Hallo Ihr Lieben,
mich bewegt seit Monaten ein Thema und setzt mir mehr zu als mir lieb ist. Manchmal denke ich, dass es nun gut sei, dass es ruhen kann, aber dann kommt es doch wieder mit voller Wucht hoch und lässt mich nächtelang nicht schlafen. Dann mache ich mir Gedanken über das Warum und finde keine Antworten. Deshalb habe ich mich nun dazu durchgerungen, es einmal hier zu posten, um zu sehen, wie Ihr darüber denkt. Es geht um meine Schwägerin.
Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll, so viel ist passiert. Ich bin Mitte 50, habe längst eine eigene Familie, wohne auch schon lange nicht mehr in meinem Heimatdorf, aber die Ereignisse in meinem Heimatdorf und in meiner Herkunftsfamilie haben mich nie ganz los gelassen. Es lag vieles im Argen, aber so halbwegs kamen wir über die Runden. Meine Eltern hatten dort ein Haus und lebten so lange ich denken kann, in diesem Dorf. Ich habe einen Bruder, der ein Jahr älter ist als ich, der ist in diesem Dorf wohnen geblieben. Und bis vor wenigen Jahren lebte er mit unseren Eltern zusammen und mit seiner eigenen Familie in unserem Elternhaus, in getrennten Wohnungen. Die Ehe meines Bruders ging schief, er hatte einige neue Beziehungen und vor fünf Jahren lernte er eine Frau kennen, die sich für ihn als die Richtige herausstellte und er heiratete sie vor drei Jahren, sie kauften sich ein neues Haus im selben Dorf, alles schien bestens zu laufen. Sie war die erste Partnerin meines Bruders, mit der ich mich auf Anhieb super verstand. Ich hatte den Eindruck, dass wir auf einer Wellenlänge liegen. Wir freundeten uns an und auch die Beziehung zwischen meinem Bruder und mir wurde dadurch wieder schöner und etwas enger. Es gab hin und wieder Meinungsverschiedenheiten, auch Phasen, in denen wir etwas Abstand hatten, aber insgesamt hatte ich den Eindruck, dass nun alles gut sei und wir endlich „geordnete Verhältnisse“ hätten.
Ende letzten Jahres begann alles wie ein Kartenhaus einzustürzen. Mein Vater kam überraschend ins Krankenhaus und einen Tag später erlitt mein Bruder einen lebensgefährlichen Schlaganfall. Meine Schwägerin rief mich an und bat mich um Beistand. Ich ließ sofort alles stehen und liegen und eilte in die Klinik, in die mein Bruder gebracht worden war. Es folgten bange Stunden, Tage und Wochen, bis mein Bruder über den Berg war. Gleichzeitig verschlechterte sich der Gesundheitszustand meines Vaters dramatisch, bis er schließlich im Januar starb. In der ganzen Zeit standen meine Schwägerin und ich wie eine eins zusammen, sahen uns oft, telefonierten täglich, berieten über den Gesundheitszustand meines Bruders und Vaters und was wir unterstützend tun könnten.
Als mein Vater gestorben war, erlebte ich zusätzlich zu dem schweren Verlust eine Riesenenttäuschung. Meine Schwägerin nahm alles in die Hand, hatte schon am Sterbebett meines Vaters nahezu alles organisiert, wann, wo und wie die Beerdigung stattfinden solle, wer eingeladen werden solle, wer nicht, womit die Trauergäste bewirtet werden sollten, einfach alles. Ich hatte die Nachricht vom Tod meines Vaters gerade erst erhalten, als ich auf dem Weg zu ihm war, in der Hoffnung, ihn noch lebend anzutreffen, kam aber leider zu spät und in der Tür zu seinem Sterbezimmer überhäufte mich meine Schwägerin bereits mit allen diesen organisatorischen Details. Ich bat sie, mich damit zunächst einmal in Ruhe zu lassen, ich wolle erst einmal Abschied nehmen. Nach fünf Minuten fand sie anscheinend, dass ich genügend Zeit gehabt hatte und fing schon wieder mit diesen organisatorischen Dingen an.
