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    Frage Notorisch unzufriedene Eltern und ich auf meinem Podest

    Hallo,

    ich habe kein ganz neues Problem mit meinen Eltern, aber eines, das mich je nach eigener Gefühlslage mal mehr, mal weniger triggert, und im Moment bin ich anscheinend etwas empfindlich.

    Meine Eltern sind 63 und knapp 60 Jahre alt. Mein Vater ist seit anderthalb Jahren in Rente, vorher war er 6 Jahre mehr oder weniger arbeitslos. Meine Mutter arbeitet 20 h die Woche als Kassiererin. Ich bin 36, lebe mit meinem LG 250 km weit weg, habe einen Job, für den ich viel reisen muss. Ich habe noch eine Schwester, die 4 Jahre jünger ist als ich.

    Seit ich mit 19 zum Studieren ausgezogen bin, telefoniere ich jeden Sonntag mit meinen Eltern. An sich finde ich es eine schöne Sache, und über weite Teile war das auch sehr schön. Dann gab und gibt es immer mal wieder Zeiten, zu denen ich alle meine Geduld brauche, damit ich mich nicht aufrege. Ja, so Zeiten gibt es wahrscheinlich in jeder Beziehung mal, aber sie häufen sich, und ich will nicht mehr so weiter machen.

    Seit mein Vater so viel Zeit hat, mutiert er zunehmend zum Blockwart. Jede Woche erzählt er mir, dass er die Hausverwaltung angerufen und sich über Nachbarn / Nachbars Hund / den Handwerker / den Pflegedienst, der den Nachbarn versorgt / den Besuch des Nachbarn / (beliebig zu ergänzen) beschwert hat. Manchmal ruft er dort mehrfach die Woche an, um sich über verschiedene Dinge zu beschweren. Wenn er sich nicht dort beschwert, dann bei anderen über andere. Meine Mutter ist auch notorisch unzufrieden. Sie arbeitet seit fast 25 Jahren in diesem Markt, und seit fast 25 Jahren lässt sie fast jeden Sonntag wieder kein gutes Haar an denselben Kollegen / den wechselnden Chefs / der Geschäftsleitung / den Kunden / (ebenfalls beliebig fortzuführen). Hinzu kommen Bekannte / Verwandte / meine Schwester / ... über die sie sich beschweren. In den Telefonaten geht es um fast nichts anderes mehr.

    Immer sind es die anderen, die etwas oder "alles" falsch machen und meine Eltern aufregen. Und das regt mich auf. Es hilft nichts, das zu sagen oder bei einem Konflikt ihren Blickwinkel erweitern zu wollen. Bspw. hatte meine Mutter neulich ein Streitgespräch mit einem Handwerker, der anscheinend ebenfalls unfreundlich wurde. Ich versuchte abzuwiegeln, dass der Mann vielleicht nur einen schlechten Tag gehabt hätte, nicht jeder sei immer gleich gut drauf, aber mein Vater sprang dann ein und sagte, er habe sich schon bei der Hausverwaltung beschwert, den Mann wolle er nicht wiedersehen. Es ging um eine ganz doofe Kleinigkeit, und wie ich meine Mutter kenne, hat sie den Mann gleich angemacht, kein Wunder also, dass er unfreundlich war.

    Meine Eltern geben vor, sich für mein Leben zu interessieren, aber wenn ich etwas erzähle, findet v.a. meine Mutter sofort den Abzweig, um zu berichten, dass ihr ja noch etwas viiiiieeel schlimmeres widerfahren sei, bspw. wenn ich mal sage, dass ich mich über einen Kollegen geärgert habe. Sobald ich Luft hole, hat sie ein noch viel schlimmeres Beispiel. Zuhören tun sie anscheinend trotzdem, denn ich habe schon öfter von Bekannten meiner Eltern, wenn ich denen mal begegnete, alle möglichen Rückfragen zu meinem Leben bekommen. Dies ist auch eine Sache, die mich aufregt: Jeder, der mich kennt oder auch nicht, wird über mein Leben informiert. Und ich werde dann gefragt, wie die Dienstreise nach Istanbul war oder ob meine Hausfinanzierung inzwischen steht und ob wie es mir seit der letzten Beförderung geht. Neulich wollten sie Fotos von mir in einem bestimmten Kleid, weil eine Kollegin meiner Mutter, die ich nicht kenne, angeblich ein ähnliches hat. Als ich sagte, dass ich nicht möchte, dass mir Fremde so viel über mich wissen oder Fotos von mir gezeigt bekommen, konnten sie das nicht verstehen. Ich denke, sie geben mit mir an. Sei das nun gerechtfertigt oder eher nicht.

