Ich kann dir ehrlich gesagt nicht sagen, was besser wäre, hinzugehen oder nicht hinzugehen. Beide Varianten sind in meinen Augen gerechtfertigt:
- dein Vater hat dich die letzten 8 Jahre mies behandelt und dir gezeigt, dass ihm an dir nicht viel liegt. Da kann er nicht erwarten, dass du zu seiner Hochzeit gehst. Insbesondere nicht, da es sich um die Hochzeit mit der Person handelt, die offenbar Ursache dafür ist, dass das Verhältnis zwischen euch so schlecht wurde. Er hat vor vielen Jahren entschieden, dass ihm seine neue Frau wichtiger ist als du. Also kann er nicht erwarten, dass du aufkreuzt, wenn er pfeift. Du würdest sich an der Hochzeit wahrscheinlich nicht wohl fühlen.
- anderseits, wie Promethea sagt: du könntest auch die Gelegenheit nutzen, um alte Freunde deiner Mutter und die Grosseltern väterlicherseits wiederzusehen - sofern du daran Interesse hast und dich mit ihnen gut verstehst. An einer grossen Hochzeit kannst du relativ gut in der Menge "verschwinden" und dir aussuchen, mit wem du dich unterhältst.
Aber unabhängig von dieser Entscheidung möchte noch einen Punkt betonen:
Du musst gar nichts!Ja, er meinte ich muss kommen. Da ich seine Tochter bin.
Du bist 18, also erwachsen. Du entscheidest selbst, was du tust und was nicht. Du musst das nicht einmal begründen. Der Grund "ich will das so" bzw "ich will das nicht" genügt völlig.
Wenn dein Vater daherkommt mit "du musst das tun, du bist meine Tochter", dann ist das emotionale Erpressung, auf die du nicht einsteigen solltest. Nochmals: du musst gar nichts! Du bist erwachsen. Niemand hat dir vorzuschreiben, was du tun oder zu lassen hast (abgesehen von den Gesetzen, natürlich ...), auch dein Vater nicht.
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Thema: Die Hochzeit meines Vaters
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07.03.2016, 14:46Inaktiver User
AW: Die Hochzeit meines Vaters
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07.03.2016, 15:20
AW: Die Hochzeit meines Vaters
Du bist 18 Jahre alt, volljährig und kannst dein Leben leben wie du es möchtest. Du kannst deine Entscheidungen treffen, wie du möchtest. Wenn dein Vater dich lange Jahre schlecht behandelt hat und du mit der neuen Frau und deren Tochter nur Probleme hast und sie dich des Lügens bezichtigen, würde ich da nicht hinfahren. Dein Vater hält seine Versprechen nicht ein und das alles würde ich ihm mit der Absage auch so erklären.
Die Familie deines Vaters wird von den Gerüchten wohl schon gehört haben und ich kann mir nicht vorstellen, dass sie dich mit offenen Armen empfangen. Ich würde mir diese Demütigung ersparen. Er könnte heiraten wen er wollte, ich wäre nicht dabei.
Freue dich über deinen Stiefvater.Und immer wenn wir lachen, stirbt irgendwo ein Problem.
Dornröschen hätte gar keinen Prinzen gebraucht, nur einen starken Kaffee
Friedvoll zu sein bedeutet, von Erwartungen frei zu sein und nichts von anderen zu wollen.
Wenn du jemand anderem vergibst, dann tust du dies deinetwegen, nicht weil der andere das verdient. (Doris Wolf, Psychotherapeutin)
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07.03.2016, 19:06
AW: Die Hochzeit meines Vaters
Ich kann nicht richtig heraus lesen, wie eigentlich überhaupt der Kontakt zu deinem Vater ist - telefoniert ihr, schreibt ihr euch, wie oft gibt es persönliche Treffen?
Sprecht ihr denn überhaupt mal alleine und offen miteinander?
Weiß er, was du denkst - dass du enttäuscht bist, weil er nicht mehr zu den Aufführungen kommt, weil er dir nicht das Autofahren beigebracht hat (ist er Fahrlehrer?)?
Unabhängig davon, dass du alleine entscheiden kannst, möchte ich auch zu bedenken geben - deine eigene Entwicklung (von 10 Jahre - Pubertät- 18 Jahre) hat schon so manche andere Familien eine Zeitlang mehr entfernt als auseinander gebracht. Bei dir kommt noch die Entfernung dazu und der unglückliche Umstand, dass du Freundin+Tochter deines Vaters nicht so sehr magst. Die beiden sind aber der Lebensmittelpunkt deines Vaters.
Was sagen denn deine Mutter und dein Stiefvater dazu, die könntest du doch auch mal nach ihrer Meinung fragen?