Um es kurz zu machen, sie ignorierte völlig meine Bedürfnisse, setzte sich letztendlich in fast allen Fragen durch, denn sie hatte quasi den Heimvorteil, weil mein Vater natürlich in dem Heimatdorf beerdigt wurde. Ich rief sie zwischendurch immer wieder an, um Dinge zu ändern, aber für jedes kleine Detail musste ich mühevolle Überzeugungsarbeit leisten und die nötige Energie hatte ich zu diesem Zeitpunkt einfach nicht und schließlich gab ich enttäuscht klein bei und ließ sie gewähren. Und das Ende vom Lied war, dass sie mir die zahlreichen Spenden der Trauergäste verschwieg, mir die Beileidskarten nicht geben wollte „Wer interessiert sich schon für so einen Kram?“ und mich übelst beschimpfte. Sie machte mich im ganzen Dorf schlecht, setzte Lügen über mich in die Welt und brachte letztendlich meinen Bruder dazu, mich aus der Reha-Klinik auszurufen, um mir zu sagen, dass er mit mir nichts mehr zu tun haben will. Nie mehr. Seine beiden erwachsenen Töchter (meine Nichten) brachen ebenfalls den Kontakt zu mir ohne weitere Begründung ab und reden seither kein Wort mehr mit mir.
Die Tage nun hat eine meiner Nichten geheiratet und die haben mir nichts davon gesagt. Sie erwartet ein Kind, das im Herbst zur Welt kommen wird und wie es aussieht, soll ich dieses Kind wohl auch nie zu Gesicht bekommen. Das schmerzt. Ich zermartere mir das Hirn, was da eigentlich los ist. Sie behandeln mich eine Schwerverbrecherin und lassen mich voll gegen die Wand laufen. Anfangs versuchte ich zu schreiben, bis mir meine Schwägerin meine Post zerschnippelt zurück schickte. Ich komme einfach nicht klar mit der Situation.
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Ergebnis 1 bis 10 von 198
Thema: Meine intrigante Schwägerin
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16.08.2012, 10:29Inaktiver User
Meine intrigante Schwägerin
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16.08.2012, 10:32Inaktiver User
AW: Meine intrigante Schwägerin
Aus eigener leidvoller Erfahrung gefragt: Das Erbe Deines Vaters ist geregelt bzw. weißt Du, wieviel er hinterlassen hat?
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16.08.2012, 10:44Inaktiver User
AW: Meine intrigante Schwägerin
Des Menschen Willen ist sein Himmelreich - laß sie.
Ich würde mich dort gar nicht mehr melden und gut ist.
Eines Tages wird dein Bruder vielleicht merken was da mit seiner Frau los ist....
Das Erbe ist geklärt? Mehr würde ich nicht wissen wollen.
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16.08.2012, 10:47
AW: Meine intrigante Schwägerin
Ich denke auch, es hängt mit der Erberei zusammen!
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16.08.2012, 10:54
AW: Meine intrigante Schwägerin
Hallo Letstalk,
es tut mir wirklich herzlich leid, dass Du nicht nur Deinen Vater, sondern wohl auch Deinen Bruder verloren hast.
Dann noch Deine zweite Schwägerin, die Du ja auch als echte Freundin gesehen hattest.
Von Deiner Geschichte halte ich zwei Punkte für wichtig:
Es gab einen Vorkonflikt mit Deinem Bruder, den Du hier ausgeklammert hast.
Und:
Es geht um Geld nach dem Tod Deines Vaters. Nach dem Tod einiger Tanten und Onkel habe ich in meiner Familie selbst erlebt, dass Leute, die sich wirklich gemocht hatten!, miteinander stritten und bis heute keinen Kontakt mehr zueinander haben.*
Der Adler fängt keine Mücken.
'Antisemitismus hat in Deutschland keinen Platz' ist Kindergartenniveau. - Igor Levit
Deutsche Tugenden: „Pünktlich wie die Deutsche Bahn, ehrlich wie die Deutsche Bank und sauber wie VW.“
Arnulf Rating
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16.08.2012, 10:57
AW: Meine intrigante Schwägerin
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Ich zermartere mir das Hirn, was da eigentlich los ist. Sie behandeln mich eine Schwerverbrecherin und lassen mich voll gegen die Wand laufen.Anfangs versuchte ich zu schreiben, bis mir meine Schwägerin meine Post zerschnippelt zurück schickte.
