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    Pflege der alzheimerkranken Mutter

    Hallo,

    meine Mutter (66) baut seit einigen Jahren konstant ab. Seit einem halben Jahr haben wir Gewissheit: Sie hat Alzheimer.

    Mittlerweile muss kann sie nicht mehr alleine leben, es muss für sie gekocht, geputzt, gewaschen werden. Sie kann zwar noch alleine duschen, aber man muss sie daran erinnern. Genauso wie ans trinken und essen. Arzttermine müssen für sie ausgemacht und mit ihr wahrgenommen werden. Sie weiß nicht welcher Tag ist, nicht welcher Monat. In Gesprächen ist sie jedoch erstaunlich klar und gibt passende Antworten. Auch wenn sie die Worte oft nicht findet. Sie wohnt im selben Haus (aber in einer eigenen Wohnung) mit meiner Schwester.
    Jetzt ist es so, dass sowohl meine Schwester als auch ich, mit der Pflege überfordert sind. Wir haben beide Familie, ich arbeite dazu noch Vollzeit und komme dazu noch aus dem Krankenhaus nach einem Bandscheibenvorfall. Kurz und gut: Wir wollen und können sie nicht pflegen.
    Gegen fremde Hilfe wehrt sie sich ("das kann ich schon wieder", "das könnt Ihr doch tun", "die Kinder von... tun alles für ihre Eltern"). Dazu kommt, dass das Verhältnis zu meiner Mutter schon seit jeher schwierig war. Sie war sehr fordernd, dominat und hat immer mit einem schlechten Gewissen "erzogen". So nebenbei: Sie hat ihre Eltern nie betreut, erzählt aber welche Kinder alles für ihre Eltern tun.
    Ich bin jetzt seit 5 Tagen aus dem Krankenhaus zurück und meine Mutter kommt zum 3. Mal zum essen. Ich fühle mich verpflichtet, gerade weil meine Schwester mehr für sie tut. Aber ich will es eigentlich nicht.
    Jetzt haben wir uns überlegt, eine 24-Stunden-Pflege einzustellen. Eine Dame die bei ihr wohnt, mit ihr zusammen die Dinge macht. Aber das wird meine Mutter nicht zulassen. Was sollen wir tun? Ich kann und will mir mein Leben nicht von ihr diktieren lassen. Mit Vollzeitjob und 2 Kindern bin ich in einem Lebensabschnitt, an dem ich Hilfe brauche und nicht noch zusätzlich welche geben kann. Und vor allem sehe ich nicht ein, dass ich für die Kinderbetreuung eine Dame einstelle und dann zu meiner Mutter gehe.
    War jemand von Euch in einer ähnlichen Situation?

    Viele Grüße
    Schussel

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    AW: Pflege der alzheimerkranken Mutter

    Hallo Schussel,

    Alzheimer ist eine sehr schlimme Krankheit, weil man genau mit erlebt wie sich der Patient verändert. Mein Großvater hatte auch Alzheimer und meine Oma hat ihn fast ausschließlich alleine gepflegt. Ich weiß daher, dass sich Alzheimer Patienten oft gegen fremde Menschen wehren. Egal ob sie sagen "den kenne ich nicht" oder ängstlich, wütend werden. Und wenn du sagst, deine Mutter verhält sich ähnlich gegenüber fremden Personen, würde ich in keinem Fall eine 24-h-Betreuung einstellen. Ich kann dich gut verstehen, dass du dein Leben leben möchtest. Aber sicherlich braucht dich deine Mutter auch. Ich würde vielleicht einmal nach einer Pflege suchen, die für einige Stunden kommt, dreimal viermal die Woche. So kann sich deine Mutter an die Pflege gewöhnen, vielleicht im Beisein von dir oder deiner Schwester. Ich glaube eine 24-h-Pflege wäre eine zu große Veränderung in ihrem Leben.

    Alles Gute Milana

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    AW: Pflege der alzheimerkranken Mutter

    Liebe Milana,
    danke für Deine Antwort.
    Meine Mutter baut von Monat zu Monat ab. Eine Hilfe, die 3-4 mal pro Woche kommt ist nicht ausreichend. Meine Mutter möchte konstant beschäftigt werden.
    In erster Linie brauchen mich meine Kinder. Und es widerstrebt mir, dass ich eine Kinderfrau einstelle und dann nach der Arbeit erst einmal zu meiner Mutter fahre. Gerade weil unser Verhältnis nicht so besonders ist. Ich kümmere mich um sie, besuche sie, auch wenn ich nicht will. Aber einplanen möchte ich mich nicht lassen. Das hat sie auch nicht getan und ist nur im Notfall bei der Kinderbetreuung eingesprungen. Dafür habe ich ihr großzügige Geschenke und sie mir ein schlechtes Gewissen gemacht.
    Gruß, Schussel

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    AW: Pflege der alzheimerkranken Mutter

    Hallo Schussel,

    wichtig ist, dass Ihr Euch informiert wie man mit dieser Krankheit umgehen kann und mit dem Angehörigen.
    Auch welche Möglichkeiten / Zuschüsse es gibt.
    Habt Ihr schon eine Pflegestufe? Aber so wie Du sie beschreibst werdet Ihr Probleme haben an Pflegestufe 1 zu kommen, bei 0 kann man bei der Krankenkasse Betreuungszuschuss bekommen (MAX. 1200 Euro innerhalb eines Kalenderjahres)

    Also ich lebe mit meiner Demenzkranken Schwiegermutter (84 dement + Schwiegervater (94 hilfebedürftig körperlich) unter einem Dach in getrennten Wohnungen.

