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    Sie mögen mich nicht (mehr)...

    und das hat mich doch sehr verletzt...

    Seit über 3 Jahren bin ich mit meinem Freund zusammen.
    Seine Familie wohnt nicht weit von uns. Da es an sich eine schöne, fröhliche Familie ist, war ich dort schon sehr oft zu Besuch. Ich habe seitdem kaum ein Familienfest ausgelassen. Aber auch haben wir sie öfter über das Wochenende oder im Urlaub (innerhalb DE) besucht. Ich war immer dabei (nicht nur körperlich, sondern mit meinem vollen Geist). Ich weiss nicht, ob es richtig wäre zu sagen “Ich habe mir stets Mühe gegeben.” Ja habe ich. Habe dennoch versucht ich selbst zu bleiben. Soweit mein eigener Eindruck. Ich fand das gut! Ich habe mich dort wohlgefühlt und hatte nie einen konkreten Grund zu denken, ich sollte dies lieber nicht tun.

    Von der “Schwiegermutter” habe ich ein Paar Mal Andeutungen hinsichtlich der anderen Schwiegertochter erfahren. Dies wäre an ihr ja nicht so toll, jenes mache sie nicht wirklich richtig. Habe mich nie darauf eingelassen. Zum Einen, weil ich tratschen nicht mag. Austausch ja, nachfragen – klar. Aber auf die Fehler anderer in ihrer Abwesenheit pochen, ist nicht so mein Ding (wobei ich zugebe, das es auch mir eine perfide Befriedigung verschaffen könnte, egal). Zum Anderen aber, verstehen sich die zwei Brüder seit einigen Jahren nicht sonderlich gut und ich wollte niemals Stimmung machen gegen das andere Paar (oder der Frau) – ich fand das irgendwie falsch und gefährlich. Damit wäre ja schleißlich eine mögliche Wiederannäherung eher schwer zu gestalten. Und so eine wirklich 100% sichere Meinungen über sie habe ich mir auch immer noch nicht angefertigt. Wir begegnen uns kaum.

    So und nu. Vor wenigen Tagen sind wir weggefahren, um einen besonderen Anlass in seiner Familie zu würdigen. Ok. Es waren ca. mehrere Hundert Kilometer zu bewältigen, zeitlich musste dies also in unserer Agenda lange davor integriert werden. Es waren mehrere Tage dafür von Nöten - mit Anreise fast eine Woche. Ich gebe zu, es hat mir nicht sonderlich gepasst dorthin zu fahren. Ich habe momentan zwar noch keine stressige Phase, aber ich möchte - sagen wir mal - eine solche einläuten. Ich möchte in Zukunft ein Paar „große“ Pläne umsetzen und muss mich geistig und zeitlich sammeln und strukturieren. Dazu gibt es in meinem Leben auch ein Paar wöchentliche Pflichtveranstaltungen, die ich eben umdisponieren musste, um die Zeit zu haben den langen Weg dorthin zu fahren und auch einige Tage zu bleiben. Eine große Anpassung also, von vornherein.

    Es hat mir deshalb etwas zugesetzt, dass wir dort, im engen Familienkreis, doch nicht sehr persönlich oder interessiert empfangen wurden (vorerst mein Empfinden natürlich). Alles lief für den Rest wie gewohnt, jeder hat seines gemacht (sie waren schon einge Tage früher dort). Ich habe mich etwas verloren gefühlt. Ich hatte das Gefühl nach „hinten raus zu fallen“, unbeachtet, nicht wahr genommen zu werden. (Nicht nur ich im Übrigen. Das nahm ich vorerst nicht persönlich. Vielmehr wir zwei. Aber ich rede ja hier von mir.) Ich habe mich gefragt, ob es überhaupt wichtig war für sie, dass ich (als Person) dort bin, oder doch nicht mein Körper (als Anwesenheit) schon ausgereicht hätte. Ich habe mich leider auch an alltäglichen, profanen Dinge gestoßen: an der Einbeziehung im Planen, an der eher uneindeutigen Kommunikation, an der Zimmerverteilung, die wie ich fand, sehr unfair/unbedacht ausfiel und daran, dass wirklich keine, aber wirklich keine Frage an mich gerichtet wurde, die auch mich anging. (So wie: „Und wie läuft es bei dir so?“, „Geht es euch gut?“ o.ä..) Auch die paar Versuche etwas zu einem Gespräch beizutragen und von mir aus zu erzählen, wurden leider etwas unbedacht unterbrochen (durch irgendeine Ablenkung und anschließendes Vergessen des Gesprächs), sodass ich dann etwas dumm rum stand...
    Ganz sicher haben sie sich um vieles gekümmert und den Aufenthalt so gestaltet wie es ihren Geschmack entspricht, aber ... es ist halt ihrer Geschmack. Bisher hatte ich keine Probleme mit ihren Vorstellungen von gelungenem Zeitvertreib. Im Gegensatz, ich mache alles mit. Dort und dann kam ich mir aber höchst ausgenutzt vor. Irgendwie habe ich mich etwas verloren und ungewollt gefühlt. Nicht unbedingt wie „Schlecht, dass du da bist.“. Vielmehr wie „Na, du bist halt auch da.“
    Irre ich mich, ist das auch für andere verletzlich? Ich fand das leider schlimm. Habe mit traurig gefühlt und hatte irgendwann Mitleid mit mir selbst (was ich echt hasse!).

