Danke für alle eure Antworten!!!
Auch wenn einige hart sind und mir zum Teil die Tränen kamen.
Aber so unterschiedlich eure Antworten sind, so zerrissen ist es auch in mir.
Zum Einen - ich bin ja nicht sicher ob oder wie depressiv mein sohn ist.
Vielleicht schiebe ich es auch weg und mache da etwas dicht, weil er sich nicht so sieht und weil ich es nicht sehen will, oder mir nicht vorstellen kann/will?
Er meint, er ist gesund, wahrscheinlich hat er den Klinikaufenthalt und alles verdrängt oder als Pechsträhne abgehakt und sowas passiert ihm nicht mehr.
Er braucht keine Hilfe meint er, er kommt klar, daher auch keine Hilfe von einem Arzt oder einer Organisation , betreutes Wohnen oder Ähnlichem. Die Optionen hatte er damals, als er in der Klinik war! Aber er wollte da nur weg, zurück in sein altes Leben, mit der Sicherheit wieder Wohnung und Geld zu haben.
Und es ist richtig, so lange er das glaubt und sich keine professionelle Hilfe oder Beratung sucht, ist es schwer für ihn selbst und für Angehörige und Freunde auch.
Vielleicht ist es ähnlich wie bei einem Süchtigen, von Außen kann man ihm nicht helfen, wenn er es nicht will, wenn es bei ihm nicht Klick macht und er sagt - ich will da raus, bitte helft mir!
Liebe JAU - danke dir - ganz besonders für dein mutiges Posting und die Einblicke, die du mir/uns in dein Leben gibst. Es hat mich erschüttert und mich traurig gemacht das zu lesen. Warum gibt es sowas, warum müssen Menschen sich mit sowas herum schlagen????
Ich habe mich beim Lesen deines Postings auch dabei ertappt bei den Gedanken, Nein so ist es nicht, so schlimm ist es bei ihm nicht. Er denkt bestimmt nicht jeden tag an Selbstmord!!!!
...nicht das ich dir nicht glaube, keineswegs. Aber welche Mutter will glauben, dass ihr Kind so tickt und auf diese Art lebt?
Zumal, ich weiß es wirklich nicht, wie schlimm es bei ihn´m ist - leider und das macht es auch noch schwieriger.
Das mein Verhalten für ihn übergriffig gewesen sein könnte, tut mir weh! Aber das er sich bedrängt gefühlt hat - ist mir schon irgendwie klar. Wenn er nicht krank sein will .... braucht er vielleicht etwas Druck von Außen, um in die Puschen zu kommen, vielleicht war das mein gut gemeinter Gedanke. Und vielleicht war dieser Gedanke auch falsch.
Ich habe eine Freundin mit Depressionen - daher weiß ich auch Einiges.... Sie beschreibt ihren Alltag mitunter ähnlich wie du. Aber von sich umbringen wollen, sagt sie nichts. Nur von oft wie gelähmt sein, nicht aufstehen können morgens....niemanden sehen können...usw. das weiß ich von ihr.
Sie sagte mir mal, ein Depressiver der davon redet, er wolle sich umbringen, will das gar nicht - es ist "nur" ein Hilfeschrei!
.... ich denke das ist von Person zu Person unterschiedlich. Und ich würde trotzdem etwas unternehmen, wenn jemand sich so äußert!
@ WAS IMMER ES GIBT - danke auch dir für deine klaren Worte.
Ich will mein Kind nicht an mich binden oder klammern, aber es wäre ja gelogen, würde ich nicht zugeben, dass ich den Kontakt nie wirklich verlieren möchte.
Wir sind ja Menschen und nicht wie in der Tierwelt, mit dem Großziehen der Jungen haben wir unsere Schuldigkeit getan und nun muss es allein klar kommen und tschüß, raus aus meinem Revier. Das unterscheidet die meisten Menschen wohl von den Tieren....
