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  1. Inaktiver User

    Rauswurf des Sohnes

    Es ist soweit, mein Sohn (fast 19) muss ausziehen. Es geht einfach nicht mehr.
    Mein Exmann und ich haben uns getrennt, als er fast 15 war. Er blieb aus verschiedenen pragmatischen Gründen und nach mehreren Besprechungen bei meinem Exmann. Ich blieb in der gleichen Stadt wohnen und sah ihn oft.
    In der Zeit sah es für mich so aus, als ob es eine gute und pragmatische Lösung sei. Mit meinem Exmann habe ich keinerlei Kontakt mehr und auf Nachfragen sagte mir mein Sohn immer Dinge, die sich für mich nach "grüner Bereich" anhörten.
    Mein Exmann lernte vor ca. Zwei Jahren eine deutlich jüngere Frau kennen, die er in diesem Sommer heiraten wird. Seitdem ging in diesem Dreierhaushalt nicht mehr gut und endete mit einem Rausschmiss meines Sohnes bei meinem EXmann.
    Am Anfang war ich gewillt, meinem Sohn alles zu glauben. Dass SIE die Schuldige ist usw usf.
    Mein Sohn lebt nun seit vier Monaten bei mir und es klappt nichts. Alles an Rechten nehmen was geht, keinerlei Verantwortung für sich, keinerlei Pflichten (außer auf nachdrückliches Bitten). Ich kann nun also meinen Ex durchaus verstehen ;-)
    Schulisch will er eben das letzte Jahr nochmal machen (Abi) und tut absolut nichts für die Schule.
    Außer PC (online), Freundin und Disko hat er nichts im Kopf. Abends bis früh morgens chatten und sehr oft verschlafen etc.
    Mich macht das wahnsinnig. Nicht nur, dass ich mich beengt fühle (was aber sicher auszuhalten wäre) sondern auch die Verantwortungslosigkeit für sein Leben macht mir schwerst zu schaffen.
    Ich halte es nicht mehr aus, immer in eine unordentliche Wohnung zu kommen und immer hinterherräumen zu müssen.
    Zeige ich ihm die Grenzen, gibt es Krach.
    Nun habe auch ich ihn gebeten auszuziehen, was er tun will.
    Unterhalt bekommt er vom Vater 500,-€ plus Kindergeld. Er sucht jetzt schin raus, ob er nich mehr kriegen kann.
    Sein Egoismus macht mich fertig und sein opportunistisches Verhalten kotzt mich an.

    Aber da ist auf der anderen Seite immer das schlechte Gewissen und die Sache, dass ich mir die Schuld gebe.
    Kennt das jemand und wie seid ihr mit solchen Gefühlen umgegangen?
    Geändert von Inaktiver User (19.05.2013 um 15:21 Uhr)

  2. Moderation

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    AW: Rauswurf des Sohnes

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Nun habe auch ich ihn gebeten auszuziehen, was er tun will.
    Unterhalt bekommt er vom Vater 500,-€ plus Kindergeld. Er sucht jetzt schin raus, ob er nich mehr kriegen kann.
    Sein Egoismus macht mich fertig und sein opportunistisches Verhalten kotzt mich an.
    Hier sehe ich grundsätzlich keinen Egoismus. Der Unterhalt steht ihm zu und dass er überprüft, ob die Höhe korrekt ist, ist in meinen Augen richtig.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Aber da ist auf der anderen Seite immer das schlechte Gewissen und die Sache, dass ich mir die Schuld gebe. Kennt das jemand und wie seid ihr mit solchen Gefühlen umgegangen?
    Gegen das schlechte Gewissen ist wohl kein Kraut gewachsen. Es war nicht sehr klug, keinen Kontakt zu deinem Mann zu halten und sich über den Sohn auzutauschen und zu unterhalten, sondern sich einseitig über den Sohn informieren zu lassen. Aber das weißt du sicher selbst und der Drops ist mittlerweile auch gelutscht.

    Dein Sohn ist mittlerweile volljährig und kann seine eigenen Entscheidungen treffen. Ihr beide (Mutter und Vater) solltet jedoch weiterhin versuchen, den Kontakt aufrecht zu erhalten. Du sagst, er will das Schuljahr noch einmal machen - wahrscheinlich weil die Leistungen unterirdisch sind. Warum sollte er jetzt, zum Schuljahrsende, plötzlich anfangen zu lernen? Diese Logik erschließt sich mir auch nicht. Daraus Verantwortungslosigkeit zu konstruieren, ist für mich zunächst auch schwer nachvollziehbar.

