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    Das Weihnachtsdilemma

    Hi, ihr lieben!
    Ich wende mich mal wieder vertrauensvoll an die hiesige Schwarmintelligenz und hoffe auf Tipps und Erfahrungsberichte... denn alleine steh ich grade an!

    Von vorne: 20 Jahre meines 24-jährigen Lebens haben wir (Mutter, Opa, Oma, Onkel, ich & oft die jeweiligen Lebenspartner) Weihnachten bei meinen Großeltern am Land verbracht. So ganz traditionell und immer gleich - Christbaum, beten, Lieder, Geschenke, Kekse, Weihnachtsgans etc. Und obwohl ich weder religiös bin, noch Gänse esse, mochte ich die Traditionen immer, das Familiäre, sogar die kleinen Streitereien mit Oma über die richtige Zubereitung der Gänsefülle. Das sind die so die Weihnachtserinnerungen meiner Kindheit und Jugend, an die ich gerne zurückdenke.

    Meine Oma starb dann plötzlich im November vor 3 Jahren. Das Weihnachtsfest direkt danach war einfach eine Flucht, besonders um meinen Opa aus der Situation rauszunehmen. Wir fuhren in ein Wellness-Hotel, richtig gefeiert wurde nicht, das hätte keiner ausgehalten.

    In den letzten 2 Jahren wurde aber - auf Wunsch meines Opas - das "alte" Fest wieder gefeiert. Und irgendwie kamen meine Mutter und ich nie so recht damit klar, dass alles so abzulaufen hatte wie bisher, obwohl doch so eine zentrale Person fehlte.
    Mein Opa sträubt sich gegen jegliche Veränderung, er ist der Patriarch, wir machen mit... unterm Christbaum wird dann kollektiv geweint, weil doch so eine enorme Leere im Raum steht, für mich fühlt sich alles einfach falsch an! Es ist so viel Stress und so viel Arbeit (Deko, Kochen), nur um künstlich eine Atmosphäre heraufzubeschwören, die es nie wieder geben wird.

    Jetzt wollen Mama und ich endgültig ernstmachen und unsere eigenen Wünsche und Vorstellungen einbringen, um das Fest dieses Jahr so zu gestalten, dass wir alle möglichst gut damit leben können. Nur, was machen?
    Wir wollen nicht weglaufen vor unserer Trauer, die gehört ja dazu und darf auch sein. Wir wollen nicht so tun, als wäre nichts passiert und wieder mit einem "Geist" im Raum feiern. Aber irgendwie kennen wir es auch nicht anders und kommen auf keine befriedigende Alternative, die gleichzeitig das Andenken an meine Oma würdigt, den traditionsbewussten Opa zufriedenstellt und uns den ganzen Stress möglichst erspart.

    Momentan sieht es fast so aus, als würden Mama und ich in der Stadt feiern - weil Opa sich weigert, zu uns zu kommen, obwohl es da auch Christbaum, Lieder etc. geben könnte - und er mit dem Onkel am Land. Mama meint, sie habe jetzt 50 Jahre lang nach den Wünschen meines Opas gefeiert, jetzt sind mal wir dran. Die Familie an Weihnachten so zu zerstückeln zerreißt mir das Herz aber noch so ein gruselig-depressives Fest überstehe ich nicht!

    Habt ihr schon ähnliche Situationen erlebt? Wie seid ihr damit umgegangen?
    Freue mich über alle Ratschläge!
    glg Radisi
    Du bist ein lebender Mensch, eine Frau, und kannst irren und zweifeln und gut sein. (Erich Fried)

  2. Inaktiver User

    AW: Das Weihnachtsdilemma

    Hallo,
    ich sehe das Dilemma ehrlich gesagt nicht. Ist denn Dein Opa verärgert oder traurig, wenn Ihr nicht kommt? Eventuell könntet Ihr Euch ja dann am zweiten Feiertag sehen, wenn Ihr nicht zu weit auseinander wohnt.