    Anfangs versuchte ich es zu ignorieren. Etwas dazu sagen, geht ja schlecht. Die paar (eigentlich nur eine) Alltäglichkeiten, die mich echt gestört haben und für die eine Lösung gefunden werden musste, habe ich mit meinem Freund besprochen und ihn nachfragen lassen. Ließ sich alles natürlich eigentlich ganz locker regeln. Weiss man aber eben nie so ganz genau... Trotzdem ist mir eine fehlende Aufmerksamkeit oder Bemühen aufgefallen. Als dann die letzte „Gäste“ (mit denen es eben ein Problem gibt) ankamen, wurde ich noch unsicherer, da sie mit uns kaum reden. Aber wir sitzen an einem Tisch. Die Stimmung war also soweiso irgendwie angespannt.

    Leider bin ich ein Mensch, dem man vieles aus dem Gesicht lesen kann. Ich kann mich schon zusammenreißen, aber eben nicht sooo lange. Nicht konsequent über mehreren Tagen, in denen ich weiterhin fröhlich bei ganztägigen Familienunternehmungen (mit mir z.T. fast fremden Menschen) im sportlichen Schritt mitmarschiere (ja! Sport hat man zu betreiben und zu mögen! Sonst ist man wieder „hinten raus“ und eben nicht so toll...), mich großzügig anzupassen, Dinge zu ignorieren, die mir nun mal auffallen und dabei noch versuchen zumindest ein bisschen ich zu sein...
    Es ist mir eben nicht gelungen.

    Am vorletzten Tag gab es Aussprache mit den Eltern, die von einem Familienmitglied die Information zugesteckt bekommen hatten, dass wir uns mit gewissen Dingen nicht so richtig wohlfühlen. (Es wird eben alles weitererzählt.) Es war schrecklich. Ich respektiere diese Menschen so! Sie sind die Eltern meines Freundes und ich habe die Familie für mich doch immer so bewundert. Ich habe ja eine solche nicht. Ich wollte sie auch nicht zerstören!

    Was ich da, in diesem Gespräch erfuhr, hat aber meine Befürchtungen bei Weitem überschritten. Ich fasse es doch kaum. Im Großen und Ganzen kam raus:

    - Ich bin zu negativ und paranoid.
    Was mir fehlt, fehlt nicht aus böser Absicht, sondern weil es für sie so einfacher, praktischer war. (Beruhigt mich das? Ist das schön?) Aber ok. Eingesteckt. Was soll’s... Aber dann:
    - Ich habe einen schlechten Einfluss auf meinem Freund, der ja ein soooo Lieber und Toleranter ist – ihm wäre dies und das ja nie aufgefallen. Ich mache ihn quasi kaputt mit überflüssigem kritischen Denken. Und glücklich ist nur der, der es einfach hat. (Das ist wirklich ihre Ansicht. )
    - Ich mag die Schwiegertochter gar nicht. Ich hätte ein Problem mit ihr. Das fand ich frech! Noch nie habe ich ein böses Wort über sie verloren (obwohl wir als Paare eigentlich „zerstritten“ oder so was sind), trotz bereitwilliger Einladung zum „bösen Bereden“ seitens der Mutter.
    - Und daraus ergibt sich: Letztendlich sind wir Frauen (als Partnerinnen) an dem Konflikt zwischen beider Brüder schuld. Bzw. am Ende sogar nur ich. Denn ich habe ja angeblich etwas gegen sie. Jetzt möge sie mich aber auch nicht mehr.