    Denn: Ich kann nichts falsch machen. Von klein auf stand ich, was ich auch anstellte, auf einem Podest, und alles war immer suuuuupertoll und richtig. Machte ich einen Fehler, waren die anderen schuld. Das ist immer noch so, dabei bin ich alles andere als superschlau oder superperfekt und hätte mir auch mal gewünscht, dass meine Eltern das sehen. Meine Schwester hingegen konnte nie etwas richtig machen. Sie und ich haben das inzwischen untereinander geklärt, aber ich höre immer noch permanent, was sie alles falsch macht oder gemacht hat und wie toll ich bin. Ich hatte lange Zeit große Schwierigkeiten, dieses Bild mit dem, das ich selbst von mir habe, in Einklang zu bringen und traue auch heute noch keiner Sympathiebekundung, weil ich meine, das könne nicht sein. Und in Zeiten wie im Moment bringe ich nicht den Nerv auf, mir dieses oder all die anderen Dinge ungerührt anzuhören.

    Ich habe dies alles mehr schon mehrfach angesprochen. Dann sind sie (allem voran meine Mutter) eine Weile beleidigt, und dann geht alles von vorn los. Mit dem Beleidigtsein kann ich leben, mit der ewigen Neuauflage der Bewunderungselegie und dem Niedermachen aller anderen nicht.

    Wir hatten und haben auch gute Zeiten miteinander. Aus diesem Grund und auch aus einem gewissen Pflichtgefühl heraus will ich den Kontakt nicht einstellen. Meine Schwester, die ungebliebte, ist entsprechend nie auf ähnliche Weise behandelt worden. Sie hat sich mit ihrem "Zweite-Geige-"Status arrangiert, seit zwischen uns beiden geklärt ist, dass wir untereinander nicht diese Hierarchie empfinden. Das tut sehr uns beiden sehr gut. Was das Gemeckere über andere angeht, ist sie aber genauso genervt wie ich. Aufgrund des unterschiedlichen Verhältnisses kriegt sie aber nicht soviel davon mit.

    Was mache ich? Mich nervt diese negative und auch arrogante Einstellung. Und ich will für die beiden nicht immer nur perfekt sein. Gespräche gab es ja schon. Habt Ihr Vorschläge?

    Es wäre dumm, sich über die Welt zu ärgern. Sie kümmert sich nicht darum. (Marcus Aurelius)


    "Keep breathing. That's the key!"

    (Gimli, Lord of the Rings)

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    AW: Notorisch unzufriedene Eltern und ich auf meinem Podest

    die zwei peinlichen und unfreundlichen alten haben dir das pure leben geschenkt, weiters haben sie dir eine gute ausbildung ermöglicht. im materiellen scheint ihre stärke zu liegen, sie haben es dir wirtschaftlich gegeben, dass du heute bist was du bist.

    selbst scheint sie kaum etwas zusammenzuhalten ausser der empörung über andere. wer gemeinsame gegner hat, hat wenigstens was gemeinsam.

    ein kind zu erhöhen und eines zu erniedrigen,ist eine art, sich beide gleichermassen vom leib weg zu halten, es wird das klischee, aber nicht das kind selbst gesehen. das scheint das beste gewesen zu sein, was sie geben konnten, mehr war nicht drin.

    alles zusammen entspricht das der typischen stimmung einer durch die folgen des krieges an menschlichkeit arm aufgewachsenen generation, in der funktionieren und äusserliche genauigkeit statt menschlichkeit gelebt werden musste.

    magst du in den thread der kriegsenkel reinlesen?
    lg
    legrain

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    AW: Notorisch unzufriedene Eltern und ich auf meinem Podest

    Meinst Du den "Spätfolgen-des-Krieges"-Strang im Persönlichkeitsforum? Ich runzle gerade die Stirn, weil mir der Zusammenhang auf den ersten Blick nicht klar ist, aber ich gucke heute Abend mal da rein. Danke auf jeden Fall für den Tipp.
    Es wäre dumm, sich über die Welt zu ärgern. Sie kümmert sich nicht darum. (Marcus Aurelius)