Wo du schreibst: "Soll praktisch übersetzt heißen: ich würde irre werden wenn ich mich so leisetreterisch wie du verhalten würde. Machst Geschenke, die er gar nicht beachtet geschweige denn erwähnt oder nutzt.
Da wär mir dann irgendwann mein Geld zu schade für." - Schluck... ja da ist wohl etwas dran. Aber vielleicht kann ich nicht wirklich anders. ;) Ich bin zu gutmütig, ich weiß ;)
Ich werde ihn nicht sinnloserweise überhäufen mit Geschenken... es war ja eh zu seinem Geburtstag und auch nur ein einfaches Outdoorhandy und kein IPhone. ;)
Vielleicht war er einfach nicht in der Lage es abzuholen, so wie Jau es schreibt!???
Eben darin liegt doch auch mein Dilemma!!!!! Ich kann es nicht einschätzen, wie gesund oder krank er ist und wie ich mich richtig verhalten soll, ohne ihn zu bedrängen und ohne zu verständnisvoll oder "leisetreterisch" zu sein.
Du schreibst auch: "Momentan gehst du doch zu jedem Treffen mit dem Gefühl: oh Gott, was passiert jetzt wieder." - So ist es nicht - ich bin erleichtert und freue mich, wenn ich ihn sehe, oder er auf meine Mails antwortet!!! Unruhig bin ich, wenn er sich verweigert. Ich denke auch - wenn er Hilfe brauct, kann er es mir gerade dann, wenn wir uns sehen ja sagen. Ich will ihm auch meine Freude zeigen, ihn zu sehen.
Manchmal schauen wir alte Fotos an oder reden über unsere Reiseerlebnisse und dann fühle ich auch, wie gut uns beiden das tut.
Ich hoffe, ich finde einen guten Weg mit ihm!!!!
...eine Frage ist noch in mir.... kann /darf ich mit ihm über so etwas reden - Depression, oder sollte ich das Thema komplett draußen lassen?
Über was kann ich überhaupt mit ihm reden...? Ohne ihn in die Enge zu treiben.... falls er so depressiv ist? Und darf ich ihn fragen, ob er genug Geld vom amt bekommt... wenn ca. 3 Monate um sind?
Es wird ein langer Weg..... danke euch erst einmal! :)
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Antworten
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08.05.2012, 15:41Inaktiver User
AW: Erwachsenes Kind kümmert ggf. nicht genug um seine Angelegenheiten
Geändert von Inaktiver User (08.05.2012 um 18:59 Uhr)
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08.05.2012, 18:53
AW: Erwachsenes Kind kümmert ggf. nicht genug um seine Angelegenheiten
Die Gefühle lassen den Verstand nach ihrer Pfeife tanzen.. (Hedwig Dohm)
Heitere Resignation - es gibt nichts Schöneres.
(M. v. Ebner-Eschenbach)
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09.05.2012, 12:40Inaktiver User
AW: Erwachsenes Kind kümmert ggf. nicht genug um seine Angelegenheiten
Liebe Himbeerelfe,
deine Sorge finde ich sehr rührend - und auch heilsam.
Schön, dass dir bzw. euch die Treffen Freude machen.
Was du jetzt ansprechen kannst oder solltest weiß ich nicht.
Ich weiß von vielen Leuten die in Schwierigkeiten geraten sind, gerade junge Menschen.
Man kann denen unmöglich alle ne dicke fette Depression unterstellen.
Die würden einen wirklich auslachen.
Oft steckt einfach mal Null Bock oder Leichtsinn oder keine Lust dahinter.
Man kann unmöglich jedes abweichende Verhalten als Krankheit diagnostizieren.
Dein Sohn ist ja auch ein junger Mann. Die mögen es meist nicht wenn man ihnen zu nahe tritt.
Komisch, ich leb immer aus dem Prinzip Hoffnung heraus.
Und ich war auch schon depressiv. Meine Probleme waren damals gar nicht soo groß oder einzigartig, meine Sichtweise schon.
