen bestanden- wenn die o.g. Bedingungen eingehalten waren.
Meist baten die Mädchen ab und an selbst um Hilfe. Oder fingen elanvoll an aufzuräumen, ich bekam es mit, hörte das Gejammer und bot meine Hilfe an.
Bei beiden Chaotinnen hat sich das Problem irgendwie von selbst erledigt, als sie etwas älter wurden. Zu einem Zeitpunkt, als man auch so das Gefühl hatte, sie sind eher wieder "mit sich selbst im Reinen".
Hier bezog sich das "Ausleihen und nicht zurück bringen" eher auf Dinge wie Kosmetikartikel ( ich habe kein Problem, wenn eine Tochter meinen Lidschatten nutzt- ist ja genug drin- aber ich hasste es, wenn ich allmorgendlich meinen Krams "zusammen meckern musste". ) und da habe ich, als es mir reichte, den Spieß einfach umgedreht. Ich habe mir dann Sachen von ihnen geliehen und im Schlafzimmer liegenlassen. "Hab ich vergessen, tschuldige..."
Die Empörung war sehr groß, besonders als Tochter 3 mich mal mit ihren Schuhen an den Füßen antraf. Aber warum denn? Ihr nehmt doch auch immer meine Sachen.....
Das half dann.
Ab und an bleibt dann nochmal was im Zimmer liegen- aber das ist dann wirklich "vergessen".
Das Chaos in den Schulsachen kenne ich von Tochter 1, die war eine astreine "Mein Block ist meine Mappe" Schülerin. Ging auch bis Klasse 11 gut, ruinierte nur meine Nerven, denn ich predigte, meckerte, drohte....dann musste Tochter eine umfangreiche Hausarbeit über einen Zeitraum von mehreren Wochen erstellen und verlor in ihrem Chaos 3/4 der schon fertigen Seiten.
Weinend saß sie in den aufgehäuften Papierbergen, aber es half nichts- weg ist weg, sie musste am Wochenende quasi zwei Nachtschichten einlegen, um alles rechtzeitig fertig zu bekommen- und das half.
Danach hielt sie Ordnung, sortiere und heftete ab.
Manches regelt sich also durchaus von allein........
Wobei ich sagen muss- es gab keine "Besonderheiten" während der Teenagerzeit meiner Töchter, die Anlaß zur Sorge gaben, hinter ihrem Verhalten stecke mehr als normale Pubertätsschlamperei....


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