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    AW: Notorisch unzufriedene Eltern und ich auf meinem Podest

    Ich habe den Kriegsenkel-Strang jetzt durch, aber so richtig finde ich mich dort nicht wieder, obwohl er sehr interessant ist. Meine Eltern sind Jahrgang 48 bzw. 52. Mein Vater ist zudem in Australien aufgewachsen, seine Familie stammt aus Südeuropa. Beide haben waren zwar nicht aktive 68er, haben aber viele der liberalen Vorteile dieser Zeit mitgenommen. Ich finde sowohl zeitlich als auch inhaltlich (nachdem, was ich von der Kindheit und Jugend meiner Eltern weiß) die beiden in der Kriegsenkel-Generation eher wieder als mich. Beide haben Erfahrungen mit lieblosen Elternteilen bis hin zur totalen Ablehnung gemacht (während ein anderes Geschwister, analog zu mir, absurd überhöht wurde --> Sie haben es also ganz genau so gemacht wie ihre Eltern, was ihnen beiden ihr Leben lang weh tat, sagten sie.).

    Auf mich wirkte der Strang in weiten Teilen sehr konstruiert - à la "Meine Mutter musste als Kind aus Ostpreußen flüchten und deswegen konnte sie mir keine Liebe zeigen" (sry, ich formuliere dies bewusst übertrieben). Für mich ist - ohne die empfohlene weiterführende Lektüre gelesen zu haben - dies nicht zu greifen. Ist das wirklich der Grund für den Erziehungsstil meiner Großelterngeneration oder war das "damals einfach gängige Kindererziehung"? Meine Oma väterlicherseits war lt. ihren Schwestern schon vor dem Krieg genau so kalt wie hinterher, meine Oma mütterlicherseits war auch zuvor nur auf ihren Vorteil bedacht und nutzte die Menschen in ihrem Umfeld aus, wo sie nur konnte (weiß ich von ihren Schwestern).

    Ich kann es nicht beurteilen, aber ich habe einige Zweifel. Trotzdem habe ich aber jeden Respekt und Mitgefühl für das, was unsere Großeltern erleben mussten!

    Zu meinen Eltern... mein Hauptproblem ist diese Unreflektiertheit, die sie an den Tag legen. Ich bin jemand, der sehr viel über das eigene Verhalten nachdenkt und einen Fehler immer zuerst bei sich sucht. Meine Mutter ist an sich ein sehr unsicherer Mensch, aber bei der Unsicherheit geht es mehr um Entscheidungen im Alltagsleben ("Buche ich dieses Jahr Griechenland oder Spanien? Oder doch Türkei?" -> bis der Urlaub vorbei ist und sie zu Hause geblieben ist), als um Unsicherheit in Bezug auf die eigenen Fähigkeiten oder Meinungen. Mein Vater tut, was meine Mutter sagt, also letztendlich auch nichts. Aber es wird gemeckert, teilweise eine Lösung von mir verlangt (letzten Sonntag: "Hast Du uns schon eine Reise rausgesucht??"), bis mir irgendwann der Kragen platzt.

    Damit kann ich zunehmend weniger umgehen. Sie meckern und meckern, verharren aber selbst in Nichtstun und denken nie darüber nach, ob eine Sache so ist, wie sie ist, weil sie sich vielleicht anders hätten verhalten können. Meiner Schwester bspw. wurde und wird bis heute vorgeworfen, eine Versagerin zu sein, weil sie nicht so gute Schulnoten hatte wie ich (das Kind auf dem Podest), weil sie sitzen blieb, die Uni schmiss und Schulden gemacht hat. Dass sie vielleicht (in elterlichen Augen) eine Versagerin geworden ist, weil sie vom ersten Schultag an hörte "Warum bist Du nicht wie arbol?!!?", habe ich mal gewagt zu thematisieren. Dann hatte ich 4 Monate Ruhe von meiner Mutter, die nicht mehr mit mir sprach, während mein Vater mich permanent aufforderte, mich zu entschuldigen. Nach den 4 Monaten (ich habe mich nicht entschuldigt, hätte das Thema aber gern besprochen, was nicht gewünscht war) war alles wie vorher, nur dass mein Verhältnis zu meiner Schwester besser war. Meine Schwester benötigt eine Therapie, weil meine Mutter sie als Versagerin abstempelte seit dem Tag ihrer Geburt und weil mein Vater nichts dagegen unternahm.

