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  1. User Info Menu

    Frage Mehrgenerationenhaus mit den Schwiegereltern?

    Hallo zusammen,

    ich brauche mal ein paar Ansichten von anderen, die auch in einem Mehrgenerationenhaus leben oder es sich vorstellen können.

    Zu unserer Situation:
    Wir sind eine kleine Familie mit momentan einem Kind und möchten uns mit einem Zeithorizont von 2-3 Jahren etwas "eigenes" zum Wohnen anschaffen.
    Leider leben wir in einer Region mit sehr hohen Grundstückspreisen. Doppel- und Reihenhäuser oder EFHs auf relativ kleinen Grundstücken sind hier die Regel.
    Gebrauchte Häuser sind wegen der größeren Grundstücke auch relativ teuer oder absolute Bruchbuden.

    Nun ist es so, dass wir theoretisch das (sehr große) Haus meiner Schwiegereltern umbauen könnten und uns so teilweise den Grundstückspreis sparen. Mein Mann hat keine Geschwister, so dass im das Haus sowieso irgendwann gehört und wir auch niemanden auszahlen müssten.
    Meine Schwiegereltern würden aus ihrer aktuellen Wohnung im 1. Stock ins Erdgeschoss ziehen und sich dort eine (altersgerechte) Wohnung ausbauen. Wir könnten dann den 1. und 2. Stock sowie das DG nutzen.

    Wir verstehen uns an sich ganz gut und wir haben vor einigen Jahren schonmal mit den Schwiegereltern ohne Probleme unter einem Dach gelebt - allerdings nur für 2 Jahre und damals noch ohne Kind. Außerdem waren die Schwiegereltern damals noch berufstätig.

    Nun ist es so, dass wir natürlich sehr genaue Vorstellungen davon haben, wie wir leben wollen und wie unsere Wohnung/unser Haus ausgestattet werden soll. Im Endeffekt läuft das auf einen kompletten Umbau aller Stockwerke inkl. Fenster, Türen, Balkone und Terassen raus, bei dem wir natürlich vor allem unsere ästhetischen Wünsche umsetzen wollen.
    Natürlich ist die Aufteilung und Ausstattung der Wohnung meiner Schwiegereltern nicht unsere Sache, aber z.B. die Frage, welche Fenster und welche Türen ins Haus kommen sollen, schon. ;-)
    Bis auf den Innenausbau der Wohnung meiner Schwiegereltern würden wir die kompletten Baukosten tragen, genau so, als würden wir uns ein eigenes Haus bauen.

    Unser nächster Schritt in der Planung wäre jetzt erstmal ein Gang zum Architekten, der uns hoffentlich einen tollen Grundriss erstellt. :-)

    Was seht ihr als Hauptthemen an, die für Konflikte sorgen könnten? (Bei der Planung, während dem Umbau, nach dem Einzug).

    Würdet ihr vorher schon "Regeln des Zusammenlebens" besprechen?
    (Z.B. unangekündigte gegenseitige Besuche, wann darf das Kind zur Oma, etc.)

    Wie würdet ihr euch rechtlich absichern?

    Würdet ihr euch überhaupt auf das Abenteuer "Mehrgenerationenhaus" einlassen?

    Wie handhaben das Familien, die im Mehrgenerationenhaus leben und bei denen die Eltern/Schwiegereltern pflegebedürftig geworden sind?

    Vielen lieben Dank im Voraus für eure Anregungen!
    EF

  2. Inaktiver User

    AW: Mehrgenerationenhaus mit den Schwiegereltern?

    meine schwester, mit familie, lebt das von dir beschriebene modell mit unseren eltern.

    in der form: das haus gehört meiner schwester und dem schwager. die eltern haben wohnrecht und zahlen eine kleine pro-forma-miete. das bedeutet auch, dass meine eltern sich nicht um instandhaltung etc. kümmern müssen.

  3. Inaktiver User

    AW: Mehrgenerationenhaus mit den Schwiegereltern?

    Nie im Leben würde ich mit meinen Eltern oder Schwiegereltern unter einem Dach wohnen wollen - und das nicht, weil ich ich mit denen nicht verstehe, sondern weil ich weiß, dass trotz allem gutem Willen Konflikte vorprogrammiert sind. Ich habe hier - auf dem Dorf - viele Beispiele, wo alt und jung in einem Haus wohnt und alle bereuen es (vor alle die Töchter/Schwiegertöchter).

    Meine kluge Oma hat schon vor 40 Jahren gesagt "Man muss so weit auseinander wohnen, dass man sich nicht mit Puschen besuchen kann!"

  4. Inaktiver User

    AW: Mehrgenerationenhaus mit den Schwiegereltern?

