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    Kritik/Erwartungshaltung von erwachsenen Kindern

    Wer von Euch kennt folgende Situation:
    Die erwachsenen Kinder stellen Ansprüche an mich, denen ich als Mutter nicht mehr tel/quel nachkommen mag...Wie geht Ihr damit um?

    Eine solchgeartete Situation hat sich zu einem massiven Konflikt aufgebaut.

    Meine persönliche Siuation: 3 erwachsene Kinder, Tochter 33jähirg, 2 Söhne 29 und 26jährig, alle Drei sind beruflich und persönlich gut unterwegs. Ich bin seit 10 Jahren geschieden, habe eine gute Arbeit mit genügend Einkommen. Die erwachsenen Kindern habe zu ihrem Vater und mir einen guten regelmässigen Kontakt, alle sind mit 20 jährig ausgezogen, seither wohnen sie selbständig.

    Uns als Eltern war es stets wichtig, alle Drei in etwa gleich zu behandeln, auch bezüglich finanzieller Unterstützung. Wir haben dies auch immer wieder betont, leider. Dies führte zu folgendem Konflikt:
    Die Tochter fragte uns vor Jahren an, ob wir eine Weiterbildung mitunterstützen würden, Kostenpunkt für uns ca. Euro 20'000.-- (Lebenshaltekosten, da Vollzeitausbildung). Wir fanden dies für sie sehr sinnvoll und sagten zu und unterstützten sie auch mit diesem Betrag. Der jüngste Sohn nun hat sich für die selbe Weiterbildung angemeldet, ohne nachzufragen, ob wir ihn auch finanziell unterstützen würden. Er ging selbstverständlich davon aus, dass wir dies tun würden - unseren verbalen diesbezüglichen Äusserungen gemäss. Selber Schuld, gumsle, so spielt das Leben.

    Seine Siuation ist jedoch finanziell anders, er kann die Weiterbildung berufsbegleitend absolvieren, verdient meiner Einschätzung nach genügend Geld, Euro 4'000.-- im Monat, um die Weiterbildung selber finanzieren zu können. Darüber konnte ich nun mit meinem Sohnemann nicht sachlich sprechen. Sofort ging er in Angriffe gegen mich über - die Tochter versuchte sich als "Vermittlerin", ich empfand ihre Einmischung als kontraprodukitiv. Der mittlere Sohn hält sich vollständig aus der Sache heraus, nimmt für niemanden Partei.

    Habe ich meine Kinder zu verwöhnten Gören erzogen? Schlimm für mich ist, dass wir nicht die Situation sachlich betrachten können - sondern dass mein Jüngster nun auf der Schiene fährt: "Die Mutter ist ungerecht, gemein, mir würde dieses Geld zustehen" (nicht für die Ausbildung benötigt er dies, sondern damit er sich weiterhin seinen luxeriösen Lebenswandel leisten kann, was er selbstverständlich findet).

    Da der Vater beruflich in einer schwierigen Situation steckt ist er froh, ein weiteres Mal, dass ich die Kohlen aus dem Feuer hole. Er hat dem Sohn auch bereits mitgeteilt, dass er seine Ansprüche überhöht findet.

    Mir geht es nicht um die finanzielle Frage, die ist klar: Er hat keinen Anspruch auf Unterstützung von uns grundsätzlich, da er die Erstausbildung vor Jahren beendet hat und diese Weiterbildung selber mit seinem Monatseinkommen finanzieren kann.

    Seine Anspruchshaltung mir gegenüber setzt mich jedoch so stark unter Druck, dass ich dies so nicht stehen lassen kann. Wie kann ich mich von dieser Anspruchshaltung gut abgrenzen?

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    AW: Kritik/Erwartungshaltung von erwachsenen Kindern

    Ich verstehe schon die Kinder, dass sie alle gleich viel vom Kuchen abbekommen wollen- Geld wird halt auch oft mit Liebe gleichgesetzt.
    Ich würde klar kommunizieren, dass das jetzt auf Grund der Situation des Vaters nicht möglich ist oder Ihr das Geld für was anderes braucht , aber das Ihr das sozusagen als vorgezogenen Erbteil der Tochter behandelt - wenn Ihr das dann Euch auch so vorstellen könnt.