    Ich selbst bin aus dieser Familie ja noch gut davon gekommen.

    Aber um so "große" Dinge wie die Lebensgeschichte meiner Sis geht es ja heute gar nicht mehr. Heute geht es darum, wie ich (wie wir beiden Schwestern) die Zeit mit ihnen überstehen können, ohne dass unser Geduldsfaden reißt vor soviel Narzissmus. (Wenn sie wenigstens eine Meinung zu einem Thema hätten, könnte ich diese akzeptieren, aber es ist immer nur alles / alle schlecht!!! Bin ich andere Meinung, bin ich plötzlich wieder das Kind und darf nichts sagen.) Ich muss wissen, wie ich es hinkriege, ihnen vorzugaukeln, dass ich sie an meinem Leben teilhaben lasse, aber so wenig wie möglich erzähle, um nicht vom Bekannten-über-6-Ecken zu erfahren, dass ich befördert worden bin oder Ärger mit meinem Chef habe. Ersteres kann ich noch halbwegs ertragen, und ich alle paar Sonntage mal einen bissigen Kommentar abgebe, sind sie konsterniert, aber vergessen es sofort wieder. Ich will aber nicht, dass mein Leben überall ausgebreitet wird. Würde ich das wollen, würde ich nicht alle Klassentreffen und Abi-Jahrgangs-Facebook-Gruppen meiden wie die Pest. Über meine Wünsche, nicht quasi sofort einen Zettel ans Schwarze Brett meiner Heimatstatt zu hängen, wenn ich mehr erlebt habe als eine langweilgen Tag an meinem Schreibtisch (und selbst den hängen sie ab und zu auf), habe ich mit ihnen ja gesprochen, aber es blieb beim Alten und ich habe die Nase so voll davon, dass ich mir nicht mehr anders zu helfen weiß als möglichst nichts mehr zu erzählen. Was ihnen aber ab und zu auffällt. Dann sage ich "Ihr sagt ja gleich alles weiter, und das will ich nicht", und dann wird das abgetritten, es wird diskutiert, alle sind schlecht, ich auch, und ich habe Lust, den Hörer aufzuknallen oder am nächsten Sonntag nicht ranzugehen oder den baldigen 60sten meiner Mutter zu schwänzen.

    Aber das ist eigentlich eine Familiensituation, die ich nicht möchte. Nur ist außer uns beiden Töchtern niemand daran interessiert, dies zu ändern, und da auch eher ich, weil meine Sis auf Durchzug schalten kann. Worum ich sie beneide.

    Oh, jetzt habe ich mich ein bisschen aufgeregt. 'tschuldigung dafür.

    Aber vielleicht weiß ja doch noch jemand eine Möglichkeit der Abgrenzung, die nicht alles kaputt macht.

    ??
    Es wäre dumm, sich über die Welt zu ärgern. Sie kümmert sich nicht darum. (Marcus Aurelius)


    "Keep breathing. That's the key!"

    (Gimli, Lord of the Rings)

  5. Inaktiver User

    AW: Notorisch unzufriedene Eltern und ich auf meinem Podest

    Das Wichtigste hast du ja schon gemacht. Du hast einen ordentlichen Sicherheitsabstand zwischen dich und deine Eltern gelegt. Stell dir vor, sie wohnten um die Ecke!

    Ihnen ist offenbar sehr langweilig, und sie sind von Grund auf unzufrieden. Eigentlich sind sie noch zu jung, um so vergrätzt zu sein. Das ist traurig, aber du wirst da wenig ausrichten können. Ich habe noch nicht erlebt, dass Menschen in dem Alter noch eine grundlegende Änderung durchmachen. Dir bleibt also nur, dich innerlich zu distanzieren. Vielleicht kannst du ja die Anrufe allmählich reduzieren.

