Antworten
Seite 3 von 3 ErsteErste 123
Ergebnis 21 bis 24 von 24
  1. Inaktiver User

    AW: wie geht ES ÜBERHAUPT? Frage einer Mutter an die Töchter?

    Sehr viel Kluges und Wichtiges wurde schon geschrieben.

    Ich kann mir vorstellen, dass die Situation für einen Elternteil furchtbar ist. Mein Kontakt zu meiner Mutter ist zwar existent, aber nicht grade von Liebe geprägt sozusagen. Ich komme meinen "Tochterpflichten" nach, so gut ich kann. Ich sehe den Kontakt als Verpflichtung, nicht als Bedürfnis. Warum das so ist, hat Gründe, die ich hier nicht ausbreiten möchte. Sie liegen mehr in meinem Leben als Erwachsene, also ab 20++.

    Zuallererst: ich finde, ein Kind ist für sein Leben selbst verantwortlich, ich kann mich nicht ewig auf meine tatsächliche oder vermeintliche miese Erziehung berufen und andere für mein Leben verantwortlich machen. Dazu kann gehören, dass ich den Kontakt zu Eltern abbreche.

    Kinder sind nicht per se die lieben, allzeit hilflosen Geschöpfe, nach denen man sich zu richten hat. Sie können genauso berechnend und gewalttätig sein (physisch wie psychisch). Das offen zu sagen, gilt freilich als Tabu. Von Eltern wird meist erwartet, dass sie "in Vorlage" treten, also immer alles verzeihen und vieles ertragen.

    Ich finde, Eltern müssen sich nicht jeden Schuh anziehen, wenn das Verhältnis zu einem Kind nicht gut ist. Es ist ein Mythos, dass sich Eltern und Kinder immer liebhaben müssen und jeder es mit dem jeweils anderen immer nur gut meint. Das stimmt schlichtweg nicht. Auch zwischen Eltern und Kindern kann die "Chemie" sozusagen nicht stimmen, dann ist ein Kontakt eben nicht oder nur schwer möglich.

    Im Laufe der Zeit können sich Ansichten ändern, bei allen(!) Beteiligten, also heisst es abwarten, auch wenn das sehr schwer fällt.

    Gruß, Elli
    Geändert von Inaktiver User (19.05.2013 um 09:21 Uhr)

  2. Inaktiver User

    AW: wie geht ES ÜBERHAUPT? Frage einer Mutter an die Töchter?

    Liebe Vallandine,
    weißt du was mir als Erstes einfiel?

    Du kannst deine Tochter im Moment nicht trösten, du hast keinen Draht zu ihr.
    Die begabten Kinder sind nach meiner Ansicht am schwierigsten zu fördern. Und landen oft im Genie-Nirwana, verzeih den Ausdruck.

    Mir fällt momentan nur ein, du verlierst dich in Details.
    Als große Sorge sehe ich doch: Tochter hat weder zu dir noch zu den Geschwistern Kontakt - und es geht ihr nicht gut.

    Ich glaube, sie hat momentan einfach Probleme mit sich selber.
    Das würde ich mal so akzeptieren.

    Du schreibst: alle deine Kinder führen ein selbständiges Leben, haben wohl ihr Auskommen.
    Weißt du, jetzt sehe ich wieviel Konkurrenz und Eitelkeit und Bedürfnis nach Anerkennung auch unter Geschwistern herrscht.

    Mein Verhältnis zu meinen Kindern hatte sich nach meiner Trennung auch überhaupt nicht gestaltet wie ich mir vorstellte.
    Dabei war ich immer "La Mama"..

    Heute denke ich: es gibt soo viele Gründe wieso sich der Eltern-Kind-Kontakt nicht so intensiv gestaltet wie man sich das als Mutter wünscht.

    Für mich ist das Wichtigste nichts zu erzwingen, Dinge so stehen zu lassen wie sie momentan sind.

    Bei meinen Freundinnen ist das auch sehr oft ein Thema. Und ich finde, die machen alle das Allerverkehrteste: die kämpfen, mit offenen und versteckten Waffen, lach, und übersehen manchmal sogar regelrechte Unverschämtheiten.
    Mal als Beispiel: ein Sohn sagt ihm passe der Anruf gerade nicht und ruft nach 6 Wochen zurück....

    Wenn man die Kinder so lässt: manchmal ist die Schwiegerseite einfach nur chicker und betuchter.....etc..

    Es gelten doch für alle Beziehungen ähnliche Regeln: lauf keinem hinterher, bleib sachlich etc....

    Bei der Sorge um die Tochter würde bei mir vorrangig vorherrschen: wer hat nen Draht zu ihr, mit wem verbindet sie was
    Du bist es im Moment nicht.

    Diese Zeit kann man für sich sehr gut nutzen.

    Kinder sind meiner Meinung nach sehr schlau und auch weise.
    Sie wissen ob sie geliebt wurden, sie kennen die Mutter - leider manchmal mehr als sie sich selbst.

    Du, als Mutterschiff musst Vertrauen verströmen.
    Das ist meiner Meinung nach das wesentliche.

    Mit Gewalt und um jeden Preis würde ich nie Beziehungen aufrechterhalten.
    Jedenfalls nicht bei erwachsenen Kindern.