Und so ne liebe Mutti wie du es bist hatte ich auch nicht.
Ich habe mir deine Texte noch mal durchgelesen - und finde es toll wie dich eher die Sorge um deinen Sohn umtreibt als dass du ärgerlich bist.
Bisher hatte ja noch keines meiner Kinder solche Probleme.
Wenn - wäre ich wohl auch einfach nur da.
Es war mir ein Bedürfnis das noch mal klar zu stellen.
Alles Gute für Euch Beide
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10.05.2012, 22:12Inaktiver User
AW: Erwachsenes Kind kümmert ggf. nicht genug um seine Angelegenheiten
Ich danke dir, @ was-immer-es gibt. - im Moment sthe ich selbst neben mir.... wegen, steht unten....
@ JAU - du schreibst: Er sollte auf jeden Fall in den VdK eintreten und eventuell auch schon seinen GdB feststellen lassen."
WAS ist DAS ??? Danke dir!
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Unser Treffen, Kinobesuch war schön. Ok ich habe auch nichts gefragt, was ihn unter Druck setzen könnte. Es war ja auch sein Geburtstag. Danach fuhr er gleich zu sich, aber einen anderen Weg, nicht mit mir zusammen, was auch ginge. ..Er wollte wohl nicht, dass ich doch noch anstrengende Fragen stellen könnte oder sein Akku war einfach leer...oder....
Leider ist nun doch ... der Albtraum im Gange, den ich gefürchtet hatte, weiß ich seit einer Mail heute Abend.
Die Miete Mai wurde nicht bezahlt! Das mailte mir heute seine Wohnungsbaugesellschaft. Miete hat die Arge direkt überwiesen!
Das Handy hat er bis gestern nicht von der Post abgeholt, was mein Geschenk war, ist das Einzige, wo ich gestern fragte... Und nur sagte, du entscheidest das. Es kann innerhalb von 7-10 Werktagen da abgeholt werden.
Er will anscheind nicht zum Briefkasten gehen, weil er weiß, das da die Briefe der Arge mit den Geldkürzungen drin sind.
DAS ist nicht mehr Trotz oder keine Lust. Das ist für mich nicht mehr nachvollziehbar und nicht gesund. Er scheint wieder in einer Depression zu sein -so sieht es seit heute definitiv für mich aus. :(
Ich bin ziemlich fertig, habe einen Weinkrampf heute auf meiner Arbeit bekommen.... wie schrecklich.
Ich habe ihm vorhin gemailt, dass ich mit ihm zur Arge gehe, ihm helfe, alles zu klären und das ich ihn lieb habe.
(Ohne Vorwürfe oder sonst etwas mehr.)
Wenn er darauf nicht eingeht, kann ich nur den Sozialpsychiatrischen Dienst anrufen.
...denn ich kann nicht zulassen, dass er sich aus Verzweiflung etwas antut.
Er wird mich dann vielleicht auch hassen, ich werde ihn vielleicht auf die Eine oder Andere Weise verlieren....
So ist JETZT der Stand und mein Kopf will das eigentlich auch nicht glauben. Aber so war es leider schon einmal und nun ist es kurz davor.
Ich muss erst einmal versuchen zu schlafen, ich muss ja morgen arbeiten.....
Gerade kam mir die Idee - Paketverfolgung meiner Bestellung für ihn doch noch einmal aufzrufen:
Do, 10.05.12 17:34 Uhr -- Der Empfänger hat die Sendung in der Filiale abgeholt. Die Sendung wurde erfolgreich zugestellt.
Ich habe etwas Hoffnung, das er sich kümmern will!!!!!