    Ich bin einfach fassungslos traurig, müde und verwirrt. Ich fühle mich so missverstanden und ausgestoßen. Ich habe gedacht, wir verstehen uns super. Dabei sind so viele tiefergehende Eindrücke und Sichten zutage getreten, mit denen ich in einer solchen Form wirklich nicht gerechnet hätte. Natürlich hat mein Freund rein gar nichts falsch gemacht (Wenn man die Wahl seiner Freundin außer Acht lässt). Er ist der Gute. Ich bin die Böse. Und nu mache ich ihn auch zum Bösen....

    Ich weiß nicht, ich bin ratlos...
    Ich habe keine Lust mehr. Ich habe soviel Zeit, Aufmerksamkeit, Interesse, Enthusiasmus, Offenheit und Vertrauen geschenkt. Ich bereue das jetzt. Ich fühle mich wie ausgenutzt, wie seelisch vergewaltigt. Wie konnte ich nur so sehr falsch liegen?! Ich bin doch gar nicht soo doof?! Oder doch??
    Nein, ich habe schon mit irgendeine Kritik gerechnet, aber mit so einer?!
    Es kam so viel zu Tage. Geschichten von denen ich niemals dachte, dass daran etwas Schlechtes wäre. Verdrehte, von Dritten zugetragenen Informationen, Bewertungen von alten Situationen, in denen ich das Gefühl hatte wirklich verstanden und völlig in Ordnung zu sein. Nichts! Nichts davon stimmt, was ich dachte! Oder doch?? Ich weiß es wirklich nicht. Kein bisschen mehr. Von meinem Freund brauche ich jetzt dringend Pause. Zum ersten Mal in unserer Beziehung. Und wir haben schon ein oder zwei Mal Drama durchgemacht... Er ermüdet mich gerade. Die ganze Geschichte macht mich müde und schwach. Meine Fröhlichkeit ist hin und ich hatte sie so dringend (für mich und meine eigene Pläne) gebraucht. Ich bin absolut verunsichert. Kann es sein, dass ich so schrecklich bin, dass mich keine Familie will und jede Familie, die mir begegnet an mir kaputtgeht?? Momentan fühle ich mich so... Bin ich wirklich daran Schuld, dass sich zwei Brüder nicht verstehen?? Ich kann gerade alles glauben...

    Kaori

  2. Inaktiver User

    AW: Sie mögen mich nicht (mehr)...

    Von der “Schwiegermutter” habe ich ein Paar Mal Andeutungen hinsichtlich der anderen Schwiegertochter erfahren. Dies wäre an ihr ja nicht so toll, jenes mache sie nicht wirklich richtig.
    Spätestens hier hätte dir klar sein müssen, dass du auch irgendwann dran kommst. Wer hintendurch über die eine Schwiegertochter herzieht, wird das irgendwann auch über die andere.

    Weiter: es geht um deine SCHWIEGERfamilie - und du stellst dich an, als ob es deine Herkunftsfamilie wäre. Allen alles recht machen, von allen möglichst geliebt werden, alle Erwartunge erfüllen ... das tut typischerweise jemand, der sich von seiner HERKUNFTSfamilie noch nicht abgenabelt hat.
    Was ist mit deiner Familie? Habt ihr da auch so viel Kontakt? Zerbrichst du dir da auch dermassen den Kopf, was sie vielleicht unter umständen von dir denken könnten und wie sie welche Situation möglicherweise irgendwann oder auch nicht interpretieren könnten?

    Einfache - aber ev. nicht immer leicht umzusetzende - Lösung: Abnabeln. Lebt euer Leben. Geht auf Abstand. Dann gibts halt mal eine Weile keine so ausführlichen Kontakte, viel weniger Besuche. Na und?
    Geändert von Inaktiver User (31.01.2014 um 08:27 Uhr)

  3. Inaktiver User

    AW: Sie mögen mich nicht (mehr)...

    Zitat Zitat von KaoriNight Beitrag anzeigen
    Ich gebe zu, es hat mir nicht sonderlich gepasst dorthin zu fahren. Ich habe momentan zwar noch keine stressige Phase, aber ich möchte - sagen wir mal - eine solche einläuten. Ich möchte in Zukunft ein Paar „große“ Pläne umsetzen und muss mich geistig und zeitlich sammeln und strukturieren. Dazu gibt es in meinem Leben auch ein Paar wöchentliche Pflichtveranstaltungen, die ich eben umdisponieren musste, um die Zeit zu haben den langen Weg dorthin zu fahren und auch einige Tage zu bleiben. Eine große Anpassung also, von vornherein.
    und warum tust du dinge, die dir widerstreben?
    andere merken das.

    du brauchst viel bestätigung, kann das sein?
    weißt du, wenn ich auf ein riesenevent bin, bin ich froh, wenn sich menschen NICHT um mich scheren. ist für mich viel entspannter. aber es geht nicht um mich. ich schreibe dies nur, um dir auch eine andere seite aufzuzeigen.

