Hallo liebe Forenmitglieder!
Ich habe mich hier angemeldet, weil ich ein Problem habe, das mir gerade sehr zu schaffen macht. Daher bräuchte ich mal unabhängige, objektive Einschätzungen bezüglich der Lage. Es wäre sehr lieb, wenn ihr mir helfen könntet.
Zur Situation:
Seit fünf Jahren bin ich mit meinem Freund zusammen. Wir sind beide um die 30. Er arbeitet schon länger und ich werde gerade mit meinem Studium fertig, kann aber erst im nächsten Jahr mit dem Lehramtsreferendariat anfangen. Nun planen wir, ein Haus zu bauen. Dies soll jedoch erst in ca. 3 Jahren passieren. Das Grundstück müssen wir allerdings jetzt schon kaufen, weil es sonst vergriffen ist.
Da seine Familie relativ wohlhabend ist, haben sie entschieden, ihren Kindern einen recht hohen Betrag ihres Erbes eher auszubezahlen. Dies würden wir für den späteren Hausbau nutzen. Leider habe ich selbst keine finanziellen Rücklagen. Zwar werde ich später ein Haus erben, dies wird aber (hoffentlich) noch lange dauern. :) Am Haus finanziell beteiligen kann ich mich nur durch die monatlichen Zahlungen, da dann mein Gehalt höher sein wird als das meines Freundes.
Gerne würden wir auch im nächsten Sommer heiraten und sparen schon etwas auf eine Hochzeit.
Nun habe ich meinen Freundinnen von diesen Plänen erzählt. Sie waren entsetzt und meinten, dass das dann überhaupt nicht mein Haus wäre, sondern nur das Haus meines Freundes und ich würde mich in eine finanzielle Abhängigkeit begeben. Sie meinen es wäre so, dass ich mich ins ,,gemachte Nest" setzen würde und freuen sich gar nicht mit uns.
Auch von der Hochzeit waren sie nicht begeistert. Vor einem Jahr hatten wir mal einen Streit, bei dem ich die Beziehung in Frage gestellt hatte, aber alles hat sich wieder eingerenkt und war im Nachhinein gar nicht so schlimm. Sie mögen meinen Freund auch und für viele sind wir das ideale Paar. Wir lieben uns und verstehen uns gut.
Aber weil sie meine Freundinnen sind, denke ich auch, dass sie irgendwie recht haben könnten und gehe davon aus, dass sie mir nichts Böses wollen. Ihre Bedenken kann ich aber einfach nicht nachvollziehen und habe das Gefühl, dass sie einfach neidisch sind. Sie sind nämlich beide Singles und hatten noch nie so lange oder so glückliche Beziehungen.
Was meint ihr?
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Ergebnis 1 bis 10 von 14
Thema: Neid oder Vernunft?
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14.08.2012, 09:43
Neid oder Vernunft?
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14.08.2012, 09:58
AW: Neid oder Vernunft?
Hallo,
was ein Käse, das ist der reine Neid sage ich dir.
Ich erzähle dir mal meine Situation vor über zwei Jahren.
Seit 01/2010 bin ich mit meinem Freund zusammen. Ich habe nichts bin alleinerziehend mit zwei Kindern (Sohn 15 und Tochter 12, heute). Mein Freund eigenes Haus, die Eltern gegenüber großes Haus und noch ein Ferienhaus (das wir regelmäßig auch nutzen). Seine Freunde haben auch gesagt, ich würde ihn nur ausnutzen, ja selbst seine Eltern haben das anfangs gedacht und auch zu ihm gesagt ich wäre nur hinter dem Geld her. Wir kannten uns aber schon zwei Jahre vorher und haben regelmäßigen Kontakt, durch weggehen und auch täglichem Mailverkehr. Er wusste genau, dass ich mich nicht "ins gemachte Nest" setzen wollte. Es ist heute noch so, dass ich eben als Teilzeitkraft weniger auf dem Konto habe als er. Er bekommt ähnlich wie dein Freund auch immer Geld von den Eltern wenn z.B. am Haus was gemacht werden muss. Seine Eltern sind wirklich sehr spendabel. Und heute nach 2 1/2 Jahren sind die Eltern und Freunde von ihm total begeistert und würden niemals wieder sowas über mich sagen im Gegenteil.
Seine Eltern haben nur einen Sohn und auch keine Enkelkinder und lieben meine Kinder wirklich sehr und sie haben mittlerweile meinem Freund das Ferienhaus überschrieben. Vorher wollten sie es verkaufen, da mein Freund alleine nicht hinwollte.
Ich kann dir nur raten aus eigener Erfahrung, geht ihr beide euren Weg und lasst euch nicht reinreden.