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07.03.2016, 20:26
AW: Die Hochzeit meines Vaters
Hallo,
vielen Dank an alle, die mir bis jetzt geschrieben haben.
Eigentlich hoffe ich noch, dass wir uns irgendwann mal wieder annähern.
Wir schreiben, telefonieren und ich fliege nach Deutschland. Früher, war ich im Monat ungefähr 2 Wochenenden in DE. Nun sehr unregelmäßig, da ich mich bei ihm nicht mehr wohl fühle.
Wenn er mich vom Flughafen oder Bahnhof abholt, werden wir miteinander, aber da geht es mehr um die Schule und was ich sonst noch gemacht habe.
Naja und "Zuhause" ist dann Sie da.
Ich habe ihm schon ein paar mal gesagt, dass ich es traurig finde, dass er nicht mehr zu meinen Aufführungen kommt. Er war immer sehr stolz auf mich, und ist gerne kommen. Er hat deswegen immer seine Termine verlegt oder 2 Tage Urlaub genommen.
Er wollte mir das Autofahren beibringen, wie er mir das Fahrrad fahren beigebracht hat. Nein, er ist kein Fahrlehrer.
Meine Großeltern scheinen noch neutral der Sache gegenüber zustehen. Sie fanden es schrecklich, dass er mich als Lügnerin dargestellt hat und den Vergleich mit meiner Mutter gebracht hat.
Die beiden sind der Meinung, dass ich auf mein Bauchgefühl hören soll. Meine Mama meinte, ich könnte es versuchen, aber ich muss mich dabei wohlfühlen. Aber mein Stiefvater ist eher der Meinung, dass ich nicht hinfliegen soll. Er ist ziemlich an die Decke gegangen, als sie den Vorschlag gemacht hat.
Das werde ich tun.
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07.03.2016, 23:01Inaktiver User
AW: Die Hochzeit meines Vaters
Ja, das kann ich mir gut vorstellen.
Klingt nicht unbedingt nach halbwegs konstruktiver Trennung, jedenfalls scheint er deiner Mutter gegenueber recht negative Gefuehle zu haben. Das bekommen die Kinder der Ex-Partner leider oft zu spueren; selbst bei aller Liebe, aber dein Daddy-o ist offenbar sehr ambivalent unterwegs. (Im Uebrigen ist sein Kommentar unter aller Kanone.)
Weil warum?
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07.03.2016, 23:22
AW: Die Hochzeit meines Vaters
Meine Mama hat sich von mehr oder weniger von heute auf morgen getrennt von ihm, da sie sich in meinem Stiefvater verliebt hatte und er in sie.
Ich musste das Wort Daddy-o gerade googlen. Im urban Dictionary stehen 5 Bedeutungen. Welche meinst du denn davon
?
Ich weiß nicht, ob ich hier verlinken darf, sonst würde ich es machen.
Ich hänge noch leicht an den ersten 10 Jahren fest. Das ist vielleicht ein Fehler."Just live well. Just Live" Jojo Moyes
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08.03.2016, 06:17Inaktiver User
AW: Die Hochzeit meines Vaters
Hallo just

Du bist mit nun 18 Jahren noch wirklich sehr jung- ich finde zu jung um nun mit einem Bruch zu Deinem Vater gut leben zu können.
Die Sehnsucht nach ihm begleitet Dich nun seit vielen Jahren und letztlich ist Dir vielleicht vor Augen, dass ein nicht- Erscheinen zur Hochzeit für Dich vermutlich Konsequenzen haben wird, die Du nur schwer ertragen kannst.
Die Umstände sind generell für Dich sehr traurig und man kann nur hoffen, dass Dein Vater eines Tages mit einem anderen Blick auf Dich schaut.
Ich bin sonst jemand, der immer sagt "hör auf Deinen Bauch"- aber das kann ich jetzt so nicht machen.
Dieses "muss" Deines Vaters zeigt, dass es ihm wichtig ist- auch, wenn das nun sehr unglücklich formuliert ist.
Fakt ist- Euer Verhältnis wird sich, wenn Du nicht hingehen solltest, ganz sicher verschlechtern.
Kannst Du damit dann leben?
Du vermisst ihn schon jetzt als Vater - dann wird noch mehr gehen........bei aller Liebe zu Deinem Stiefvater- ist Vater nunmal Vater.
Das Problem dabei ist, dass man sich ruckzuck schuldig fühlt- und die anderen werden auch genau in diese Kerbe reingehen.
Und wirst Du diesen Vorwurf in Dir entkräften können?
Mein Vorschlag:
Fahr hin und schau es Dir an.
Komme dem Wunsch Deines Vaters entgegen und lerne lieber in Dir Schutzmechanismen zu errichten!
