Leider wahr, vor allem will ich nicht mal an das Klima dort denken, da läuft es einem ja kalt den Rücken runter.
Ich sehe da mehr als reine Überforderung, dieses offen dazustehen zeugt erstens von mangelndem Unrechtsbewusstsein und zweitens von Kaltherzigkeit, diese Frau scheint genau zu wissen was sie tut und fühlt sich sehr sicher dabei.
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19.10.2012, 13:44Inaktiver User
AW: Mein Sohn schlägt seine Kinder: Ich fühle mich hilflos und suche Rat
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19.10.2012, 14:49
AW: Mein Sohn schlägt seine Kinder: Ich fühle mich hilflos und suche Rat
Er lernt auch: Die Großeltern haben mir geglaubt. Sie haben mich ernst genommen und versucht mir zu helfen.
Vielleicht braucht er das mal, wenn er später zu Hause abhaut. Dann erinnert er sich vielleicht daran, wohin er sich wenden kann.
Dass es hier nicht möglich war, unmittelbar Abhilfe zu schaffen, wundert mich in keiner Weise - so bitter das ist.
Aber zumindest der Große hat mitbekommen, dass ihr es versucht habt. Vielleicht handelt auch die Schule und er bekommt eine Vertrauensperson, indem sich die Sozialarbeiterin oder sonstwer kümmert.
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19.10.2012, 16:56Inaktiver User
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19.10.2012, 17:53Inaktiver User
AW: Mein Sohn schlägt seine Kinder: Ich fühle mich hilflos und suche Rat
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19.10.2012, 17:59Inaktiver User
AW: Mein Sohn schlägt seine Kinder: Ich fühle mich hilflos und suche Rat
Das ist natürlich zu befürchten - aber was soll Wolfman denn machen ? Zu den Enkeln darf er keinen Kontakt mehr haben, das Jugendamt wird nichts unternehmen. Ein eventuelles Eingreifen kann nur noch über die Schule laufen.
Mir läuft es ja auch eiskalt den Rücken runter, aber die Kinder sind den Eltern momentan wohl ausgeliefert.
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19.10.2012, 18:28
AW: Mein Sohn schlägt seine Kinder: Ich fühle mich hilflos und suche Rat
Das Jugendamt hat einen Schutzauftrag.
Wenn man dem Jugendamt Hinweise auf Gefahrenmomente zuleitet (so wie mit dem von mir vorgeschlagenen Gesprächsprotokoll, als Beispiel), die es nicht ignorieren kann, dann kommt es eher in Zugzwang.
Ich fragte weiter oben im Strang auch danach, ob das Kind durch die chronische Belastung bereits Verhaltens- oder andere Symptome zeigt. Wenn dem nämlich so ist, kann auch durch eine Fachperson wie z.B. einen Kinder- und Jugendpsychiater die Gefahr einer ernsthaften seelischen Fehlentwicklung durch psychosoziale Belastungsfaktoren bestätigt werden, was ebenfalls Druck ausübt.
Ich wünschte auch, man hätte mehr Hebelwirkung in Deutschland. Ich persönlich finde es, obwohl ich seit Jahr und Tag in dem Fachgebiet arbeite, unverständlich und ein himmelschreiendes gesellschaftliches Versäumnis, daß wir Kinder und letztlich Familien so wenig schützen. (Und das gebiert sich weiter durch die Generationen...)
In Norwegen, womit ich euch nicht nerven will, was ich nur als Beispiel für eine bessere Situation anführe, ist jeder als Privatperson verpflichtet, eine ernsthafte Sorge um das Kind dem Jugendamt zu melden. Das Jugendamt eröffnet dann ggfs. eine Untersuchungssache und kann dann von allen Beteiligten Informationen einfordern sowie einen Milieu-arbeiter in die Familie setzen, über viele Stunden an vielen Tagen, um sich ein Bild zu verschaffen. Auch hier ist nicht alles Gold, aber es ist schon deutlich besser. Und das deshalb, weil man hier geschafft hat, den Fokus auf die Kinderrechte zu lenken. Zur Debatte steht zur Zeit, ob eines der obersten Rechte des Kindes innerhalb seiner Familie das auf "entwicklungsfördernde Bindung" sein soll (utviklingsfremmende tilknytning). Was auch bedeutet, daß die rein biologische Elternschaft in ihrer Bedeutung geschmälert wird, wenn sie nicht auch diese Art von Bindungsangebot leisten kann.