    Was mir und meiner Schwägerin geholfen hat besser damit umgehen zu können war ein Kurs bei der örtlichen Parität "Leben mit demenzerkrankten Angehörigen". Vor allem meine Schwägerin kann seit dem viel besser mit Ihrer Mutter umgehen, denn sie konnte emotionale Distanz schaffen.
    Es gibt hier bei uns auch Tageseinrichtungen für Demenzerkrankte, die holen die Menschen ab und bringen sie nach Hause.

    Was Dransen schreibt, fremde werden häufig abgelehnt kenne ich ganz anders, Fremde werden eher akzeptiert als die eigene Familie.... Jeder Mensch ist in dieser Krankheit anders und auch der Verlauf unterschiedlich.

    Also ich kann Euch nur empfehlen eine Beratungsstelle in Eurer Gegend aufzusuchen um diverse Möglichkeiten kennen zu lernen.
    Das Leben macht was es will und ich auch!

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    AW: Pflege der alzheimerkranken Mutter

    Ich finde du musst dich nicht rechtfertigen warum du das nicht willst.Selbst wenn du das beste Verhätnis zu deiner Mutter hättest. Eine Rundumbetreuung wie sie deine Mutter braucht ist meines erachtens ohne Hilfe nicht zu bewältigen. Du bist berufstätig. Wie soll das funtionieren. So schlimm wie es für deine Mutter vielleicht zu Beginn auch ist solltet ihr euch nach einem Heim für eure Mutter umschauen. Denn besser wird die Situation nicht.
    Für mich wäre es selbstverständlich, dass meine Kinderr mich nicht pflegen und ich in ein Heim oder betreutes Wohnen wie auch immer gehe.

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    AW: Pflege der alzheimerkranken Mutter

    Danke für Deine Antwort!
    Mir geht es nicht nur darum, wie ich emotional damit umgehe (obwohl das sicher auch sehr wichtig ist), sondern um die rein praktische Umsetzung. Auch mein Tag hat nur 24 Stunden. Und darin verpacke ich einen Vollzeitjob + Fahrzeit, 2 Kinder, Mann und dringend Rückentraining, da ansonsten eine Bandscheiben-OP droht. Ich habe exakt Null Freizeit. Und nein, ich glaube nicht, dass Kinder verpflichet sind ihre Eltern zu pflegen. Zu sorgen, dass sie gut gepflegt werden und dies ggf. auch zu bezahlen. Mehr erwarte ich nicht von meinen Kindern und mehr bin ich nicht bereit zu geben.
    Ich bewundere Dich, dass Du so aktiv hilfst. Ich würde es zeitlich nicht mal schaffen meine Mutter morgens fertig zu machen, damit sie in die Tageseinrichtung kommt.
    Meine Mutter ist charakterlich wie immer. Die Krankheit hat sie in dieser Hinsicht noch nicht verändert. Sie fordert und es ist nie genug. Wenn sie kein Alzheimer hätte, hätte ich den Kontakt schon lange viel stärker reduziert.

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    AW: Pflege der alzheimerkranken Mutter

    Schwierige Situation. Gibt es eine kommunale Pflegeberatung in eurer Kommune? Ihr könntet euch Pflegeleistungen und Haushaltsleistungen zusammenstellen lassen. Pflege wäre Körperpflege, das andere wäre Kochen, Waschen, Putzen. Essen und trinken. Laßt euch beraten, stellt einen Plan auf, was gemacht werden muß. Die Pflegeberatung hilft auch bei der Einstufung in die Pflege.

  8. Inaktiver User

    AW: Pflege der alzheimerkranken Mutter

    warum lässt du es nicht vom medizinischen dienst der krankenkasse beurteilen ob sie überhaupt, selbst mit 24 stunden betreuung noch zuhause bleiben KANN?

    denn selbst eine betreuung schläft auch mal. letzendlich braucht deine mutter rund-um-die-uhr beaufsichtigung und betreuung.

    dann gibt es genau zwei möglichkeiten: entweder sie stimmt einer "fremden person" zu oder es bleibt nur das heim.

    du kannst das nicht leisten. unterhalte dich mal mit pflegepersonal die solche menschen betreuen. vorallem ist es oft so, dass die patienten auf "fremde" eher hören und reagieren als auf die verwandschaft.

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    AW: Pflege der alzheimerkranken Mutter

    Also auch ich finde definitiv dass niemand sich rechtfertigen muss, wenn er seine Angehörigen nicht selbst betreuen kann und will, warum auch?

    Jeder hat seine individuelle Schmerzgrenze, aber wichtig finde ich, dass die Betreuung so geregelt wird, dass sie für den zu Betreuenden in Ordnung ist.
    Geht es es dem Angehörigen gut, dann fühlen sich die "Verantwortlichen Familienmitglieder" auch gut und bekommen nicht unnötigerweise ein schlechtes Gewissen!

    Übrigens ich verstehe jeden, der sagt, nein ich kann das nicht!!!! Ich kann auch ganz oft nicht, aber es sind meine Schwiegereltern, da stehe ich in der 2. Reihe und bin emotional auch distanziert.
    Ich betreue / helfe nur bis zu einem bestimmten Punkt, bei mir hört alles auf was direkt mit körperlichem Kontakt zu tun hat. Schon bei Aus- und Anziehen ist bei mir Schluss!
    Sobald auch einer der beiden verstirbt bedeutet das in unserem Fall auch das Ende der häuslichen Betreuungsmöglichkeit.
    Das Leben macht was es will und ich auch!

  10. User Info Menu

    AW: Pflege der alzheimerkranken Mutter

    Natürlich muß sich keiner rechtfertigen. Heim kostet aber auch, das ist zu bedenken. Es gibt Zwischenstufen. Deshalb schlug ich erstmal eine Beratung vor. In NRW sind die Kommunen (Kreise und kreisfreie Städte) die zuständigen Stellen. Die helfen bei allem.

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