Denke Dir einen Harry-Potter- Umhang, der Dich gegen blöde Sprüche schützt......stell Dir einen goldenen Regen vor, der die ganze Zeit über Dich rieselt und Du ebenso unantastbar bist.
Vielleicht fängst Du auch mal an übr die Psyche des Menschen nachzulesen und zu lernen, wie der Mensch "tickt".
Um damit dann Dich und die Welt ein wenig besser zu verstehen........letztlich Deinen Vater und Dich so von allem freier und freier zu machen.
Es wird vermutlich der Tag kommen an dem Du Dich wegdrehst und Deinen Weg ganz frei gehen kannst.
Mit 18 wäre das aber wirklich noch was früh......hier im Forum schreiben viele über 40 und sind nicht von den Eltern gelöst.........das ist wirklich ein langer Prozess und der geht durch Schmerz und Rückzug nicht besser.
DU musst damit leben- keine anderer- deshalb denke GUT nach, was Du tun wirst.
Und es gibt nur diese EINE Situation nun, die ganz sicher sehr entscheidend sein wird, wenn Du nicht hin gehen wirst.
alles Gute für Deinen Weg
kenzia
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08.03.2016, 06:17
AW: Die Hochzeit meines Vaters
ich rate dir, zu der hochzeit zu gehen.
du bis noch sehr jung und musst irgendwie die trennung deiner mutter ausbaden . .
dein stiefvater rät dir ab? warum? aus liebe zu dir? aus angst, nicht gut genug als stiefvater zu sein?
die "neue" deines vaters hat es auch nicht leicht, dass da eine tochter aus der ersten ehe da ist. bitte versteh das nicht falsch. es gibt hier im forum einen strang "der gebrauchte mann", der ist voll von konflikten gegenüber stefkindern.
ich lese gerade ein interessantes buch über generationenübergreifende familienstrukturen, das ich dir empfehlen möchte. titel: es bleibt in der familie.
ich bin mir sicher, das grösste geschenk für deinen vater und dich (!) ist es, wenn du zu der hochzeit gehst! und du hast nur einen vater, der seine kleine mit sicherheit sehr liebt. er hat es sich nicht ausgesucht, dass du ohne ihn aufwachsen musstest und er sehr sehr viel nähe zu dir nicht erleben durfte.
lg luciernago
LEBE LIEBER UNGEWÖHNLICH
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08.03.2016, 06:27Inaktiver User
AW: Die Hochzeit meines Vaters
Hallo!
Ich würde dir auch raten, hinzufliegen. Vielleicht kannst du die Reise mit irgendwas verbinden - alte Schulfreunde treffen oder so? Oder du hälst den Zeitraum bewusst sehr kurz. Vielleicht kann deine Mutter auch mitfliegen - natürlich würde sie nicht mit zur Hochzeit gehen, aber sie hat ja vielleicht auch noch Familie oder alte Freunde in Deutschland!?
Zu bedenken geben würde ich auch, dass die letzten 8 Jahre auch bei dir (zwischen 10 und 18) in eine nicht unproblematische Zeit fielen ... noch dazu hatte dein Vater vielleicht auch Probleme mit der neuen Familie!?
Will sagen - ohne irgendwas zu beschönigen, dass es vielleicht auch irgendwelche blöden Missverständniss, Empfindlichkeiten o.ä. gab!? Gerade "Kinder" in der Pubertät kriegen ja schnell mal was in den falschen Hals - ich kenne das von meinen Söhnen: da gab es Missverständnisse, die später geklärt wurden, und die ich unglaublich fand, weil mein Zusammenhang ein ganz anderer war als der, den meine Söhne verstanden.
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08.03.2016, 07:10
AW: Die Hochzeit meines Vaters
Ich war nicht bei der Hochzeit meines Vaters. Erstens, weil er meine Mutter damals ziemlich lange (2 Jahre oder so) angelogen hat und ihr verschwiegen hat, dass er eine Freundin nebenher hat. Dann auch einfach, weil ich mir schon denken konnte, was fuer eine Frau einen 40 Jahre aelteren Mann heiraten will. Und, sie war sogar noch juenger als ich.
Mein Vater hat sich in der Beziehung zu ihr total geaendert. Glaubte alles, was sie sagte, ob es gelogen oder Wahrheit war. Er behndelte mich auf einmal ganz anders und ich musste so auftansen, wie ihm es gefiehl: festliche Kleidung, nur Kleider, keine Hosen, kein Schwarz. Ich kam mir vor wie in einer seltsamen Sekte.
Also wusste ich schon bei der Hochzeit schon, wie der Hase laeuft. Und, da muss ich mich ja nicht mehr Stress aussetzen.


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