  4. Inaktiver User

    AW: Sie mögen mich nicht (mehr)...

    Von meinem Freund brauche ich jetzt dringend Pause.
    Wieso denn das?
    Gibts deinen Freund nur mit Familie? Ist er keine eigenständige Person, hat er kein eigenes Leben?

    Und: läuft es umgekehrt auch so intensiv? Macht dein Freund auch so viel mit, um deiner Familie zu gefallen?

  5. Inaktiver User

    AW: Sie mögen mich nicht (mehr)...

    Zitat Zitat von KaoriNight Beitrag anzeigen
    ..... Von meinem Freund brauche ich jetzt dringend Pause. Zum ersten Mal in unserer Beziehung. Und wir haben schon ein oder zwei Mal Drama durchgemacht... Er ermüdet mich gerade.....
    Warum das denn ? Du bist mit deinem Freund zusammen, nicht mit seiner Familie ! Was hat das eine mit dem anderen zu tun ? Was sagt denn dein Freund zu der "Geschichte" ?

    Wenn sich meine Partner immer nach dem Verhalten meiner Familie orientiert hätten, au weia ... Ansonsten: es kann nunmal nicht jeder mit jedem. Abstand halten und gut is. Dieses Zusammenglucken und auf Familie machen ist mir eh ein Gräuel. Ich muss da nicht zwanghaft auf gut Wetter machen und rumlavieren. Entscheidend ist, ob mein Partner zu mir steht, warum so ein Aufriss wegen der Familie ?

    Gruß Elli

  6. Inaktiver User

    AW: Sie mögen mich nicht (mehr)...

    ich denke es ist besser, wenn du mal abstand nimmt.
    sie haben eine wahrnehmung von dir, die du nicht verstehen kannst.
    aber irgendwoher muss die ja kommen.

    du schreibst ja selber, dass man dir ansieht, wenn du unleidlich wirst/bist.

    ein beispiel aus meinem verwandtenkreis. da gibt es ein paar, die streiten sich offenbar sich, bevor es auf eine geburtstagsfeier geht. ihm merkst du nichts an. sie sagt noch nicht einmal guten tag, wenn sie den raum betritt. sitzt die ganze zeit schmollend rum und vermiest die ganze stimmung. weil man sich einfach nur fremd schämt. ich denke diese frau wäre auch gaaaaaanz irritiert, wenn man ihr mal sagen würde, wie sie bei anderen ankommt.
    hat bisher noch niemand gemacht. aber sie sollte mal darüber nachdenken, warum kaum jemand was mit ihr zu tun haben möchte. sowas kommt nicht von ungefähr.

  7. Inaktiver User

    AW: Sie mögen mich nicht (mehr)...

    Zitat Zitat von KaoriNight Beitrag anzeigen
    So und nu. Vor wenigen Tagen sind wir weggefahren, um einen besonderen Anlass in seiner Familie zu würdigen.
    Der Anlass war vermutlich ein (größeres) Event, das einiges an Vorbereitung erforderte?

    Und dann hast du dich von der Familie deines Freundes nicht genügend beachtet bzw. "unwillkommen" gefühlt. Kommt das öfter vor, oder hängt es vielleicht damit zusammen, dass die bzgl. ihrer "Feierlichkeit" im Stress waren? Möglicherweise hat man dir auch angemerkt, dass du eigentlich nicht dabei sein wolltest, und dich deswegen so distanziert behandelt?

    Die paar (eigentlich nur eine) Alltäglichkeiten, die mich echt gestört haben und für die eine Lösung gefunden werden musste, habe ich mit meinem Freund besprochen und ihn nachfragen lassen. Ließ sich alles natürlich eigentlich ganz locker regeln.
    Damit man sich ein besseres Bild machen kann: Worum genau ging es da?