Morgen... werde ich weiter sehen.Geändert von Inaktiver User (10.05.2012 um 22:41 Uhr) Grund: hat sich was ereignet
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11.05.2012, 08:44
AW: Erwachsenes Kind kümmert ggf. nicht genug um seine Angelegenheiten
Liebe Himbeerelfe,
es tut mir sehr leid für dich, wirklich. Zu meinem letzten Post wollte ich noch sagen, dass es weder aggressiv klingen sollte, noch ich dich verletzen wollte! Ich kann deine Gefühle alles in allem sehr gut nachempfinden, und gleichzeitig erscheint mir -ebenso wie JAU- dein Verhalten leicht übergriffig.
Achso: GdB = Grad der Behinderung ??
Schau mal, das Paket ist doch nun abgeholt - alles also gut.
Das die Arge die Miete direkt überweist, ist m.E. normal, wenn eben angenommen wird, dass der Empfänger das alleine nicht macht oder -noch schlimmer- anderweitig verwendet. Oder meinst du, dass die Arge die Zahlungen an den Vermieter eingestellt hat?
Ich glaube, dass es sehr schwer ist, als Angehöriger Betroffenen zu helfen. Ich an deiner Stelle würde eher den Weg über einen Sozialarbeiter wählen, der ist 1. dafür ausgebildet, 2. nicht emotional eingebunden und 3. wird dann euer Mutter-Sohn-Verhältnis nicht belastet.
Meine Großmutter hat mal einen Selbstmordversuch unternommen.
Meine Mutter hat ebenfalls einen Selbstmordversuch unternommen.
Ein Freund von mir hat sich im Alter von 16 Jahren das Leben genommen.
Robert Enke -erfolgreich, aber depressiv- hat sich trotz Familie das Leben genommen.
Meine Schlussfolgerung daraus: Menschen, die das für sich beschliessen, wollen und können keine Hilfe annehmen - und man kann es als Aussenstehender definitiv nicht verhindern.
JAU hat es gut beschrieben - es ist wie eine Krankheit - wenn man an einer "offiziellen" Krankheit stirb, gibt man sich selber ja auch nicht die Schuld.
Vielleicht wäre es für dich ganz gut, dich einer Selbsthilfegruppe o.ä. für Angehörige Depressionskranker anzuschliessen? Ich denke, dass du da sehr viele praktische Tipps erhalten könntest!
Auf jeden Fall wünsche ich euch alles, alles Gute.
Gruß
Schnurpsel
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11.05.2012, 10:36Inaktiver User
AW: Erwachsenes Kind kümmert ggf. nicht genug um seine Angelegenheiten
Och Möööööönsch,
"guten Morgen" kann ich ja unter diesen Umständen gar nicht sagen, liebe Himbeerelfe, aber wenn ich darf, dann sei mal ganz vorsichtig umarmt
.
Wie geht es Dir denn heute früh ?
Konntest Du wenigstens ein bißle schlafen ? Hoffentlich !
Ich hab sehr viel über Euch nachgedacht und ich glaube, daß Du, was die Frage nach Deiner "Schuld" angeht, sehr, sehr beruhigt sein kannst.
Dein Sohn scheint Dir keinerlei Schuld zu geben, er verhält sich wie ein liebendes Kind, das eben die Mutter mit seinem größten Kummer verschonen möchte, damit sie sich nicht sorgen muß.
Auch, daß Ihr gemeinsam alte Fotos angucken könnt, spricht doch sehr dafür, daß er Dir nichts nachträgt.
Nochmal zum Thema "Druck ausüben, damit er aus der Krankheit rauskommt" :
Das ist so, wie wenn Du zu einem beidseitig Armamputierten sagst: " Ich erwarte selbstverständlich von Dir, daß Du Deinen Lebensunterhalt als Konzertpianist verdienst."
Ähem, ja.....
Aber ich glaube, daß Du davon eh schon wieder abgekommen bist, oder ?
Euer Kinobesuch klingt wirklich sehr schön, das habt Ihr doch toll miteinander hinbekommen.
Das Handy hat er danach abgeholt, oder ?