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    AW: Kritik/Erwartungshaltung von erwachsenen Kindern

    Im Prinzip kann ich deinen Sohn verstehen. Wenn du alle Kinder gleich behandeln willst, musst du auch das Geld zu gleichen Teilen verschenken.
    Zitat Zitat von taggecko Beitrag anzeigen
    Ich würde klar kommunizieren, dass das jetzt auf Grund der Situation des Vaters nicht möglich ist oder Ihr das Geld für was anderes braucht , aber das Ihr das sozusagen als vorgezogenen Erbteil der Tochter behandelt - wenn Ihr das dann Euch auch so vorstellen könnt.
    Unter der Voraussetzung, dass du wirklich alle Kinder finanziell gleich behandeln willst, würde ich auch den von taggecko vorgeschlagenen Weg gehen. Deine Tochter bekommt das Geld jetzt und der Betrag wird später als vorgezogenes Erbe behandelt.
    "Es ist oft produktiver, einen Tag lang über sein Geld nachzudenken, als einen Monat für Geld zu arbeiten.”
    (John D. Rockefeller)

  4. Inaktiver User

    AW: Kritik/Erwartungshaltung von erwachsenen Kindern

    Schwierige Situation, Kinder haben meist ein ausgeprägtes "Gerechtigkeitsempfinden", und am Geld lässt sich dies am "objektivsten" messen.

    Es gibt unterschiedliche Vorgehensweisen von Eltern: manche sagen, Kinder werden nach "Bedürftigkeit" unterstützt, wobei dann die, die ihr Leben in die Hand nehmen, schlecht wegkommen, da sie mit "du schaffst das schon" abgespeist werden, andere, die nicht so recht in die Puschen kommen, auf Unterstützung hoffen können. Ist jetzt mal ganz pauschal gesprochen, so einfach ist es ja meist nicht in der Realität.

    gumsle,

    das ist "dumm" gelaufen, wenn ihr ausdrücklich eure Kinder finanziell gleich behandeln wollt. Darauf berufen sie sich halt jetzt.

    Ich finde die Idee mit dem vorgezogenen Erbteil garnicht schlecht. Wobei dann immer noch das eine Kind schon jetzt etwas vom Erbe hat, das andere warten muss bis zu deinem Tod....

    Grundsätzlich würde ich mich nie und nimmer verbindlich auf irgendwelche Unterstützung erwachsener Kinder, die einen Beruf haben, einlassen. Wenn eine Berufsausbildung ermöglicht wurde, muss es irgendwann auch mal gut sein.

    Hast du keine eigenen Pläne, für die du Geld brauchst ? Ich finde es nachgerade absurd, mich vor Kindern über die Verwendung meines(!) Geldes rechtfertigen zu müssen. Dass es böses Blut gibt, wenn einer bedacht wird und der andere nicht, damit muss man halt leben.

    Sich abgrenzen gegenüber überzogenen Wünschen von Kindern: "lieber Fritz, ich habe dir eine gute Berufsausbildung ermöglicht, du hast ein gutes Einkommen, stehst auf eigenen Beinen. Auch ich habe noch Pläne für mein Leben und möchte die in den nächsten Jahren umsetzen, dafür werde ich mein Geld einsetzen". So ähnlich hat es ein Kollege vor Jahren gemacht. Er war anfänglich ziemlich durch den Wind, seine Kinder haben eine Schnute gezogen, aber das hat sich auch wieder gelegt.

    Kinder sind wohl Egoisten und bleiben es auch, denken in erster Linie an sich. Eltern und Geschwister interessieren da wenig. Von "Familie" wird nur salbadert, solange es Vorteile bringt. Sich selber mal zurücknehmen, z.B. dem anderen eine Unterstützung "gönnen" ? Fehlanzeige. Diese Haltung erlebe ich auch immer wieder bei den Kindern meines Partners. Wobei es dort nicht um Dimensionen geht wie bei dir.

    Gruß Elli
    Geändert von Inaktiver User (02.08.2014 um 11:15 Uhr)

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    AW: Kritik/Erwartungshaltung von erwachsenen Kindern

    Zitat Zitat von taggecko Beitrag anzeigen
    Ich verstehe schon die Kinder, dass sie alle gleich viel vom Kuchen abbekommen wollen- Geld wird halt auch oft mit Liebe gleichgesetzt.
    Ich würde klar kommunizieren, dass das jetzt auf Grund der Situation des Vaters nicht möglich ist oder Ihr das Geld für was anderes braucht , aber das Ihr das sozusagen als vorgezogenen Erbteil der Tochter behandelt - wenn Ihr das dann Euch auch so vorstellen könnt.
    Vielen Dank für dieses rasche Mitdenken und Antwort-Schreiben. Ich muss diese Geschichte mit Sohnemann klären und finde Eure Antworten sehr wertvoll.

