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  1. Registriert seit
    18.06.2004
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    Stirnrunzeln Zerfällt die Familie?

    Bisher war für mich (31) immer Weihnachten verbunden mit Familie, Weihnachtsbaum, zusammen kochen, zusammen essen, reden, den Abend genießen … – und das obligatorische bisschen Streit zwischendurch, weil man plötzlich wieder zu viert (oder mehr) zusammenhängt und so hohe Erwartungen an den Abend hat.

    So war es für dieses Jahr auch geplant, mein Bruder (29) gestern verkündete, dass er beschlossen hat, dieses Jahr nicht „nach hause“ zu kommen, auf keinen Fall seine neue Heimat Berlin verlassen wird und möchte, dass wir in seiner kleinen Studentenbude feiern und ihn Berlin etwas unternehmen – aber ja nicht konventionell, weil er das albern findet…Das alles in einer Absolutheit, dass es keinen Spaß macht.. Tja ….

    Ich habe versuch, ihn zu verstehen und nachzuvollziehen, was er sich denn so unter dem Abend vorstellt. Meine Mama versteht ihn anscheinend etwas, kann meinem Papa und mir aber auch nicht rüberbringen, was eine räumliche Verlagerung in seine Wohnung und der Abend an sich bringen soll.
    Mein Papa versteht meinen Bruder auch nicht, versucht aber irgendwie alle unter einen Hut zu bringen und zu vermitteln und zugleich weiß ich, dass er derjenige sein wird, der sich am meisten zurücknimmt und zugleich am meisten enttäuscht sein wird, wenn das ganze im Supergau endet.
    Mein Bruder ist seit einem Jahr extrem kompliziert, mehrere Monate hatten wir beide auch gar keinen Kontakt, das hat sich so langsam eingerenkt. Trotzdem versucht er ständig uns alle und die Welt zu verbessern, hält moralische Reden und holt jetzt mit knapp 30 endlich seine Pubertät nach – verbunden mit dem Spagat, sich von zuhause zu trennen und doch die Nähe zu suchen. Zudem hat er sich im Sommer von seiner Freundin getrennt und hätte sie am liebsten auch noch dabei.

    Tja, jetzt steht nun mal Weihnachten vor der Tür. Auch ich bin mit meinen Freunden, die für Weihnachten einmal im Jahr in die Heimat kommen, verabredet und dränge nicht wirklich darauf, das sausen zu lassen, mich vollkommen dem launischen Diktat meines Bruders zu unterwerfen und zu ihm zu fahren – da kommt er ja früh drauf …

    Vor über einem Monat habe ich die ganze Familie gefragt, ob es bei Weihnachten zu hause bleibt und alle da sind, jetzt plötzlich soll alles nach seiner Pfeife tanzen … Hätte ich das gewusst … ich hätte auch mit meinem Freund zu dessen Familie fahren können, kann ich noch immer, aber ich habe noch nie ohne meine Familie gefeiert und hab auch keine Lust, dass sich die Familie so auflöst, denn anscheinend kommen jetzt plötzlich auch meine Eltern nicht mehr auf einen Nenner, nachdem die traditionelle Art zu feiern in Frage gestellt wird. Ich hätte keine Lust auf Weihnachten bei meinem Freund, wenn auch noch meine Eltern getrennt „feiern“ würden. Was soll ich bloß tun?!??!

    Sonne


  2. Registriert seit
    26.04.2004
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    2.943

    AW: Zerfällt die Familie?

    Dein Bruder ist erwachsen. Warum feiert ihr nicht zu dritt Weihnachten zuhause und besucht ihn irgendwann mal in Berlin?
    Tapferkeit stärkt, Eigensinn macht Spaß und Geduld gibt Ruhe

  3. Avatar von blaueshaus
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    389

    AW: Zerfällt die Familie?