Es ist doch häufig so, dass die Frau weniger verdient oder nichts mitbringt. Andersrum gibts das doch auch.
Wünsche dir viel Glück mit deinem Freund bzw. Ehemann.
Schokolade ist besser als Sex:
Sie befriedigt auch wenn sie weich ist
und schreit nicht wenn man in die Nüsse beisst.......!
Manche Menschen bauen zu viele Mauern und zu wenig Brücken.(Isaac Newton)
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14.08.2012, 09:59Inaktiver User
AW: Neid oder Vernunft?
Hallo und willkommen, millini!
Ich würde mir gar nicht so sehr den Kopf darüber zerbrechen, was deine Freundinnen da antreibt. Bei so großen Projekten ist es immer gut, einen "Advocatus diaboli" zu haben! Nimm ihre Einwände als Chance, den Plan auf Herz und Nieren zu prüfen.
Wem wird das Haus bzw erstmal das Grundstück tatsächlich gehören? Dazu ist es nicht wichtig, wer wieviel zahlt, sondern wer im Grundbuch stehen wird. Was wird im Falle einer Trennung damit passieren? Strebt ihr einen Ehevertrag an? Habt ihr jetzt schon gemeinsame Kassen, oder legt ihr beide Wert auf eigenständige finanzielle Freiheit? Wie sähe es aus, wenn irgendwann Kinder dazukommen? Habt ihr etwa denselben Lebensstandard, oder ist einer von euch ein "Ansparer" und der andere ein "Ausgeber"? Wie geht ihr bei einer gemeinsamen Kasse mit teuren Hobbies um? All diese Fragen solltet ihr in Ruhe gemeinsam durchsprechen.
Gerade wenn deine Freundinnen dir schon mal durch eine Beziehungskrise das Händchen gehalten haben, verstehe ich, dass sie erstmal skeptisch sind. Aber darauf kommt es ja nicht an - auch nicht, ob wieder andere euch für das ideale Paar halten. Hauptsache ihr wisst, wie ihr die Sache angehen wollt.
Grüße, Cariad
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14.08.2012, 12:49Inaktiver User
AW: Neid oder Vernunft?
Ohne Dich und Deinen Freund und Eure Beziehung zu kennen, ist es sehr schwierig diese Aussage richtig einzuordnen.
Fakt ist, er bringt mehr Geld als Du und investiert es offenbar auch in Euer zukünftiges Haus.
Soweit so gut.
Stellt sich die Frage was er daraus machen wird, wenn es zwischen Euch mal nicht so gut laufen sollte oder wie Du Dich in der Beziehung fühlen wirst, wenn Du so gut wie nichts und er fast alles finanzielle investiert.
Das wird im Fall des Falles damit zusammenhängen wie er bzw seine Herkunftsfamilie im dümmsten Fall in diesen Fragen denken werden, je nach dem könnte es für Dich relativ unangenehm werden.
Diese Frage kannst Du aber nur für Dich allein beantworten, da nützen Deine Freundinnen wenig.
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14.08.2012, 13:00Inaktiver User
AW: Neid oder Vernunft?
ich glaube es ist ein bisschen von beidem: von neid und von vernunft.
wie schon geschrieben wurde----------- betrachte die einwände nicht nur als neid. sondern als gedankenstups- wie das ganze mit den finanzen in trockenere tücher bringen, eine beratung durch einen notar, ehevertrag etc. das mit deinem freund durchsprechen und euch beraten lassen.
das ganze völlig als nur neid abzutun---------------- ist mir zu einfach.
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14.08.2012, 14:05
AW: Neid oder Vernunft?
Wenn ich das recht verstehe, möchtet ihr JETZT mit seinem dem vorab ausgezahlten Erbanteil deines Freundes ein Grundstück kaufen. (Ist das dann voll bezahlt oder bliebe dann trotzdem noch ein Restbetrag übrig?)
Ich fände es fair, wenn dieser Kauf und Grundbucheintrag erst einmal nur auf den Namen deines Freundes erfolgt.
Sofern Ihr dann später baut und du dich dann an den Kosten der Finanzierung beteiligst, müsste allerdings das Grundbuch auf eure beiden Namen umgeschrieben werden.
Somit setzt du dich nicht "in ein gemachtes Nest".
Sind das denn eigentlich die einzigen Bedenken, die deine Freudinnen äußern?
Oder gibt es da noch andere Punkte?
Gruß
Schnurpsel
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14.08.2012, 14:17
AW: Neid oder Vernunft?
Ich bin eine Freundin des Systems "eins nach dem anderen".
