Wenn es die große Liebe tatsächlich ist. Und da liegt der Hase im Pfeffer, denn mit 20 wissen die wenigsten, ob es tatsächlich die große Liebe ist oder nicht doch nur ein Strohfeuer.
Zweitens nimmt kein Elternteil einfach so den Kindern die Familie. Er will so nicht mehr weitermachen in dieser Familie. Wenn es trotz Gesprächen keine Veränderungen zum Positiven gibt, geht ein Teil, bevor er kaputt geht. Das ist konsequent und richtig.
Woran Familien scheitern:
an unterschiedlichen Vorstellungen über Familienleben, Finanzen, Lebenseinstellungen
an Schicksalsschlägen wie Krankheiten, Unfällen, Tod
an Betrug, Heimlichkeiten, Täuschungen
an unterschiedlichen Erwartungen und nicht ausgesprochenen Wünschen
Antworten
Ergebnis 21 bis 30 von 85
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30.11.2014, 07:48
AW: Warum gehen so viele Familien kaputt ?
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30.11.2014, 08:00
AW: Warum gehen so viele Familien kaputt ?
Ich habe überhaupt nicht verklärend den Blick auf "früher" gerichtet. Es ist lediglich eine Erklärung für dieses "Phänomen".
Und ansonsten ist es trotz aller gesellschaftlichen Symptome eine völlig individuelle Geschichte, die dahinter steht.
Die Liebe meines Mannes für mich hat wohl nicht gereicht. Meine hätte das schon getan. Ich hatte in der Ehe nicht mit Unterdrückung und Benachteiligung zu tun. Mein Leben ist durch die Trennung wesentlich anstrengender geworden, mit der Zeit bin ich jedoch auch "angekommen" und mir geht es recht gut.
Für meine Kinder ist es unbestritten besser, ohne Streitereien im täglichen Leben aufzuwachsen, dennoch fehlt der Vater im Alltag einfach. Obwohl er sich regelmäßig kümmert.
Und ein Leben als Alleinerziehende birgt viele Fallen und Tücken.
Meine Meinung.
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30.11.2014, 08:17Inaktiver User
AW: Warum gehen so viele Familien kaputt ?
Welche denn?
Ich kann der Aufzählung noch hinzufügen: An völlig unterschiedlichen/unvereinbaren Charakteren.
Es ist ja auch nicht so, dass jede Beziehung im Laufe der Zeit scheitert. Manche haben von Anfang an nicht gepasst. Aber nicht jeder hat (vor allem in jungen Jahren) die Reife, das frühzeitig zu erkennen und entsprechend zu reagieren.
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30.11.2014, 08:27Inaktiver User
AW: Warum gehen so viele Familien kaputt ?
Woran misst man das denn?
"Gescheierte Ehen, kaputte Familien" ... an der offiziellen Scheidungsrate, an getrennten Wohnungen???
Wie hoch ist die Dunkelziffer??? Paare, Familien, die noch zusammenleben - aber trotzdem miteinander gescheitert und kaputt sind?
Und was heißt "durchhalten"? Zu welchem Preis? Mit welchem Ziel? Mit welchem Ergebnis? Was ist da wünschenswert? Das Durchhalten um des Durchhalten willens ... um des Aufrechterhaltens ... um die Hoffnung auf bessere Zeiten???
Alles schwammig irgendwie.
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30.11.2014, 08:32
AW: Warum gehen so viele Familien kaputt ?
ich hab auch noch was zur Aufzählung beizusteuern: die Lebensumstände bleiben heute einfach nicht mehr so stabil wie in früheren Generationen. Die Mobilitäts- und Flexibilitätsanforderungen sind heute ganz andere. Von der Lehre bis zur Rente in einem Betrieb zu bleiben, wie früher so mancher Familienvater und Haupternährer, das gibts kaum noch.
Heute müssen sich zwei Personen immer wieder finden, die in ganz oft unsicheren, und auch schlecht bezahlten Arbeitsverhältnissen stecken. Lange Fahrtwege oder gar Zweitwohnsitze werden erwartet die Umzüge sind häufiger usw. D.h. Menschen verändern mehrmals im Leben ihr Umfeld und ihre Lebensprioritäten. Und das kann nicht immer parallel bei beiden gleich ablaufen. Viel Dynamit.
Grüße
A.
Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.
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30.11.2014, 08:48
AW: Warum gehen so viele Familien kaputt ?

Ich bin auf einem Dorf aufgewachsen. Da wurde in den Familien noch geschlagen, meist "nur" die Kinder, manchmal aber auchd die Frauen. Das war normal. Die meisten Frauen waren nicht berufstätig. Und sie hatten, vermutlich aufgrund dieser Umtände, eine andere Leidensfähigkeit als wir heute. Geschiedene Frauen waren nichts anständiges bzw. man sprach nicht drüber.
Aber ja, diese Menschen blieben ein Leben lang zusammen. Warum das jetzt besser sein soll als unsere heutigen Scheidungsraten erschließt sich mir nicht. Ich bin auch geschieden (allerdings kein gemeinsames Kind), aber wir haben eigentlich nur die Ebene gewechselt. Befreundet sind wir immer noch. Mein Ja vor dem Standesamt galt dem Menschen. Wir haben uns aber nie versprochen, dass wir dieses Ja in Form einer Liebesbeziehung aufrecht erhalten können.
In meinem Umfeld haben sich eigentlich so ziemlich alle, die sich getrennt haben, dies einigermaßen im Einvernehmen hingekriegt und Lösungen für die Kinder gesucht und gefunden. Natürlich nicht ohne Wunden und ohne schwierige Zeiten. Aber leichtfertig war da niemand und sie alle haben sich auch mal geliebt und miteinander um ihre Beziehungen gekämpft. Es gibt eben auch sehr viele äußere Einflüsse, die gegen eine Beziehung gehen. Die langjährig Gebundenen, die hier schreiben, haben vielleicht auch nicht nur ihre Liebe gehabt, sondern auch Glück.