    Wie möchte dein Sohn denn wohnen? WG? Wohnheim? Eigene Wohnung? In letzterer ist die Gefahr des "Versumpfens" natürlich größer als in den beiden anderen Wohnformen. Da besteht noch eine gewisse Kontrolle. Inwieweit kümmert er sich denn tatsächlich um eine Bleibe? Grundsätzlich würde er dann zumindest lernen, dass Leben teuer ist und dass das Leben nicht nur aus Vergnügen besteht.
    Der Körper ist der Übersetzer der Seele ins Sichtbare.
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    AW: Rauswurf des Sohnes

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich blieb in der gleichen Stadt wohnen und sah ihn oft.
    Und in dieser Zeit war er ganz anders? Lieb und nett und ordentlich? Das kann ich nicht so ganz glauben - es gibt doch meistens schon Tendenzen.

    Du bist nun nach mehreren Jahren in der Position, dich konkret mit deinem Sohn auseinanderzusetzen - gab es denn vor dem Umzug zu dir Gespräche, wer künftig was zu tun hat, welche Regeln es gibt und wie evtl. Konsequenzen aussehen?

    Ünrigens, im Erziehungsforum gibt es einen Strang "Volljährige Kinder und Probleme", vielleicht magst du da ja auch mal reinschauen.

    Gruß
    Schnurpsel

  4. Inaktiver User

    AW: Rauswurf des Sohnes

    Hallo,

    Den Kontakt will mein Exmann nicht.

    Ja, zu der Zeit war mein Sohn kein Verweigerer - zumindest das, was ich bei seinen Besuchen erfahren konnte.
    Schulisch war er von jeher ein sehr bequemer Schüler. Seine Zeugnisse waren immer so um die Zensur drei.
    Im letzten Jahr ist er dann komplett abgesackt, da er sich z.B. Auch seine Entschuldigungen selber schreiben konnte. ich habe das erst im Laufe der letzten vier Monate so richtig erfahren.

    Sein Egoismus bezieht sich nicht auf den ihm zustehenden Unterhalt, sondern auf seine Lebensweise.
    Wir waren schon bei der Familienberatung.
    Zuvor habe ich versucht durch Tagespläne und strukturelle Ordnung, durch viele Gespräche und viel Liebe ihn wieder etwas auf Spur zu bringen.
    Jetzt kann ich nicht mehr.

    Ich würde hier nur gern erfahren, wie ich mit den Schuldgefühlen umgehen soll.
    In mir spricht immer die Mutterstimme: DAS DARF EINE RICHTIGE MUTTER NICHT TUN!!!
    Auf der anderen Seite stehe ich mit meinem Leben.
    Ich werde immer weiter nach unten gezogen und kann mich einfach nicht mehr mit seinen Verhaltensweisen auseinandersetzen.

  5. Inaktiver User

    AW: Rauswurf des Sohnes

    =Roesenbeet;21854071In mir spricht immer die Mutterstimme: DAS DARF EINE RICHTIGE MUTTER NICHT TUN!!!
    Hallo Roesenbeet, ich sage Dir mal, was ich denke, was eine richtige Mutter nicht tun darf:
    - Sie darf ihr Kind nicht glauben lassen, dass das Leben ein Ponyhof ist.
    - Sie darf sich von ihrem Kind nicht zum Affen machen lassen, weil es dann glaubt, dass das Leben ein Ponyhof ist.
    - Sie darf sich von ihrem volljährigen Kind nicht demütigen lassen (bei jemandem zu leben und nicht den Haushalt tiptop zu halten ist Demütigung).
    - Sie darf ein volljähriges Kind nicht wie ein Kleinkind behandeln (Erwachsenen sind gleichberechtigt untereinander).
    - Sie darf nicht versäumen, dem Kind beizeiten Feuer unter dem Hintern zu machen, so es die Meinung und die Persönlichkeit der Mutter kennenlernt.
    - Sie darf keinen Streit mit dem Kind auslassen, um seine Konfliktfähigkeit zu schulen.
    - Sie darf den Zeitpunkt nicht verpassen, das volljährige Kind vor die Tür zu setzen, wo es das wirkliche Leben kennenlernen kann.
    - Sie darf aber auch nicht vergessen, ihm die Tür offen zu halten, wenn es in Augenhöhe wieder zurückkommen möchte.

    Eine "richtige" Mutter zieht ihr Kind für sein eigenes Leben groß und nicht, um ihm dienstbar zu sein. Es ist ein großer Irrtum zu glauben, dass man von seinem Kind geliebt wird, weil man alles für es tut und es so zur Unselbständigkeit erzieht.
    Im Gegenteil, je mehr man sich von seinen pubertierenden oder erwachsenen Kindern bieten läßt, desto mehr mißachten sie einen.
    Das ist einfach menschlich. Jemand, der sich anbiedert, kann nicht respektiert werden.
    Du hast ein Recht auf Dein eigenes Leben, genau so wie Dein Sohn. Ihr verweigert es Euch gegenseitig.
    Stelle ihn vor die Wahl, entweder wird in Deinem Haushalt nach Deinen Regeln gelebt oder er zieht aus und macht seine eigenen Regeln in seinem eigenen Haushalt. Ohne Diskussion, ohne Kompromisse. Er wird Dir dankbar sein.