    Liebe taggecko, ja so wie Du es beschreibst wird Sohnemann es wohl erleben: Er will gleichviel wie Schwesterherz vom Kuchen...Dass er den Ausgleich bei meinem von-der-Erde-Verschwinden erben wird habe ich ihm natürlich mitgeteilt - hat ihn nicht besänftigt...

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    AW: Kritik/Erwartungshaltung von erwachsenen Kindern

    Zitat Zitat von Nocturna Beitrag anzeigen
    Im Prinzip kann ich deinen Sohn verstehen. Wenn du alle Kinder gleich behandeln willst, musst du auch das Geld zu gleichen Teilen verschenken.
    Wie Du und Elli schreibst: Dumm gelaufen...Ich habe ihm übrigens meinen Teil bereits zugesichert, trotzdem, dass er in meinen Augen genügend Eigenmittel hat. Die Frage stellt sich lediglich beim Anteil seines Vaters...

    Ich möchte mit ihm jedoch seine Anspruchshaltung klären, generell, ich möchte nicht nochmals in eine solche Diskussionssituation hineinschlittern. Ich muss meinen "grosszügigen, wohl eher grossmäuligen" Zusagen nach unten korrigieren wohl generell meinen Kindern gegenüber.

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    AW: Kritik/Erwartungshaltung von erwachsenen Kindern

    Schwierige Situation, Kinder haben meist ein ausgeprägtes "Gerechtigkeitsempfinden", und am Geld lässt sich dies am "objektivsten" messen.
    Genau, darum geht es meinem Sohnemann wohl schon, dafür habe ich Verständnis.

    Es gibt unterschiedliche Vorgehensweisen von Eltern: manche sagen, Kinder werden nach "Bedürftigkeit" unterstützt, wobei dann die, die ihr Leben in die Hand nehmen, schlecht wegkommen, da sie mit "du schaffst das schon" abgespeist werden, andere, die nicht so recht in die Puschen kommen, auf Unterstützung hoffen können. Ist jetzt mal ganz pauschal gesprochen, so einfach ist es ja meist nicht in der Realität.
    Der mittlere Sohn finanziert sich seit seiner abgeschlossenen Erstausbildung selbständig, es kümmert ihn absolut nicht, was wir seinen Geschwistern zahlen, das ist ihm vollkommen egal. Er hat keine Ansprüche an uns...soo unterschiedlich können Geschwister sein.


    das ist "dumm" gelaufen, wenn ihr ausdrücklich eure Kinder finanziell gleich behandeln wollt. Darauf berufen sie sich halt jetzt.
    Ja, das habe ich mir selber eingebrockt.

    Grundsätzlich würde ich mich nie und nimmer verbindlich auf irgendwelche Unterstützung erwachsener Kinder, die einen Beruf haben, einlassen. Wenn eine Berufsausbildung ermöglicht wurde, muss es irgendwann auch mal gut sein.

    Hast du keine eigenen Pläne, für die du Geld brauchst ? Ich finde es nachgerade absurd, mich vor Kindern über die Verwendung meines(!) Geldes rechtfertigen zu müssen. Dass es böses Blut gibt, wenn einer bedacht wird und der andere nicht, damit muss man halt leben.
    Liebe Elli, ja, ich stehe heute genau an dem Punkt, vor einigen Jahren war dies für mich noch anders, da war "family first" in jeder Hinsicht, auch finanzieller. Es war genau dieser Diskussionspunkt, dass ICH mich rechtfertigen muss, nicht etwa Sohnemann, mit seinem genussfreudigen Lebensstil - teure Wochenneden mit Freundin, viele materielle Anschaffungen etc.

    Vielen Dank für diese Formulierung, Elli, kann ich grad so übernehmen:
    Sich abgrenzen gegenüber überzogenen Wünschen von Kindern: "lieber Fritz, ich habe dir eine gute Berufsausbildung ermöglicht, du hast ein gutes Einkommen, stehst auf eigenen Beinen. Auch ich habe noch Pläne für mein Leben und möchte die in den nächsten Jahren umsetzen, dafür werde ich mein Geld einsetzen". So ähnlich hat es ein Kollege vor Jahren gemacht. Er war anfänglich ziemlich durch den Wind, seine Kinder haben eine Schnute gezogen, aber das hat sich auch wieder gelegt.

  8. Inaktiver User

    AW: Kritik/Erwartungshaltung von erwachsenen Kindern

    Ich kann aus der "Kindersicht" sprechen, da meine Eltern uns beide ebenfalls finanziell sehr gerecht gleich behandelt haben.