Es gibt hier bereits gewonnene Prozesse von ehemaligen misshandelten/deprivierten Kindern, jetzt Erwachsenen, gegenüber den Kommunen, die sie nicht ausreichend in den Familien geschützt haben. Wenn man als Gesellschaft erst mal da ist, dann muss das Jugendamt sich ganz anders einsetzen (aber dazu auch gesetzlich und ressourcenmäßig in der Lage sein).that was the river - this is the sea
Moderation in den Foren "Kindergesundheit", "Persönlichkeit" und im "Corona"-Forum
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19.10.2012, 18:30
AW: Verschiedene Ratschläge ...
Mal abgesehen davon ob die Handyidee gut und praktikabel und angebracht ist: Mir stößt es unangenehm auf, wie du in deiner ALG2 Falle sitzt und dich auch darauf zurückziehst in diesem Fall.
Ein einfaches Handy gibt es inzwischen für 20 Euro, in eurer Umgebung haben mit Sicherheit zig Leute zig gebrauchte Handies ungebraucht in der Schublade liegen, ihr seid 2 Paar Großeltern und mindestens eine Tante, die einen Job hat.
Das Kind ist clever und versteht eine ganze Menge, es ist zum Teil tatsächlich auf der Flucht wenn es mit dir gesprochen hat und erkennt dich dadurch auch als Halt neben den Eltern an.
Dass ihr nicht alle Möglichkeiten habt, die man sich wünscht, sehe ich auch. Ich sehe aber auch, dass du besser bist im weg argumentieren und glatt bügeln als im lösungsorientierten Fantasieeinsatz.
Ich hoffe, dass der Schulleiter hält, was er verspricht und sich nicht nur wichtig und engagiert zeigen wollte in seiner Anfangseuphorie auf der neuen Stelle und dass es eine Schulsozialarbeiterin gibt, die er dem Jungen an die Seite stellt - und über die ihr ihm wenigstens einen Gruß zukommen lassen könnt.
Meine Großmutter hat mich übrigens regelmäßig auf dem Schulweg abgefangen.
Wäre das nicht gegangen, hätte sie in der Pause auf dem Schulhof gestanden.
Hätte sie weiter weg gewohnt, hätte sie dafür "ihr letztes Hemd verkauft" um hin zu kommen.Geändert von kubus (19.10.2012 um 18:36 Uhr)
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19.10.2012, 18:56Inaktiver User
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19.10.2012, 19:44
AW: Mein Sohn schlägt seine Kinder: Ich fühle mich hilflos und suche Rat
Der spontane Wunsch entsetzter Beobachter ist immer, dass das sofort aufhört. Aber das kriegt man selten hin. Die Rechte der Eltern sind in D sehr hoch. Gegen ihren Willen wird kaum interveniert. Auch kann man die Eltern ja nicht von heut auf morgen ändern, sie um 180° wenden. Also müssten die Kinder aus der Familie, damit Misshandlungen sofort aufhören. Wollen das die Kinder aber? In den meisten Fällen lieben sie ihre Eltern auch - trotz allem.
Ich denke, dranbleiben, einen längeren Atem zeigen, aber auch ein Stück weit die Situation aushalten können führt langfristig am ehesten zum Ziel. So schwer das auch fällt.
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20.10.2012, 00:18
AW: Mein Sohn schlägt seine Kinder: Ich fühle mich hilflos und suche Rat
ohne jetzt alles gelesen zu haben, das muss ich nun doch loswerden:
eine Verwandte, ihres Zeichens Lehrerin, hatte einmal genau das gleiche Problem mit dem Jugendamt, welches sich weigerte ihrem Hinweis, ein Mädchen ihrer Klasse würde körperlich misshandelt, nachzugehen.
Vielmehr stellte sich das betreffende Jugendamt auf die Seite der Eltern und sah keinen Handlungsbedarf.
Besagte Verwandte gab nicht auf und schnappte sich das Kind, brachte es zur Polizei, wo es Aussage machte. Auch ein Arzt wurde eingeschaltet. Das Jugendamt geriet unter Zugzwang und handelte plötzlich sehr schnell! -- es geht also irgendwie, auch wenn man einen langen Atem braucht. Man könnte die Eltern schon auch anzeigen, vielleicht würde das Jugendamt dann eher reagieren und auch die Kinder würden befragt. Ich weiß dass das alles sehr schwierig sind, aber ich habe viele Freunde die als Kinder geschlagen wurden und jetzt Depressionen haben, - ---- Wolfman, für dich alles Gute!



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