    Hallo Sonne,
    ich glaube auch, dass es ein ganz normaler Vorgang ist, wenn man irgendwann nicht mehr "zu Hause" Weihnachten verbringen will. Ich finde es ehrlich gesagt sehr erstaunlich, dass dieses Thema erst jetzt bei Euch auftaucht. Ich selber hatte schon mit Anfang 20 den Wunsch, aus dieser Kinder-Rolle auszubrechen.
    Es sind eben nicht mehr Mutter-Vater-und-zwei-Kinder, um die es da geht, sondern vier Erwachsene...
    Ich verstehe auch nicht, warum Du und Dein Freund offenbar immer noch getrennt, jeder bei "seiner Familie" Weihnachten feiern wird. Offenbar scheidet die Idee ja wohl aus, dass das auch mal anders sein könnte.
    Da kann ich Deinen Bruder sogar verstehen.
    Trotzdem schönes Fest!
    Gruß blaueshaus

  4. Avatar von Madame_Mim
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    75

    AW: Zerfällt die Familie?

    Ich bin 39 und liebe es noch immer, Weihnachten mit meinen Eltern zu feiern. Wir haben eine große Familie und treffen uns dann auch immer noch am 1. Feiertag. Es ist seit Jahren immer mal wieder so, dass der eine oder andere dann doch mal was anderes machen will. Auch ich wollte mal Heiligabend ohne meine Eltern feiern, vor vielen Jahren. Aber wir finden uns immer wieder zusammen, weil wir eine Familie sind und zusammen halten.
    Seh es gelassen, liebe Sonne. Mach Weihnachten das, was du am liebsten tun willst und in den folgenden Jahren, wird sich die Familie dann wieder zusammen finden.
    Glaube mir, wenn dann irgendwann du deine Kinder hast, dein Bruder vielleicht auch, wird es wieder ganz familiär werden.
    Gönn deinem Bruder sein ausbrechen.
    Dann findet er auch wieder zurück.

  5. Inaktiver User

    AW: Zerfällt die Familie?

    hm, also moment mal, du schimpfst den bruder als schwierig, weil er doch letztendlich ehrlich sagt, daß ihm der ewig gleich ablaufende konventionelle weihnachtsquark schlicht auf den geist geht und er alleine derjenige ist, welcher mal was anderes versuchen möchte.
    ich kann jetzt nur von mir ausgehen, aber ich finde es ehrlich gesagt zum ko***, wenn ich nach langen jahrzehnten immer noch weihnachten so feiern soll wie zu kindertagen!
    meine ursprungsfamilie ist auch so festgefahren, ergo findet deren weihnachten OHNE mich statt.
    ich, meine eigene familie plus freunde, die ich quasi als familienmitglieder sehe, wir gehen am heilgabend aus, genießen einen gemeinsamen vorstellungsabend und ein schönes essen, aber ohne diesen oft verlogenen und emotional total überladenen weihnachtsschmus.
    dieses jahr sind wir so viele, daß ich einen raum gemietet hab.

    wieso ist es bloß so schwer mal was anders zu machen.....
    dein bruder möchte die welt verändern, ist nicht festgefahren und flexibel....ich finde das gut !
    gruß von nemesis/dunkle-mondin.de

  6. Inaktiver User

    AW: Zerfällt die Familie?

    Eine Familie löst sich nicht auf, wenn man Weihnachten mal nicht zusammen feiert


    Das kann ich aus eigener jahrelanger Erfahrung bestätigen und möchte damit deine Bedenken zerstreuen, Sonne. Ich habe auch schon früh aufgehört, das automatische "Driving home for chrismas" zu praktizieren.

    "Familie" heißt doch nicht, dass man zu vorgegebenen Terminen aufeinander hockt, auch wenn man gar nicht will. Akzeptiert doch einfach, dass dein Bruder etwas anders machen will, brecht nicht in Panik aus und sortiert ihn nicht gleich unter "schwierig" ein, wenn er den Traditionen nicht mehr folgen will, was ich gut verstehen kann. Du wirst auch irgendwann den Absprung machen, und dann gibt es eben neue Formen des Familienzusammenhalts.

    Frohes Fest, mit wem auch immer

    Apfeltasche

  7. Avatar von Welli24
    Registriert seit
    08.11.2004
    Beiträge
    334

    AW: Zerfällt die Familie?

    Also, ich finde es übertrieben zu befürchten, die Familie könnte
    zerfallen, bloß weil man mal ein Weihnachten nicht zusammen feiert.

    Wer weiß, vielleicht stellt man sogar fest, daß diese Version
    gar nicht so schlecht ist?

    Liebe Grüße,
    Welli

    "Das Denken der Frauen wird durch Logik nicht behindert" (Caveman)

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