    Obwohl. Warum knallst du eigentlich nicht den Hörer wirklich auf? Gut, sie scheinen für Argumente und Bitten nicht allzu empfänglich zu sein. Aber meine Erfahrung ist auch, wenn man mal wirklich deutlich seine Meinung sagt und ggf. auch mal auf Tauchstation geht, dann sind auch nahe Verwandte mit einem Male vorsichtiger. Oft reicht es nicht, Dinge einmal zu sagen, und sie freundlich zu sagen, ist oft auch aussichtslos. Aber ein Zornesausbruch zur rechten Zeit bleibt warnend im Gedächtnis. Wieso in aller Welt solltest du ihnen eine Reise heraussuchen. Sie sind jung genug und haben Zeit satt für so etwas.

    Sie bleiben immer deine Eltern. Sie wollen dich nicht verlieren. Also müssen sie einsehen, dass sie vorsichtig mit dir umgehen müssen, dass du manchmal übelnimmst. Wenn du das nicht tust, machen sie ewig so weiter.

    Das Auf-Durchzug-Stellen ist auch eine Form der Missachtung, sagt ja nichts anderes als: Die sind hoffnungslos. Und auch Ignorieren ist eine Anstrengung.

  6. Inaktiver User

    AW: Notorisch unzufriedene Eltern und ich auf meinem Podest

    Hallo,
    ach du meine Güte, was für eine vertrackte Situation. In Deiner Haut möchte ich nicht stecken

    Allerdings liegen dir deine Eltern trotz allem doch sehr am Herzen, sonst würde dich das alles nicht sooo
    sehr belasten.

    Es tut mir leid, das die beiden dermaßen unzufrieden und verhärmt sind, aber sie werden sich mit
    Sicherheit in ihrem Alter nicht mehr ändern.
    Gut, das du diesen räumlichen Abstand zu ihnen hast.

    ich würde weiterhin sonntags anrufen, so wenig wie möglich privates und berufliches erzählen.

    sie immer wieder auffordern von ihnen zu erzählen und sie einfach labern lassen, hört sich schlimm an
    aber wäre für dich wahrscheinlich besser.

    sollen sie sich doch mit Nachbarn, Kollegen und Handwerkern streiten, wenn sie es brauchen !!!!!!!!!!!

    das sie mit deinen Erfolgen prahlen, ist doch verständlich, sie sind stolz auf dich !!!

    das hebt doch ihr Selbstbewußtsein, wenn sie in der Nachbarschaft mit der "supertollen Tochter"
    angeben können, damit ist ihnen der Neid der anderen sicher!

    Außerdem sind sie mit Sicherheit stolz auf dich, sonst würden sie dich nicht so ofterwähnen, für dich
    ist es unangenehm, aber lass ihnen doch ihren Stolz.

    gut, das du dich mit deiner Schwester ausgesprochen hast, für sie ist diese Situation mitSicherheit auch sehr
    belastend.

    Wie man ein Kind mehr lieben bzw. fördern kann, ist mir schleierhaft, allerdings habe iches im Bekanntenkreis
    auch schon erlebt.

    so, beim nächsten Anruf stellst du dir eine Tasse Tee oder ein Sektchen neben das Telefon, nimmst die
    aktuelle Tageszeitung oder die Gala dazu, und auf Anfragen, was bei dir so los ist,
    erzählst du ihnen den neuesten Klatsch aus deiner Stadt oder das neueste von Prinzessin xyz.


    das sage ich jetzt so, wahrscheinlich ist nicht so einfach. versuche einfach die Ruhe zu bewahren,
    du kannst deine Eltern nicht mehr ändern, versuche, es nicht so nah an dich heranzulassen.

    vielleicht einfacher gesagt als getan, aber ich drücke dir die Daumen.

    P.S. Obwohl meine Eltern sehr liebe und ich mich mit ihnen gut verstehe, möchte ich auch nicht in ihrer
    direkten Nachbarschaft wohnen ("Blockwart")

    alles gute für dich
    Geändert von Inaktiver User (11.07.2012 um 21:46 Uhr) Grund: diese blöde Formatierung

  7. Inaktiver User

    AW: Notorisch unzufriedene Eltern und ich auf meinem Podest

    Abgrenzung ohne alles kaputt zu machen ist doch gar nicht so schwierig!