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    AW: Das Weihnachtsdilemma

    Würdet ihr trotzdem bereit sein, aufs Land zu fahren diesmal? Alternative wäre z.B. dann beim Onkel feiern, damit brecht ihr wenigstens ein bißchen die Tradition. Essen: Vorschlag: Fondue, jeder macht was.
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    AW: Das Weihnachtsdilemma

    Zitat Zitat von Radisi Beitrag anzeigen
    Jetzt wollen Mama und ich endgültig ernstmachen und unsere eigenen Wünsche und Vorstellungen einbringen, um das Fest dieses Jahr so zu gestalten, dass wir alle möglichst gut damit leben können. Nur, was machen?
    Da muss ich erst einmal fragen - was genau sind denn eure eigenen Wünsche und Vorstellungen?

  5. Inaktiver User

    AW: Das Weihnachtsdilemma

    Zitat Zitat von Radisi Beitrag anzeigen
    Habt ihr schon ähnliche Situationen erlebt? Wie seid ihr damit umgegangen?
    Bis zum Tod meiner Großmutter lief Weihnachten bei uns ähnlich ab wie bei Euch (meine schönsten Kindheitserinnerungen verdanke ich diesem Fest).

    Da zum einen mein Großvater in Sachen Haushalt, Essenzubereitung und Organisation von Festen völlig unbewandert war und zum anderen niemand Lust hatte auf Weihnachten im Haus der Großeltern ohne Oma, wurde nach dem Tod der Oma ganz selbstverständlich bei uns gefeiert.
    Ich kann mich gar nicht erinnern, ob es darüber Diskussionen gab, es war dann einfach so.

    Inhaltlich gab es denselben Ablauf, nur dass eben meine Mutter in unserem Haus das Fest ausrichtete. Der Opa wurde am Nachmittag zu uns geholt und am späten Abend nach Hause gebracht, meine Tante und ihre Familie kamen am späten Nachmittag dazu.

    Es war auch immer ganz schön, aber nie wieder kam die selbe festliche und behagliche Stimmung auf wie zuvor...

    Ich wünsche Euch eine für alle schöne Lösung

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    AW: Das Weihnachtsdilemma

    Danke, ihr seid ja schnell!

    @ sacles, Margali62: Ja, er wäre schon traurig, wenn wir nicht kommen. Mein Onkel will keine eigene Feier machen, der hat sich immer bei uns drangehängt und würde auch in die Stadt kommen. Einen anderen Onkel gäbe es noch, der selbst feiert, aber zu dem und seiner Lebensgefährtin ist das Verhältnis gerade schwierig, also auch keine so gute Lösung.

    @ schnurpsel: Das ist auch ein wenig das Problem, dass wir hauptsächlich wissen, wie wir es nicht wollen...
    Meine Vorstellung würde sich aber am ehesten mit der von Nellifer beschriebenen decken:

    Da zum einen mein Großvater in Sachen Haushalt, Essenzubereitung und Organisation von Festen völlig unbewandert war und zum anderen niemand Lust hatte auf Weihnachten im Haus der Großeltern ohne Oma, wurde nach dem Tod der Oma ganz selbstverständlich bei uns gefeiert.
    Ich kann mich gar nicht erinnern, ob es darüber Diskussionen gab, es war dann einfach so.

    Inhaltlich gab es denselben Ablauf, nur dass eben meine Mutter in unserem Haus das Fest ausrichtete. Der Opa wurde am Nachmittag zu uns geholt und am späten Abend nach Hause gebracht
    So könnte ich mir das gut vorstellen, aber da müsste eben von allen ein bisschen Flexibilität und vorallem Kommunikationsfähigkeit da sein... die fehlt in unserer Familie manchmal völlig!
    lg Radisi
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    AW: Das Weihnachtsdilemma

    Also eigentlich wollt ihr so feiern wie immer, nur nicht beim Opa, sondern bei euch??