... gaaanz unschön
... (und auch wenn es sich wahrscheinlich nicht nett anhört: nach dem, was Du geschrieben hast, würde ich mich nicht sehr wundern, wenn sie sich *bereichert* hat, dieses auch weiterhin vorhat - und nun zur Ablenkung hintertreibt, um Dich in ein schlechtes Licht zu stellen, sich *absichert*
und Dich ausschließt/ausschließen will)
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16.08.2012, 11:00
AW: Meine intrigante Schwägerin
Kann sein, dass es was zu holen gibt und sie deshalb so agiert. Aber grade das Verhalten im Krankenhaus sehe ich eher so, dass sie ein Mensch ist, der diese emotionale Ausnahmesituation mit Aktionismus überspielt. Sich in irgendwelche Aufgaben stürzt und damit vom Nachdenken abgelenkt ist. Wenn die TE ihr da aber immer (aus Sicher der Schwägerin) reingeredet hat, war sie vielleicht auch sauer und enttäuscht. Dass man ihren Fleiß und ihre gutgemeinte Unterstützung so wenig würdigt. Gepaart mit der eigenen Trauer und der Sorge um den ebenfalls kranken Partner war sie ja auch im Ausnahmezustand - da schaukeln sich Emotionen schonmal hoch.
Es klingt jetzt schon ziemlich verfahren und hat ja schon weite Kreise in der Verwandtschaft gezogen. Aber gerade weil die beiden sich eigentlich mal nah waren und die wirklich schweren Zeiten gemeinsam durchlebt haben, würde ich die Flinte noch nicht ins Korn werfen ... Einen Tipp, wo man ansetzen könnte, habe ich jetzt allerdings auch nicht
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16.08.2012, 11:03
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16.08.2012, 11:07Inaktiver User
AW: Meine intrigante Schwägerin
Aach, das Thema Erben ist ein anderes großes Fass

Meine Eltern hatten meinem Bruder schon vor zwanzig Jahren ihr Haus vermacht. Ich bekam damals als Ausgleich einen Betrag von meinem Bruder überwiesen und gut war. Mein Bruder wurde dabei sehr bevorzugt, denn ich bekam bei weitem nicht die Hälfte, sondern eher ein viertel des Wertes. Meine Eltern sagten, dass mein Bruder sich dafür um sie kümmern müsse, wenn sie mal alt und gebrechlich wären und ich hätte dann mit nichts was zu tun. Es war ihnen damals ein großes Anliegen, denn sie wollten Erbstreitereien unter uns Geschwistern vermeiden oder was auch immer. Sie hatten sich total krumm gelegt für dieses Haus. Mein Vater hat alles selbst gebaut mit Hilfe von Verwandten und Nachbarn. Alle Energie floss in dieses Haus und so wollten sie, dass es im Familienbesitz bleibt.
Als mein Bruder zwischen Leben und Tod schwebte, hielt meine Schwägerin es für nötig, mich über ihre finanziellen Verhältnisse zu informieren. Sie und mein Bruder haben ja ein neues Haus gekauft und dafür das Elternhaus beliehen. Zusätzlich haben sie auf riskante Kursspekulationen gesetzt. Das ging wohl schief. Im Grunde ist alles verzockt. Mein Elternhaus kommt wohl demnächst unter den Hammer. Sonst gibt es nichts zu erben.
Aber es kommt noch dicker: meine Mutter lebt in einem Pflegeheim, was natürlich Geld kostet. Jetzt habe ich eine Mitteilung vom Sozialamt bekommen, dass ich jeden Monat einen ordentlichen Batzen Geld bezahlen soll für diese Heimunterbringung. Ich alleine. Mein Bruder ist erwerbsunfähig, verschuldet bis zur Halskrause und da bleib nur ich übrig, die noch zahlungsfähig ist. Ich finde das alles himmelschreiend ungerecht.
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16.08.2012, 11:09
AW: Meine intrigante Schwägerin
Hallo letstalk!
Es könnte gut sein, dass sie dies gut gemeint hat - ich jedenfalls wäre froh gewesen, wenn mir jemand die Arbeit abgenommen hätte.
Sag mal: Hat sie vielleicht damit die Kosten für die Beerdigung gedeckt?
(nachtrag: unsere letzten Beiträge haben sich überschnitten)


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