    Lerne Deine Eltern genau anzusehen und zu betrachten!
    Und zwar so als ob Du sie genau studieren wolltest......
    Vielleicht weisst Du ja etwas von deren Leben (bevor sie Eltern wurden) und kannst allmählich die STrukturen verstehen und erkennen.
    Sowas bringt Verständnis und auch eine gewisse Distanz-- denn man betrachtet den anderen mit Abstand und steckt dann nciht mehr zwangsläufig emotional immer mitten im Geschehen.

    Du willst, daß Deine Eltern anders sind.....damit lebst Du praktisch auch das nach, was Deine Eltern immer gemacht haben....- sie wollten Dich auf dem Podest sehen-- was Du so gar nicht als angenehm empfunden hast-- und sie wollten Deine Schwester auf keinem Podest sehen-- was sie auch nie schön fand.

    Wie wäre es, wenn Du einfach mal "lässt"???
    Deine Eltern haben Euch er-zogen.....in Richtungen ge-zogen, die Euch nicht gefallen haben.....-- dann zieh nun nicht genauso an Deinen Eltern.....-- so wenig, wie es Euch Kindern gut tat-- tut es Euch allen gut, denn man kann Richtungen vorgeben, aber wer nicht dorthin gehen will, der tut es nicht und das kostet doch Dich auch nur hoffnunglose Mühe und Kraft.

    kenzia

  8. Inaktiver User

    AW: Notorisch unzufriedene Eltern und ich auf meinem Podest

    Deinen Eltern fehlt schlicht ein Hobby....

    Sind sie denn gesundheitlich fit?

    Bei meinen Eltern war es ähnlich - da hat ein Hund geholfen. Mein Vater muß viel spazieren gehen wegen seiner Hüfte - das macht er nun mit Hund. Und meine Mutter braucht ein Thema über das sie reden kann - früher war das ihre Arbeit als Erzieherin, jetzt ist es der Hund - alle sind glücklich *g*

  9. User Info Menu

    AW: Notorisch unzufriedene Eltern und ich auf meinem Podest

    [QUOTE=legrain;17730061]selbst scheint sie kaum etwas zusammenzuhalten ausser der empörung über andere. wer gemeinsame gegner hat, hat wenigstens was gemeinsam.

    ein kind zu erhöhen und eines zu erniedrigen,ist eine art, sich beide gleichermassen vom leib weg zu halten, es wird das klischee, aber nicht das kind selbst gesehen. das scheint das beste gewesen zu sein, was sie geben konnten, mehr war nicht drin.


    Interessante Aussage..
    Arbol. was hälst Du davon? Ich denke auch, dass Deine Eltern nicht mehr oder anders geben können. Somit kannst
    Du Deine Erwartungen an sie etwas lockern, runterschrauben, ohne zu versuchen, sie zu verändern.
    Bist Du mit den Eltern genauso unzufrieden, wie sie mit anderen im Umfeld?

  10. Moderation

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    AW: Notorisch unzufriedene Eltern und ich auf meinem Podest

    Arbol,

    ich hab das nicht in dem Maße, aber an ein paar Stellen finde ich mich schon wieder.

    Du kannst nicht den Horizont von jemandem erweitern, der sich nur aufregen will, denke ich. Aber vielleicht kannst du dich auf ihre Seite stellen und trotzdem das Aufregen ein wenig entschärfen? So nach dem Motto, "Was für ein Trottel, aber die meisten Menschen sind ja nun leider Trottel, wenn man sich da jedesmal aufregt, kommt man ja zu nichts anderem mehr... Was hast du denn sonst so gemacht?"

    Vielleicht, wenn du ihnen nicht das Gefühl gibst, sie müßten sich überzeugen, daß sie im Recht sind, kommt ihr ein bißchen aus den eingefahrenen Gleisen raus, und vielleicht entspannt sich dann auch ihre Sicht der Welt ein bißchen. Man darf ja hoffen. Sechzig ist zu jung, um ein/e verbiesterte/r Alte/r zu sein.

    Oder du findest zumindest Themen und Redeweisen, die keine Beklagensarien auslösen. Damit wäre ja auch schon was gewonnen.

    Wenn du es gar nicht mehr aushältst, gibt es immer noch die Methode, zustimmende Geräusche von sich zu geben und auf Durchzug zu schalten. Das dient dem Hausfrieden mehr, als sich als die Hauswand zu etablieren, wo sie immer wieder mit dem Kopf gegenlaufen können.

    Viel Erfolg, und keep !
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

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