    Wir bekamen beide identische finanzielle Unterstützung - aber zu Zeitpunkten, bei denen meine Eltern diese für angebracht hielten.

    Grundsätzlich natürlich jeder eine Ausbildung (wir haben zum etwas gleichen Zeitpunkt im Leben eine berufliche Ausbildung begonnen und lebten während der Ausbildung zu Hause. Vom "Lehrgeld" mußte jeder einen identischen Betrag "abgeben" - den meine Eltern jedoch sparten).

    Als wir auszogen, bekam jeder von uns zu diesem Zeitpunkt einen Zuschuß zur Einrichtung. Der setzte sich zusammen aus dem "gesparten Lehrgeld" und etwa der gleichen Summe oben drauf.

    Später gabs nochmal etwas zu einem anderen Anlaß (Hochzeit bzw. Immobilienkauf).

    Aber: Den Zeitpunkt, an dem es diese Unterstützung gab, den haben meine Eltern festgelegt. Als sie der Ansicht waren, wir können es gut gebrauchen.

    Wir wären auch nie auf die Idee gekommen, dieses Geld zu einem bestimmten Zeitpunkt einzufordern.

    Es hat uns eher überrascht - unsere Pläne waren jeweils schon ohne diese Finanzspritze fix und finanziert. Unsere Eltern waren da eben der Ansicht, mit dem Zuschuß macht es uns das Leben dann leichter und dann gab es den Zuschuß.

    Ich glaube nicht, daß man ein Recht hat, sich etwas einzufordern.

    Im Todesfall eines Elternteils gibt es natürlich einen durch Erbrecht und ggf. Testament rechtlich geregelten Erbteil. Aber vorher bin ich der Ansicht entscheiden immer noch die Eltern darüber, wann und wieviel sie jedem Kind schenken.

    Mein Bruder und ich haben allerdings nie in Frage gestellt, daß meine Eltern das gerecht beschließen werden.

    Noch ein PS: ich würde mich als Sohn allerdings auch etwas zurückgesetzt fühlen, wenn Du einem Kind einen derartigen Betrag NACH der ersten Ausbildung zukommen läßt, den anderen Kindern jedoch nicht. Daß er aus seiner ersten Ausbildung mehr gemacht hat, besser verdient und mehr ausgibt ist tatsächlich wenig Rechtfertigung, 20.000 € einem Kind zu geben, dem anderen nicht. Ich hätte tatsächlich der Tochter nicht diesen Betrag gegeben, ohne einen entsprechenden Betrag für die anderen Kinder einzuplanen. Wenn das nicht möglich wäre (was ja durchaus bei der Summe verständlich ist), hätte sie das Geld auch nicht als Geschenk bekommen, sondern ggf. als unverzinstes Darlehen.

  9. Inaktiver User

    AW: Kritik/Erwartungshaltung von erwachsenen Kindern

    Ich finde, das hat nicht unbedingt was mit ungerechtfertigter Erwartungshaltung zu tun.

    Wenn man den Kinder Geld gibt, dann muss man schon im Vorfeld regeln, dass es für die anderen Kinder auch gerecht ist. Sonst gibt es - wie bei dir jetzt - Unstimmigkeiten. Das ist doch klar.

    Warum habt ihr der Tochter das Geld nicht geliehen? Wenn sie anschließend gut verdient, kann sie es euch doch zurückzahlen? Geld ist doch auch für euch im Alter gut. 20.000 € sind ja nun auch eine Hausnummer!!!! Und damit wäre euren anderen Kindern schon mal Wind aus den Segeln genommen - es ist ja nicht geschenkt.

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    AW: Kritik/Erwartungshaltung von erwachsenen Kindern

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Wir wären auch nie auf die Idee gekommen, dieses Geld zu einem bestimmten Zeitpunkt einzufordern.

    Ich glaube nicht, daß man ein Recht hat, sich etwas einzufordern.

    Mein Bruder und ich haben allerdings nie in Frage gestellt, daß meine Eltern das gerecht beschließen werden.
    Vielen Dank, Antje, für Deine Sicht von "der anderen Seite". Dein PS habe ich gelesen, es war NIE eine Frage, dass alle Kinder den selben Betrag erhalten werden, auch der Mittlere wird diesen Betrag erhalten. Die Frage war stets NUR der Zeitpunkt, den möchte ich mitbestimmen können. Ein Kriterium ist für mich, wieviele Eigenmittel die erwachsenen Kinder selber aufbringen können, da stehen die Beiden an ganz unterschiedlichen Punkten.

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