Bestimmt hat ihm die gemeinsame Zeit - und die Tatsache, daß Du eben keine Fragen gestellt hast, Kraft und Mut dafür gegeben.
Was Deine Freundin zum Thema Suizid gesagt hat, halte ich für richtig:
Wer darüber spricht, möchte noch gerettet werden, bzw macht sich wichtig.
Das ändert aber nichts an dem "inneren Dialog" von Depressiven, den ich beschreiben wollte, den gibt es meiner Ansicht nach bei sehr viel mehr Menschen, als man eigentlich glaubt.
(Als Betroffene, wenn man einigermaßen sensibel ist, erkennt man andere Betroffene am Blick, bzw an so einer gewissen Aura, die recht schnell klar werden läßt, was Sache ist.)
Ich denke auch, das man unterscheiden muß zwischen "akut suizidal" und "latent suizidal".
Akute Suizidgedanken bzw -handlungen haben meistens einen konkreten Anlaß, da geht es den Betroffenen tatsächlich darum, aus einer unerträglichen Situation herauszukommen.
Latente Suizidalität ist eine Begleiterscheinung vieler psychischer Erkrankungen und meistens unabhängig von äußeren Begleitumständen.
Vereinfacht gesagt, schaut man sich da mit dem gesunden Anteil seiner Seele selber beim Selbstmord zu, bzw versucht natürlich, den kranken Anteil der eigenen Seele daran zu hindern, sich selber das Lebenslicht auszupusten.
(Sowas kann durchaus auch in extrem glücklichen äußeren Umständen passieren - ich habe mich in den Monaten meiner Verlobungszeit teilweise mit dem Bademantelgürtel am Schreibtischstuhl festgebunden, um zu verhindern, daß ich - ungewollt, aber gezwungenermaßen - versehentlich aus dem Fenster springe.)
Liebe Himbeerelfe, ich weiß natürlich überhaupt nicht, ob Dein Sohn tatsächlich depressiv ist und schon gleich überhaupt nicht kann ich beurteilen, welche Form der Suizidalität bei ihm vorliegt.
Aber vielleicht kannst Du ja für Dich den Unterschied zwischen den beiden Problemen, die ich gerade zu erklären versucht habe, erkennen und daraus dann noch deutlicher die Gewissheit ziehen, daß Dich an Eurer aktuellen Situation wirklich keine Schuld trifft.
Es ist sooo wichtig, daß Du das verinnerlichst - Dein Sohn liebt Dich und das Letzte, was er noch brauchen kann, sind Sorgen um die Mutter, weil sie mit seiner Erkrankung nicht zurecht kommt.
Mit die allerbeste Unterstützung , die Du Deinem Jungen jetzt zukommen lassen kannst, ist, daß DU auf DICH selber sehr, sehr gut aufpasst und Dir selber die Fürsorge angedeihen lassen kannst, die Dein Sohn Dir sicher gerne geben würde, was aber eben in seiner derzeitigen Situation nicht geht.
Ihr seid beide erwachsen, hättet eigentlich eine Beziehung auf Augenhöhe, was impliziert, daß Ihr beide gegenseitig aufeinander aufpaßt und Euch liebevoll umsorgt - gib ihm die Hilfestellung, daß Du so stark und sorgsam für Dich selber bist, daß er sich darauf konzentrieren kann, Deine Liebe einfach anzunehmen, ohne sich um Dich groß Gedanken machen zu müssen.
Deshalb finde ich das, was Schnurpsel Dir geschrieben hat, so toll und richtig:
Such Dir eine Selbsthilfegruppe, mach' etwas Schönes für Dich und gib die Sorge um Deinen Sohn an die Fachleute ab.
Der Sozialpsychiatrische Dienst ist der richtige Ansprechpartner und es ist gar nicht schlimm, die in Anspruch zu nehmen.
Und dann schreib' Deinem Sohn einen ehrlichen Brief, daß Du ihn sehr liebst, aber er einfach Hilfe von Profis braucht, die Du in der Form nicht leisten kannst, aber daß Du als Mama immer für ihn da bist.
