Ich bin heute ziemlich durch den Wind und würde mich sehr über etwas Zuspruch, gerade auch von den älteren, erfahrenen Müttern freuen...
Meine Kinder sind fast schon erwachsen, mein Sohn wird nächsten Monat 20, studiert und wohnt seit einem Jahr nicht mehr zuhause. Auch wenn die eigene Wohnung nur wenige Minuten von hier entfernt ist, ist der Auszug doch ein ganz schöner Einschnitt gewesen. Das "Kind" ist selbständig, geht eigene Wege und wir sind noch mehr "Freunde" geworden und ich nicht mehr diejenige, die ihm sagt, was er tun und lassen soll. Auch wenn sich das meistens sehr gut anfühlt und ich unsere Beziehung sehr genieße, habe ich manchmal einen Anflug von Zweifel... ist es nicht zu früh, mein Kind aus der mütterlichen Obhut zu entlassen? Manche in unserem Bekanntenkreis schauen mich da mit sehr großen Augen an.
Meine Töchter sind 17, Zwillinge, die momentan eine sehr schwierige Phase erleben, sie waren ein Jahr getrennt im Ausland, seit der Rückkehr gab es ständig Streit, so dass die eine kürzlich zum Vater gezogen ist. Auch wenn mich diese Zickereien wahnsinnig genervt haben, liebe ich die beiden sehr, finde, dass sie insgesamt "gut gelungen" und sehr verantwortungsvoll sind. Was mich immer wieder erfreut - trotz der Zwillingsdramen - ist der enge Zusammenhalt meiner Kinder. Sie stehen füreinander ein, helfen sich gegenseitig und unternehmen auch oft was miteinander. Schon als sie klein waren, hatte ich ein ruhigeres Gefühl, sie gemeinsam ziehen zu lassen. Und sie wollen immer weiter weg... heute morgen sind die drei mit zwei Freunden weggefahren, um die Silvestertage in einer Großstadt zu verbringen.
Und ich hocke hier nach einer schlaflosen Nacht, einem ähnlich besorgten Tag (bis zum Nachmittag, als sie angerufen haben und erzählt haben, dass sie angekommen sind) und fühle mich wie ein Häufchen Elend und denke mit Entsetzen, ich bin genauso wie meine Mutter! Ich weiß gerade nicht, ob ich vor Erleichterung und Sorge heulen soll, oder ob ich mir noch mehr Sorgen machen soll, dass ich mich so fühle...
Ich gehe mal davon aus, dass die meisten Eltern sich "Sorgen" machen um ihre Kinder, in unterschiedlich starker Form, dass sie Ängste haben und hoffen, dass alles gut geht. Ich selber bin das Kind einer überängstlichen Mutter, die uns vor allen möglichen Gefahren beschützen wollte, was dazu führte, dass wir, meine Geschwister und ich, so gut wie gar nichts durften. Ich habe mich dadurch wahnsinnig eingeschränkt gefühlt und mir vorgenommen, das ganz anders zu machen. Das heißt nicht, dass ich leichtsinnig und sorglos gewesen wäre, aber ich habe die Risiken rational abgewogen und dann versucht, meinen Kindern nicht durch meine Ängstlichkeit im Weg zu stehen (nur als Beispiel, ich selber bin eher wasserscheu, wir wohnen an einem See, wo man die Kinder kaum davon fernhalten kann, also habe ich dafür gesorgt, dass sie gut schwimmen lernen und das als sie klein waren oft genug mit ihnen im Schwimmbad geübt. Und als meine Tochter dann mit 5 Jahren meinte, unbedingt vom 5-Meter-Brett springen zu müssen, habe ich sie mit dem Vater und Freunden, die selbst Wasserratten waren, auch machen lassen). Als meine Töchter letztes Jahr ins Ausland geflogen sind, habe ich auch einiges an Sorgen ausgestanden, war aber auch immer wieder sicher, dass sie die Herausforderungen bewältigen können und natürlich dementsprechend stolz, als sie wiederkamen.
Aber heute kam die alte, überängstliche Glucke mit solcher Wucht in mir durch, dass ich total durcheinander bin. Ich hatte verdammt Angst um die drei! Die Wetterverhältnisse waren eher bescheiden, es ist ein ziemlich langer Weg und mein Sohn der einzige, der genügend Fahrpraxis hat. Ich WEIß, dass er ein sehr umsichtiger Fahrer ist - und trotzdem! Ein Teil von mir hätte gestern Abend am liebsten gesagt, "bleibt daheim". Und dieser Teil macht mir Sorgen... ich weiß, dass es "normale" Ängste sind, in meinem Fall vielleicht noch etwas särker ausgeprägt durch die Erfahrungen aus der eigenen Kindheit. Aber ich hatte gedacht, das lässt mit der Zeit nach? Dass man sich daran gewöhnt, dass die Kinder älter werden, ihre eigenen Wege gehen, nicht mehr von einem "beschützt" werden können... und nun fühle ich mich von der (überraschenden, da in der Heftigkeit nicht erwarteten) Emotionalen Wucht und auch Hilflosigkeit total durcheinandergewirbelt.