    Sind eure Vorstellungen der Lebensführung und die der Schwiegereltern ähnlich? Ich glaube, das ist ganz wichtig, dass ein gewisses Maß an Übereinstimmungen von vornherein vorliegt. Sei es, was das Verhältnis zwischen Freizeit und Berufs- und Hausarbeit, Ordnung, Wohnwerte (eher einfach und bescheiden oder lieber repräsentativ), usw. usw. Wenn das sehr weit auseinanderklafft, gibt es ständig Potential für Reibereien.

    Mir gab deine Aussage über z. B. die Fensterauswahl zu denken. Was wäre, wenn die Eltern Butzenscheiben gemütlich finden und ihr eher auf Bauhausstil steht? Wenn ihr da sowieso ähnliche Ideen habt, kein Problem. Andernfalls wäre eine Partei oder beide, falls man einen Kompromiss eingeht, nie wirklich zu Hause und das funktioniert nicht.

    Fragen des Zusammenlebens sollte man vorher ansprechen, sich aber darüber im Klaren sein, dass es Konflikte geben wird, an die man heute nie denkt. Besuchzeiten des Enkelkinds können unter den Erwachsenen geregelt werden, aber wird sich das Kind in einem gemeinsamen Haus daran halten?

    Zur rechtlichen Absicherung, was in so einem Fall wohl grundsätzlich über einen Eintrag ins Grundbuch erfolgt, müsst ihr euch beraten lassen. Schenkungen (was eine Übertragung von Haus- und Grundstück von Eltern auf den Sohn wohl ist) fallen nicht in den Zugewinn. Da musst du schauen, wie du abgesichert bist, wenn auch Geld von dir in den Umbau fließt.

    Also ingesamt klingt die Möglichkeit verlockend, sehr großes Haus, kein Platzmangel, klar abgeteilte Bereiche. Aber es muss halt zwischen den Menschen stimmen. Mit Eltern zusammen in einem Haus zu wohnen, ist immer etwas anderes als mit fremden Menschen.

  5. Inaktiver User

    AW: Mehrgenerationenhaus mit den Schwiegereltern?

    Das Problem ist nur: man kann nicht vorher alles absprechen! Viele Probleme erkennt man erst, wenn sie da sind - und nicht Jahre vorher!

    Beachten muss man auch, dass man sich ständig beobachtet fühlt. Auch wenn es die eigenen Wände sind ... wann kommt wer, wann geht wer, wie ist der Besuch ... Streit dringt durch die Wände ... von Kindern ganz zu schweigen ... die sind laut, nicht richtig erzogen .... dann werden die Eltern älter, oft starrsinniger ...

    oh neeeee ... um nix in der Welt! .. zu Besuch gern, aber nie unter einem Dach!!!

  6. User Info Menu

    AW: Mehrgenerationenhaus mit den Schwiegereltern?

    Hallo,

    ich fand die Vorstellung früher ganz toll. Dann habe ich in einer früheren Beziehung genau im Haus neben meiner "Schwiegermutter" gewohnt. Bis ich heraus fand, dass sie gar nicht so ein untrügliches Näschen hatte, wann ich heimkam, um mich dann gleich zu überfallen, sondern statt dessen augenscheinlich über Stunden unser Wohnzimmerfenster fest im Blick hatte und prompt dann aufschlug, sobald da das Licht anging....

    Nein, ich möchte nie mehr in die Situation kommen, dass ich mich selbst dabei ertappe, auf Socken das Haus zu betreten und im Dunkel im schwiegermutter-abgewandten Bürochen zu sitzen, damit man mich mal wenigstens 10 Minuten in Ruhe lässt.

    Merke: sie hat das nie bös gemeint. Rief immer umgehend an, um mich zum Abendessen, Kuchenfuttern, Schwätzchenhalten oder oder oder einzuladen. Aber gut gemeint ist nicht selten das Gegenteil von gut gemacht...

    Ich denke immer: ein Mehrgenerationenhaus bringt Dich in die Situation, Probleme zu meistern, die Du ohne diese Wohnform gar nicht erst hättest...

    Heute wohne ich im Ballungsgebiet mit horrenden Grundstückpreisen in einer Mini-DHH auf einem irrwitzig kleinen Grundstück - und bin mein eigener Herr! Und das ist auch gut so. Ich würde es nicht mehr anders haben wollen.

  7. Inaktiver User

    AW: Mehrgenerationenhaus mit den Schwiegereltern?

    Zitat Zitat von Wiesenblume Beitrag anzeigen
    Ich denke immer: ein Mehrgenerationenhaus bringt Dich in die Situation, Probleme zu meistern, die Du ohne diese Wohnform gar nicht erst hättest...
    So ist es!

    Und je älter man wird, desto mehr Probleme bekommt man sowieso ... und ist froh über jedes, das man sich früh genug vom Hals geschafft hat!

  8. Inaktiver User

    AW: Mehrgenerationenhaus mit den Schwiegereltern?