Wenn er das Grundstück kauft von seinem Geld, dann sollte er auch im Grundbuch stehen. Und in Deinem Fall würde ich erstmal abwarten bis Du eine Stelle hast. Vielleicht kriegst Du eine Stelle 200 km von Deinem jetzigen Wohnort entfernt!
Wir haben erst gekauft / gebaut als wir mit der Ausbildung fertig waren.
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14.08.2012, 14:48
AW: Neid oder Vernunft?
Danke erstmal für eure Antworten. Das hilft mir, eine etwas differenziertere Sicht der Dinge zu bekommen.
Also unser Plan sieht so aus, dass wir jetzt das Grundstück kaufen. Dabei würde sogar noch etwas Geld für das Haus übrig bleiben.
Das mit der Stelle und dem Referendariatsplatz ist geklärt (ja, ich weiß, offiziell geht das nicht, aber inoffiziell eben manchmal doch :)). Wir werden also mit größter Wahrscheinlichkeit an diesem Wohnort bleiben.
Das Haus, das ich erben würde, ist in etwa genauso viel Wert wie die Summe, die uns seine Eltern geben würden.
Meine Freundinnen haben nur diesen Kritikpunkt. Obwohl sie im Allgemeinen finden, dass man mit 25-30 noch zu jung ist, um zu heiraten. Sie haben dahingehend auch schon Kritik an anderen Paaren geäußert.
Dass sie eventuell neidisch sind, meinte ich, an ihrer Reaktion festmachen zu können. Sie waren empört und irgendwie auch wütend und haben gefragt, wieso wir überhaupt ein Haus bauen wollen, in unserer Wohnung würde es uns doch gut gehen. Sie fanden das Haus auch viel zu groß für uns, ... die Lage, in der wir das bauen wollen finden sie nicht gut, weil dann die Felder dort wegkommen würden... etc. alles schien plötzlich dagegen zu sprechen.
Unsere gemeinsamen Freunde hingegen sind alle schon in langen Beziehungen und wissen, dass eben auch manchmal richtig gestritten werden muss, um dann wieder zusammen zu finden. Sie gehen mit der ganzen Sache auch wesentlich lockerer um.
Vielleicht bin ich auch etwas empfindlich, aber ich habe einige Schicksalsschläge hinter mir und habe nun das Gefühl, dass jetzt, wo es mir wieder wirklich gut geht und ich mein Leben wieder geordnet habe, ich nicht mehr die Bemittleidenswerte bin und einige das nicht so gut finden.
Bislang habe ich mir keine Gedanken über ,,seins" und ,,meins" gemacht, weil eigentlich alles ,,unser" ist. Er und seine Eltern betonen das besonders und die Idee, ein Haus zu bauen, kam von ihnen.
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14.08.2012, 15:33
AW: Neid oder Vernunft?
Liebe Millini,
als Beitrag hier einmal unsere Geschichte:
Wir sind ebenfalls um die 30 und seit 9 Jahren zusammen. Vor eineinhalb Jahren haben wir uns ein Haus gekauft. Mein Partner hatte deutlich mehr Eigenkapital als ich, was mir ein schlechtes Gewissen machte, da ich mich selbst auf keinen Fall ins gemachte Nest setzen wollte.
Im Grundbuch stehen wir jeweils 50:50 und ich bin jetzt dabei, meinen Rückstand aufzuarbeiten, da ich ein geringfügig höheres Einkommen habe und eine Schenkung bekommen habe.
So leiste ich jetzt die jährlichen Sondertilgungen und Anschaffungen. Dies wird schriftlich vermerkt, die Belege hebe ich natürlich auf.
Auch ansonsten haben wir unsere Finanzen getrennt und gleichen hier und da mal aus.
Es klingt erstmal anstrengend und unromantisch, ist es aber nicht
Für uns funktioniert das aber sehr gut. Wir geben beide gerne und sorgen uns ständig, dass der andere zu kurz kommt. So war es für ihn selbstverständlich, mir anfangs das halbe Haus zu 'schenken', ebenso selbstverständlich ist es für mich jetzt, das auszugleichen.
Da wir unseren Freunden gegenüber finanziell recht gut gestellt sind, haben wir auch nie groß rüber geredet. Schon gar nicht über Summen.
Wobei Freundinnen schon von dem Deal wissen, dass er mehr Geld hatte und ich das jetzt ausgleiche. Ich merke, dass ich damit "die Preise verderbe", da die ein oder andere sich ins gemachte Nest setzen möchte.
Es muss für euch passen und kann sehr gut funktionieren. Gerade wenn die Schwiegereltern damit kein Problem haben.
Die Lösung, dass er anfangs alleine im Grundbuch steht und du dich nachher einkaufst, klingt für mich auch sehr ansprechend.
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14.08.2012, 15:45


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