(Wenn er das schriftlich von Dir bekommt, kann er es immer nachlesen, wenn es nötig sein sollte - und einen Brief kann er besser mit ins KH nehmen als eine eMail.
Vielleicht magst Du ihm ja ein richtiges kleines Päckchen packen - Süßigkeiten, ein kleiner Glücksbringer,ein schönes Bild von Euch beiden etc pp - und ihm das auch ankündigen. Dann weiß er, wenn der Paketbote kommt, kann er die Tür aufmachen und an den ungeliebten Briefkasten muß er nicht ran.)
Gdb heißt tatsächlich "Grad der Behinderung".
Das könnte später mal wichtig werden, falls er doch mal gesund genug zum arbeiten werden sollte, haben er und seine Arbeitgeber ganz andere Unterstzüng vom Staat.
Außerdem hinterlassen langjährige Depressionen auch massive körperliche und kognitive Einschränkungen, wenn er sich nicht bald fängt, können ihm auch da Probleme drohen.
(Nach über 5 Jahren Krankheit habe ich da, wo bei normalen Menschen das Hirn sitzt, nur noch ein großes Loch

)
Au weiha, ist das ein langes Posting geworden.
Entschuldige bitte !
ich denk' an Euch
Jau
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11.05.2012, 11:22
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11.05.2012, 11:56
AW: Erwachsenes Kind kümmert ggf. nicht genug um seine Angelegenheiten
Hier werden Sie geholfen

Stiftung Deutsche Depressionshilfe
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11.05.2012, 18:39Inaktiver User
AW: Erwachsenes Kind kümmert ggf. nicht genug um seine Angelegenheiten
Danke euch allen für eure lieben und mutmachenden Postings.
Ich habe etwas geschlafen, war auch arbeiten.
Und ich habe mit einer netten Dame vom Sozialpädagogischen Dienst telefoniert.
Sie riet mir, ihn dazu zu bewegen zu ihr in die Sprechstunde zu kommen oder das er zum Arbeitsamt geht.
Beides wird schwer. Sie meinte, sie können nicht helfen, wenn er nicht will. Das heißt er muss zu ihnen gehen oder sie in seine Wohnung lassen, wenn sie vor seiner Tür stehen.
Die ARGE hat diesen Monat keine Miete an den Vermieter meines Sohnes überwiesen, weil sein Geld gekürzt wurde. Die Frau vom SPD hat auch mit der Betreuerin vom Arbeitsamt telefoniert.
Ich bin nach der Arbeit zu meinem Sohn gefahren, er war nicht da oder machte nicht auf.
Er geht nicht an sein neues Handy und meine Mail hat er auch nicht beantwortet.
Keine Ahnung, wieviel Zeit ich ihm geben kann....
Ob ich ihn für Montag bewegen kann, dass er oder wir beide zur ARGE gehen oder das er zum PSD geht, ich weiß es nicht.
Ich habe Schlüssel von seiner Wohnung, traue mich aber nicht, diese zu benutzen...heißt wenn er da ist, nicht öffnet, die schlüssel zu benutzen.
Klar wäre das übergriffig, aber ich weiß nicht, ob er sich alleine professionelle hilfe sucht.
Ich würde ihm gern dieses Wochenende Zeit lassen, um nach zu denken, Lösungen zu finden. Aber wenn es dann zu spät ist?
Der Briefkasten ist noch voll! Er hat also nur die Abholkarte für das Handy raus genommen, die lag sicher ziemlich oben auf. :( Meine Hoffnung war ja, dass er auch den Rest an Post herausnimmt... und sich allem stellt. Aber das kann er wohl nicht.
Wie gesagt, die vom PSD meinte, wenn sie ihm eine Einladung schicken, wird er diese wohl auch im Briefkasten lassen.
Die Tür mit Gewalt öffnen, wäre der letzte Schritt....