    Am vorletzten Tag gab es Aussprache mit den Eltern, die von einem Familienmitglied die Information zugesteckt bekommen hatten, dass wir uns mit gewissen Dingen nicht so richtig wohlfühlen. (Es wird eben alles weitererzählt.)
    Es wäre vielleicht zielführender gewesen, den Eltern deines Freundes persönlich zu sagen, was euch nicht gepasst hat.

    Ich bin zu negativ und paranoid.
    Ob das (und alle folgenden Kritikpunkte) nun so ist oder nicht...bei der Family deines Freundes scheint es so anzukommen.

    Was mir fehlt, fehlt nicht aus böser Absicht, sondern weil es für sie so einfacher, praktischer war.
    Magst du hier noch mal näher drauf eingehen, was dir fehlte?

    Ich bin absolut verunsichert. Kann es sein, dass ich so schrecklich bin, dass mich keine Familie will und jede Familie, die mir begegnet an mir kaputtgeht??
    Interessant finde ich, dass du das so pauschalisierst. Heißt das, dass du diese (oder ähnliche) Probleme in anderen Familien auch schon hattest?

  8. User Info Menu

    AW: Sie mögen mich nicht (mehr)...

    Mir fällt auf, dass du dich sehr an der Familie dort orientierst. Dich einbringst. Erwartet dein Freund das? Mir wäre das alles viel zu viel. Eine Woche bei fremden Leuten...um Himmels Willen. Und ganz bestimmt würde ich nichts extra deshalb tun (Sport), weil andere das gut finden.

    Dein Bild der "schönen Familie" hat einen gewaltigen Riss bekommen. Und das ist auch gut so. Es gibt keine Familie, in der es nicht auch zu Konflikten kommt. Das ist normal.

    Ich würde mich aus der gesamten Szenerie raushalten. Sollen sie ihre Söhne für sich auf ein Podest stellen und mit Gold übergießen - bitteschön. Diskussionen jedweder Art über deren familiäre Befindlichkeiten können sie bitte untereinander führen.
    Mit Leuten, die so schlicht sind, dass die es brauchen dass die Söhne "gut", und die Schwiegertöchter "schlecht" sind, könnte ich ohnehin nicht ernsthaft umgehen. Das wäre mir zu flach, zu schlicht, zu unherzlich usw.

    Kann es sein, dass dein Selbstbewußtsein nicht das allergrößte ist? Wieso läßt du dich auf sowas ein, was dir soviele Umstände macht und dir selbst gar nicht gut tut? Du sprichst größere Projekte an, klingst klug und zielgerichtet - und dann im Familiären so ein Geeiere?

    Sammle dich, sprich mit deinem Freund darüber was du künftig willst, und komm zu dir!!!

    Nicht jeder kann uns mögen, wir mögen ja auch nicht jeden, das wichtigste ist dass man sich selber mag. Und zu sich steht.

    Meine Gedanken dazu.
    LG Karla
    The original Karla
    est. 2006


  9. User Info Menu

    AW: Sie mögen mich nicht (mehr)...

    Horus, danke. Deine Fragen treffen ins Schwarze, das weiss ich selbst..

    Ja, es war mir klar, dass ich irgendwann dran bin. Ich bin sogar erstaunt wie lange ich doch durchgehalten habe.. Meinem Freund habe ich meine Bednken hinsichtlich dieser Art auch schon mehrmals klar gemacht. Das letzte Mal, auf der Reise gerade dahin, habe ich das mit ihm noch einmal gefragt was er so dazu denkt. Er gab sich optimistisch. So ist er immer. Seine Einschätzung war: Seine Eltern hätten mich sehr gern. Er wüsste nicht, was sie an mir aussetzen könnten, hätte nichts desgleichen mitbekommen. Meine ganze Bedenken kennt er. Genau so sehr wie ich. Nur, habe ich eben keinen bestimmten Grund gehabt sie für wirklich realistisch zu halten. Ich habe keine Anzeichen gesehen. Vielleicht eine kleine Stimmungsveränderung wahrgenommen. Ich gab mich aber ebenfalls optimistisch.