Mütter, sagt mir, dass das besser wird![]()
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 20
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29.12.2014, 17:36Inaktiver User
Hilfe, ich werde wie meine Mutter!?
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29.12.2014, 17:41Inaktiver User
AW: Hilfe, ich werde wie meine Mutter!?
ich weiss nicht wie bei euch genau die witterungsverhältnisse sind- wenn ich hier aus dem fenster gucke- das reicht mir.
da muss ich mir keine gedanken machen ob ich eine glucke bin oder nicht- die witterung ist schlichtweg bescheiden.
in den nachrichten kommt: erfahrene brummifahrer stehen quer auf den strassen. und nicht nur die eigene fahrpraxis zählt- auch die nicht oder weniger vorhandene vorrausschauende fahrweise der andern menschen auf der strasse zählt da auch mit rein.
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29.12.2014, 18:14
AW: Hilfe, ich werde wie meine Mutter!?
Liebe daisymiller,
mir geht es genauso
Heute......ich hatte heut glatt vergessen, dass das Kind
mit Freunden über Silvester in eine weiter entfernte Großstadt will.
Immerhin mit dem Zug (war die Ansage)
Bekomm ich also per Whatsapp "von unterwegs liebe Grüße auf dem Weg nach ....)
Mit Foto von ihm am Steuer eines mir unbekannten A U T O S
Immerhin hat nicht ER das Foto gemacht, bzw die Nachricht geschrieben
Nun warte ich auf die Ankunft
Verständnisvolle Grüße von
twix, Kind einer übervorsichtigen Mutter, die mir NIE "viel Spaß" wünschte, sondern nur aufzählte, ewas alles passieren kann (nie passiert ist)Es wird Zeit für eine neue Signatur
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29.12.2014, 18:34Inaktiver User
AW: Hilfe, ich werde wie meine Mutter!?
Bei uns dürfte es ähnlich gewesen sein... letzte Nacht stellenweise -20° und glatte, teilweise verschneite Straßen. Als sie das vor 6 Wochen gebucht haben, sah es nicht wirklich nach Winterwetter aus.
Ich selber wäre wahrscheinlich erst später gefahren. Aber Ex und Vater der Kinder sah das alles nicht so tragisch...
Und da werde ich immer wieder unsicher, ob meine Sorge nicht "übertrieben" ist.
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29.12.2014, 18:38
AW: Hilfe, ich werde wie meine Mutter!?
Ex und Vater der Kinder sehn sowas nie so eng
Es wird Zeit für eine neue Signatur
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29.12.2014, 18:42Inaktiver User
AW: Hilfe, ich werde wie meine Mutter!?
womöglich sogar in die selbe ;-). Hab momentan das Gefühl, dass dieses Jahr fast "jeder" dort Silvester feiern will
und, hast du schon was gehört? Drück dir die Daumen, dass das "Kind" gut angekommen ist, ich weiß zu gut, wie es dir geht...
genau so war es bei mir auch! Und daher möchte ich meinen Kindern auch den einen oder anderen Spaß gönnen
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29.12.2014, 18:51
AW: Hilfe, ich werde wie meine Mutter!?
Grad sind sie angekommen!
Sehr viel Schnee - Unterwegs war nur in NRW nicht gestreut
Es wird Zeit für eine neue Signatur
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29.12.2014, 18:52
AW: Hilfe, ich werde wie meine Mutter!?
Ich finde, bei besch.....Wetterverhältnissen darf man als Mutter besorgt sein
Es wird Zeit für eine neue Signatur
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29.12.2014, 18:55
AW: Hilfe, ich werde wie meine Mutter!?
Zum Glück leben wir ganzjährig in dieser vom Winter eingenommenen Großstadt.
Meine Mutter - und das sehe ich erst jetzt mit flügge werdenden Töchtern- war eine coole Socke gegen mich.
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29.12.2014, 19:01Inaktiver User
AW: Hilfe, ich werde wie meine Mutter!?
das schöne an erwachsenen kindern, erwachsen werdenden kindern ist ja- sie dürfen auch für sich selbst entscheiden ob sie die fürsorge annehmen.
heute, mit mitte fünfzig, sehe ich das leben anders als mit knapp zwanzig. eben weil sich in meinem leben auch viel ereignet hat.
wer keine angst hat- hat auch keine phantasie und keine erfahrungen. meine meinung dazu.
übertrieben-------------- wer bewertet das? hat für mich einen abwertenden klang. ich muss mich und meine fürsorge nicht kleinreden.


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