  6. Moderation

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    AW: Rauswurf des Sohnes

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich würde hier nur gern erfahren, wie ich mit den Schuldgefühlen umgehen soll.
    In mir spricht immer die Mutterstimme: DAS DARF EINE RICHTIGE MUTTER NICHT TUN!!!
    Auf der anderen Seite stehe ich mit meinem Leben.
    Ich werde immer weiter nach unten gezogen und kann mich einfach nicht mehr mit seinen Verhaltensweisen auseinandersetzen.
    Ich finde nicht, dass man sich mit dem Verhalten seines Kindes nicht mehr auseinandersetzen kann, außer man bricht mit seinem Kind und erklärt, dass man mit ihm nichts mehr zu tun haben will. Dann beschränkt sich das "Auseinandersetzen" nur noch darin, dass du ihm den ihm zustehenden Unterhalt überweist und der Rest interessiert dich nicht. Ansonsten wird man immer mitleiden und mitfiebern, wenn es um die eigenen Kinder geht - egal, wie alt sie sind.

    Wie sollst du mit deinen Schuldgefühlen umgehen? Frage ich, ob du ihm alles mitgegeben hast, ob du die nötige Toleranz, Geduld und das nötige Verständnis aufgebracht hast. Wenn du alles mit Ja beantwortest, dann mache dir klar, dass du ihm alles mitgegeben hast, was ein Mensch für ein selbstbestimmtes und glückliches Leben braucht. Was er damit macht, ist seine Angelegenheit. Und dann lass los. Er ist erwachsen.
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  7. Inaktiver User

    AW: Rauswurf des Sohnes

    Zitat Zitat von skirbifax Beitrag anzeigen
    Wie sollst du mit deinen Schuldgefühlen umgehen? Frage ich, ob du ihm alles mitgegeben hast, ob du die nötige Toleranz, Geduld und das nötige Verständnis aufgebracht hast. Wenn du alles mit Ja beantwortest, dann mache dir klar, dass du ihm alles mitgegeben hast, was ein Mensch für ein selbstbestimmtes und glückliches Leben braucht. .
    Und wenn das eine Mutter nicht vorbehaltlos mit "Ja" beantworten kann? Muß sie dann Schuldgefühle haben?
    Ich habe bestimmt nicht immer die nötige Toleranz, Geduld oder Verständnis aufgebracht. Weil ich einerseits nicht weiß, was immer "nötig" war und es auch nirgendwo geschrieben steht und ich andererseits auch immer Mensch war und nicht nur Mutter.
    Ich war auch ungeduldig, intolerant und unverständig.
    Meine Kinder sind groß geworden, selbständig und selbstbewußt. Entscheidend ist, ob man seine Kinder liebt, das spüren sie. Alles andere können Lippenbekenntnisse oder angelesene Weisheiten sein, auch das spüren sie.
    Schuldgefühle sind schlechte Ratgeber. Wenn man sich an jemandem schuldig gemacht hat, muß es ausgesprochen und gut gemacht werden. Bleibt es bei den Gefühlen, ist eine Beziehung gestört.

  8. Inaktiver User

    AW: Rauswurf des Sohnes

    Ob es die nötige Toleranz und das nötige Verständnis war, weiß ich nicht.
    Es war das, was ich mitgeben konnte.

    Und hier beginnen ja mein Schuldgefühle...ich hätte viel mehr über meine Grenzen gehen müssen, sagt das Schuldgefühl.....

    Lieber Skirbifax, bitte antworte nicht mehr, deine Posts ziehen mich noch weiter nach unten. Du bist leider eine sehr schlechte Hilfe für mich, da deine Posts diese Schuldgefühle verstärken und mir nicht helfen, damit umgehen zu können.

  9. Inaktiver User

    AW: Rauswurf des Sohnes

    Liebe Mushunt, danke...das hilft mir etwas weiter.

  10. Moderation

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    AW: Rauswurf des Sohnes

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Lieber Skirbifax, bitte antworte nicht mehr, deine Posts ziehen mich noch weiter nach unten. Du bist leider eine sehr schlechte Hilfe für mich, da deine Posts diese Schuldgefühle verstärken und mir nicht helfen, damit umgehen zu können.
    Nur zur Klarstellung - ich bin eine Frau. Dass meine Ansichten bzw. meine Auffassung deine Schuldgefühle verstärken, tut mir zwar leid, dennoch hast du hier im Forum gefragt und ich habe geantwortet. Grundsätzlich hat hier jeder(r) das Recht zu antworten. Wenn du Antworten bestimmter User nicht lesen möchtest, dafür gibt es eine Ignor-Liste. Wähl mich an und du liest nichts mehr, was ich schreibe.
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