    Mir ist klar, wie sich das anhört. Sie hören sich unglaublich wichtig für mich an. Sind sie natürlich nicht wirklich. Aber es stimmt, sie sind es geworden. Einerseits liegt es an meinem Freund. Er hat viel mehr "Familienbewusstsein" als ich. Ein sehr warmherziges, so wie ich aber feststellen muss, ebenso abhängiges Verbundeheitsgefühl. Er ist schon echt auf Anerkennung aus und gleichzeitig der "anerkannte Liebling", was es für sein Bruder sicherlich auch nicht so wunderbar macht. Dazu kommt, dass sich durch dieses gute Verhältnis zwischen ihn und Familie + die örtliche Nähe, ich unglaublich oft (für mich im Nachhinein) dort angetanzt bin. Gründe gab es viele, "ich hatte aber auch immer etwas davon". Heisst, ich habe mich dort wohlgefühlt und hatte meinen Spaß. Auf manche Veranstaltungen habe ich mich sogar so echt gefreut. Ich wusste auch, dass ich aus freien Stücken und für mich mitgehe. (Bereut habe ich es nur ein Paar Mal, weil sagenhafte Party verpasst. Wobei, die kommen immer wieder...) Dadurch ist seit über drei Jahren doch noch ein, für meine Vorstellungen, vergleichbar enges Verhältnis zu seinen Eltern und auch Tante entstanden. Heisst, irgendwann wurde mir wichtig, was sie über mich denken und erzählen - wie sie mich denn wirklich sehen. Schließlich habe ich nicht allzu wenig Zeit mit ihnen verbracht, habe mich offenbart und dachte es passt. Ich dachte das wirklich.
    Dass wir mittlerweile als Paar in einem unbewusstem Konkurrenzverhalten mitreingeraten sind, macht es aber anstrengend. Da schaut man unbewusst schonmal genauer hin. Und irgendwann sogar bewusst. Dass ist schon mal nicht gut, aber auch irgendwo menschlich, denke ich. Dass dieses aber durch eine ordentliche Dosis Verpeiltheit und ein zu wenig an Taktgefühl seitens der Family befeuert wird, ist echt nich unsere Schuld. Wir reden auch viel über sein Bruder. Es belastet ihn ja auch sehr. Allein dadurch bin schon mehr involviert als ... ja, als was denn? ... als ich es mir für mein Leben eigentlich vorstelle, vielleicht.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Allen alles recht machen, von allen möglichst geliebt werden, alle Erwartunge erfüllen ...
    Und nein, ich bin nicht wirklich diejenige, die das hier im Leben konsequent betreibt. Ich suche mir meine Leute schon sorgsam aus und habe gelernt "Nein" zu sagen, sowie ganz ehrlich meine Meinung und Stimmung offen zu kommunizieren. Und all das kommt sonst gar nicht mal so schlecht an. Ich selbst für mich habe schon eine große, großzügige und offene self-made-Familie. Da ist mir persönlich sowas wirklich fremd.

    Ich glaube hier aber habe ich doch sehr viel auch von der Auffassung meines Freundes aufgenommen...
    Weil es bei ihnen so schön aussah! Weil ich dachte: "Ach toll wie sich alle verstehen, Junge und Alte - passt alles." Und ich sah das als Chance mal sowas Intaktes hautnah zu erleben. Jetzt fühle ich mich schlecht, so wie ein "Zerstörer". Was wiederum, weil du Recht hast, mir von meiner wunderbaren Mutter ordentlich eingeprügelt würde. Ich sei ja eh nicht anpassungsfähig, menschenkompatibel und sowieso undankbar. Mit ihr befinde ich mich auch in einem resoluten Abnabelungsprozess. Seit bestimmt 25 Jahren...
    Nur, das mir eingeprügelte schlechte Gewissen, ich sei eh falsch - meine Wahrnehmung stimme nicht und ich würde nur bei anderen die Schuld suchen, tut sein Übriges. Sodass ein solcher Anstoß, von einer (vermeintlich) intakten, fremden Familie einfach nur wie ein Beweis dafür ist, dass das vielleicht jetzt doch alles stimmt, was sie mir vorwirft. Ich weiss nicht, ich bin verwirrt. Ich zweifle an meinem Urteil und das verunsichert mich unegemein, das bremst. Mein Sicherheit in Selbsteinschätzung ist verschwunden...
    Du siehst, es ist einiges, was diese Geschichte aufgewirbelt hat. Und ich weiss nicht, wem ich glauben soll...
    Es ist aber auch echt viel Vorwurf auf einmal. Allein das ist gemein...

    Kaori
    Kaori

  10. Inaktiver User

    AW: Sie mögen mich nicht (mehr)...

    Hallo Kaori!

    Eine Frage habe ich (hoffentlich habe ich die Antwort nicht überlesen):

    Wie genau steht Dein Freund zu dieser Situation? Wo genau steht er?

    Das wäre für mich wichtig zu wissen.

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