    Ob das für eine "Gefühlsveränderung" reicht, wage ich mal zu bezweifeln, aber gut.
    Ich persönlich würde mir zunächst Gedanken darüber machen, was ich gerne anders hätte - also keine Gans, sondern lieber Fisch oder Fondue? Vielleicht keine Kirche, sondern zu einem besonderen Treffen/Konzert gehen (weiß ja nicht, wie groß eure Stadt ist, ich kenne es, dass es oft im Hauptbahnhof irgendetwas Besonderes am Heiligen Abend gibt). Keine Geschnke diesmal, sondern Julklapp? Eine kleine "Aufführung", ein Weihnachtssketch, oder jeder ein Gedicht (----im Vorfeld ankündigen!!----).

    Und dann : Nicht meckern, sondern machen. Einladungen, schriftlich, schön, mit Fotos, versenden.
    Ganz wichtig: Es ist klar, dass Opa momentan nicht mitziehen will. Und weißt du, warum? Er sieht momentan seinen Vorteil nicht, stattdessen hat er ja mehr Aufwand für "das gleiche Fest". Ihr müsst versuchen, ihm SEINEN Vorteil zu verkaufen, was wäre für ihn also besser, wenn er dieses Jahr in der Stadt feiert statt auf dem Dorf?

    Über all das müsstet ihr nochmal nachdenken und entscheiden!

    Gruß
    Schnnurpsel

  8. Inaktiver User

    AW: Das Weihnachtsdilemma

    Wie sieht das denn Deine Mutter? Die Aussage "50 Jahre nach den Wünschen des Vaters" klingt für mich eher danach, dass sie wirklich mal was ganz anderes machen möchte. Vielleicht möchte sie auch lieber nur mit Dir feiern und traut sich nicht, das zu sagen.

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    AW: Das Weihnachtsdilemma

    Hm, ja, da tut sich eben der Zwiespalt auf, in dem wir momentan stecken...

    Einerseits ist uns die volle Ladung Tradition dann doch ein bisschen viel, gerade, wenn alles in der Wohnung meiner Mutter stattfinden soll, andererseits hängen wir auch dran.

    Hauptsächlich geht es uns darum, das Fest in einem neuen Umfeld zu feiern, weil das alte mit so schmerzhaften Erinnerungen behaftet ist. Bei den Details wären wir kompromissbereit, eben auch, um dem Opa das Feiern in der Stadt schmackhaft zu machen. Also glaubt nicht, wir hätten nicht schon versucht, ihn mit netten Sachen zu locken, die es am Dorf eben nicht gibt und die ihm zusagen könnten, wenn er sich nicht so dagegen wehren würde.

    Wenn er wirklich hart bleibt, läuft es wohl darauf hinaus, dass meine Mutter und ich alleine feiern. Meine Mutter meinte in ihrem Trotz schon, ihr Vater habe drei Kinder, ich aber nur eine Mutter, also würe sie eher bei mir bleiben, als zu ihm fahren. Das wird dann wohl weniger traditionell und klein gehalten, zu zweit zahlt sich das alles nicht aus. Wir könnten es uns aber sicher nett machen, vll. kommt später auch mein Freund vorbei und der meiner Mutter (die feiern jeweils mit den eigenen Familien)... aber mit dem Gedanken, dass Opa beleidigt und weinend unterm eigenen Christbaum sitzt, kommt eben auch keine Weihnachtsstimmung auf!
    Wir sind so ein Haufen Sturköpfe, dass dieses Szenario mir immer plausibler erscheint, leider!

    Danke jedenfalls für eure Denkansätze!
    Du bist ein lebender Mensch, eine Frau, und kannst irren und zweifeln und gut sein. (Erich Fried)

  10. User Info Menu

    AW: Das Weihnachtsdilemma

    ich seh kein wirkliches problem.

    notfalls gans und nachspeisen jetzt mal braten, zu weihnachten auftauen, mit dem opa am vierundzwanzigsten feiern, idealerweise beim onkel, oder wo der alte herr will. weil nicht frisch gemacht, schmeckt alles nicht so gut wie bei oma, das trägt ihr wenigstens ehre ein.

    am dreiundzwanzigsten richtig ruhig und ohne konsumterror weihnachten feiern, mit mama und deinem und ihrem freund. dadurch ist dann der druck für euch auch schon raus, die weinerei kann aber muss nicht mehr passieren.
    lg
    legrain

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