Er wird mich wohl jetzt schon hassen für meine Mail und Anrufversuche und wenn er weiß, dass ich da vorhin bei ihm geklingelt habe und auch vor seiner Wohnungstür stand.
Ich könnte jetzt mit seinen schlüsseln zu ihm fahren. Aber ich schaffe das nicht! Die Angst ist zu groß, dass er ausrastet oder ich Schlimmeres vorfinde.
Da niemand etwas tut, kann ich doch nicht tatenlos zusehen und ihn untergehen lassen?
... so ist der Stand und ich fühle mich elend.
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11.05.2012, 19:11
AW: Erwachsenes Kind kümmert ggf. nicht genug um seine Angelegenheiten
Hallo, Liebe Himbeerelfe,

Es tut mir so Leid, dass Du mit dieser Situation allein bist.
Und dann hast Du auch noch das Wochenende vor Dir.
Ich weiß, dass den Leuten dort die Hände gebunden sind, aber wenn ich diese Antworten höre, kommt mir die Galle hoch, aus eigener Erfahrung und aus dem, was ich mit meinem alkoholkranken Bruder erleben musste.Und ich habe mit einer netten Dame vom Sozialpädagogischen Dienst telefoniert.
Sie riet mir, ihn dazu zu bewegen zu ihr in die Sprechstunde zu kommen oder das er zum Arbeitsamt geht.
Beides wird schwer. Sie meinte, sie können nicht helfen, wenn er nicht will. Das heißt er muss zu ihnen gehen oder sie in seine Wohnung lassen, wenn sie vor seiner Tür stehen.
Oft, und gerade bei telefonischen Kontakten, können diese Leute den Ernst der Lage gar nicht beurteilen. Dazu passt auch die mir sehr bekannte Aussage, dass sie nicht helfen können, wenn der Betreffende nicht will.
Woher ein depressiver Mensch die Kraft hernehmen soll, sich zur ARGE zu bewegen, konnte die Dame Dir wahrscheinlich nicht beantworten?
Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass Dein Sohn tief im Innern auf ein Signal der Hilfe wartet und gar nicht mehr weiß, wie er das zeigen soll oder kann.
So kenne ich es jedenfalls aus meinen eigenen Krankheitsphasen. Man versucht, noch irgendwie zu funktionieren, kann es aber eigentlich schon längst nicht mehr und schreit innerlich um Hilfe. Die Wirkung nach aussen ist meistens die, dass der Betreffende gleichgültig und willenlos erscheint - was leider meistens stimmt.
Könntest Du nicht gemeinsam mit der Frau vom SPD bei Deinem Sohn vorbeischauen?
Im Hinblick auf das bevorstehende Wochenende wäre es wahrscheinlich noch besser, bei der psychiatrischen Notfallambulanz eines Fachkrankenhauses vorzusprechen. Hast Du so etwas in Deiner Stadt oder näheren Umgebung? Ich würde Dir sehr dazu raten.
Es könnte für Dich eine Entlastung sein, nochmals mit einem Arzt zu sprechen, gerade weil jetzt Wochenende ist und Du zu viel Zeit hast, zu grübeln und Dir Sorgen zu machen.
Die erzwungene Tatenlosigkeit halte ich mit für das Schlimmste.
Ich habe Dir auch noch einen Link beigefügt, falls Du dies Netzwerk nicht schon kennst.
Stiftung Deutsche Depressionshilfe
Alles Liebe, und melde Dich hier bitte, wenn Dir danach ist.
Hab gerade gesehen, dass schon jemand vor mir den Link eingefügt hat.
Na ja, doppelt hält besser.Geändert von never_the_less (11.05.2012 um 19:15 Uhr)
Die Gefühle lassen den Verstand nach ihrer Pfeife tanzen.. (Hedwig Dohm)
Heitere Resignation - es gibt nichts Schöneres.
(M. v. Ebner-Eschenbach)


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