Am Scheitern meiner Ehe war die schwierige wirtschaftliche Situation übrigens nicht gerade unbeteiligt. Das hat uns aufgefressen. Klar werden jetzt viele sagen, dann war die Liebe nicht groß genug. Aber da kommt mir dann nur der Indianerspruch mit den Mokasins anderer Leute in den Sinn...Grüße
A.
Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.
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30.11.2014, 09:00Inaktiver User
AW: Warum gehen so viele Familien kaputt ?
@Amelie ... das kann ich alles voll so unterschreiben.
Ich bin auch geschieden ... und wir haben versucht, alles freundlich und sachlich zu regeln: nicht nur wegen der Kinder, sondern weil auch wir uns glücklicherweise noch Respekt und Freundschaft bewahrt haben.
Klar hatten die Kinder irgendwann mal, wie alle, Probleme ... Pubertät usw. ... da hieß es dann gern mal vom Umfeld, so sinngemäß ... "jaja, die armen Scheidungswaisen!!" ... das hat mich immer wütend gemacht: ich denke, für Kinder ist es besser, in einer fairen, freundschaftlichen, getrennten Familie aufzuwachsen - als in einer gemeinsamen Familie mit Streit und allem, was sich im Laufe der Zeit daraus entwickelt.
Wir haben es nicht so weit kommen lassen. Wir haben uns getrennt, als wir uns bewusst waren, dass es das Richtige war. Nicht zuletzt wollten wir das auch den Kindern vorleben: kein verlogenes Zusammenbleiben, nur um der äußern "Harmonie" wegen ... ehrlich sein, zu sich und zu anderen ... und Konsequenzen ziehen.
Bis heute, trotz vieler Probleme, denke ich immer noch, dass es so richtig war.
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30.11.2014, 09:23
AW: Warum gehen so viele Familien kaputt ?
Ich war noch keine 10, als ich das erste mal in meinem Leben Selbstmordgedanken hatte. Und ich kam aus einem guten bzw stinknormalen Elternhaus mit intakter Ehe und so. Und meine Eltern sind auch heute noch zusammen, so wie "sich das gehört".
Aber es gab eben immer diese latente Gewaltbereitschaft eines despotischen Vaters und die latente depressive Grundstimmung der Mutter. Es war die Athmosphäre dieser achso intakten Welt, nicht nur innerhalb des eigenen Häuschens, die mir das Reinfinden ins Leben so schwer machte. Viele meiner AltersgenossInnen, die ebenfalls aus intakten Familien kommen, mussten sich sehr verbiegen und der Schaden wurde dann erst im Laufe des Erwachsenenlebens sichtbar. Dass Menschen aus Scheidungsfamilien mehr Schaden erleiden als die aus intakten Familien, das halte ich für viel zu pauschal gesagt. Es geht immer um die Qualität, also darum, WIE man miteinander umgeht. Und da läuft mancher Scheidungsprozess vll respektvoller ab als manche intakte Ehe.
Meine Mutter war früher der Meinung, dass Leute, die sich scheiden lassen, aus nicht intakten Elternhäusern stammen. Inzwischen sind alle ihre Kinder geschieden. Dabei hat sie doch alles, aus der Sicht ihrer Generation gesehen, richtig gemacht. Sie hält sich an ihr Eheversprechen (und hatte deshalb an unseren Scheidungen ziemlich zu knappsen). Und ein Pfarrer, an den sie sich bei der ersten Scheidung, die bei uns vorkam, zu einem persönlichen Gespräch wendete, bestärkte sie in ihrem Glauben mit den Worten "manche Saat geht eben nicht auf". (was mich wiederum in meinem Entschluss zum Kirchenaustritt bestärkte). Meine Mutter hat auch nichts falsch gemacht. Aber ihre Aufopferung für die Familie hat eben auch nichts gerettet.
Ich finde es generell schlimm, was wir an Kriegen in Familien und Beziehungen haben, aber diese Kriege dürften sich auf Geschiedene und nicht Geschiedene gleichermaßen verteilen. So gesehen ist die Scheidungsrate vielleicht sogar noch zu niedrig
Grüße
A.
Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.
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30.11.2014, 11:18Inaktiver User
AW: Warum gehen so viele Familien kaputt ?
Ich denke, die Gründe sind multifaktoriell sowohl früher als auch heute. Der Umgang damit mag in einigen Fällen ein anderer geworden sein, es wurden neue Modelle ausprobiert, als einfach alles bis zum Tode auszusitzen.
Aber ich weiss heute noch von genügend Frauen, die sich nicht scheiden lassen, wegen eines Hauses irgendwo, wegen der Kinder, etc pp.
Auf jeden Fall spielt wohl die wirtschaftliche Unabängigkeit der Frauen eine grosse Rolle bei der ganzen Dynamik, sie können gehen wenn es ihnen endgültig reicht.
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30.11.2014, 11:23
AW: Warum gehen so viele Familien kaputt ?
ja zum Glück ist es so, und dass die Frauen im letzten Jahrhundert sich das erkämpft haben kommt ja auch nicht von ungefähr. Da war auch Leidensdruck dahinter.
Außerdem sollte man nicht so naiv sein zu glauben, dass Kinder, die von einer Scheidung Schäden davon tragen, nicht so sensibel wären, dass sie eine unglückliche Beziehung nicht spüren und darunter leiden. Soviel noch dazu, dass es gut und richtig wäre, um jeden Preis der Kinder wegen zusammen zu bleiben.Grüße
A.
Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.



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