    Wer im eigenen Haus lebt, möchte sein Kind nicht andauernd zur Ruhe und leisem Gehen anhalten müssen, wenn die Großeltern darunter wohnen sind Konflikte zur Lautstärke (und Wahl des Fußbodens) wahrscheinlich. Die Bedürfnisse von Kindern und alten Leuten sind einfach zu unterschiedlich.

  9. User Info Menu

    AW: Mehrgenerationenhaus mit den Schwiegereltern?

    Vielen Dank für eure ausführlichen Antworten!

    Genau diese Gedanken habe ich mir auch schon gemacht und komme nicht zu einem wirklichen Ergebnis.

    Was wahrscheinlich für das gemeinsame Wohnen spricht, ist, dass meine Schwiegereltern seit Jahrzehnten 2 Wohnungen in ihrem Haus vermieten und daher gegenüber ihren Mietern sehr dezent und zurückhaltend sind. Von den Mietern muss sich keiner beobachtet oder gegängelt fühlen.
    Wie sie das bei der eigenen Familie handhaben werden, kann man natürlich nicht voraussehen.
    (Als wir selbst in einer der Wohnungen gelebt haben, gab es nie Probleme, aber ob das weiterhin so bleibt...).

    Das Thema Gestaltung und Aussehen des Hauses nach dem Umbau ist meinem Mann und mir sehr wichtig (Klar, wenn wir es machen, wollen wir mehrere hunderttausend Euro investieren und anschließend in "unserem" Haus leben). Unsere Vorstellungen gehen tatsächlich eher Richtung Bauhaus - große, bodentiefe Fenster, große Räume, viel Licht, große Dachterrasse.
    Wie die Schwiegereltern ihre Wohnung gestalten, bleibt ihnen überlassen, aber die Fenster müssen halt zum Rest passen. Nur so als Beispiel.

    Ob das mit den Schwiegereltern möglich ist, werden wir in einem Gespräch klären und explizit Bilder von Häusern bzw. umgebauten Häusern zeigen, die in unsere Richtung gehen.
    Auch ein Gespräch beim Architekten werden wir definitiv vor der Entscheidung notwendig sein.

    @Wiesenblume: Ich kann total nachvollziehen, was du meinst und was es heißt, sein eigener Herr zu sein.
    Aber wir leben eben auch in einem Ballungsgebiet mit Grundstückspreisen um die 400 Euro/qm. Da sind alleine 200.000 Euro fürs Grundstück sofort weg. Und ich weiß, dass ich in einer DHH mit winzigem Garten in einem Neubaugebiet nicht glücklich werde. So ganz persönlich.

    Gibt es denn jemand, der das Modell halbwegs erfolgreich lebt und wenn ja, wie schafft ihr es?

  10. User Info Menu

    AW: Mehrgenerationenhaus mit den Schwiegereltern?

    Zitat Zitat von Wiesenblume Beitrag anzeigen
    Heute wohne ich im Ballungsgebiet mit horrenden Grundstückpreisen in einer Mini-DHH auf einem irrwitzig kleinen Grundstück - und bin mein eigener Herr! Und das ist auch gut so. Ich würde es nicht mehr anders haben wollen.
    Genau so ist es und bei mir waren es nicht mal die Schwiegereltern, sondern meine Eltern. Meine Eltern waren zuvorkommend ohne Ende, wenn mein Mann kam, ist meine Mutter zehn Minuten vorher raus und hat das Hoftor aufgemacht. Wenn es Sommer war, hat sie meinem Mann direkt vom Auto in den kühlen Schatten unseres großen Gartens begleitet und ihm ein kühles Bier serviert.

    Wenn ich das Haus mit Kind verlassen habe, war meine Mutter zufällig an der Tür und hat mich gefragt, was ich mache, wohin ich gehe, was ich einkaufe und wann ich wiederkomme. Alles furchtbar nett, alles furchtbar aufdringlich. Ich habe mich eingeengt gefühlt ohne Ende, ich kam mir beobachtet vor und ich habe mich nicht getraut im Sommer Freunde einzuladen, denn meine Mutter könnte ja unterm Balkon stehen und jedes Wort mithören. Wenn mein Kind geweint hat, hat sich meine Mutter drei Stunden später besorgt erkundigt, was vorgefallen ist. Hölle, ich glaube ich habe mich zwei Jahre nicht mit meinem Mann gestritten, weil das sonst auch ein Thema geworden wäre.

    Übrigens, meinem Mann hat das Paschaleben überaus gut gefallen. Der wäre ohne weiteres noch bei meinem Eltern im Haus geblieben, bis ich ihm eines Tages mitteilte, dass er dann auf mich verzichten musss. Daraufhin haben wir uns ein Haus im selben Ort gesucht und leben glücklich und zufrieden.

    Es kann gutgehen, aber niemals im Leben würde ich Geld investieren und mich so dauerhaft binden.
    "Es ist oft produktiver, einen Tag lang über sein Geld nachzudenken, als einen Monat für Geld zu arbeiten.”
    (John D. Rockefeller)

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