    Sich mit machtlosen Situationen abzufinden bzw. sie zu erkennen finde ich auch eher stark als resignierend.
    Ich wäre zum Beispiel gerne Oma bei meiner Ältesten. Da herrscht aber von seiten des Schwiegersohns eine Abwehr.
    Das möchte ich den Kindern nicht zumuten. Auf keinen Fall.
    Aber, was tue ich mit meinen Wünschen Oma zu sein? Ich heuer als Leih-Oma an, echt.

    Du hast deine Kinder groß bekommen.
    Nun sei stark und traue ihnen auch was zu.
    Ich wünsche dir alles Gute

  3. User Info Menu

    AW: wie geht ES ÜBERHAUPT? Frage einer Mutter an die Töchter?

    : an alle lieben Töchter und auch Mütter!

    Ich habe nicht gleich geantwortet, weil ich gerade eben eine Angina habe...


    vorab noch eine Antwort bezüglich meiner anderen Kinder:
    es geht ihnen "gut", wie es jungen Erwachsenen eben geht: Manchmal fehlt der richtige Job, die Beziehung ist gerade nicht perfekt optimal, die Kinderchen sind krank, mal sucht man nach einem neuen Lebenskonzept, also es ist niemals perfekt, aber okay. sie suchen, sie finden, mal früher mal später.. Also (für meinen Blick auf sie) voll okay. es ist keiner dabei, der unglücklich über längere Strecken ist oder grundsätzlich mit seinem Schicksal hadert.

    Vielen besonderen Dank an "was- immer...", du hast es gut verstanden mir (immer nur aus meiner subjektiven Nabelschau heraus) die richtigen Worte zu sagen. Und .... ich versuche niemals mit Nachdruck oder mit Erpressung "Zuneigung" oder auch nur "Hinwendung" zu erreichen. Manipulation ist das Letzte, was ich machen würde.
    An alle anderen Mütter und Töchter: ich bin ganz gerührt, wieviel Gutes und richtiges hier geschrieben wurde.

    Im Übrigen; Töchti hat ihre Schwester nach dem Muttertag angerufen, um zu hören, ob ich auch traurig war, weil sie nicht angerufen hat...
    Es gefällt ihr, dass ich "leiden" könnte, was mir immer noch sehr kindlich erscheint..

    Ich denke mir jetzt: Sie wird reifer werden , sie wird (wie übrigens die meiner Kinder, die bereits selbst Eltern sind) auch unser Familienleben und meine Rolle als "schreckliche Mutter" mit anderen Augen sehen lernen. Ansonsten kann ich mich glücklich schätzen, dass gerade dieses mich ablehnende Kind, trotz ihrer relativen Kontaktlosigkeit zur Familie, sehr erfolgreich im Beruf ist und einen stabilen Freundeskreis und eine feste Beziehung hat, was ja bedeutet, dass sie so schlecht nicht im Leben weggekommen ist.

    Ich habe eine wirklich gute Beziehung zu meinem lieben Mann, einen liebevollen Kontakt zu meinen anderen 4 Kindern, Schwiegerkindern und Enkelchen und hoffe einfach auf eine bessere Zeit mit meinem geliebten "Problemkind", wann auch immer... Wenn es uns nicht gelingen sollte, also nie mehr, werde ich trotzdem meine Tochter ohne Groll und in Liebe im Herzen behalten.

    mehr kann ich sowieso nicht tun.

    Vielen Dank an Euch alle.
    Vallandine

  4. User Info Menu

    AW: wie geht ES ÜBERHAUPT? Frage einer Mutter an die Töchter?

    Zitat Zitat von Vallandine Beitrag anzeigen
    Ich habe nicht gleich geantwortet, weil ich gerade eben eine Angina habe...
    Liebe Vallandine,

    vielen Dank für Deine Rückmeldung ... und gute Besserung!


    Töchti hat ihre Schwester nach dem Muttertag angerufen, um zu hören, ob ich auch traurig war, weil sie nicht angerufen hat...
    Es gefällt ihr, dass ich "leiden" könnte, was mir immer noch sehr kindlich erscheint..
    Damit ist Dir auch gezeigt, welche Präsenz Du, trotz allem, in den
    Gedanken Deiner Tochter einnimmst.

    Sie möchte Dich für irgend etwas "bestrafen" - und ich vermute mal,
    wenn man sie fragte, würde sie diesen Grund nicht einmal ganz genau
    benennen können.

    Sie scheint ein ganz bestimmtes Empfinden auf Dich zu kanalisieren.

    Ich schätze die Situation so ein, dass sie, trotz ihres gelingenden Lebens,
    irgend wann selbst an einer Klärung interessiert sein wird. Sie hat
    schliesslich auch den Kontakt zu der restlichen Familie abgebrochen, und
    das ist eine schwere Hypothek, die sich sich selbst aufgebürdet hat.


    Wenn es uns nicht gelingen sollte, also nie mehr, werde ich trotzdem meine Tochter ohne Groll und in Liebe im Herzen behalten.
    An das "nie mehr" glaube ich nicht ...
    Deine Haltung wird Dir - und auch Deiner Tochter - zugute kommen.

Antworten
Seite 3 von 3 ErsteErste 123

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •